meier1 schrieb:
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> Hallo,
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> kann vielleicht schon jemand erste Eindrücke von diesen
> Spielen vermitteln.
> Was ist bei 'Ubongo Extrem' neu, gegenüber dem normalen Ubongo?
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> Hans
Moin!
Der Eindruck entspricht einer Partie von gestern abend in Minimalbesetzung zu zweit.
1. Grafik
Der Spielplan ist wunderschön, die Karten sind ebenfalls klasse. Wirklich exzellente Arbeit. Leider paßt die Schachtelgrafik vom Stil her nicht ansatzweise dazu, aber da sie scheinbar dem Buch entspricht, geht das von meinem Standpunkt aus noch. Den Bekanntheitsgrad muß man nutzen (obwohl ich es besser gefunden hätte, wenn der Spielplangrafiker Michael Menzel das Motiv in seinem Stil neu gestaltet hätte, ohne das Motiv an sich zu verändern)
2. Spielregel
Vier Seiten Spielregel im üblichen Großformat. Wobei die erste Seite nur eine thematische Übersicht und eine Materialauflistung beinhaltet.
Ich fand die Regel beim Durchlesen gelungen und es kamen keine Fragen auf, die nicht durch die Regel beantwortet wurden. Da hat die Redaktion gute Arbeit geleistet.
3. Material
Die Karten sind gut unterscheidbar, jedenfalls für meinen Mitspieler, der eine Farbschwäche grün/rot und manchmal auch ein wenig blau/gelb hat. Die Kartenqualität ist sehr gut. Gleiches gilt für die dicken Pappchips, die Kompass-Tafeln und die Pöppel. Wenn man hier etwas bemängeln kann, dann allenfalls eine Kurzübersicht, auf der die Grafiken und Auswirkungen von den sogenannten PAN-Karten erklärt werden. Da gibt es zwar Piktogramme auf den Karten, aber in den ersten Partien verwechselt man die durchaus.
4. Das Spielgefühl
Im Wesentlichen handelt es sich um ein Wettrennen, bei dem der erste Spieler am Ziel gewinnt, sofern er besondere Bedingungen erfüllt (die Werte aller vier Eigenschaften müssen 3 haben und man muß einige Aufgaben vorher erfüllen).
Im Spiel zu zweit gibt es natürlich nur einen Gegenspieler, der einen behindern könnte.
Am Anfang des Spiels muß man sehen, daß man möglichst langsam voran schreitet und viele Felder mit seiner Figur erreicht, um dort die entsprechenden Eigenschaftswerte hoch zu bringen. Da besetzte Felder übersprungen werden, wirds mit vier Spielern also etwas voller auf dem Weg. Bummeln ist dann wahrscheinlich nicht ganz so einfach.
Jeder besitzt zu Beginn eine Auftragskarte, auf der drei Eigenschaftswerte stehen, die einen bestimmten Wert haben. Hat man diese angesammelt, kann man die Karte zeigen, muß einige dieser Werte etwas reduzieren und kann sich einen neuen schwierigeren Auftrag nehmen. Bei unserem Spiel zu zweit gibt es vier Aufträge zu meistern, ansonsten reichen drei als Siegbedingung aus.
Nach dem ersten Drittel des Spiels wird es erst wirklich interessant, denn nun ändert sich das Bewegungs-Schema der Figuren ein wenig.
Es gibt vier Farben von Bewegungskarten, für jede Spielfigur eine. In jeder Runde gibt es einige dieser Karten, abhängig von der eigenen Position beim Wettrennen und man kann sich aussuchen, welche Farben man haben möchte. Die haben immer Zahlenwerte von 1-3. Anfangs ist die Farbe, die man sich nimmt, egal... Aber wenn ein bestimmter Ort passiert wurde, darf man nur noch bestimmte Farbkarten spielen. Als Führender nur noch Karten in der eigenen Farbe, alle dahinterliegenden Figuren können nur Karten in einer Farbe spielen, die einer Figur entspricht, die vor (!) der eigenen liegt. Das ist durchaus witzig, weil man eben nicht immer mehr alle Handkarten ausspielen kann und es außerdem noch ein Limit an Handkarten gibt. Dieses System funktionierte auch zu zweit, wird aber wesentlich trickreicher bei mehr Spielern.
Im letzten Viertel des Rennens geht es ins Eis. Hier sind weniger Eigenschaftsfelder, die man für die Erfüllung der Aufträge benötigt. Dafür gibt es Eisfelder, die ein Fortkommen erschweren. Man muß seine Bewegung immer auf einem Eisfeld beenden. Wenn also zwei Eisfelder direkt vor einer Figur liegen, kommt man mit einer ausgespielten 3 nur bis zum ersten Eisfeld. Mit der nächsten ausgespielten Karte nur ein weiteres Feld voran usw... Die Spieler werden auf diese Weise wohl etwas zusammengeschoben (was gut ist, denn besetzte Eisfelder zählen auch nicht bei der Bewegung!).
Sogenannte Pan-Karten können unter bestimmten Bedingungen genommen werden. Diese Ereigniskarten bieten einen einmaligen Vorteil, wenn sie gespielt sind und kommen danach auf den Ablagestapel. Leider zählen diese Karten auch zum Handlimit, können also meist nicht ohne Folgen permanent bis zum Schluß gesammelt werden.
Die zweite Sonderkarten-Art sind Charaktere. Diese bekommt man automatisch nach dem Erfüllen eines Auftrags. Es gibt sechs Personen, jede zweimal. Wer zuerst einen Auftrag erfüllt, kann sich natürlich den besten Charakter aussuchen.
In unserem Spiel zu zweit war hier weniger Hektik angesagt, weil eben jeder Charakter zweimal da war.
Fazit: Mir hat das Spiel auch zu zweit schon gefallen. Es ist in meinen Augen das bislang beste Spiel von Inka und Markus Brand (ich konnte mich nicht mit Summertime anfreunden). Besonders der Bewegungsmechanismus gefällt mir in Verbindung mit dem Handkartenlimit. Außerdem erscheint es mir eine Herausforderung, den richtigen Weg zwischen Geschwindigkeit (erster bei Charakteren, keine blockierten Felder als Führender) und Sammeltrieb (erforderlich für Aufträge und Pan-Karten) zu finden.
Es wird sicherlich aber besser zu dritt oder zu viert funktionieren.
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de(... ca. 50 Hustenattacken inklusive. Schreibfehler daher nicht ausgeschlossen!)
Wie gesagt, die Eindrücke kommen direkt nach einer Partie.