Hallo Zusammen,
da gibt es von der Grundidee her gute Spiele, nur in der Spielpraxis wollen die schlicht in Teilbereichen nicht so recht funktionieren, obwohl eigentlich Potential vorhanden wäre.
Aktuelles Beispiel ist "Miss Monster". Als Kinderspiel positioniert, aber ich meine, es kann einer erwachsenen Spielrunde ebenso Spass machen. Blöd nur, dass der Wertungsmechanismus und einige andere Details nicht funktionieren und damit das Spiel entwerten, wenn man es nicht als "freies Monsterkneten" sieht.
So siehts aus: Jeder bekommt vier verschiedene Monstereigenschaften aus vier Kategorien zugeteilt, die nach und nach aufgedeckt und umgesetzt werden. Die Regel schweigt sich allerdings aus, in welcher Reihenfolge die Kategorien aufgedeckt werden. Weil zuerst einen "Ring am Finger" kneten ist was anders als zuerst "Stacheln" oder "Plattfüsse" kneten. Wir haben es dann so gespielt, dass jeder seine vier Eigenschaft mischt und der Zufall dann mitspielen darf. Hat gut funktioniert.
Nachdem man die Monster fertig (oder auch nicht) geknetet hat, sollen die Mitspieler diese viert verkneteten Eigenschaften erraten. Das gibt Pluspunkte für den jeweiligen Mitspieler und vermeidet eigene Minuspunkte. Eigentlich innerhalb der Sanduhrzeit und jeder wild durcheinander. Ist blöd, weil man dann schlicht die auf der Spielunterlage aufgelisteten Eigenschaften ohne Blick auf das Monster runterbeten kann.
Also so gespielt, dass jeder reihum eine Eigenschaft raten darf. Das Ganze zwei Mal. Dadurch wird das Spiel aber arg ausgebremst und man hangelt sich trotzdem an der Eigenschaftsliste der Spielunterlage entlang.
Dann sollen die Monster der Mitspieler mit 1-2-3 gleichzeitig benotet werden. Wer da meint, taktisch spielen zu müssen, oder nach unergründlichen Kriterien, kann so den Mitspielern Punkte zuschustern. Blöd!
Dann wird auch nur der punktebeste Spieler belohnt, die anderen Mitspieler gehen leer aus - egal wie knapp man hinter den Führenden lag. Auch blöd!
Ich finde das Spiel aber als Funspiel angesehen so gut, dass es schade wäre, wenn der ganze Wertungsmechanismus das Spiel im Schrank verstauben lassen würde. Überlege jetzt, welche Regeloptimierungen man ansetzen könnte - eventuell auch in Kombination mit zwei Spielen, damit mehr mitspielen könnten und Eigenschaften in einer Spielrunde auch doppelt vorkommen könnten.
Ursprünglich war das Spiel auch anders als jetzt veröffentlicht. Da ist von Holzstückchen die Rede, die ins Knetspiel kommen und mehr... "Ludovic Maublanc brought his zany prototype, known as Miss Monster, to many game fairs and gatherings. Christophe Boelinger’s then helped him develop what was a wonderful idea, but also a convoluted design, into something more classic, more simple, and better fitted for children – and therefore for publishers." (http://www.faidutti.com/index.php?Module=ludotheque&id=364) Hat einer von Euch eine Idee, wie das Spiel ursprünglich gedacht war? Eventuell wäre es dann auch für erwachsene Spielrunden tauglicher...
Cu/Ralf