Beitragvon Denis Fischer » 13. Juli 2005, 23:15
Spiele in meiner Kindheit. Tja, das waren vor allem Vier Gewinnt, Treppauf Treppab (echt lustig, bereitete die Spieler auf das Leben "von heute" rin: Kochen, Putzen, Treppauf treppab) und Memory. So. Davon hat keins den Preis bekommen. 1983 ging es dann los mit den SdJ-Spielen. Kein Wunder, Mutti hatte ja auch keine wirkliche Ahnung von der Spielszene und ich war noch zu jung um einen Überblick zu bekommen und somit hat sie damals - wie viele Familien es auch noch heute - zu Recht - tun, aauf den roten Pöppel geachtet). Es folgten noch Heimlich & Co, aber dann kam ein laaaaange Pause.
Nachdem 1984 die ersten Computer erschwinglich wurden, traten Gesellschaftsspiele (leider) in den Hintergrund. Unterbrochen von Rommee, MäDn und Uno Partien. Später auch Skat.
1992 begann ich mir dann aber doch einen grösseren Überblick zu verschaffen und habe ihn seitdem immer ausgebaut. Aber ich habe NIE ein Spiel bewusst gekauft, weil es Spiel des JAhres ist. Ich habe mir oft die Spiele gekauft, die mich thematisch angesprochen haben. Bei einigen prankte dann später der Pöppel drauf, aber ich weiss nicht wie viele ich besitze ohne Pöppel! Zuletzt waren es einige Spiele, die ich mir schon bei Erscheinen zugelegt habe und die dann einen Preis bekommen haben: Carcassonne (noch das schöne alte Cover), Alhambra, Zug um Zug und zuletzt Niagara (letztes Jahr im Dezember). Alles Spiele, die man auch mit Wenig-Spieler-Freunde spielen kann.
So Mitte der 90er haben wir sehr oft El Grande und Risiko gespielt. Siedler war nie und wird auch nie mein Fall sein. Und doch muss man diesem Spiel, welches nun wirklich eines der komplexeren Spiele des Jahres der letzten Jahre (da fallen mir nur noch Tikal & Torres ein, die auch heute noch bei einigen "Freaks" beliebt sind, bei Familien aber wegen ihrer Komplexität weniger) ist zugute halte, dass es verdammt viele Menschen - Familien - zusammen an den Tisch geführt hat wie anno dazumals Monopoly und MäDn!.
Gute Familienspiele, wirkliche Familienspiele, gibt es heute leider sehr wenige. Da liegen die "Klassiker" in den Regalen wie "Spiel des Lebens", "Mankomania", "Hotel" uvw, alles Familienspiele ohne Auszeichnung aber oft mit besseren Absatzzahlen als Spiele des Jahres. Spätestens mit 14 werden diese dann aber zum Grossteil uninteressant (persönliche Meinung).
Als ich Niagara kennenlernte, war es für mich von vornherein ein potentieller Kandidat und im Nachhinein bin ich froh, mit meiner Einstellung richtig gelegen zu haben. Auch Alhambra war für mich so ein potentieller Kandidat.
Imho sind die Entscheidungen, die die SdJ Jury trifft, nicht weit von meiner Einstellung entfernt. Was aber jetzt nicht heisst, dass ich die SdJ Spiele hochloben will. Puerto Rico, Goa, Amun Re, Robo Rally, Camelot - alles Spiele, die ich sehr sehr gerne auch spiele. Es kommt halt auf die Lust und Zeit an.
So. Das war der längste Thread, den ich je geschrieben habe. Schluss. Aus. Morgen darf ich mich wieder mit Spielen rumschlagen.
Denis - der auch mal gern ein schwarzes Schwert nach Camelot legt und die Kolonisten in die Pyramiden verbannt, während er Gewürze in St. Petersburg verkauft.