Anzeige

irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
mrMuppet
Brettspieler
Beiträge: 81

irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon mrMuppet » 12. November 2008, 00:03

Hab hier nur eine einzige Erwähnung von einem neuen grossartigen Spiel vom "Werwölfe von Düsterwald-Macher" Hervé Marly gefunden: Eins bisschen Mord muss sein!

Das ist ein prima Kommunikationsspiel für bis zu 7 Spieler.

Der Inspektor (reihum wecheselnd) wählt anhand einiger weniger Sätze einen Fall aus, bei dem es gilt den Täter ausfindig zu machen. Die anderen Spieler sind die Verdächtigen, die uns in einer kleinen Rede ihr Alibi darlegen. Wichtig dabei ist eigentlich nicht die "Rede" selbst, sondern die Worte die dabei in den Text eingebaut werden. Jeder Verdächtige hat nämlich insgesamt sechs Wörter vorgelegt bekommen, die er in sein Plädoyer einbauen muss. Die "unschuldigen" Verdächtigen haben dabei alle die gleichen Wörter erhalten, nur der Täter hat andere Worte.
Jetzt muss der Inspektor versuchen durch genaues Zuhören die "gemeinsamen" Wörter herrauszufinden, um damit den Täter zu identifizieren.
Gemeinerweise bekommen die "Unschuldigen" aber auch Punkte, wenn sie den Inspektor auf die falsche Fährte locken und zu unrecht angeklagt werden (quasi als Schadenersatz). Gleichzeitig versucht dann noch der Täter aus den Ansprachen der anderen Spieler die richtigen Wörter zu (be)merken um von sich selbst abzulenken.
Das kann manchmal echt knifflig sein, sich unter zeitdruck möglichst plausible Geschichten mit den Signal-Wörtern zu überlegen. Dank der lustigen Fälle gelingt dies aber sehr gut und wir haben wirklich einige Male die Sanduhr für eine "Lachpause" anhalten müssen!

Das Material kommt sehr hochwertig rüber, denn jeder Mitspieler erhält ein eigenes Buch, mit ca.- 250 Seiten, in dem die Stichworte zu den Fällen aufgelistet sind.
Einziger Wermutstropfen: Man muss schon sehr gut auf die Bücher aufpassen, damit man nicht irgendwann schon an einzelnen Macken am Buchumschlag erkennt, welches Buch das Täter-buch ist. Da hilft aber dann auch zur Not ein undurchsichtiger Umschlag.

Ich kann das Spiel allen Fans der Werwölfe nur wärmstens empfehlen.

Benutzeravatar
Axel Bungart

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Axel Bungart » 12. November 2008, 08:21

Hallo!

Stimmt, wir haben es neulich gespielt. Das war echt nett. Allerdings haben wir es mit Jugendlichen gespielt, die sich etwas schwer taten mit dem Erfinden ihrer Alibis und dem Verpacken in eine Story. Ich denke, es ist mehr ein Erwachsenenspiel.
Wer gut erzählen kann und das so um zwei Minuten lang, wird es dem Inspektor recht schwer machen. Nette Idee!

Gruß
Axel

Benutzeravatar
Pricuricu

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Pricuricu » 12. November 2008, 09:55

Ein Tipp, gerade für den Anfang: Lasst einfach die Sanduhr weg. Ohne den Zeitdruck kann man sich so richtig schön in seinem Alibi austoben.
Beste Grüße, Guido
http://blog.proludo.de

Benutzeravatar
Grzegorz Kobiela

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 12. November 2008, 11:02

Auf der Messe hatte ich Gruppen, die entweder total kein Talent für das Erfinden von Geschichten hatten oder die so schnell reinkamen, dass die abgefahrensten Geschichten rauskamen. Vor allem einer stach aus der Menge heraus als er fast alle Unschuldigen-Wörter in seinem Alibi als Täter mit eingebracht hat. Der Inspektor wusste, trotz schwacher Leistung der Unschuldigen, hinterher nicht, wer es war und tippte auf den Falschen. Richtig Hammer.

Benutzeravatar
Axel Bungart

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Axel Bungart » 12. November 2008, 14:36

Ich weiß nicht. Wenn man es den Verdächtigten zu leicht macht, ist das nicht unbedingt zweckführend.
Es darf ruhig ein bißcchen Nervosität im Spiel sein.

