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SdJ vs. DSP

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JonTheDon

SdJ vs. DSP

Beitragvon JonTheDon » 23. August 2006, 10:05

Hallo,

es wird ja immer behauptet, das Spiel des Jahres tauge nichts und der eigentliche Preis für echte Spieler sei der Deutsche Spielepreis wollte ich es jetzt mal genau wissen und habe eine "objektive" Untersuchung angestellt, indem ich die Rankings auf Boardgamegeek verglichen habe. Hier die - hoffentlich zur Diskussion anregenden - Ergebnisse:

1990 SdJ - Adel verpflichtet -> 328 DSP - dito
1991 SdJ - Drunter & Drüber -> 543 DSP - Labyrinth d Meister -> 666
1992 SdJ - Um Reifenbreite -> 216 DSP - D Fliegende Holländ.->1522
1993 SdJ - Bluff -> 153 DSP - Modern Art -> 22
1994 SdJ - Manhattan -> 368 DSP - 6 nimmt! -> 199
1995 SdJ - Siedler von Catan -> 21 DSP - dito
1996 SdJ - El Grande -> 5 DSP - dito
1997 SdJ - Mississippi Queen -> 496 DSP - Löwenherz -> 101
1998 SdJ - Elfenland -> 224 DSP - Euphrat & Tigris -> 2
1999 SdJ - Tikal -> 50 DSP - dito
2000 SdJ - Torres -> 68 DSP - Tadsch Mahal -> 25
2001 SdJ - Carcassonne -> 39 DSP - dito
2002 SdJ - Villa Paletti -> 427 DSP - Puerto Rico -> 1
2003 SdJ - Alhambra -> 109 DSP - Amun-Re -> 33
2004 SdJ - Zug um Zug -> 28 DSP - Sankt Petersburg -> 80
2005 SdJ - Niagara -> 276 DSP - Louis XIV -> 54
2006 SdJ - Thurn & Taxis -> 74 DSP - ??

Also: 8:3 für den DSP? Oder 9 Top 50 für den DSP vs. 5 Top 50 fürs SdJ?

Viel Spaß beim Analysieren

Jon

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Andreas Odendahl

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Andreas Odendahl » 23. August 2006, 10:34

Hi!

Na, so richtig neu finde ich die Erkenntnis, die sich aus dieser Statistik erschließt nicht!

Ich denke mir auch, dass die Seite Boardgamegeek den wenigsten Familien- oder Seltenspielern bekannt sein dürfte oder das sie sich entsprechend dafür interessieren...

Die Statistik sagt mir auch bloß, dass der Deutsche Spiele Preis eher die Vielspielerspiele prämiert und der Preis Spiel des Jahres eher Spiele prämiert, die Vielspielern evtl. nicht ganz zur Suchtbefriedigung reichen.:-)

Außer 2004 kann ich das so auch unterstreichen, denn ST. PETERSBURG ist, meiner Meinung nach, um einiges besser und interessanter als Zug um Zug, weshalb ich die Rankingposition der Spiele eher anders herum erwartet hätte...

Schön, dass du dir so viel Arbeit machst!!!

ode.

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Lorion

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Lorion » 23. August 2006, 11:44

es sagt leider gar nichts aus, da bei BGG und DSP die selben Leute abstimmen...
also wenn du mal mit Gelegenheitsspielern testest, dann sieht es ganz anders aus...
da wäre ein Alhambra oder Bluff mit Sicherheit besser bewertet als ein Amun-Re oder ein Modern Art.
meiner Erfahrung nach kommen Puerto Rico, E&T und Löwenherz aber auch besser an als Mississippi Queen, Villa Paletti oder Elfenland.
Im Letzten Jahr sind in meinen Runden, aber sowieso Niagara als auch Louis XIV durchgefallen (eins langweiliger als das andere *g*) - ich würd sagen: man kann da nichts verallgemeinern...

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Hendrik

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Hendrik » 23. August 2006, 11:59

Andreas Odendahl schrieb:
>
> Ich denke mir auch, dass die Seite Boardgamegeek den
> wenigsten Familien- oder Seltenspielern bekannt sein dürfte
> oder das sie sich entsprechend dafür interessieren...


Das mag sicher für Deutschland gelten, aber ca. 70% der BGG User sind Amerikaner, dort ist das Brettspiel in der Gesellschaft (Familien) noch ein wenig anders verkankert als bei uns. Ich bin aber einverstanden, dass Seltenspieler sich kaum die Mühe machen BGG (oder andere Spieleseiten) aufzusuchen um Spiele zu bewerten. Das macht aber nix, denn uns interessiert ja die Meinung derjeniger Personen, welche diese Produkte (Spiele) auch benutzen.

Generell:
Die Diskussion SdJ vs. DSP hatten wir schon desöftern. Da die Zielsetzung nicht dieselbe ist, wird es immer Unterschiede geben. Kulturgut-Förderung vs. Publikumspreis. Glücklich ist ein Verlag, der es schafft ein Spiel zu veröffentlichen , welches beide Zielgruppen gleichermassen anspricht.

Cheers Hendrik

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Peter M.

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Peter M. » 23. August 2006, 12:04

Vielleicht kannst Du ja für die Dummen unter uns erklären was sowas wie

"1990 SdJ - Adel verpflichtet -> 328 DSP - dito"

bedeuten soll?

"Das Spiel Adel verpflichtet aus dem Jahr 1990 wurde 328ster beim DSP" ???

P.

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JonTheDon

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon JonTheDon » 23. August 2006, 12:14

Tja, leider ist das nachher nicht so angekommen, wie ich es aufgeschrieben hatte: SdJ - Adel verpflichtet - 328. bei bgg, dann wären ganz viele Leerzeichen gekommen und dann sollte das bedeuten: den DSP hat in dem Jahr das gleiche Spiel abgeräumt; deshalb auch keine neue Zahl dahinter. Aber Leerzeichen werden anscheinend von dem Programm einfach weggeschluckt.

Nebenbei bemerkt: SdJ sollte sich auf den sog. Kulturauftrag nicht zu sehr versteifen. Denn Spiele, die bei Wenig- und Vielspielern schlecht ankommen schmälern auch das Image der Marke an sich. Besser einfachere aber gute Spiele prämieren (Langzeitreiz). Unter diesen Aspekten - und insgesamt - finde ich, ist Thurn & Taxis in diesem Jahr eine hervorragende Wahl.

Man kann ja einfach schauen, welche der Spiele des Jahres man immer noch in den Läden findet: Scotland Yard, Siedler von Catan, El Grande, Carcassonne und die aktuellen (wobei ich Alhambra, Zug-um-Zug-Familie und Thurn & Taxis auch noch einiges zutraue).

Gruß jon

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Michael Weber

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Michael Weber » 23. August 2006, 12:17

Hendrik schrieb:
> denn
> uns interessiert ja die Meinung derjeniger Personen, welche
> diese Produkte (Spiele) auch benutzen.

Ich glaube, du verwechselst hier Vielspieler mit der Masse der Käufer ...
Anderenfalls wäre die Aussage sehr gewagt, denn warum sind denn bitte die, die sich angeblich so stark mit Spielen beschäftigen, die bessere Meinungsquelle? Ist es nicht eher im Gegenteil so, dass sie den Massengeschmack ignorieren oder gar verdammen?

Welchen Wert hat denn dann eine Aussage von ein paar Freaks im Vergleich zu Massen von Gelegenheitskäufern, die mit ihrem Spiel des Jahres, Monopoly oder Siedler sehr zufrieden sind (und denen andere Spiele evtl. zu trocken - Euphrat und Tigirs oder Goa z. B. - oder kompliziert - Ringkrieg oder Puerto Rico z. B. - sind)?

Michael
(der meint, dass genau deshalb diese Auflistung inhaltlich kaum diskussionwürdig ist)

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Werner Bär
Kennerspieler
Beiträge: 450

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Werner Bär » 23. August 2006, 12:24

> Tja, leider ist das nachher nicht so angekommen, wie ich es
> aufgeschrieben hatte: SdJ - Adel verpflichtet - 328. bei bgg,
> dann wären ganz viele Leerzeichen gekommen und dann sollte
> das bedeuten: den DSP hat in dem Jahr das gleiche Spiel
> abgeräumt; deshalb auch keine neue Zahl dahinter. Aber
> Leerzeichen werden anscheinend von dem Programm einfach
> weggeschluckt.

Das ist das normale Verhalten. Zum Posten von Tabellen ist das [b][pre]code[/pre][/b]-Tag zu benutzen, siehe http://www.spielbox.de/phorum4/helpkmw.php4

Werner.

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Mike Merten

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Mike Merten » 23. August 2006, 13:06

Michael Weber schrieb:
>
> Welchen Wert hat denn dann eine Aussage von ein paar Freaks
> im Vergleich zu Massen von Gelegenheitskäufern, die mit ihrem
> Spiel des Jahres, Monopoly oder Siedler sehr zufrieden sind
> (und denen andere Spiele evtl. zu trocken - Euphrat und
> Tigirs oder Goa z. B. - oder kompliziert - Ringkrieg oder
> Puerto Rico z. B. - sind)?
>

Na ja ... DSP als Meinungsäußerung von Spiele-Freaks? Haben dort etwa Cosims etc. wirklich eine Chance???

SdJ hat eine bestimmte Zielgruppe, DSP eine bestimmte Teilnehmergruppe. Keine davon repräsentiert die gesamte Spiele-Szene. Das geht ja auch gar nicht. Und die Vielfältigkeit ist ja auch das, was den Reiz ausmacht.

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Michael Weber

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Michael Weber » 23. August 2006, 13:46

Ich glaube, du hast mich etwas missverstanden. Ich bezog mich auf die Ausführungen von Hendrik.

Michael

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Hendrik

Re: SdJ vs. DSP

Beitragvon Hendrik » 23. August 2006, 15:39

Michael Weber schrieb:
>
> Anderenfalls wäre die Aussage sehr gewagt, denn warum sind
> denn bitte die, die sich angeblich so stark mit Spielen
> beschäftigen, die bessere Meinungsquelle?

Die Aussage war bewusst so gewählt. Schliesslich fragst Du keinen Blinden, welchen Film Du Dir im Kino als nächstes ansehen sollst oder Du fragst auch keinen Fussgänger, welches Auto du kaufen sollst, keinen Analphabeten welches Buch zu lesen (usw.).


> Ist es nicht eher im Gegenteil so, dass sie den Massengeschmack ignorieren
> oder gar verdammen?

Ein paar Freaks, sicher. Aber es gibt genügend Vielspieler die an den Siedler von Catan ihre Freude haben.

>
> Welchen Wert hat denn dann eine Aussage von ein paar Freaks
> im Vergleich zu Massen von Gelegenheitskäufern, die mit ihrem
> Spiel des Jahres, Monopoly oder Siedler sehr zufrieden sind
> (und denen andere Spiele evtl. zu trocken - Euphrat und
> Tigirs oder Goa z. B. - oder kompliziert - Ringkrieg oder
> Puerto Rico z. B. - sind)?

Es gilt zu differenzieren zw. qualitativ/inhaltlich guten Spielen die deshalb ein Lob verdienen und den "meistverkauften". Es ist wie in der Musik-Hitparade. Wenn Du erst mal 30ig bist, kannst du damit nichts mehr anfangen, gute Musik ist für Dich nicht mehr in der Hitparade zu finden.
Darum bist Du sicher froh, nebst Verkaufsstatistiken auch auf Empfehlungen von wissenden Rezensenten zurückzugreifen.

Die reinen Verkaufszahlen interessieren nur die Verlage, oder ist Dir etwa wichtig, ein "meistverkauftes" Spiel zu besitzen oder dann doch lieber eines das Vielspielern Spass und Spannung bereitet.

Nur schon die Tatsache, dass Du hier die Spielbox liest und aktiv im Forum bist, beweist doch, dass Dir an anderen Meinungen gelegen ist, und Monopoly sicher nicht Dein einziges Spiel im Schrank ist. :)

Cheers Hendrik

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Lukas Merlach
Kennerspieler
Beiträge: 193

RE: SdJ vs. DSP

Beitragvon Lukas Merlach » 24. August 2006, 10:00

> es wird ja immer behauptet, das Spiel des Jahres tauge
> nichts und der eigentliche Preis für echte Spieler sei der
> Deutsche Spielepreis

"es" ist mir doch etwas zu schwammig.
ICH behaupte ja immer, dass der Unterschied eigentlich nicht gross ist.
Die Mehrheit der Leute, die im DSP mitstimmen kennen vielleicht 8 Spiele: Das SDJ und die grossen Neuheiten der grossen Verlage. Selbst wenn die Leute dann ganz vernünftig auswählen ist der Preis nicht wirklich aussagekräftig... (resp. das SdJ kommt eigentlich immer unter die ersten 5)

Früher gabs noch den Unter-Preis der Fachhändler und Journalisten, der war besser...

Lukas

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Günter Cornett

RE: SdJ vs. DSP

Beitragvon Günter Cornett » 24. August 2006, 10:27

Lukas Merlach schrieb:
>
> > es wird ja immer behauptet, das Spiel des Jahres tauge
> > nichts und der eigentliche Preis für echte Spieler sei der
> > Deutsche Spielepreis
>
> "es" ist mir doch etwas zu schwammig.
> ICH behaupte ja immer, dass der Unterschied eigentlich nicht
> gross ist.
> Die Mehrheit der Leute, die im DSP mitstimmen kennen
> vielleicht 8 Spiele: Das SDJ und die grossen Neuheiten der
> grossen Verlage. Selbst wenn die Leute dann ganz vernünftig
> auswählen ist der Preis nicht wirklich aussagekräftig...
> (resp. das SdJ kommt eigentlich immer unter die ersten 5)
>
> Früher gabs noch den Unter-Preis der Fachhändler und
> Journalisten, der war besser...

... und Spieleclubs und Pöppel-Revue-Leser

Insbesondere letzteres fand ich sehr aufschlussreich.

Die Vermischung von Stimmzetteln (Einzelner) und Stimmbögen (von Gruppen) macht das Ganze für mich etwas schwer zu durchschauen. Wenn ich das Wahlverfahren auf http://www.merz-verlag.com/dsp/p020.php4 richtig verstanden habe, dann sind das zwei Arten von Wahlverfahren (ähnlich wie Bundesrat und Bundestag), nur, dass die Ergebnisse nicht getrennt gezählt werden. Wenn eine Gruppe von x Personen 5 Spiele wählt, dann fallen doch Mindeheitenmeinungen unter den Tisch, oder?. Wer viele Spieleclubs und Händler gut mit Spielen austatten kann hätte demnach einen zusätzlichen Vorteil zu der ohnehin schon starken Präsenz. Oder ist es andersrum eine Möglichkeit für den engagierten Autoren oder Kleinverlag sich in 'seinem' Spieleclub nach vorn bringen zu lassen?

Oder habe ich bloß das Wahlverfahren nicht verstanden?

Angenommen 20 Leute wählen fünf Spiele, bekommt das Spiel auf Platz 1 dann 20 Stimmen oder 1 Stimme oder soviel Stimmen, wie es tatsächlich erhalten hat?
Was ist mit den Stimmen der Leute, die keines der fünf erstplatzierten Spiele sondern ein anderes gewählt haben? Fallen diese Stimmen bei Händlern und in Spieleclubs unter den Tisch, werden sie gar der Mehrheit zugeschlagen?

Vielleicht interpretiere ich das ja auch falsch:
"Gewählt werden dürfen sowohl auf den Stimmkarten als auch auf den Stimmbögen fünf Erwachsenen- bzw. Familienspiele und ein Kinderspiel aus dem aktuellen Jahrgang (Neuheiten der Internationalen Spieltage '05 und Neuheiten der Nürnberger Spielwarenmesse '06)." Gibt es womöglich keinen qualitativen Unterschied zwischen Stimmbogen und Stimmzetteln. Enthält der Stimmbogen insgesamt mehr als fünf Spiele, nämlich fünf Spiele pro Abstimmenden?

Es sind doch bestimmt ein paar Leute hier, die per Stimmbogen abstimmen und darüber Auskunft geben können.

Gruß, Günter


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