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Kooperationsspiele: Freibeuter der Karibik vs. Space Alert

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l8xx
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Kooperationsspiele: Freibeuter der Karibik vs. Space Alert

Beitragvon l8xx » 25. Oktober 2008, 23:07

Ich bin ein großer Fan von Kooperationsspielen, 2 davon werden in Essen erstmals verkauft: Freibeuter der Karibik (FdK) und Space Alert (SA). Es gibt noch andere wie Ghost Story oder Battlestar Galactica, aber da kann ich nicht so mitreden.

Beide gehören auch in eine ähnliche Kategorie, weil sie elektronische Hilfsmittel benötigen, wobei SA auch rein nur mit Karten gespielt werden kann (dann aber weniger interessant ist).

Space Alert: Das Spiel untergliedert sich in 2 Phasen: 1.Planung, und dann 2.Ausführung (also irgendwie ähnlich wie bei Galaxy Trucker). Es ist mit CD auch ein kleines Stress Spiel, man hat nur begrenzt Zeit zum Planen. Mir gefällt das, ist aber sicher nicht jedermann's Geschmack. Die Entscheidungen sind begrenzt, man plant mit den zufälligen Aktionskarten, die man zu Spielbeginn erhält. Ob Glück eine große Rolle spielt, kann ich noch nicht sagen. Aber schon möglich, dass man wichtige Aktionen nicht ausführen kann, weil einem die Karte fehlt. Aber dann spielt man halt nochmals. Es spielt sich schnell. Danach hat man meist Lust auf eine 2.Partie. Es ist ein klassisches Kooperationsspiel, bei dem alle Spieler gemeinesam gewinnen oder gemeinsam verlieren. So zieht man mit der Spielfigur von einem Raum zum nächsten und führt in dem Raum Aktionen aus, z.b. feuern, Reaktor aufladen usw.
SA ist ein tolles Kooperationsspiel!

Freibeuter der Karibik: Alle Spieler verlieren, wenn die Piraten 5 Häfen besetzen. Andererseits spielt aber jeder für sich und versucht möglichst viel Siegpunkte zu erreichen. Dies schafft man indem man Ausrüstung kauft, Kanonen, Matrosen, Zusatzlager, Segel oder Residenzen, wobei letztere nur Siegpunkte bringen. Auf der Profistufe ist uns ein Sieg bisher noch nicht gelungen, zu sehr haben wir gegeneinander gespielt bzw. uns zu wenig abgesprochen. Bei einem Kampf kann man das Seemanöver bestimmen, man kann auch gegeneinander kämpfen was man natürlich macht, solange die Piraten noch keine große Gefahr darstellen. Es ist spannend einerseits auf sich selbst schauen zu wollen, andererseits auch gemeinsam gegen Piraten spielen zu müssen.
FdK ist ebenfalls ein spannendes Kooperationsspiel, wobei man hier auch auf sich selbst schauen sollte. Wer lieber nicht kooperativ spielt, sollte das normale Spiel spielen, wo die Piraten nicht so schwer sind und man einfach auf 10 Siegpunkte spielt.

Zum Vergleich: Bei SA ist man intensiver beschäftigt, man ist unter gewissem Zeitdruck. Bei FdK kommen die Spieler dran, sobald sie ein Gefecht haben oder einen Hafen erreichen. Wer eine weite Strecke zurücklegt, kommt erst nach einer gewissen Zeit wieder dran. FdK ist mehr ein Brettspiel und ein Aufbauspiel. Dort verbessert man sein Schiff nach und nach und freut sich, wenn man gegen Piraten gewinnt, gegen die man früher keine Chance gehabt hätte. Kooperation ist bei SA wichtiger. Es macht meistens keinen Sinn, wenn 3 Spieler in den gleichen Raum gehen. Bei FdK ist das nur dann wichtig, wenn Piraten 4 Häfen besetzt halten und somit Not am Mann ist(aber vielleicht haben wir es deshalb auch bisher noch nicht gewonnen). Dann sollte man möglichst schnell zu diesen Häfen reisen. Somit haben beide Spiele ihren Platz, beide halte ich für sehr gut!

Ach ja, vergessen habe ich: Bei Space Alert sollte man möglichst zu 4. oder 5. sein, da macht es am meisten Spass. Bei wenigen Spielern gibt es Sonderregeln. Freibeuter der Karibik kann man bis max. 4 Spieler spielen, aber auch alleine. Je weniger Spieler, desto mehr Spielanteil hat man.

Battlestar Galactica soll ja wiederum eher Schatten über Camelot like sein, denn da gibt es Verräter :-)

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Micha A.
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Frage zu Space Alert

Beitragvon Micha A. » 25. Oktober 2008, 23:52

Hi,

ich hätte da eine Frage:

"krankt" SA wie so viele andere kooperative Spiele auch daran, dass es einen Spieler gibt / geben kann, der das Heft in die Hand nimmt und die anderen mehr oder weniger "steuert", oder ist sowas nicht möglich?

Gruß
Micha

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DamonWilder

Re: Kooperationsspiele: Freibeuter der Karibik vs. Space Alert

Beitragvon DamonWilder » 26. Oktober 2008, 00:21

Ich hatte das Glück, am Reposstand das Ghost Stories in wunderschönem 3D-Design zu spielen.
Mein erster Eindruck war sehr gut, es ist ein relativ komplexes kooperatives Spiel, das schon in der Einstiegsvariante sehr hart ist. Leider ist die Grafik nicht so schön, wie beim zweiten kooperativen Spiel, das ich in Essen spielte: Der Hexer von Salem. Die Thematik ist ähnlich (man muss einen Ort von Kreaturen oder Geistern befreien), aber die Kosmos-Variante ist weniger komplex, wobei es für ein Kosmosspiel schon relativ harte Kost ist.
In beiden Fällen gibt es von mir eine Kaufempfehlung mit leichter Tendenz zum Hexer weil schöneres Material und insgesamt besserer Gesamteindruck.

