Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 23. Oktober 2007, 19:34
toolate schrieb:
> [...] oder trügt mich da mein
> Sprachgefühl, wenn ich denke, dass es das in
> dem Zusammenhang nicht gibt?
Nein, lieber toolate, das was dich hier trügt, ist eher dein Verständnis des Wortes "geben" im Sinne von "existieren":
Ab dem Augenblick in dem jemand ein Wort zum ersten Mal benutzt, gibt es dieses Wort auch. Und jedes Wort, dass es gibt, ist irgendwann einmal zum ersten Mal benutzt worden.
Der Duden ist keine Instanz, die die Erlaubnis zur Benutzung von Wörtern erteilt: Er dokumentiert ausschließlich den jeweiligen Ist-Zustand der Sprache. Die Existenz eines Wortes muss daher zeitlich immer vor seiner Aufnahme in den Duden liegen.
Zudem umfasst die deutsche Sprache auch Wörter wie "Laßdünkel", "Seelgeräth" und "Uchse", die du im Duden vergeblich suchen würdest.
(Bei mündlich geführten Diskussionen darüber, welche Wörter andere Leute benutzen dürfen und welche nicht, ist eins meiner erfolgreichsten Beispiele übrigens das zu einem Missverständnis provozierende "Scheidekünstler" - das steht sogar im Duden, aber man kann durchaus darauf wetten, dass sich in einer zufällig zusammengestellten Gruppe von zehn Personen niemand befindet, der es schon mal gehört hat. Kreuzworträtsellöser, Mittelalter-Rollenspieler und Naturwissenschaftler mal ausgenommen.)
Mit einem lieben Gruß
Gustav