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Feedback und neue Informationen zu Stonhenge

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Volker Hesselmann
Spielkind
Beiträge: 5

Feedback und neue Informationen zu Stonhenge

Beitragvon Volker Hesselmann » 7. Februar 2007, 00:29

Hallo Forumsleser und -schreiber,

ich bin bisher im Forum praktisch nicht in Erscheinung getreten. Auf der Messe in Nürnberg wurde an mich aber herangetragen, dass hier schon heiß unser Stonehenge besprochen wird, bevor es überhaupt viel zu sehen gegeben hat. Ich habe nun alle Beiträge - in der scheinbar abgeschlossenen Diskussion - gelesen und würde gerne ein wenig mehr über die Entwicklung von Stonehenge erzählen und zu ein paar Zitaten antworten.
Das Interesse scheint vorhanden zu sein – aber es fehlt aber offensichtlich einfach an Informationen und habe mir desegen erlaubt eine neues "Thema" zu eröffnen.

Ich kann hier natürlich nicht garantieren, dass jedem Stonehenge gefallen wird und das es das Tollste überhaupt ist. Eines ist es aber allemal – ein spannendes Projekt.

Weltneuheit Spiele-Anthologie?
"Titanic Games präsentiert die erste Spiele-Anthologie der Welt."
Dies habe ich übersetzt aber es ist natürlich ein wenig die Werbetrommel geschlagen von den amerikanischen Kollegen. Genau genommen scheint jedes 3. Kinderspiel heutzutage eine Spielesammlung zu sein. Außerdem kam mir sofort Knizas „Neue Spiele im alten Rom“, „Igel ärgern“ und das schon erwähnte „Das Spiel“ in den Kopf. Titanic Games hat aber nun den Begriff „Boardgame Anthology“ erschaffen (und als Warenzeichen eintragen lassen) und dieser Name ist schon einmal neu. Auch neu – und viel wichtiger als der Name - ist es, dass 5 verschiedene, bekannte Autoren je ein Spiel für das gleiche Material präsentieren. Mir ist ein Vorläufer zumindest nicht bekannt.

Angeheuerte Autoren?
Es klang hier und da ein wenig so, als ob ein Verlag diese Idee gehabt, das Material ausgesucht und dieses dann den Autoren vorgesetzt hätte. Dem ist nicht so. Soweit es mir erzählt wurde ist das Projekt schon seit Jahren eine fixe Idee von James Ernest gewesen. Mike Selinker - der gerne knobelt und deswegen davon begeistert war - hat dem ganzen einen Tritt gegeben und gesagt: jetzt lass es uns endlich tun. Die beiden haben die anderen bekannten Autoren im eigenen Umfeld angesprochen, ob sie auch an so etwas Lust hätten. Sie hatten.

Das Material
Ein wichtiger Teil der Arbeit war nicht das Erfinden der Spielregel, sondern das sich Einigen auf die passenden Komponenten, mit denen jeder arbeiten sollte. Das Material und Spielfeld sollte genug Möglichkeiten bieten, um die notwendigen Freiräume zu für das Erfinden vieler Spiele zu haben.
Ich habe von einem Autorentreffen gehört, wo jeder etwas mitbrachte und mit den Mitbringseln sollte ein Spiel erfunden werden (quasi so etwa wie beim Kochduell). Das ist eine wesentlich schwierigere Ausgangslage, die hier aber gar nicht gewollt war.
Richard Garfield schreibt in seinem Vorwort über seine Begeisterung dem klassischen Rommeblatt gegenüber, weil hier extrem viele verschiedene Spiele zu existieren. Die Autoren wollten etwas entwickeln, was genug Potential hat auch noch zu viel mehr benutzt zu werden, als für ihre 5 Spiele.

Das Thema
Das Thema wurde gewählt, weil keiner weiß wozu Stonehenge gebaut wurde. Viele Themen können hier angesiedelt werden. Es ist bekannt, inspiriert und eignet sich für die Umsetzung auf einem Spielfeld.

Die Entwicklung
Natürlich hat es redaktionelle Bearbeitung gegeben. Die Autoren sollten sich zudem jeweils um andere Spielgattungen kümmern. Es wurden Ideen eingereicht, verworfen, geändert, usw.…
Am ende sind auch nicht mehr alle Autoren mit dabei gewesen und andere haben ihr Interesse angemeldet. Die fünf sind den Weg aber meines Wissens nach vom Anfang bis zum ende gegangen. Von den Anderen wird man vielleicht im weiteren Verlauf des Projektes noch hören.

Der Wettbewerb
Es klang hier und da an, dass es besser einen Wettbewerb hätte geben sollen, um ein solches Projekt umzusetzen. Andere meinten, bekannte Autoren hätten sich daran nicht beteiligt. Das stimmt sicher. Die Frage stellte sich aber nicht. Es ist wie erwähnt die Idee bekannter Autoren gewesen und der Wettbewerb die logische Fortsetzung der Idee. Der Wunsch aller Beteiligten ist es ja, dass sich Stonehenge ohne sie weiterentwickelt. Ob es genug Potential dafür hat andere zu inspirieren, wird sich zeigen.
Das Spiel wird in Verlagen aus Spanien, Frankreich, den USA und Deutschland verlegt und der Wettbewerb wird kommen. Genaueres wird mitgeteilt, wenn die Details unter den Verlagen abgestimmt worden sind. Wahrscheinlich ist nur, dass in Essen der Wettbewerb entschieden werden soll.

Risiko
Bei so einem Projekt gibt es natürlich die Gefahr, dass das Ganze scheitert aller Versuche zum Trotz es so gut wie möglich zu machen - alles abstrakt, mittelmäßig und aufgesetzt empfunden wird. Ein Erfolg ist nicht einfach zu erzielen. Alte Hasen der Szene haben zudem geäußert, dass bei Spielern und der Presse Spielesammlungen nicht gut ankommen. Denn wenn nur ein Spiel als schlecht empfunden wird, strahlt dies auf alle anderen Spiele der Sammlung ab, was zu einem negativen Gesamturteil führen wird. Illustratoren bemängeln, dass man auf dem Titelbild keine Geschichte erzählen kann, weil es außer den Ort keine Gemeinsamkeit gibt und die Hintergründe so stark varieren das eine Collage aller Themen sehr chaotisch wäre. Der Verkäufer hat keine Lust mehr als eine Regel zu erklären und greift schon deswegen lieber zu anderen Spielen.

Warum machen wir es trotzdem?
Trotz dieser schlechten Ausgangslage war ich auf der Messe sofort begeistert, als es mir vorgestellt wurde. Mich reizt die Idee, ich mag das Thema, ich finde das Spielmaterial sehr atmosphärisch. Einen Schaffensrausch später hatte ich auch schon meine eigne Regel, die auf unserer Internetseite zum Download bereitgestellt sein wird. Es gibt schon weitere fertige Regeln anderer Autoren, die veröffentlicht werden sollen.
Das Material funktioniert in meinen Augen prächtig und animiert zum Herumtüfteln.
Die Spiele sind abwechslungsreich und spannend. Natürlich nicht alle im gleichen Maße.
Ich hoffe das Stonhenge seine Skeptiker widerlegen kann.

Die ambitionierte Reise wird demnächst losgehen… mal sehen wohin sie uns führt.


Nun noch zu ein paar Zitaten:


Ulrich schrieb: „Da es sich aber hier nicht um eine akademische Fingerübung, sondern eine kommerzielle Produktion handelt, sollte das Resultat nicht nur *interessant* sondern auch schlicht *gut* (oder besser!) sein.
Beim Spielen (und Spiele kaufen) zählt nämlich letztendlich einzig und allein die Qualität des Spiels. Da gibt es keinen Bonus oder mildernde Umstände für irgendwelche Schwierigkeiten, mit denen sich der Autor womöglich herumschlagen musste.“

Vollkommen richtig. Wir sind gespannt, ob die in der Box und online verfügbaren Spiele die Spieler überzeugen können. Es kann aber hier auch passieren, dass die „ultimativen-bahnbrechenden-Spielregeln“ zu Stonehenge erst später entstehen.


Ulrich schrieb:„Wenn ich Jingo richtig verstehe, meint er, dass es mehr Sinn macht, den freien Ideenwettbewerb (o.ä.) als Zugabe, auf der Basis eines *normal* zustande gekommenen Basisspiels (das die grundlegende Qualität des Produkts gewährleistet), zu konzipieren.
Diesen Gedankengang kann ich durchaus nachvollziehen.“

Genau wird passieren. Stonehenge ist als diese - schon für sich funktionierende - "Basis" gedacht.


Andreas schrieb: „Zitat: >... aber eine Riesenportion Skepsis bringe ich einem<
> solchen Werk entgegen. Das wäre doch ein Riesen-Zufall, wenn das<
> vorgegebene Material einen Spieleautor nicht einengen würde.<
Naja, es gibt aber auch Menschen, die sehen Restriktionen als Motor für Kreativität an. Und ich muss sagen, so ganz falsch ist das nicht.“

So war es zumindest bei mir. Es fällt einem in gewisser Weise auch einfacher.
Und nehmen wir noch einmal das klassische Kartenspiel. Hier hat es über die Jahrhunderte trefflich funktioniert.


Jingo schrieb: „Mir ist unklar, warum statt aus dem vollen zu schöpfen diese Selbstbeschränkung erfolgte.“

Eben weil dies von allen Beteiligten als reizvoll empfunden wurde.

So - ich habe nun keine Zeit mehr zum Korrektur lesen und hoffe, dass keine zürnenden Engel der Dudenkonferenz hier tätig sind.

Schöne verspielte Grüße an alle,

Volker

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Volker Hesselmann

Korrektur: Feedback und neue Informationen zu Stonehenge

Beitragvon Volker Hesselmann » 7. Februar 2007, 00:32

"Feedback und neue Informationen zu Stonehenge" sollte das natürlich heißen.
Immer diese vertipper!

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2late

Re: Korrektur: Feedback und neue Informationen zu Stonehenge

Beitragvon 2late » 8. Februar 2007, 01:15

Vielen Dank für die ausführliche Info! :)
Finds immer wieder schön, wenn sich Leute soviel Mühe geben, die "Allgemeinheit" hier zu informieren.

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Ingo Althöfer

Dank und Fragen

Beitragvon Ingo Althöfer » 8. Februar 2007, 12:58

Danke für die vielen Informationen.

Sind die Figuren aus Holz, Kunststoff, Stein oder ?
Ab wann wird Stonehenge kaufbar sein?
In welchem Bereich wird der Preis liegen?

Ingo Althöfer

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Volker Hesselmann

Antworten

Beitragvon Volker Hesselmann » 8. Februar 2007, 23:10

> Sind die Figuren aus Holz, Kunststoff, Stein oder ?
Sie sollen aus hochwertigen Kunststoff sein. In ein paar Tagen halte ich die ersten zum Absegnen in der Hand. Dann kann ich mehr dazu schreiben.

> Ab wann wird Stonehenge kaufbar sein?
Produziert wird es zur Zeit, aber anschließend geht es auf seine lange Reise um die Welt. Titanic Games wollten in China produzieren. Da wir das bisher nicht gemacht haben, sind wir selber gespannt, wann es eintrifft. Ich schätze mal im Mai könnte es soweit sein. Und ich hoffe doch sehr, dass uns böse Überraschungen erspart bleiben.

> In welchem Bereich wird der Preis liegen?
Geplant und realistisch sind rund 40 € Ladenverkaufspreis.

Schöne Grüße,

Volker

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Jingo

Re: Feedback und neue Informationen zu Stonhenge

Beitragvon Jingo » 19. Februar 2007, 17:01

Auch von mir einen schönen und verspäteten Dank für die Informationen.

Ich bin mal gespannt...


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