Beitragvon Manuel » 1. September 2004, 00:23
Wenn Michael Knopf sich die Frage nach der Zielgruppe der beiden genannten Spiele stellt, dann hat er dabei vor allem eins im Kopf: die Zielgruppe für die er die Rezension schreibt. Und da dürfte er wohl davon ausgehen, dass die Schnittmenge der beiden (Partyspieler - Spielboxleser) nicht sonderlich groß ist. Wenn er die Spiele also eher schlecht bewertet, dann vor allem in dem Wissen, dass die meisten Leute die seine Rezension lesen werden, öfter spielen als auf Parties und meistens auch in einem anderen Umfeld.
Eine andere Frage ist natürlich ob man als Rezensent ein Spiel mag. Ich würde Partyspiele nicht mit einer 10 Fuß langen Stange anfassen. Aber ich bin auch in der glücklichen Position mit meinem Online-Magazin (www.ludologie.de) völlig unabhängig zu sein. Keine Werbung, keine Verpflichtungen. Sobald eine Zeitschrift aber versucht Geld zu machen, oder wenigstens kostendeckend zu arbeiten, muss auf Anzeigenkunden Rücksicht genommen werden. Und dann muss man auch Spiele besprechen, die einem ganz und gar nicht liegen. Es gibt in jeder Redaktion immer wieder Aufträge die absolut niemand machen will - die CD die keiner hören mag, das Interview das niemand führen will, oder halt das Spiel, für das einfach keine Begeisterung aufkommt. Keine Ahnung, ob es so ein Fall gewesen ist, aber man sollte nicht, wegen solch einer Aussage, gleich das journalistische Know-How eines Kritikers in Abrede stellen.