Beitragvon Günter Cornett » 20. Juli 2004, 14:39
David Haupt schrieb:
>
> Hallo zusammen,
>
> gibt es eigentlich soetwas wie Urheberschutz von Spielen bzw
> Spielideen ? Ich habe soeben eine Rezension von
> "Schildkrötenrennen" gelesen und das scheint mir nach der
> Beschreibung fast zu 100% von Rüsselbande abgekupfert.
Hallo David,
der bloßen Spielbeschreibung zufolge scheinen die Spiele tatsächlich sehr ähnlich zu sein, aber IMHO nicht 'fast zu 100%':
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/Ruesselbande.php
http://www.winning-moves.de/index.php?mid=1&cid=1&nid=25
Der wesentliche Unterschied scheint mir zu sein:
Spielmotor ist bei Rüsselbande (von Alex Randolph, Drei Magier Spiele) ein Würfel, bei Schildkrötenrennen (von Reiner Knizia, Winning Moves) sind es 4 unterschiedliche Karten.
Rein juristisch gesehen dürften es damit sicherlich unterschiedliche Spiele sein.
Dennoch könnte eine solche Nähe u.U. ein diskussionswürdiger Grenzfall sein. Konkretes hierzu kann aber wohl nicht sagen, solange man die Spiele nicht gespielt hat, zumal beide Spiele weitere Varianten enthalten.
> Vielleicht tue ich dem Spiel aber auch unrecht und irgendwo
> auf der Verpackung erscheint ein Hinweis auf Rüsselbande oder
> es handelt sich um eine überarbeitete und in einem anderen
> verlag erschienene Neuausgabe ?! Weiß hier jemand näheres ?
Der Anfang Mai verstorbene Alex Randolph, Autor von Rüsselbande, hatte 1995 Winning Moves, Herausgeber von Schildkrötenrennen, mitgegründet: http://www.winning-moves.de/index.php?mid=1&cid=1&nid=28
Von daher kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Verlag ein solches Spiel herausbrächte, wenn er davon ausgehen müsste, dass es Alex Randolph nicht recht gewesen wäre.
Grundsätzlich aber sind die Fragen nach wie vor wert, diskutiert zu werden:
Was macht ein Spiel aus? Wie ähnlich dürfen Spiele sein?
Gruß, Günter