Anzeige

Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
VolkiDU

Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon VolkiDU » 28. Juni 2006, 19:31

Hallo Spielergemeinde,

angeregt durch einen heutigen Thread (Spiele in Deutschland), der wohl mehr die Region Ludwigshafen meint, habe ich mir die Frage gestellt, ob es in Deutschland vielleicht regional unterschiedliche Spielgewohnheiten geben kann. Sei es bezogen auf das Bundesgebiet im Norden, Osten, Süden oder Westen oder bezogen auf Städtische oder Ländliche Regionen.....

Beispiele:

In der Tat, gab es bei "Einkaufstipps" desöfteren die Bemerkung, das ein ToysRUs nicht in der Nähe sei, und das daher das günstige Spiel nicht zu erwerben wäre.

Nicht in jeder ländlichen Region gibt es eine Bibliothek, in der man Spiele ausleihen kann.

Ebenso stellt sich mir die Frage, ob sich die Spielgewohnheiten in den Neuen Bundesländer mit denen der Alten Bundesländer decken. (Westspiele gab es schließlich bis 1990 nur gegen Westmark und SdJ aber seit 1979)

Es gibt doch schließlich regional auch unterschiedliche Skatmotive (französisch, doppeldeutsch...) in Deutschland.

.................

Damit hatte ich mich noch nie beschäftigt, warum auch? Kann mich jemand überzeugen, ob so oder so?

Volker
(nachdenklich)

Benutzeravatar
Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Christian Schnabel » 28. Juni 2006, 21:19

Hallo Volker,

< ob es in Deutschland vielleicht regional unterschiedliche Spielgewohnheiten geben kann...>

eine durchaus interessante Frage auf der ich leider keine Antwort habe.

Allerdings läuft im Moment die Abstimmung zum DSP.
Vielleicht könnten die Macher dieses Spielepreises neben dem Gesamtergebnis auch die Einzelergebnisse für die 16 Bundesländer veröffentlichen. Damit wäre deine Frage dann (evt). beantwortet.
Ich könnte mir dabei durchaus deutliche regionale Unterschiede im Endergebnis vorstellen.

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
VolkiDU

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon VolkiDU » 29. Juni 2006, 00:48

Christian Schnabel schrieb:
> Allerdings läuft im Moment die Abstimmung zum DSP.
> Vielleicht könnten die Macher dieses Spielepreises neben dem
> Gesamtergebnis auch die Einzelergebnisse für die 16
> Bundesländer veröffentlichen.

Hallo Christian,

das wäre sehr interessant, aber ich bezweifle, ob das aktuell so eingerichtet ist, um die Daten auch so aufzubereiten.

vG
Volker

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Norman Bates » 29. Juni 2006, 09:34

Christian Schnabel schrieb:
>
> Allerdings läuft im Moment die Abstimmung zum DSP.
> Vielleicht könnten die Macher dieses Spielepreises neben dem
> Gesamtergebnis auch die Einzelergebnisse für die 16
> Bundesländer veröffentlichen. Damit wäre deine Frage dann
> (evt). beantwortet.

Dafür ist die Stichprobe zu klein. Letztes Jahr bekam der Titelträger 2669 Stimmen, auf Platz 10 fielen nur noch 670. Teil das mal durch 16 (=Anzahl Bundesländer) und rechne auch noch die österreichischen und schweizer Stimmen raus... und beachte die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen in den einzelnen Bundesländern.... nein, das wird nix. :)
670 Stimmen auf ca. 100 Mio potentielle Wähler sind ca. 100 auf 16 Mio, soviel würde ich für den letzten Platz mindestens erwarten. Das kleinste BL (Bremen) hat ca. ne halbe Mio, d.h. die Stimmenzahl müsste etwa 32x so hoch sein wie sie jetzt ist. Verzichtet man auf die Stadtstaaten, läge man beim kleinsten BL so um die 2 Mio, das wär dann immer noch Faktor 8.
Fazit: Wenn der DSP-Sieger mal 20.000 Stimmen bekommt, können wir Deinen Vorschlag noch mal aufgreifen.... :)

gruss,
NB (ansonsten ja bekanntermassen ein Freund von sinnlosen Statistiken ;) )

Benutzeravatar
fraweb

Statistik + Doppelkopf

Beitragvon fraweb » 29. Juni 2006, 10:36

Zum Thema Statistiken eine Stimme von der WM:

Ja, Statistiken. Aber welche Statistik stimmt schon? Nach der Statistik ist jeder 4. Mensch ein Chinese, aber hier spielt gar kein Chinese mit.
(Werner Hansch)

Noch Fragen ;-)

Allerdings gibt es sicherlich regionale Unterschiede bei den Spielregeln. So habe ich (Ost-Hesse) eines Abends mal eine Doppelkopf-Runde mit einem Niedersachsen aus der Lüneburger Heide, einem Hunsrücker und einem Süd-Hessen gespielt.
Folge: die Grundregeln sind gleich, aber wir hatten ca. 4-6 Varianten bezüglich des Einsatzes verschiedener Karten. Und in der ersten Runde legte wirklich jeder mal eine Karte ab und meinte "Die ist höher!" während die anderen drei völlig verwundert den Kopf schüttelten :-)
Tja, also erst klären, dann spielen ;-)

Schöne Grüße

Frank (mittlerweile nach 8 Jahren Köln im Allgäu gelandet)

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Doppelkopf

Beitragvon Norman Bates » 29. Juni 2006, 12:32

fraweb schrieb:
>
> Allerdings gibt es sicherlich regionale Unterschiede bei den
> Spielregeln. So habe ich (Ost-Hesse) eines Abends mal eine
> Doppelkopf-Runde mit einem Niedersachsen aus der Lüneburger
> Heide, einem Hunsrücker und einem Süd-Hessen gespielt.
> Folge: die Grundregeln sind gleich, aber wir hatten ca. 4-6
> Varianten bezüglich des Einsatzes verschiedener Karten. Und
> in der ersten Runde legte wirklich jeder mal eine Karte ab
> und meinte "Die ist höher!" während die anderen drei völlig
> verwundert den Kopf schüttelten :-)
> Tja, also erst klären, dann spielen ;-)

Nach meinen persönlichen Erfahrungen gibt es bei Doko diese unterschiedlichen Regelauslegungen schon zwischen Dir und Deinem Nachbarn. Sprich: Ich habe noch nie jemanden kennegelernt, der nach den gleichen Regeln spielkt wie ich. :-O

Ich weiss.... ich sollte dann mal über meine Regeln nachdenken.... ;-)

cheers,
NB (bekennender Doko-Fan)

Benutzeravatar
VolkiDU

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon VolkiDU » 29. Juni 2006, 14:15

Norman Bates schrieb:
> Dafür ist die Stichprobe zu klein. Letztes Jahr bekam der
> Titelträger 2669 Stimmen, auf Platz 10 fielen nur noch 670.
> Teil das mal durch 16 (=Anzahl Bundesländer) und rechne auch
> noch die österreichischen und schweizer Stimmen raus... und
> beachte die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen in den
> einzelnen Bundesländern.... nein, das wird nix. :)
> 670 Stimmen auf ca. 100 Mio potentielle Wähler sind ca. 100
> auf 16 Mio, soviel würde ich für den letzten Platz mindestens
> erwarten. Das kleinste BL (Bremen) hat ca. ne halbe Mio, d.h.
> die Stimmenzahl müsste etwa 32x so hoch sein wie sie jetzt
> ist. Verzichtet man auf die Stadtstaaten, läge man beim
> kleinsten BL so um die 2 Mio, das wär dann immer noch Faktor 8.

Gibt es da nicht ein Institut in Ludwigshafen, das trotz dieser Kritikpunkte daraus eine aussagekräftige Stichprobe machen kann? :lol:

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Norman Bates » 29. Juni 2006, 14:30

VolkiDU schrieb:
>
> Gibt es da nicht ein Institut in Ludwigshafen, das trotz
> dieser Kritikpunkte daraus eine aussagekräftige Stichprobe
> machen kann? :lol:

Dann muesste man die Wähler aber noch unterscheiden in Frauen und Nichtspieler... :D

Ergebnis: 80% der Nichtspieler (4 von 5) haben Thurn&Taxis gewählt, aber nur 50% der Frauen (1 von 2). :))

cheers,
NB (der für einen Nichtspieler auch ziemlich viel spielt, aber das ist ja schon wieder ziemlich normal(o).... ;) )

