Beitragvon Andreas Keirat » 7. April 2007, 01:09
Olav Müller schrieb:
>
> MartinaS schrieb:
> > Das Spiel hat unglaublich viel Taktik und Bluff und ist super
> > kommunikativ. Denn anfangs weiß ja keiner, wer welche
> > Spielfigur besitzt. Also reizt man die anderen Spieler, in
> > dem man ihnen Minus-Karten zuspielt, sie auf die
> > unmöglichsten Plätze bugsiert und abwartet, wer sich dann mit
> > einer merkwürdigen Argumentation aufmacht, um die Figur
> > wieder in eine gute Position zu bringen. Jeder Spieler darf
> > im Verlauf 3 Figuren öffnen und den darin befindlichen Zettel
> > lesen. Damit weiß man natürlich erstmal mehr als die
> > Mitspieler, kann sich Verbündete suchen (die die selbe Figur
> > geöffnet haben) oder die anderen verunsichern.
>
> Hm ... jetzt bin ich unsicher. Ich hatte das Spiel auf der
> Spielemesse in Essen 2006 auch schon einmal gespielt, aber
> nach ca. zwei Dritteln abgebrochen. Holger fasste es dann
> hier im Forum für mich relativ passend zusammen:
>
> Am Anfang, wenn keiner der Spieler irgendwelche Information
> hat, werden den verschieden Farben wahllos Punkte
> zugeschanzt, später kann jeder Spieler maximal von drei
> Mönchen die Identität herausbekommen. Also weiter wahlfrei
> den anderen Farben Punkte zuschachern, wenn man nicht seinen
> 50/50 Treffer gelandet hat und sich selber kennt.
>
>
> Hat sich an dieser Einschätzung noch was geändert? Kann ich
> gezielter spielen, wenn ich nicht weiß, welche Figur ich
> habe? Oder reduziert es sich darauf, die Figuren die ich
> nicht habe, möglichst in die Pfanne zu hauen, um nicht
> letzter zu werden?
>
> CU,
> Olav
Hallo Olav!
Ich habe das fertig produzierte Spiel heute das erste Mal spielen können. Leider hatte ich in Essen nicht die Gelegenheit, den Prototypen zu testen und weiß daher nicht, wie genau sich beide Versionen unterscheiden (wenn überhaupt).
Hier mein Eindruck bei einer Partie zu dritt:
Am Anfang wurden alle Figuren erst einmal aus dem Dorf gezogen und mehr oder weniger auf der Insel verteilt. Bis irgendwann einmal die erste Informationskarte kam, wurden die Karten nach Möglichkeit wirklich gleichmäßig verteilt. Jeder Spieler kann weiterhin nur dreimal in Spielfiguren schauen, wenn er eine dieser "Nachschau"-Karten gezogen hat. Ich hatte Glück und erwischte gleich meine Figur, später hatte ich dann noch zwei Dummies erwischt, was aber nichts ausmachte. Nachdem ich ja meine Figur herausbekommen hatte, wurden die Karten nach Möglichkeit auf die beiden Dummys und ein wenig auf meine Figur gelegt, um die beiden Mitspielerinnen zu verwirren.
Später im Spiel haben beide Damen ebenfalls ihre Figur entdeckt. Ich konnte durch das frühe Wissen allerdings schon effektiv ihre Sammelleidenschaften stören.
Das Ende war knapp und fiel 11/10/7 aus, wobei die letzte Karte eine -3 war, die zum dritten Platz der einen Dame geführt hat.
Das Spielgefühl war durchwachsen. Am Anfang gab es nur ein relativ planloses Laufen und erst nach gut 2/3 des Spiels konnte man etwas besser spielen. Wenn es beim Nachschauen für einen Spieler dumm läuft, erhält er beim Spiel zu dritt drei Dummies und kann gleich einpacken oder Königsmacher spielen. Das wirkte auf alle Beteiligten sehr störend.
Spielt man zu zweit, hat jeder viermal die Möglichkeit, eine Figur anzuschauen. Das ist wohl nicht ganz so frustrierend.
Bei mehr als drei Personen hat man zwar auch das Problem, seine Figur nicht zu finden, aber man hat zumindest EINE Information über einen Spieler und kann dann (aus Frust?) gegen ihn vorgehen und seine Figur ins Abseits stellen oder die Minuskarten einsacken lassen.
Was alle Spieler beeindruckt hat, war die schöne Schachtel (ohne den Tippfehler im Untertitel!) und der tolle Spielplan. Er sieht einfach schön aus. Auch bei der Illustration der Regel kann man nur staunen. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Spielregel etwas holprig geschrieben/strukturiert ist und schon bei der Spielvorbereitung beim Vorlesenden (also mir) mehrere Fragezeichen auftauchten, bis wir die Kartenstapel dann richtig sortiert hatten. Das geht eindeutig besser. Sehr befremdlich fand ich die verschiedenen Sprachen auf jeweils einer Regelseite. Jede Sprache besitzt eine Spalte auf der Seite. Es handelt sich also um ein richtiges RegelHEFT. Die Regeln selbst wären wahrscheinlich auf sechs Seiten zusammenfassbar (pro Sprache). Durch das ungewöhnliche System war auf jeder Doppelseite Platz für weitere schöne Illustrationen, aber irgendwie läßt sich die Regel durch das viele Umblättern nicht leichter lesen.
Das sind aber wie oben gesagt derzeit alles Empfindungen nach der ersten Partie zu dritt.
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de