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Olav Müller
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RE: Frage zu Space Alert

Beitragvon Olav Müller » 26. Oktober 2008, 00:39

"Micha A." hat am 25.10.2008 geschrieben:
> "krankt" SA wie so viele andere kooperative Spiele auch
> daran, dass es einen Spieler gibt / geben kann, der das
> Heft in die Hand nimmt und die anderen mehr oder weniger
> "steuert", oder ist sowas nicht möglich?

Schwierig zu sagen nach nur eineinhalb Partien meinerseits, aber ich stelle einfach mal folgendes in den Raum:

1) Man hat einfach nicht die ZEIT neben den eigenen Aktionen auch noch die der Mitspieler zu planen.

2) Es ist ein Raumschiff, da gibt es einen Captain. Wenn nicht einer wenigstens grundlegend das Heft in die Hand nimmt und so Sachen wie "Du gehst nach unten und kümmerst Dich um den Reaktor" ruft, klappt das in den späteren Missionen meiner Meinung nach nicht mehr.

Ein wenig Koordination ist zwingend notwendig. Ohne Kommunikation, ohne Delegation wird das sicherlich nicht möglich sein. Das ist gerade in diesem Fall aber für meine Begriffe sehr gut ins Spiel integriert. Und, wirklich, 10 Minuten können VERDAMMT kurz sein. Da hab ICH keine Zeit, meine Mitspieler zu mikromanagen. ;-)

Tolles Spiel.

CU,
Olav

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l8xx
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Re: Frage zu Space Alert

Beitragvon l8xx » 26. Oktober 2008, 00:42

Micha A. schrieb:
>
> Hi,
>
> ich hätte da eine Frage:
>
> "krankt" SA wie so viele andere kooperative Spiele auch
> daran, dass es einen Spieler gibt / geben kann, der das Heft
> in die Hand nimmt und die anderen mehr oder weniger
> "steuert", oder ist sowas nicht möglich?

Mit Abstrichen ja. Die Abstriche sind: Man darf die eigenen Karten nicht herzeigen, Reden dauert aber. Also dürfte es bei höherem Level, wenn alle das Spiel können, nur mehr darum gehen, wer was macht bzw. machen kann aufgrund seiner Karten.

Eine Führungspersönlichkeit ist aber vom Spiel sogar vorgesehen, denn die Spieler wählen einen Käptain, der dann auch entscheiden soll, wenn sich die Spieler über eine Strateig nicht einigen können.

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Fluxx
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Re: Frage zu Space Alert

Beitragvon Fluxx » 27. Oktober 2008, 01:10

Micha A. schrieb:
> "krankt" SA wie so viele andere kooperative Spiele auch
> daran, dass es einen Spieler gibt / geben kann, der das Heft
> in die Hand nimmt und die anderen mehr oder weniger
> "steuert", oder ist sowas nicht möglich?

Hallo!

Ich habe mit dem Autir (Vlaada Chvatil) genau darüber gesprochen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe hatte er auch Probleme mit solchen Situationen und wollte sie vermeiden. Dies war dann ein/der Grund warum er einen echtzeit-Zeitdruck eingebaut hat. Zumindest auf höheren Leveln reicht die Zeit einfach nicht aus um alles alleine zu machen. Kommentare wie 'Kümmert ihr beide euch um die linke Seite und meldet euch wenn ihr Hilfe braucht' sind natürlich möglich und sogar erwünscht. Aber so was wie 'Gehe nach links, dann drücke Knopf A, dann ...' sollen dadurch vermieden werden. Natürlich funktioniert das auch nicht 100% da es immer noch ein kooperatives Spiel ist ist eine Zusammenarbeit natürlich weiterhin erforderlich, was zwangsläufig dazu führt, dass ein sehr dominanter Spieler da leicht zum 'Diktator' wird aber abgesehen von einer Großstrategie (wer übernimmt welche grundsätzlichen Aufgaben) findet die Koordinierung eher in kleinerene EInheiten von 2 max 3 Leuten statt (anstelle aller max 5 Personen), so dass bei nur einem dominanten Spieler nicht alle darunter leiden (und evtl kann es auch dazu führen, dass in einer späteren Phase sich ein Charakter weiterbewegt und der Spieler dann mit anderen Spielern enger zusammenarbeitet.

Also Fazit: Der Autor hat das auch als Problem erkannt und versucht dem zu begegnen. Er ist damit auch z.T. erfolgreich, da dieser Effekt bei Space Alert deutlich kleiner ist als bei anderen Koop-Spielen (wie z.B. Pandemic). Ganz vermeiden kannst du den Effekt natürlich nie, sobald in einem Spiel mind 2 Spieler offensichtlich die gleichen Interessen haben ist die Chance hoch, dass ein Spieler dem anderen sagt was er zu tun hat (und der Effekt ist desto stärker, desto weniger versteckte/geheime Informationen im Spiel sind).


Gruß

Fluxx

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Micha A.
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RE: Frage zu Space Alert

Beitragvon Micha A. » 27. Oktober 2008, 13:50

Danke Euch allen für die Antworten!

Hab's mittlerweile gekauft - mal sehen, ob ich's bereue, oder ob der Autor mit seiner Absicht erfolgreich war...

Gruß
Micha

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