Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 19. November 2003, 20:06
Ich habe mal ein bisschen in meiner Bibliothek gekramt und in der Tat eine kleine Textstelle gefunden, die sich damit beschäftigt. Ich gebe sie im folgenden - leicht gekürzt - wieder:
--------------
Bei der Überschreitung des Grenzflusses Rubico, mit der er am 10./11. Januar 49 v. Chr. unwiderruflich den Bürgerkrieg mit Pompeius eröffnete, rief Caeser, ein verbreitetes griechisches Sprichwort aus Menanders "Arrhephoros" zitierend, in griechischer Sprache: "Hochgeworfen sei der Würfel!".
Das Sprichwort bezeichnet den Augenblick des Wagnisses, da der Würfel aus der Hand "geworfen", aber noch nicht zu Boden gefallen ist; die geläufige Übersetzung "Der Würfel ist gefallen" entspricht weder der historischen Situation noch dem griechischen oder lateinischen Text.
Der Menander-Vers lautet vollständig: "Beschlossen ist die Sache, hochgeworfen sei der Würfel!".
Caesar erwähnt die Episode in seinem "Bürgerkrieg" nicht. Die dem griechischen Wortlaut nicht vollkommen entsprechende lateinische Fassung ALEA IACTA EST findet sich zuerst bei Sueton; zur Angleichung der lateinischen Übersetzung an das griechische Original hat Erasmus für die Stelle die Lesung IACTA ALEA ESTO vorgeschlagen.
Vgl. die Anspielung bei Petron, "Satiricon" 122, 174: IUDICE FORTUNA CADAT ALEA, "Fortuna sei Richterin, wenn der Würfel fällt.".
(Quelle: Klaus Bartels: Veni, vidi, vici. Geflügelte Worte aus dem Griechischen und Lateinischen. dtv 1992, ISBN 3-423-30322-0)
---------------------------
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär