Anzeige

ebay und der Zoll

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Andreas

ebay und der Zoll

Beitragvon Andreas » 25. Mai 2005, 20:13

N'abend!

Ich habe vor einiger Zeit etwas über ebay in den USA erstanden. Jetzt scheint das Paket mit den vier Spielen auch angekommen zu sein, doch hängt es beim Zoll fest. Ich habe nämlich heute nur eine "Mitteilung über die Zollbehandlung einer Postsendung" im Briefkasten gefunden. Diese fordert mich auf das Paket beim Zollamt abzuholen und eine Rechnung (zweifach; allgemein verständliche Warenbez. in deutscher Sprache) und "Angaben über Art und Inhalt der Sendung" mitzubringen. Wie aber komme ich an eine Rechnung? Reicht es wenn ich die entsprechenden eMails ausdrucke. Eine offizielle Rechnung gibt es ja nicht. Und "Angaben über Art und Inhalt" stehen doch auf der Zollerklärung des Absenders "boardgames (auctions)". Da ist auch die Rechnungssumme nochmals angegeben, allerdings hat der Versender hier etwas geschwindelt und die Höhe nicht ganz korrekt angegeben. Was soll ich jetzt beachten, wenn ich am Freitag beim Zoll vorstellig werde und meine heiß ersehnten Spiele gerne mitnehmen möchte??

Schon mal vielen Dank im voraus,
Andreas

Benutzeravatar
ferdinand köther

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon ferdinand köther » 25. Mai 2005, 20:41

Hallo Andreas,

du kannst hoffen, auf einen nicht allzu bürokratischen Zöllner zu treffen (eine sehr gewagte Hoffnung, gebe ich zu).
Tip für's nächste Mal, dem Absender mitteilen (der scheint in diesem Fall auch ein "Anfänger" zu sein): Sendung als "Gift" (Geschenk) deklarieren mit kommerziellem Wert 0 $.

Viel Glück beim Zollspiel!
Ferdi

Benutzeravatar
Ernst-Jürgen Ridder

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 25. Mai 2005, 21:19

Hallo Ferdi,

na ja, das ist ein Rat, den man doch nur jemand geben kann, der unbedingt das Risiko eingehen möchte, wegen Steuerhinterziehung bestraft zu werden. Es ist schon mutig, das als "Zollspiel" zu bezeichnen.

Gruß
Ernst-Jürgen

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 25. Mai 2005, 21:21

Hallo Andreas,
ich hatte in einem ähnlichen Fall einfach gesagt, daß ich die Ware über eBay von privat ersteigert hatte und daher keine Rechnung vorliegt. Also ging man vom angegebenen Wert aus.
Mich bat man daraufhin das Paket zu öffnen. Man schaute nach, was drin ist und schaute in eine Liste wieviel Zoll dann anfällt. Derzeit gibt es meines Wissens keinen Strafzoll auf Brettspiele, so dass Du lediglich die Mehrwertsteuer von 16% (auf Warenwert incl. Porto) zahlen musst.
Alles in allem kein Grund, sich von dem Formblatt abschrecken zu lassen, daß natürlich auch den Fall des Einkaufes beim ausländischen Handel mit Rechnung und Lieferschein vorsieht.

Gruß
Roland

Benutzeravatar
Ernst-Jürgen Ridder

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 25. Mai 2005, 21:25

Hallo Andreas,

ich kann dir nur raten, mit ganz offenen Karten zu spielen. Das will sagen: Nimm deine E-Mails und etwa vorhandene Ausdrucke der ebay-Seiten mit, lege offen dar, was Sache ist und akzeptiere das Ergebnis. Wenn Zoll berechnet werden muss, geschieht das leider auch auf die Versandkosten. Ob man bei ebay-Käufen von Privatleuten Zoll bezahlen muss, weiß ich nicht, wirst du aber erfahren. Auf Nachfrage zeigt man dir auch, wo das steht. Wer in USA kauft, muss halt immer mit Zollkosten rechnen, und das leider nicht zu knapp. Habe schon mehrfach zahlen müssen.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

Benutzeravatar
ferdinand köther

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon ferdinand köther » 25. Mai 2005, 21:48

Hallo Ernst-Jürgen,

streng genommen hast du natürlich recht, aber wird denn mit Kanonen auf Spatzen schießen?

"Mündige Bürger" sollten schon legitime, möglicherweise leicht illegale Wege finden, sich nicht von alberner Paragraphenreiterei verarschen (sorry) zu lassen. Ich mußte mal für ein Spiel, das ich kostenlos erhielt, um die Regeln zu übersetzen, Zoll und Märchensteuer bezahlen - das ist mit logischem Menschenverstand nicht nachzuvollziehen, genau so wenig, wie diese Strafabgaben bei einem privaten Auktionstransfer errichten zu müssen.

Wir werden täglich genug gebeutelt, wer sich beuteln lassen will ...

Tschüß
Ferdi

Benutzeravatar
Helmut Lehr

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Helmut Lehr » 25. Mai 2005, 21:52

Ich habe vor ein paar Jahren einige 3M-Spiele ersteigert und bis auf eins alle ohne Probleme ausgeliefert bekommen.
Bei dem einen Paket gingen Telefonate hin und her, bis ich es schließlich im 30 km entfernten Zollamt abholen konnte.

SG
Helmut

Benutzeravatar
Ernst-Jürgen Ridder

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 25. Mai 2005, 23:13

Hallo Ferdi,

da ließe sich nun locker eine Diskussion anzetteln. Es könnte mir persönlich ja eigentlich auch egal sein, da ich weder Zollfahnder, Polizist (wurde hier allerdings wohl schon mal als "Forumspolizist" verunglimpft) noch Staatsanwalt bin. Nur:

Wenn hier einer um Rat fragt, wie er sich in einer solchen Situation verhalten soll, halte ich es für tunlich, nicht einen Vorschlag zu machen, der seinerseits auch nur denkbarerweise auf -öffentliche- Anstiftung zur Steuerhinterziehung hinauslaufen könnte. Wenn das Gesetz es wollen sollte, dass über ebay in USA ersteigerte Spiele hier zu verzollen sind, dann ist das halt so. Wusste man es nicht, wird man es bei der nächsten Gelegenheit bedenken und sich gegebenenfalls das Ersteigern nochmal gut überlegen.

Übrigens: Wenn der "mündige Bürger" aus seiner Mündigkeit das Recht ableiten sollte, Gesetze zu übertreten, muss er auch bereit sein, sich ganz mündig dafür bestrafen zu lassen.

Gruß
Ernst-Jürgen

Benutzeravatar
richard stubenvoll

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon richard stubenvoll » 26. Mai 2005, 00:22

Zur Zeit gibt es weder Strafzölle noch sonstige Zölle auf Brettspiele.

Hinweis: TARIC-Nummer angeben (das istdie offizielle,internationale Zollnummer), und die lautet für Brettspiele

95049090

Dann sehen die lieben Zöllner in ihren LIsten nach, und sind glücklich :)

Mehrwertssteuer fällt aber an. Hier hilft, wenn du nachweisen kannst, daß der Kaufpreis den Versand bis an den Wohnort (und nicht nur nach Dtschl.) enthält. Das nennt sich CFR-Wohnort. Wohnst du also in Bonn, mußt du nachweisen, daß die Sendung als

conditions of sale: CFR-Bonn

deklariert wurde.

Laß dir am besten vom verkäufer nochmal ne email schicken, vielleicht gar als pdf, mit diesen angaben und druck sie aus.

Benutzeravatar
ferdinand köther

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon ferdinand köther » 26. Mai 2005, 00:40

Hi Ernst-Jürgen,

genau, da ließe sich trefflich drüber diskutieren, aber das würde hier sicher zu weit führen.

Lassen wir es dabei bewenden, daß wir da verschiedene Ansichten haben, was jedem zugestanden sei.