Benutzeravatar
Tim-spielbox

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Tim-spielbox » 29. Juni 2006, 16:36

> NB (der für einen Nichtspieler auch ziemlich viel spielt,
> aber das ist ja schon wieder ziemlich normal(o).... ;) )

Vielleicht bist Du ja gar kein Nichtspieler, sondern eine Frau? Oder gar ein grey-gamer? :D


Tim

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Norman Bates » 29. Juni 2006, 16:58

Tim schrieb:
>
> > NB (der für einen Nichtspieler auch ziemlich viel spielt,
> > aber das ist ja schon wieder ziemlich normal(o).... ;) )
>
> Vielleicht bist Du ja gar kein Nichtspieler, sondern eine
> Frau? Oder gar ein grey-gamer? :D

Du wirst es nicht glauben: Das kommt tatsächlich öfter vor.. :-O

NB (der sich grad fragt, weshalb Rollenspieler bei dieser Marktfoschungsklamotte eigentlich ignoriert werden... :-) )

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Juni 2006, 17:46

Norman Bates schrieb:
> Dafür ist die Stichprobe zu klein. Letztes Jahr bekam der
> Titelträger 2669 Stimmen, auf Platz 10 fielen nur noch 670.

Hallo Norman,

ich kann Deine Annahme nur noch verstärken, weil Du da noch einen Fehler
reinbaust: Es waren nicht 2669 Stimmen, sondern 2669 Punkte. Beim DSP
gingen letztes Jahr gut 2000 Stimmzettel ein, in 2004 waren es gut 2300.
Denn ein Spiel kann bis zu 5 Punkte bekommen. Ich nutz diese Zahl, um mir vor
Augen zu halten, wieviele Punkte ein Spiel eigentlich pro Stimmzettel bekommt.
Das ist selten mehr als 1,x. Nur Puerto Rico riss im Schnitt 3 Punkte.

Ergo sind dies 2000 Personen oder Personengruppen aus 100 Millionen. Aus
Bremen kommen danach 14. Das ist aber gar nicht so wichtig. Denn wenn
man die Bundesländer erfasst und dann geographisch zusammenzählt, so kann
man vielleicht schon Volkers Unterschiede in Nord (alles ab Niedersachsen), *Ost*, Süd (mind. BW, BY) und West sehen, sowie Österreich und andere
deutschsprachige Regionen. Wenn da 200 pro Region zusammenkommen,
so sieht man vielleicht schon Eigenarten.

Aber wenn der Merz-Verlag bzw. dessen Institut es mit dem Datenschutz ernst
nimmt, dann dürfte diese Frage für dieses Jahr zu spät kommen.

Servus,
Heinz

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Norman Bates » 29. Juni 2006, 18:04

jo. :)

Aber ich glaube auch gar nicht, dass es da so grosse regionale Unterschiede gibt. Ich vermute eher welche zwischen Stadt- und Landbevölkerung, verschiedenen Bildungsniveaus bzw. sozialen Umfeldern, etc.
Hm... obwohl, doch, es gibt zumindest EINEN Unterschied zwischen Nord und Süd: Im Norden wird prozentual mehr gespielt als im Süden der Republik, weil das Wetter schlechter ist und mann öfter/länger drinnen hockt... :-D

so long,
NB (der die meisten Kriegsspiele an der Uni mit hauptsächlich sozialistisch orientierten Kommilitonen verbracht hat und sich fragt, was man daraus wohl ableiten könnte... :lol: )

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Doppelkopf

Beitragvon Volker L. » 29. Juni 2006, 21:10

Norman Bates schrieb:
>
> Nach meinen persönlichen Erfahrungen gibt es bei Doko diese
> unterschiedlichen Regelauslegungen schon zwischen Dir und
> Deinem Nachbarn. Sprich: Ich habe noch nie jemanden
> kennegelernt, der nach den gleichen Regeln spielkt wie ich. :-O
>

welches sind denn diese Regeln?
Wenn alle drei Kreuzdamen bei verschiedenen Leuten sind, muss
der, der keine hat, ein Zwangssolo spielen? :-D

Gruß, Volker (der zusammen mit dokospielenden Freunden in der
Schule mal mit ner DoKo-Variante zu sechst rumexperimentiert hat ;-) )

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 02:04

Moin zusammen,

hochgradig interessante Frage, die Ihr da aufwerft. Das Problem ist natürlich: wer hat die solide Datenbasis und die Zustimmung der teilnehmenden Personen, sowas auszuwerten? Schließlich sind das ziemlich sensible, persönliche Daten, die man dafür bekommen muss.

