Als Anmerkungen zu meiner Abhandlung zu den Spielregeln haben einige von Euch darauf hingewiesen, dass es hilfreicher wäre, eine Sammlung von "Stilblüten" oder missverständlichen Regelpassagen zu veröffentlichen - und wie sie zu umgehen wären.
Dieses würde ich gerne aufgreifen. Allerdings fehlt mir hier eindeutig die Erfahrung. Wenn mir genügend Spieleregelschreiber, Spieletester, erfahrenen Spieler "ihre" Erfahrungen mitteilen, werde ich diese gerne sammeln, bündeln und veröffentlichen.
(Und diesmal ohne den Urheberrechtshinweis *g)
Bisher haben zwei von Euch schon etwas dazu beigetragen:
-- Zitat (Beginn) --
Roman Pelek
Und, wie gesagt, ich würde versuchen, evtl. auch etwas mehr auf die (Alltags-)Probleme jenseits von Formalismen einzugehen, z. B. "wie teste ich eine Regel", "wie finde ich einen Schreibstil für die Zielgruppe" oder "wie muss ich arbeiten, um Fehler und Auslassungen möglichst gut zu vermeiden, wenn ich als 'Kenner der Regel' einem 'Nichtkenner' einen Sachverhalt nahe bringen muss". Da stößt man nämlich gerne auf Dinge, an die man ad hoc als Unerfahrener gar nicht bedenkt. Um als Denkanstoss ein paar Beispiele für Alltagsprobleme zu geben:
- Du schreibst in der Regel "Ausgespielte Karten kommen auf den Ablagestapel" - für Spieler etwas ganz selbstverständliches, tausendfach gelesen, jede Deiner Testgruppen kommt prima damit zurecht - und Du hast deshalb nicht weiter drüber nachgedacht. Dann kommt die Rückfrage von weniger spielebewanderten Zeitgenossen "Was bitte ist denn eigentlich ein Ablagestapel?"
- Oder Aktionspunktespiele: "Jeder Spieler verfügt über 10 Aktionspunkte". Ein Klassiker, denn mit absoluter Sicherheit wird irgendein Käufer reklamieren, dass "die 10 Aktionspunkte nirgendwo in der Schachtel zu finden sind".
- Auch beliebt, wenn auch in Deutschland mitunter nicht ganz so problematisch: "Der Spieler, der die höchste Karte gespielt hat, erhält den Stich". Tante Gudrun aus Buxtehude, die sonst nie spielt, fragt sich dann aber vielleicht auch "Stich? Bienenstich? Was wollen die von mir?".
Für sowas ein paar Tipps und Hinweise auf beliebte Fallstricke wären, denke ich, sicher nicht fehl am Platze in einem Guide, der gerade Einsteigern ein bissl Handwerkszeug an die Hand geben könnte. Und bzgl. obiger Beispiele halt auch, wie man diese Probleme zumindest abschwächen kann, ohne sich einen Erklärwolf zu schreiben oder gar wissenschaftlich anmutende Begriffsdefinitionen einzubauen.
peer
Ein kleines Beispiel: In einer Rezi schrieb ich "(...) jedem gleich viele Pokerchips geben(...) " und mir wurde vorgeworfen, ich hätte die Regeln falsch angewandt: "Es wird n i c h t gleichmässig alles aufgeteilt". Anscheinend scheint die Formulierung "jedem gleich viele Chips geben" leicht verwechselt zu werden mit "alle Chips aufteilen". Solche Fallstricke und ihre Vermeidung wären interessanter (sind aber auch schwieriger zu behandeln).
-- Zitat (Ende) --
Gruß Wolfram