Beitragvon Marten Holst » 27. Oktober 2006, 12:53
Moin,
ich hoffe, ich erinnere jetzt das korrekte Spiel (das vom Bambusverlag), bin mir beim Titel nicht mehr so sicher:
Man sieht vor sich eine Art Stadtplan aus 10 Hexfeldern in drei Reihen zu drei, vier und drei Plättchen. Jedes Plättchen zeigt dabei zwei bis sechs nach außen gehende Straßenverbindungen (alle sind jeweis miteinander verbunden, und jede Kombination liegt bei, die Startaufstellung ist erst mal vorgegeben). Auf den beiden äußeren Feldern der Viererreihe befindet sich je ein Hotel, die sechs Felder der Dreiherreihen sind jeweils bewaldet (da steht ein Baum aufm Feld, jaja, ein Baum aufm Feld, dochdoch, ein Baum aufm Feld, der ist so naaaaaadlig). Ein verschlafenes Dorf. Unser Ziel ist es nun, den Ort etwas auszubauen, für Touristen interessanter zu machen, und den Touristen den Ort nachher auch zu zeigen.
Jeder Spieler hat vier Aktionsplättchen, für eines davon entscheidet er sich (im Spiel zu zweit für zwei), dreht es danach weg, und kann erst wieder darauf zurück greifen, wenn alle Aktionen einmal durchgeführt sind. Alle Aktionen (Bauen, Reisen, Bauen oder Reisen, Bauen und Reisen) lassen sich dabei auf zwei grundsätzliche Aktionstypen zurückführen.
(I) Bauen: Hier gibt es zunächst mal zwei "Plättchenaufwert"-Aktionen. Das kann sein: das anbauen eines neuen Plättchens am Stadtrand oder das "Aufwerten" eines Wegeplättchens in bester 18xx-Manier, allerdings sind hier immer alle Straßenausgänge von allen Eingängen erreichbar. Obendrein darf auf unbebauten Plättchen bis zu eine Verbindung verschwinden, das Plättchen muss aber dennoch "höheren Typs" sein, müssen also woanders zwei neue Ausgänge entstehen. Als zweites baut man dann eine "Touristenattraktion" in den Ort, Einkaufszentrum, Sportstätte oder Kulturtempel, indem man ihn auf ein freies Plättchen oder eines mit Wald legt. Der wird dann abgeholzt, dafür muss woanders ein neuer aufgeforstet werden.
(II) Reisen: Nun schicken wir eine Reisegruppe durch den Ort. Diese liegt vor uns in Form einer Auftragskarte, die mehreres enthält: die Tourdauer, die genau einzuhalten ist (man will möglichst viel vom Ort sehen, aber um 16:30h zum Kaffee zurück im Hotel sein), und das Interesse an den vier Attraktionstypen Natur (das sind die Wälder), Kultur, Shopping, Sport (das sind die von uns gebauten), wobei es ein "Mindestinteresse" an bis zu fünf Sehenswürdigkeiten gibt, das wollen die unbedingt sehen, und ein "potenzielles Interesse", das wäre auch noch ganz nett. Zeigt die Karte zum Beispiel einen gefüllten und danach zwei leere Bäume, so will der Touri unbedingt einmal Natur sehen, sonst ist der Trip doof, und bis zu zwei weitere fände er noch erholsam, der vierte wäre dann langweilig. Die Auswertung des Trips bedeutet nun, dass man eine Strecke findet, die genau die gewünschte Länge hat. Dabei dürfen Plättchen zwei Mal benutzt werden, Wege aber nicht, und Attraktionen zählen egal wie oft das Plättchen genutzt wurde nur einmal. Man macht eine Liste der Attraktionen. Ist alles, was der Touri zu sehen wünschte, gezeigt worden, so gibt es einen "Greenie" (Siegpunkt) für den Besitzer der jeweiligen Attraktion (Wälder "gehören" dem jeweiligen Reiseveranstalter). Sollte ein Bedarf übererfüllt sein, so entscheidet auch dieser, wo der Bus anhielt, dass Geld ausgegeben werden konnte. Sollten hingene "Pflichtanlaufstellen" gefehlt haben, so kostet ihn jede fehlende Anlaufstelle einen Greenie (die angelaufenen bringen dennoch noch Ertrag).
Am Ende Greenies haben ist dann voll toll.
Natürlich versucht man beim Bauen Plättchen nahe des sich eventuell verschiebenden Ortszentrums einzurichten und beim Reisen bevorzugt eigene Attraktionen anzusteuern. Handlungsspielraum ist gegeben, und so leichte 18xx-Parallelen taten sich auf. Aber so gerne ich das Spiel dann mögen wollte, es gelang mir leider in dem Probespiel nicht so recht. Es schien mir vorzeitig "beendet" zu sein in dem Sinne, dass die letzten Aufträge die grundsätzlich gefallene topologische Entscheidung nicht mehr ausgleichen können (kann aber natürlich auch an Spielfehlern gelegen haben) und das permanente Zählen und "ich brauch noch nen Umweg, dazu muss ich Strecken bauen, was baue ich wo noch dazu" war ein bissel zu verkopft für das an sich schöne Thema und relativ ansprechende Material. Ob die Startspielerposition wichtig ist, da waren wir uns nicht sicher, aber eine "Vermutungstendenz" geht auch hier gen "ja".
Ist aber nur ein einziger Messeeindruck :-)