Norman Bates schrieb:

> Aber ich glaube auch gar nicht, dass es da so grosse
> regionale Unterschiede gibt. Ich vermute eher welche zwischen
> Stadt- und Landbevölkerung, verschiedenen Bildungsniveaus
> bzw. sozialen Umfeldern, etc.

Ich schätze, es könnte (trotz 17 Jahren Wiedervereinigung) ein spürbares Ost-West-Gefälle geben. Und vielleicht zeigt sich - in schwächerem Maße, dass Hamburger andere Dinge gerne spielen als Mainzer, und die wiederum andere als Münchner. Dass die Unterschiede zwischen strukturschwachen und -starken Regionen und den Bildungsniveaus vermutlich schwerer wiegen, daran zweifle ich allerdings nicht.

> so long,
> NB (der die meisten Kriegsspiele an der Uni mit hauptsächlich
> sozialistisch orientierten Kommilitonen verbracht hat und
> sich fragt, was man daraus wohl ableiten könnte... :lol: )

Vielleicht, dass Leute gerne mit Sachverhalten spielen, sie ausleben, denen sie im echten Leben nicht begegnen (eher schöne Dinge wie Urlaubsthemen, ferne Länder) bzw. bewusst nicht begegnen wollen (eher hässliche Charakterzüge an einem selbst wie Neid, Missgunst, das Verlangen, andere mal gehörig über'n Tisch zu ziehen)? Wie sagte ein Spieler aus meiner Runde erst jüngst nach einer extrem knappen Niederlage im Affekt recht direkt zu mir: "Du bist eine echte Drecksau beim Spielen." Das war sicher keine sonderlich diplomatische Aussage, aber möglicherweise trifft es ja einen denkbaren Kern der Sache. Zumindest für einige spielende Männer, und vermutlich auch für meine Person. Womit wir den Kreisschluss geschafft hätten und wieder am Anfang stehen: um hartnäckige Klischees zu bestätigen oder zu widerlegen, bräuchte es aussagekräftige Studien.

Ciao,
Roman (das erinnert mich an ein Gespräch, das ich vor einiger Zeit mit einem Spieleautor hatte: "Roman, woran machst Du eigentlich bei einer Kritik fest, dass etwas familientauglich sein könnte?" - "Hm, ich teste mit Leuten, die nur selten spielen, durch mich aber sicher schon vorbelastet sind. Dann versuche ich, gedanklich deren Vorbelastung durch meine Person herauszudenken und auf andere zu extrapolieren." - "Siehste mal, wir haben beide das selbe hartnäckige Problem: ich muss auch raten")

Benutzeravatar
Bernd Geiges

Re: Doppelkopf

Beitragvon Bernd Geiges » 30. Juni 2006, 07:52

Norman Bates schrieb:
> Nach meinen persönlichen Erfahrungen gibt es bei Doko diese
> unterschiedlichen Regelauslegungen schon zwischen Dir und
> Deinem Nachbarn. Sprich: Ich habe noch nie jemanden
> kennegelernt, der nach den gleichen Regeln spielkt wie ich. :-O


Stimmt, geht mir genau so. Und wenn ich die Macher der hugendubel Kartenspielenzyklopädie richtig verstanden habe, scheint es ganz allgemein bei Kartenspielen so zu sein, dass es meistens zig (regional verschiedene) Varianten für fast jedes Kartenspiel gibt. Scheint vor allem daran zu liegen, dass es nur bei wenigen Ausnahmen (z.B Skat) eine Dachverband mit "offiziellen" Regeln gibt. Aber selbst beim Skat gibt es ja trotzdem x Varianten (Ramsch, evolution etc.).

Gruss, Bernd

Benutzeravatar
Norman Bates
Kennerspieler
Beiträge: 207

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Norman Bates » 30. Juni 2006, 09:26

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich schätze, es könnte (trotz 17 Jahren Wiedervereinigung)
> ein spürbares Ost-West-Gefälle geben. Und vielleicht zeigt
> sich - in schwächerem Maße, dass Hamburger andere Dinge gerne
> spielen als Mainzer, und die wiederum andere als Münchner.

Auf jeden Fall _essen_ Mainzer mehr Hamburger, als andersherum. :-D

Hast Du eine Vermutung, wie dieses Gefälle wohl aussehen könnte? Bevorzugen Ossis vielleicht mehr kommunikative Spiele, während sich Wessis eher von konfliktbetonten Spielen angezogen fühlen?



> Vielleicht, dass Leute gerne mit Sachverhalten spielen, sie
> ausleben, denen sie im echten Leben nicht begegnen (eher
> schöne Dinge wie Urlaubsthemen, ferne Länder) bzw. bewusst
> nicht begegnen wollen (eher hässliche Charakterzüge an einem
> selbst wie Neid, Missgunst, das Verlangen, andere mal gehörig
> über'n Tisch zu ziehen)?

hm.... handeln und reich werden oder einfach mal irgendwo einmarschieren? Könnte sein. Wäre auch ein guter Grund, weshalb es Spiele wie Ad Acta so schwer haben...




> Wie sagte ein Spieler aus meiner
> Runde erst jüngst nach einer extrem knappen Niederlage im
> Affekt recht direkt zu mir: "Du bist eine echte Drecksau beim
> Spielen."

hehehe, schönes Zitat! :))


cheers,
NB (der seine Spielgewohnheiten bei seinen Umzügen eigentlich nie verändert hat... *fg*)

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Roman Pelek » 30. Juni 2006, 10:57

Hi Norman,

Norman Bates schrieb:
>
> Roman Pelek schrieb:

> Auf jeden Fall _essen_ Mainzer mehr Hamburger, als
> andersherum. :-D

Das ist auch gut so, ob der zahlenmäßigen Überlegenheit der Nordlichter müssten wir den Laden hier sonst bald dicht machen :-))

> Hast Du eine Vermutung, wie dieses Gefälle wohl aussehen
> könnte? Bevorzugen Ossis vielleicht mehr kommunikative
> Spiele, während sich Wessis eher von konfliktbetonten Spielen
> angezogen fühlen?

Nein, ich habe keine konkrete Ahnung, und die Mutmaßung darüber ist mir ein zu esoterisches Minenfeld, als dass ich es wirklich betreten wollte. Ich würde mir sowas nur gerne anschauen, wenn es denn handfestes Material darüber gäbe, weil hier definitiv Beobachtungseinheiten mit unterschiedlichem historischen Hintergrund vorhanden sind ;-)

> > Vielleicht, dass Leute gerne mit Sachverhalten spielen, sie
> > ausleben, denen sie im echten Leben nicht begegnen (eher
> > schöne Dinge wie Urlaubsthemen, ferne Länder) bzw. bewusst
> > nicht begegnen wollen (eher hässliche Charakterzüge an einem
> > selbst wie Neid, Missgunst, das Verlangen, andere mal gehörig
> > über'n Tisch zu ziehen)?
>
> hm.... handeln und reich werden oder einfach mal irgendwo
> einmarschieren? Könnte sein. Wäre auch ein guter Grund,
> weshalb es Spiele wie Ad Acta so schwer haben...

Vielleicht. Bürokratie ist nunmal nicht sonderlich sexy, da gibt es sicher anziehungskräftigere Themen für Spiele.

> > Wie sagte ein Spieler aus meiner
> > Runde erst jüngst nach einer extrem knappen Niederlage im
> > Affekt recht direkt zu mir: "Du bist eine echte Drecksau beim
> > Spielen."
>
> hehehe, schönes Zitat! :))

Schön, wenn dieses Zitat ein bisschen unterhalten hat 8-) Schließlich gehört zum Spielen ja auch eine gewisse Leidenschaft :-)

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Markus N.

Re: Doppelkopf

Beitragvon Markus N. » 30. Juni 2006, 13:37

Doko zu fünft funktioniert gut! drei Contra gegen zwei Re! Oder bei deinen Karten drei Re gegen zeri Contra!

Gruß
Markus

P.S: Habt ihr auch schon mal davon gehört, dass es eine Variante gibt, in der die Karo-Neun höher als die Dulle und das Schwein ist!
Und überhaupt DOKO mit 9ern, was oll sowas???

