Beitragvon Hartmut Th. » 28. Oktober 2010, 11:21
Nun, Caravelas konnte ich auf der Messe nicht spielen, da war es immer recht voll. Das Spiel hat eine ansprechende Optik und ist sehr gut produziert. Ich habe das Spiel am Stand englisch erklärt bekommen (und auch gekauft) und war am Abend daheim beim Lesen der Regel erstaunt, wie gut stukturiert und vollständig man mir das Spiel erklärt hatte - ich hätte gleich loslegen können :-) Noch habe ich es nicht auf dem Tisch gehabt, freue mich aber schon darauf.
Caravelas erinnert ganz entfernt an Spiele wie Tikal, wo eine Menge von Aktionspunkten - hier 9 bis 12 Navigationsmarker - zu einer entsprechenden taktischen Vielfalt von Zügen verwendet wird. Normalerweise kostet ein Feld auf der Hex-Weltkarte einen solchen Punkt, entlang der vielen Strömungs-/Windlinien in den Ozeanen ist es aber umsonst. Barrieren von Sonderfeldern zwingen zum Ausspielen von Ereigniskarten (man kann unter 5 Handkarten wählen), der Begegnung mit Piraten (kosten Extrapunkte) oder einem Sturm am Kap der guten Hoffnung, bei dem mit einer 50:50 Chance eines der drei bis vier Schiffe der eigenenen Flotte (und damit der ggf. schon gefüllte Laderaum für zwei bestimmte Güter) dem Untergang geweiht ist. Und erst in Lissabon kann die Flotte wieder kostenfrei erneuert werden.
Interessant ist das taktische Ausnutzen der Ereigniskarten *anderer* Spieler, die oft als Extrawinde oder Sturm für alle Schiffe im auf der selben Planhälfte - links oder rechts vom Kap - segeln. Dann dürfen nämlich die Mitspieler zuerst diese Punkte zu ihren Gunsten nutzen und dabei die Wirkung der ansonsten mitunter schädlichen Sonderfelder ignorieren.
Siegpunkte - und um die geht es hier wie so oft - gibt es für die Erst-Entdeckung von Häfen auf der Karte, für (in Form von Spielkarten) verdeckt gehaltene Erstentdeckungen ganz bestimmter Häfen und natürlich den Gütertransport aus der Ferne in die Heimat. Die acht verschiedenen Waren gibt es in entsprechend vielen verschiedenen Häfen, so dass es auch eine Frage des Timings ist, ob man weitersegelt oder die Heimreise antritt.
Speziell der grüne Pfeffer kann daheim in Lissabon auch zum lukrativeren Bau des Jeronimos-Kloster eingesetzt werden. Und wenn das fünfte Palastteil gebaut ist, endet das Spiel zum Schluss der laufenden Runde.
verspielte Grüße, Hartmut
- Spielekreis Hiespielchen - www.hiespielchen.de -