Gruß
Axel

Benutzeravatar
mrMuppet
Brettspieler
Beiträge: 81

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon mrMuppet » 12. November 2008, 15:28

Hui auf der Messe dieses Spiel zu spielen stelle ich mir echt herausvordernt vor! Respekt! Ich habe mich am Anfang wirklich sehr konzentrieren müssen, um mir ne Geschichte unter Druck überlegen zu können und alles mitzubekommen!

Benutzeravatar
peer

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon peer » 12. November 2008, 16:02

Hi,
Das liest sich sehr interessant, aber eine Frage hab ich dann doch: Kann es nicht vorkommen, dass der Täter als erster ranman und daher noch keine Ahnung haben kann, welche Wörter er einbauen muss? Oder ist das gar kein Problem?

ciao
peer

Benutzeravatar
Frank Biesgen
Kennerspieler
Beiträge: 267

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Frank Biesgen » 12. November 2008, 16:31

peer schrieb:

> Hi,
> Das liest sich sehr interessant, aber eine Frage hab ich dann
> doch: Kann es nicht vorkommen, dass der Täter als erster
> ranman und daher noch keine Ahnung haben kann, welche Wörter
> er einbauen muss? Oder ist das gar kein Problem?

Moin Peer,

genau das Problem hatten wir - der Täter war als erster dran und dachte sich seine Geschichte aus, und danach kamen alle Unschuldigen und brachten ihr Wort "Vertäfelung" unter... Das muss selbst dem schnarchnasigsten Inspektor auffallen. Insofern ein ähnliches Problem wie bei Linq, wenn dort der Fragezeichen-Spieler zuerst ran muss, allerdings noch extremer.

Gruß FBI

Benutzeravatar
Olav Müller
Kennerspieler
Beiträge: 638

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Olav Müller » 12. November 2008, 16:36

Frank Biesgen schrieb:
> genau das Problem hatten wir - der Täter war als erster dran
> und dachte sich seine Geschichte aus, und danach kamen alle
> Unschuldigen und brachten ihr Wort "Vertäfelung" unter... Das
> muss selbst dem schnarchnasigsten Inspektor auffallen.
> Insofern ein ähnliches Problem wie bei Linq, wenn dort der
> Fragezeichen-Spieler zuerst ran muss, allerdings noch extremer.

Ja, aber die unschuldigen Spieler gewinnen ja auch Punkte dadurch, dass sie den Inspektor in die Irre führen. Daher greifen die wahrscheinlich ein oder zwei Begriffe aus der Story des Täters auf. Idealerweise wird jeder "ungewöhnliche" Begriff also zwei bis drei Mal genannt.

In der zweiten Runde (es gibt zwei Befragungsrunden, für die, die das Spiel noch nicht gespielt haben) wird ja auf jeden Fall jemand anderes mit seinem Alibi starten müssen.

CU,
Olav

[[ Brettspieler aus Leidenschaft... - http://brettspieler.blogspot.com/ ]]

Benutzeravatar
Andreas Keirat

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Andreas Keirat » 12. November 2008, 16:51

peer schrieb:
>
> Hi,
> Das liest sich sehr interessant, aber eine Frage hab ich dann
> doch: Kann es nicht vorkommen, dass der Täter als erster
> ranman und daher noch keine Ahnung haben kann, welche Wörter
> er einbauen muss? Oder ist das gar kein Problem?
>
> ciao
> peer


Das kann ein Problem werden, wenn die nachfolgenden Spieler sich nicht im Klaren sind, daß es besser ist, wenn SIE selbst unschuldigerweise verdächtigt werden. Also werden sie spätestens ab der zweiten Partie anfangen, brav den ersten Erzähler zu unterstützen und plötzlich gaaaanz ähnliche Geschichten erzählen und auf einmal auch komplett blödsinnige Begriffe noch zusätzlich einzubauen. Da steht dann eine Schrankwand im Zoo, die unerklärlicherweise neben einem Kühlschrank noch braune Socken und einen Stabmixer beinhaltet. Und keiner dieser Begriffe muss dabei vorgeschrieben sein... Was meinst Du, wie dies den Inspektor (und meist auch den Kontrolleur) verwirrt... Und dann sind da ja noch 2 Leutchen...

Wenn natürlich exakt drei Begriffe bei den restlichen Spielern immer wiederholt werden, ist es recht klar, wer gemeint sein könnte als Täter. Wenn es aber sieben oder acht sind, wird das ganze total komisch für die meisten (bis auf den Inspektor, der dann eh nur raten kann. Aber hey, wer will bei so einem Spiel schon gewinnen ?!?!?)

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

(dessen Holde das Ding in Essen getestet hat, während der Göttergatte mit Spielen zum Auto gerannt ist... Danach durfte er nochmal rennen, weil dieses #?ß+#' Spiel so schwer war *gg*)

Benutzeravatar
Björn-spielbox
Kennerspieler
Beiträge: 1177
Wohnort: Hannover
Kontakt:

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Björn-spielbox » 12. November 2008, 17:14

Das erinnert mich stark an Carabistouille (oder so ähnlich). Dort musste man auch Worte unterbringen - beliebt war dann immer der Pizzabringdienst, der eine Pizza lieferte mit den abstrusesten Dingen drauf :-)

Björn, der schon seit einiger Zeit auf sein "Ein bisschen Mord muss sein..." wartet

Benutzeravatar
Pricuricu

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon Pricuricu » 13. November 2008, 09:41

Andreas hat genau den richtigen Punkt getroffen. Strickt in eure Alibis nicht nur die Pflichtwörter und die Wörter der Vorgänger ein, sondern mischt auch noch völlig abstruses Zeug unter.
Grüße, Guido
(wird per Fahndungsfoto gesucht - einfach mal in die Spielregel von EBMMS schauen :-) )

Benutzeravatar
ravn

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon ravn » 13. November 2008, 11:27

Olav Müller schrieb:
>
> Frank Biesgen schrieb:
> > Insofern ein ähnliches Problem wie bei Linq, wenn dort der
> > Fragezeichen-Spieler zuerst ran muss, allerdings noch
> extremer.
>
> Ja, aber die unschuldigen Spieler gewinnen ja auch Punkte
> dadurch, dass sie den Inspektor in die Irre führen. Daher
> greifen die wahrscheinlich ein oder zwei Begriffe aus der
> Story des Täters auf. Idealerweise wird jeder "ungewöhnliche"
> Begriff also zwei bis drei Mal genannt.

Stimmt beides. Wenn man das Spiel aber das erste Mal spielt und damit noch nicht weiss, was da auf einem zukommt und erst beim Alibi-Erzählen merkt, wie kurz 2x 30 Sekunden wirklich sind, dann ist man wohl eher geneigt, seine eigenen Worte erstmal unterzubringen und vergisst dabei, die anderen ungewöhnlichen Worte ebenfalls einzubauen, damit das Spiel funktionieren kann.

Braucht eben seine Zeit und Spielrunden, um sich entfalten zu können. Wobei ich die erste Runde fast schon als Proberunde einordnen würde, wo sich jeder erstmal über die Gestaltung einer Rolle klar wird und wie man das im Spiel umsetzen kann. Ist aber auch kein Spiel für Jedermann/frau und jede Spielstimmung am Tisch.

Cu/Ralf

Benutzeravatar
ravn

Re: Carabistouille als Ursprung

Beitragvon ravn » 13. November 2008, 11:35

Björn schrieb:
>
> Das erinnert mich stark an Carabistouille (oder so ähnlich).

Ähnlichkeiten sind vorhanden. Wobei mir "Ein bisschen Mord muss sein" von der thematischen Umsetzung und Einbettung ins kriminalistische Umfeld besser gefällt. Bei Carabistouille geht es ja fast nur ums vorgegebene Wörter in eigene Geschichte unterbringen, dessen Anfang vorgegeben ist, ohne dass es die Mitspieler mitbekommen.

Platte Aufzählungen wie in "ich packe meinen Koffer" hatten wir uns damals aber selbst untersagt. Machte das Spielgeschehen kaputt, wenn einer nur 100 Begriffe runterratterte ohne Sinnzusammenhang.

Schönes Spiel, jahrelang gesucht in der Pre-Internet-Zeit.

Cu/Ralf

Benutzeravatar
freak
Kennerspieler
Beiträge: 1105

Re: irgendwie untergegangen: das neue von "Werwolf" Hervé Marly

Beitragvon freak » 13. November 2008, 12:14

Das Bild habe ich schon gesehen....wie hoch ist die Belohnung? ;)

Gleichgesinnte Grüße ;)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 49 Gäste