Ich liebe DOKO!!!

Benutzeravatar
VolkiDU

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon VolkiDU » 30. Juni 2006, 17:11

Roman Pelek schrieb:
> hochgradig interessante Frage, die Ihr da aufwerft. Das
> Problem ist natürlich: wer hat die solide Datenbasis und die
> Zustimmung der teilnehmenden Personen, sowas auszuwerten?
> Schließlich sind das ziemlich sensible, persönliche Daten,
> die man dafür bekommen muss.

Hallo Roman,

und die Auswertung wäre sehr umfangreich. Das wäre doch mal eine Thema für eine Dissertation.

Leider habe ich beim Googlen nichts darüber gefunden. Über Spielesucht und ähnliches dafür jede Menge :-/

> Norman Bates schrieb:
> > Aber ich glaube auch gar nicht, dass es da so grosse
> > regionale Unterschiede gibt. Ich vermute eher welche zwischen
> > Stadt- und Landbevölkerung, verschiedenen Bildungsniveaus
> > bzw. sozialen Umfeldern, etc.

> Ich schätze, es könnte (trotz 17 Jahren Wiedervereinigung)
> ein spürbares Ost-West-Gefälle geben. Und vielleicht zeigt
> sich - in schwächerem Maße, dass Hamburger andere Dinge gerne
> spielen als Mainzer, und die wiederum andere als Münchner.
> Dass die Unterschiede zwischen strukturschwachen und -starken
> Regionen und den Bildungsniveaus vermutlich schwerer wiegen,
> daran zweifle ich allerdings nicht.

Insbesondere bei dem Bildungsniveau und soziales Umfeld wird es krasse Unterschiede geben. Darum habe ich das für mich schon ausgeschlossen, besonders interessant sind eben die regionalen Unterschiede. Schon vor vielen Jahren ist mir aufgefallen, dass es schon bei klassischen Spielen regionale Unterschiede gibt. In Kiel haben die anders gespielt als in Darmstadt und die wieder anders als in Magdeburg. Das ist aber schon lange her, und darum weiß ich nicht mehr viel darüber. Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten halte ich deshalb für sehr wahrscheinlich. Eben interessant die Stadt- und Landbevölkerung. Die Stadt mit ihren größeren Bibliotheken, Spieleclubs, Straßenfeste ..... im Vorteil.

> Wie sagte ein Spieler aus meiner
> Runde erst jüngst nach einer extrem knappen Niederlage im
> Affekt recht direkt zu mir: "Du bist eine echte Drecksau beim
> Spielen." Das war sicher keine sonderlich diplomatische
> Aussage, aber möglicherweise trifft es ja einen denkbaren
> Kern der Sache. Zumindest für einige spielende Männer, und
> vermutlich auch für meine Person. Womit wir den Kreisschluss
> geschafft hätten und wieder am Anfang stehen: um hartnäckige
> Klischees zu bestätigen oder zu widerlegen, bräuchte es
> aussagekräftige Studien.

Das mit der Drecksau beim Spielen sehe ich als Kompliment. In meinem Bekanntenkreis und Freundeskreis gibt es auch Klischees. Der Robert läßt alles über sich ergehen und meckert nicht. Seine Frau Tanja spielt, als wenn's um Leben oder Tod gehen würde, alles wird auf die Waagschale gelegt, um jede Regelunklarheit wird gekämpft. Kein Millimeter nachgegeben. Dagegen ist Uwe sehr tolerant, sehr beinflußt von seiner Frau Gudrun. Brigitte meint, mit mir könnte man nicht spielen, aber alle freuen sich, wenn ich dabei bin, Brigitte ganz besonders.

> Roman (das erinnert mich an ein Gespräch, das ich vor einiger
> Zeit mit einem Spieleautor hatte: "Roman, woran machst Du
> eigentlich bei einer Kritik fest, dass etwas familientauglich
> sein könnte?" - "Hm, ich teste mit Leuten, die nur selten
> spielen, durch mich aber sicher schon vorbelastet sind. Dann
> versuche ich, gedanklich deren Vorbelastung durch meine
> Person herauszudenken und auf andere zu extrapolieren." -

Gute Idee und konsequent, das gefällt mir.

Spielegrüße
Volker

Benutzeravatar
VolkiDU

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon VolkiDU » 30. Juni 2006, 17:50

Heinrich Tegethoff schrieb:
> Aber wenn der Merz-Verlag bzw. dessen Institut es mit dem
> Datenschutz ernst
> nimmt, dann dürfte diese Frage für dieses Jahr zu spät kommen.

Hallo Heinz,

danke für die Berichtigung.

Die Unterlagen, die zum Ergebnis geführt haben, werden fünf Jahre aufbewahrt. Für einen Wissenschaftler, der sich dafür interessiert, z.B. für eine Dissertationsarbeit, ausreichend Unterlagen für eine aussagefähige Studie.

vG
Volker

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Doppelkopf

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 30. Juni 2006, 22:22

Markus schrieb:
> P.S: Habt ihr auch schon mal davon gehört, dass es eine
> Variante gibt, in der die Karo-Neun höher als die Dulle und
> das Schwein ist!
> Und überhaupt DOKO mit 9ern, was oll sowas???

Hallo Markus,

ich mußte diese Variante ein paar Mal spielen! Was für eine chaotische
Variante. Im Grund so etwas wie ein Null beim Skat - alle Werte auf den
Kopf gestellt, und damit ist die Karo-9 hoch. Ich glaube, es nannte sich
"ein Doko von unten". Überhaupt: was machen 9er im Doko????

Servus,
Heinz

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Regional unterschiedliche Spielgewohnheiten?

Beitragvon Roman Pelek » 1. Juli 2006, 05:25

Moin Volker,

VolkiDU schrieb:
>
> Roman Pelek schrieb:
> > hochgradig interessante Frage, die Ihr da aufwerft. Das
> > Problem ist natürlich: wer hat die solide Datenbasis und die
> > Zustimmung der teilnehmenden Personen, sowas auszuwerten?
> > Schließlich sind das ziemlich sensible, persönliche Daten,
> > die man dafür bekommen muss.
>
> Hallo Roman,
>
> und die Auswertung wäre sehr umfangreich. Das wäre doch mal
> eine Thema für eine Dissertation.

Jo - und wer meldet sich zu Wort und macht das jetzt ernsthaft? Das wäre mal 'ne wirklich schöne Sache. Im Gegensatz zur Yogurette würde ich dafür sogar nachts mal aufstehen, um mitzumachen (okay: Nacht ist bei mir manchmal ein relativer Begriff, wie Norman schon treffend anmerkte. Andererseits hat Walter Moers die Nacht in "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubar" mal sehr schön als Idee ins Spiel gebracht: "Wissen ist Nacht". Nächtens hat man wenigstens die Ruhe, zu reflektieren.)

> > Wie sagte ein Spieler aus meiner
> > Runde erst jüngst nach einer extrem knappen Niederlage im
> > Affekt recht direkt zu mir: "Du bist eine echte Drecksau beim
> > Spielen." Das war sicher keine sonderlich diplomatische
> > Aussage, aber möglicherweise trifft es ja einen denkbaren
> > Kern der Sache. Zumindest für einige spielende Männer, und
> > vermutlich auch für meine Person. Womit wir den Kreisschluss
> > geschafft hätten und wieder am Anfang stehen: um hartnäckige
> > Klischees zu bestätigen oder zu widerlegen, bräuchte es
> > aussagekräftige Studien.
>
> Das mit der Drecksau beim Spielen sehe ich als Kompliment. In

Ja, natürlich - es gibt kaum ein größeres Kompliment, dass einem ein engagierter Mitspieler machen kann. Es zeigt, dass es Spaß gemacht hat, alle voll dabei waren und Emotionen wirklich ausgelebt werden.

> meinem Bekanntenkreis und Freundeskreis gibt es auch
> Klischees. Der Robert läßt alles über sich ergehen und
> meckert nicht. Seine Frau Tanja spielt, als wenn's um Leben
> oder Tod gehen würde, alles wird auf die Waagschale gelegt,
> um jede Regelunklarheit wird gekämpft. Kein Millimeter
> nachgegeben. Dagegen ist Uwe sehr tolerant, sehr beinflußt
> von seiner Frau Gudrun. Brigitte meint, mit mir könnte man
> nicht spielen, aber alle freuen sich, wenn ich dabei bin,
> Brigitte ganz besonders.

Das interessanteste lebende Paradoxon, dem ich bisher begegnet bin, ist meine Schwiegermutter. Wenn man mit der ein Spiel mit direkter Interaktion vorlegt, fängt die an, richtig biestig und zickig zu werden. Die ist sogar bereit, einen realen Streit ("Wenn ihr weiter so gegen mich spielt, gehe ich lieber bügeln") vom Zaun zu brechen, nur um die Harmonie im Spiel zu wahren. Andererseits ist das natürlich ein gefundenes Fressen für mich. Wenn ich Claudia beim Spielen aufziehen will, muss ich lediglich ganz, ganz beiläufig einstreuen: "Du hast anscheinend irgendwie irgendwas von Deiner Mutter geerbt" - "Gar nicht wahr!" - "Siehste mal, und sofort wirst Du unentspannt, also habe ich anscheinend doch Recht".

Ansonsten muss ehrlich eingestehen, dass ich meine noch vorhandenen Spielegruppen (der Rest ist zum Vorteil beider Parteien längst geflüchtet) ziemlich liebe. Die bringen so schön trockene Kommentare wie: "Na, welch blödes Stöckchen hat uns unser Kritikerhund mal wieder vor die Tür geschleppt? Hat er das schon angesabbert oder ist das noch frisch?".

Ciao,
Roman (den bei weitem schönsten Kommentar hat beim "public viewing" allerdings heute Abend eine Arbeitskollegin gebracht: "Seit drei Jahren schätze ich Dich als ruhigen und nachdenklichen Kollegen, aber erst die Emotionen, die ich heute Abend bei Dir gesehen habe, machen dich liebenswert." Ach, Frauen.was macht der kritische deutsche Mann nur mit ihnen? Sie einfach zu mögen ist vermutlich das Unkomplizierteste, auch auf die Gefahr hin, dass Alice Schwarzer das jetzt trotzdem für eine verwerfliche männliche Eigenschaft hält. Und wieso fällt mir jetzt bloß "Wenn alle Männer Mädchen wären, dann wär' die Welt perfekt" von Farin Urlaub ein?)

Benutzeravatar
Bernd Geiges

Re: Doppelkopf

Beitragvon Bernd Geiges » 1. Juli 2006, 09:46

Markus schrieb:
>
> Doko zu fünft funktioniert gut! drei Contra gegen zwei Re!
> Oder bei deinen Karten drei Re gegen zeri Contra!
>
> Gruß
> Markus
>
> P.S: Habt ihr auch schon mal davon gehört, dass es eine
> Variante gibt, in der die Karo-Neun höher als die Dulle und
> das Schwein ist!

Ich kenn folgende Variante:

2 Karo-Ass = Schwein
2 Karo-Zehner = Superschwein

Das Superschwein ist besser als das Schwein, kommt aber nur zum Zug, wenn überhaupt ein Schwein im Spiel ist und das erste Karo-Ass vom Schwein schon gespielt worden ist.
Das heisst in der Praxis:
Wenn ich zwei Karo Zehner auf der Hand habe, muss ich beten, dass überhaupt irgendjemand ein Schwein hat und das auch gespielt wird solange ich die beiden Zehner noch hab.
Und wenn ich ein Schwein auf der Hand hab, isses beruhigend wenn der erste Karo-Zehner erstmal gefallen ist, nicht dass mein schönes Schwein vom Superschwein gestochen wird.


Und aus der Variante mit Schwein und Superschwein leitet sich dann halt noch ne Variante ab, bei der 2 Karo-Könige dann zum Supersuperschwein und 2 Karo Neuner zum Supersupersuperschein aufsteigen (vorausgesetzt halt, dass Schwein und Superschwein bzw. Schwein, Superschwein und Supersuperschwein schon gespielt worden sind...)

(In unserer Doko Runde spielen wir übrigens normalerweise mit Schwein und Superschwein, die Variante zusätzlich mit Supersuperschwein und Supersupersuperschwein bringts nicht so...)


> Und überhaupt DOKO mit 9ern, was oll sowas???

DOKO ohne Neuner???? Absolut unvorstellbar!!!! :-)

Gruss, Bernd


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 67 Gäste