Und wenn jemand per Gesetz sagt, spring aus dem Fenster, dann ist das halt so ...
ok, hinkt etwas, aber egal - und bevor solche Diskussionen, die hier nix verloren haben, ausufern, sei dies per Gesetz ;-) mein letztes Wort hierzu.

Gesetzte Grüße
Ferdi

Benutzeravatar
Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Niccolo » 26. Mai 2005, 01:23

Andreas schrieb:
> allerdings hat der Versender hier etwas
> geschwindelt und die Höhe nicht ganz korrekt angegeben.

Nanu?

Egal -
also ich hatte dazu bisher die Erfahrung, dass die mit einem Ausdruck der eBay-Auktionsseite zufrieden waren und mir das Spiel dann ohne Mehrkosten (Kaufpreis war US 32) zugestellt wurde.

Benutzeravatar
Dirk Z.

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Dirk Z. » 26. Mai 2005, 09:33


> also ich hatte dazu bisher die Erfahrung, dass die mit einem
> Ausdruck der eBay-Auktionsseite zufrieden waren und mir das
> Spiel dann ohne Mehrkosten (Kaufpreis war US 32) zugestellt
> wurde.

IIRC liegt die Grenze für den Zoll doch bei 50 USD, oder galt das nur für Waren, die als Geschenk ("Gift") deklariert wurden?

Nun ja, ich hatte letztens das Pech, daß bei einem Kauf meine Spiele im Zoll festhingen, weil der liebe Versender nur "others" deklariert hatte ... freundlicherweise gab sich der gute Zollbeamte mit einem (fingierten) Email-Ausdruck zufrieden, der einen Tausch von Spielen darlegte (war etwas Schreibarbeit, aber der Effekt heiligt die Mühen). Als ich dann noch glaubhaft versichern konnte, dass mein im Austausch verschicktes Spiel nur 10 Euro auf dem Ramschtisch gekostet hat, durfte ich glücklich mit meinen neuen Spielen von dannen ziehen ... :)

Nette Annekdote am Rande: Weil es dem Zollbeamten völlig unverständlich war, wieso, weshalb und warum man denn bitte Brettspiele tauschen sollte, mußte ich an seine ehemalige Jugend appelieren und den Vergleich mit Fußballbildern anbringen - da hat's dann plötzlich 'klick' gemacht ...

Benutzeravatar
oli-

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon oli- » 26. Mai 2005, 11:18

Auch ich habe neulich wieder eine Erfahrung mit dem Zoll gemacht - ebenfalls bei eBay gekauft, ebenfalls vom Versender ein niedrigerer Wert angegeben (USD 30). Zoll angerufen, die meinten, ich könne einen Ausdruck der Auktions-Seite hinfaxen. Ging natürlich nicht, da der Wert einiges höher war.

Ich also den Kram ausgedruckt und persönlich hingefahren - kurz vor Zollbüro-Schluss, was sich als taktisch klug erwies. Der Zöllner war kein Regelreiter, und nachdem ich zugegeben hatte, dass der Wert höher lag (wobei ich auch nicht alle ersteigerten Artikel belegt habe *grins*) und das Paket geöffnet hatte (Gott sei Dank waren die Spiele gebraucht, also nicht eingeschweißt oder sowas), meinte er, da könne er mal ein Auge zudrücken, da der zu zahlende Zoll zu gering sei, als dass es den Aufwand lohnen würde.

Ich also nix wie raus mit meinem Paket.
Also: Man kann auch Glück haben!

Benutzeravatar
Günter S.

Re: ebay und der Zoll

Beitragvon Günter S. » 27. Mai 2005, 08:35

oli- schrieb:
> ..und das Paket
> geöffnet hatte (Gott sei Dank waren die Spiele gebraucht,
> also nicht eingeschweißt oder sowas), meinte er, da könne er
> mal ein Auge zudrücken, da der zu zahlende Zoll zu gering
> sei, als dass es den Aufwand lohnen würde.

Sowas hatte ich auch schon mal, aber die Dame beim Zoll machte sich doch die Mühe, die Zollgebühr auszurechnen, obwohl der Versteigerer die tatsächliche Summe von ungefähr sechs Dollar und das Porto von knapp 25 Dollar genannt hat - Auktionsausdruck lag bei!

