Beitragvon Ueli Blum » 7. Januar 2005, 17:23
Hallo
Ich kann wirklich erst von einem ersten Eindruck berichten. Bisher gespielt habe ich eine Partie allein mir allen Fraktionen zum kennenlernen; eine Einführungspartie zu zweit mit jeweils zwei Fraktionen bis zum ende der zweiten Runde; und eine volle Partie zu zweit.
Das spiel ist wirklich sehr interessant!
Die Regeln sind an sich nicht besonders schwierig zu verstehen. Auch die Anleitung ist relativ gut geschrieben (bis auf einige wenige Errata die auf der Phalanx Homepage bereits veröffentlicht sind; insbesondere die Overflow Regelung ist zu beachten!)
Trotzdem ist eine "Tutorial" Partie unbedingt zu empfehlen. Also eine Partie die bewusst nicht zu ende gespielt wird. Hierbei sollte man sein Augenmerk auf das zusammenspiel der Verschiedenen Phasen richten. Denn hierrin besteht die eigentliche Komplexität des Spiels (nicht kompliziertheit!). Was in den einzelnen Phasen passiert ist jeweils schnell begriffen, auch merkt man schnell, dass die einzelnen Phasen allein keine grosse Macht haben. Erst wenn man seine Aktionen geschickt aufeinander abstimmt, ergeben sich grössere Einflussmöglichkeiten.
Wir haben für die Einführungspartie bis ende Runde 2 ca. 3 Stunden benötigt. Danach fühlten wir uns Fit für eine volle Partie.
Wir brauchten etwa 4.5 Stunden bis Ende Runde 4. Auf die letzte Runde verzichteten wir, da das Resultat klar war (was ich bei Spielen dieser länge für absolut legitim hallte)
Einige eindrücke aus dieser Partie:
Anfangs konnten wir uns noch relativ leicht ausbreiten. Wenige Steine genügten um Mehrheiten zu ändern. Ziemlich schnell waren dann aber die Einflussgebiete abgesteckt. Grössere Anstrengungen mussten unternommen werden, um in neue Gebiete vorzustossen. Durch blosse Vermehrung konnte nicht mehr viel bewirkt werden, da man nicht einfach in ein Nachbargebiet wandern kann. Nur noch koordinierte Angriffe mit Hilfe der Suport Boxen, der Armeen, und Finanziellem Einfluss ermöglichten das erfolgreiche eindringen in neue Gebiete.
Ausserdem muss man aufpassen nicht zu viele Einflussmarker auf dem Brett zu haben, da diese umgedreht als Geld verwendet werden. Wer sich auf dem Brett stark ausbreitet kriegt schnell Finanzielle Probleme. Einmal gesetzte Einflussmarker sind relativ gebunden, natürlich kommen bei gegnerischen Angriffen auch wieder einige zurück in den Vorrat, jedoch hat man nicht in der Hand, wo, wann und wie stark der Gegner angreift. Einfach so zurücknehmen kann man sie selber nicht.
Wie gesagt, dies sind erste Eindrücke. Gut möglich, dass weitere Spiele gänzlich anders verlauffen. Besonders der Aspekt der Verhandlungen kam zu zweit natürlich noch nicht zum tragen. Da sich die individuellen Interessen der Verschiedenen Fraktionen teilweise überschneiden, ist hier sicher noch einiges an Potential.
Wie gesagt, das Spiel ist sehr interessant! Das Potential für verschiedene Strategieen ist immens. Ich werde wohl einige Partieen spielen müssen, um auch nur einen Bruchteil dieses Potentials auszuschöpfen. Wer Gefallen daran findet sich auch über mehrere Stunden in ein Spiel zu vertiefen sollte sich Revolution unbedingt mal ansehen. Es ist gut investierte Zeit. Gelangweilt habe ich mich jedenfalls nie, viel zu beschäftigt war ich neue Pläne auszuhecken. Zwar beinhaltet Revolution auch Taktische Elemente, der Fokus liegt aber auf jeden fall auf der Strategischen Ebene.
Gruss Ueli
(der sich freut, dass Spiele für ein solches Nischenpublikum überhaupt noch gemacht werden, besonders wenn sie dann auch noch so gut aussehen)