Sie kam auf einen Wert von vier Euro nochwas und meinte dann, bis fünf Euro würde es gebührenfrei bleiben. Ich bin dann grinsend mit meinem riesigen Paket abgezogen. Die Dame vom Zoll hat bestimmt dasselbe von mir gedacht, wie ich von ihr ;-)

Günter

Benutzeravatar
Andreas

Erfahrungsbericht

Beitragvon Andreas » 27. Mai 2005, 11:31

War gerade beim Zoll und habe beschriebenes Paket abgeholt. Als Rechnungen habe ich den eMail-Verkehr vorgelegt und diese wurden akzeptiert. Ich mußte das Paket selbst öffnen und der Inhalt wurde festgestellt, obwohl es doch schon mal vom Zoll geöffnet war (wiederverschlossen mit Zoll-Klebeband). Auch daß der Versender den Warenwert falsch angegeben hatte (ich war so ehrlich und habe die tatsächlichen Preise angegeben), hat den Zollbeamten nicht weiter erzürnt. Er war -trotz der Tatsache, daß er an diesem Brückentag Dienst hatte und viele seiner Kollegen nicht- auch recht freundlich und hat alles recht zügig bearbeitet. Dann noch schnell bezahlt (ist immer noch ein Schnäppchen) und ab nach Hause.

Erleichtert,
Andreas

Benutzeravatar
Andreas Keirat

Re: Erfahrungsbericht

Beitragvon Andreas Keirat » 28. Mai 2005, 10:40

Andreas schrieb:
>
> War gerade beim Zoll und habe beschriebenes Paket abgeholt.
> Als Rechnungen habe ich den eMail-Verkehr vorgelegt und diese
> wurden akzeptiert. Ich mußte das Paket selbst öffnen und der
> Inhalt wurde festgestellt, obwohl es doch schon mal vom Zoll
> geöffnet war (wiederverschlossen mit Zoll-Klebeband). Auch
> daß der Versender den Warenwert falsch angegeben hatte (ich
> war so ehrlich und habe die tatsächlichen Preise angegeben),
> hat den Zollbeamten nicht weiter erzürnt. Er war -trotz der
> Tatsache, daß er an diesem Brückentag Dienst hatte und viele
> seiner Kollegen nicht- auch recht freundlich und hat alles
> recht zügig bearbeitet. Dann noch schnell bezahlt (ist immer
> noch ein Schnäppchen) und ab nach Hause.
>
> Erleichtert,
> Andreas


Ich empfehle Dir, den ausgefüllten Zettel des Zolls aufzubewahren. Dort gibt es einige Schlüsselnummern bezüglich der Warenart. Beim nächsten Auslandspaket kannst du dem Beamten dann direkt die Schlüsselnummer nennen und der Vorgang wird noch spürbar schneller bearbeitet (bei uns in Bremerhaven dauerte alleine die Suche nach dem passenden Schlüsselcode geschlagene 15 Minuten wegen eines MS-Dos Rechners mit 60 MHZ...).

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Erfahrungsbericht

Beitragvon Attila » 30. Mai 2005, 15:30

Andreas Keirat schrieb:

> Bremerhaven dauerte alleine die Suche nach dem passenden
> Schlüsselcode geschlagene 15 Minuten wegen eines MS-Dos
> Rechners mit 60 MHZ...).

Ich würde das anders Formulieren: WEIL es ein MS-Dos Rechner mit 60 MHz ist, geht es innerhalb von 15 Minuten. Ein 3GHz, Dual-Prozessor Windows-Rechner würde min. 30 Minuten brauchen! :lol:

Atti

Benutzeravatar
Andreas

Re: Erfahrungsbericht

Beitragvon Andreas » 30. Mai 2005, 15:57

Bei mir hat der Beamte in einem dicken "Folianten" gewälzt und hatte die Nummer innerhalb von 20 Sekunden gefunden... :-)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste