Anzeige

Spiel des Jahres

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Martin Lange

Spiel des Jahres

Beitragvon Martin Lange » 12. Mai 2000, 15:54

Hallo Leute,
ob Tadsch Mahal, La Citta, Carolus Magnus oder Fürsten von Florenz oder oder... alles zweifellos tolle Spiele von ebenso tollen Autoren für einen anspruchsvollen Spielerkreis, aber keines ist auch nur annähernd ein Familienspiel (Ausnahme: Für hochbegabte Kinder).
Dann schon eher so etwas, wie Kardinal und König, interessiert aber Kinder kaum oder Silberzwerg mit seinem schönen Glasperlen.
Was dabei wieder auffällt. Der Preis ist dringend reformbedürftig. Eine Aufteilung ähnlich der "Oscar-Verleihung" käme sowohl den Spielern, wie den Verlagen und dem Handel entgegen. Dann gäbe es bspw.:
Das beste Familienspiel d.J.
Das beste Strategiespiel d.J.
Das beste historische Spiel d.J.
Das beste Kartenspiel
usw.
Das würde jedenfalls die Klasse der vorhandenen Spiele entsprechend würdigen.
Und vergeßt bei allen eigenen Vorlieben nicht: Wir haben "noch" einen Spielemarkt, um den uns die ganze Welt beneidet. Helft vor allem all die kleinen Verlage zu stützen, sie haben es mehr als verdient
gewürfelte Grüße M.L.

Benutzeravatar
Helmut
Kennerspieler
Beiträge: 1529

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Helmut » 12. Mai 2000, 16:23

Du magst in puncto "Familientauglichkeit" total recht haben!
Die Aufteilung des SdJ in Unterabteilungen wurde schon oft diskutiert und genauso oft von der Jury verworfen.
MfG
Helmut

Benutzeravatar
Brigitte

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Brigitte » 12. Mai 2000, 16:31

Meiner neunjährigen Tochter gefallen unter anderem "Kardinal und König", "Ohne Furcht und Adel" und Laguna.
Brigitte

Benutzeravatar
Carsten

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Carsten » 12. Mai 2000, 17:15

Das mit der Familientauglichkeit hat Hand und Fuß, nur wenn der Preis aufgeteilt würde, gäbe es eine Preise-Inflation und Otto Normalverbraucher wäre dann sicherlich etwas überfordert - denke ich.
Carsten (wartet auf die Auswahlliste)

Benutzeravatar
Roman

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Roman » 12. Mai 2000, 17:51

Hallo,
ich gebe Dir zwar recht, dass keines der genannten Spiele ein reines Familienspiel ist, sondern eher etwas anspruchsvoller. Aber ehrlich gesagt, ist das für mich keine Neuheit/Besonderheit dieses Jahr. Schaut Euch doch mal die Preisträger der vergangenen Jahre an - da waren wirklich viele Spiel darunter, die ebenso komplex waren. Ich halte auch Siedler oder El Grande für durchaus recht anspruchsvoll, trotzdem haben beide (Siedler auch und gerade mit tausend Erweiterungen und Verkomplizierungen) in Familien Einzug gehalten. Ich finde, man sollte vielleicht auch Familien (bzw. Kinder) nicht so kategorisch unterschätzen, da wird auch mal komplexeres als "Mensch ärgere Dich nicht" gespielt, wenn es SdJ wird.
Aber, um ehrlich zu sein, habe auch ich z.B. letztes Jahr nicht verstanden, warum Tikal anstelle von Union Pacific SdJ wurde. Ich halte letzteres für deutlich weniger grüblerisch, überschaubarer und, warum auch immer, für unterhaltsamer beim Spielen. Und es kam auch im Familienkreis sehr gut an...
Aber, wie gesagt: Siedler mit Erweiterungen ist ein ziemlich komplexes Strategiespiel, und trotzdem hat es in Familien geklappt... Wenn ein Spiel schönes Material, ein schönes Thema und verständliche Regeln hat, kann meiner Meinung nach die Komplexität auch etwas höher sein, als es sonst für Familienspiele vielleicht angesetzt wird. Ich habe auch schon erlebt, dass sich Familien über die simple Struktur von "Elfenland" beschwert haben (natürlich eine, die auch regelmäßig jedes Jahr SdJ's kauft und öfter spielt).
Nur, letztendlich, sowas wie z.B. "Vinci" wird wohl kaum ernsthaft dafür in Frage kommen.
Ciao,
Roman

Benutzeravatar
beat

re: Spiel des Jahres

Beitragvon beat » 13. Mai 2000, 00:42

das mit der ueberforderung ist sicher ein einwand. nur kann man den schon mit den heutigen sdj's anbringen. die unterschiede in bezug auf die schwierigkeit sind zwischen den einzelnen sdj's meiner meinung nach zu krass fuer einen gelegenheitsspieler: im einen jahr kommt ein ziemlich einfaches mississippi queen, im anderen ein eher abstraktes und komplexeres el grande. so gesehen wüsste auch ein nicht-spielekenner eher auf was er sich einliesse, gaebe es die aufteilung in verschiedene sparten. dem einen oder anderen bliebe so vielleicht eine enttaeuschung erspart.
beat (wartet ebenfalls auf die auswahlliste)

Benutzeravatar
Brigitte

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Brigitte » 13. Mai 2000, 16:26

Tja, wenn man wie beim Oskar verfahren will, dann müßte die Jury aber aus Produktmanagern, Spieleautoren ... bestehen. Der Oskar ist schließlich kein Kritikerpreis.
Brigitte

Benutzeravatar
peer

re: Spiel des Jahres

Beitragvon peer » 14. Mai 2000, 10:36

Eine Aufteilung macht nur Sinn, wenn man sich zum einen nicht in endlosen Defintionen verzettelt (ist ABC jetzt ein Taktik- oder ein Strategie- oder gar ein Familenspiel?) und es zum anderen auch einigermassen gesichert ist, dass jedes Jahr in der Kategorie auch eine adequate Anzahl Spiele erscheinen (Der Preis für das beste historische Spiel geht dieses Jahr wieder an das einzige historische Spiel...).
Meines Erachtens würden drei Sparten reichen: Mehrpersonenbrettspiel, Kartenspiel und Zweipersonenspiel. Spiele aus den letzten beiden Kategorien haben sonst nämlich NIE ne Chance aufs SdJ.

Benutzeravatar
Holger Peine

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Holger Peine » 15. Mai 2000, 09:54

Roman (ropelek@bigfoot.com) schrieb:
> ... habe auch ich z.B. letztes Jahr nicht verstanden, > warum Tikal anstelle von Union Pacific SdJ wurde.
Mein Tip: Weil die gleiche Kombination von Autor und Verlag (Alan Moon und Amigo) schon im Vorjahr mit Elfenland gewonnen hatten.

Benutzeravatar
Stephan Zimmermann

re: Spiel des Jahres

Beitragvon Stephan Zimmermann » 15. Mai 2000, 10:19

... und weil UP nur ein Remake ist.
... und weil Ravensburger mal wieder gefördert werden
sollte (Das Spiel Tikal selbst war es ja wohl nicht
unbedingt;)
Stephan

Benutzeravatar
Roman

re: Spiel des Jahres 99 / Auswahlliste

Beitragvon Roman » 15. Mai 2000, 12:57

Hallo,
...Elfenland war ja auch nur ein Remake. Aber ich denke, dass da wirklich doppelte Autor/Verlag-Auszeichnung vermieden werden sollte. Meines Erachtens hat Ravensburger jedoch mittlerweile selbst genug getan, um sich zu fördern, die Schützenhilfe wäre so ausgeprägt nicht notwendig gewesen. Alles in allem: nix gegen Tikal, aber ich kenne besseres, und halte es auch als Familienspiel für etwas zu grüblerisch und unkommunikativ. Es ist gut, schön ausgestattet etc., aber nicht unbedingt SdJ. Da gefallen mir Tadsch Mahal, Torres, Carolus Magnus und La Citta heuer allesamt besser. Aber die haben ja auch alle Chancen dieses Jahr, die Auswahlliste gefällt mir ziemlich gut, ich vermisse nur Wongar ein wenig, denn es ist, wenn auch nicht SdJ-verdächtig, doch durchaus ne Empfehlung wert.
Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Volker L.

Kategorien fuer Spiel des Jahres

Beitragvon Volker L. » 16. Mai 2000, 15:50

Ich waere eher fuer eine Aufteilung zwischen
Familienspiel und Erwachsenenspiel, das
Unterscheidungskriterium muesste sein, ob die
Komplexitaet der Regeln und des Spielablaufes
fuer ein durchschnittliches Kind von ca. 10
Jahren und fuer einen durchschnittlichen
Gelegenheitsspieler (Eltern, die kein eigenes
Interesse am Spiel haben, sondern nur mit ihren
Kindern spielen, damit die nicht den ganzen Tag
vor der Glotze hocken - was ja eigentlich ganz
lobenswert ist) bewaeltigt werden kann.
Eine solche Unterteilung haette zur Folge, dass
die Auszeichnung "Familien-SdJ" eine zuverlaessige
Kaufempfehlung fuer Eltern ohne detailliertere
Kenntnisse der Spieleszene waere, und mit
"Erwachsenen-SdJ" wuerde dann das beste Spiel fuer
uns anspruchsvollere Spieler seine verdiente
Annerkennung erfahren.
Gruss, Volker

Benutzeravatar
peer

re: Spiel des Jahres 99 / Auswahlliste

Beitragvon peer » 16. Mai 2000, 16:55

Ich weiss, es interessiert keinen, aber ich afnd Tikal besser als Union Pacific.
Ehrlich gesagt, finde ich die Nominierungen wichtiger als den Ehrenpreis, den zumindest bei den drei Spitzenkandidaten könnte genausogut das Los entscheiden...

Benutzeravatar
Roman Pelek

re: Spiel des Jahres 99 / Auswahlliste

Beitragvon Roman Pelek » 17. Mai 2000, 13:28

Hi,
>Ich weiss, es interessiert keinen, aber ich afnd Tikal >besser als Union Pacific.
> Ehrlich gesagt, finde ich die Nominierungen wichtiger >als den Ehrenpreis, den zumindest bei den drei >Spitzenkandidaten könnte
> genausogut das Los entscheiden...
Natürlich sind die Nominierungen "theoretisch" die Hautptsache, nämlich eine Liste von zu empfehlenden Spielen. Nur, im Endeffekt ist das nur was für Spieler wie uns, die sich auch dafür interessieren. Otto Normalgelegenheitsspieler schaut, wenn zu Weihnachten oder Geburtstag nach einem Spiel sucht, fast nur auf den bekränzten Pöppel mit Spiel des Jahres.
Die Preisvergabe unter den besten drei ist sicher nicht unbedingt für jeden die beste Wahl, da dürften die Meinungen weit auseinandergehen. Aber, und das ist das entscheidende, der Preisträger hat wirtschaftlich mit Abstand die höchsten Verkaufszahlen (zumindest wenn man den Bestenlisten in manchen Geschäften trauen darf).
Und deswegen ist es oftmals auch so schade, wenn Spiele als zweit- und drittplazierte so im Schatten stehen. Auch und gerade in diesem Jahr wieder bedaure ich schon die zwei Spiele, die den Titel nicht schaffen. Und hoffe auf Reiner Knizia, weil der eben von der breiten Masse kaum berücksichtigt wird, sondern nur von den Spielefreaks. Oder Gerd Fenchel, nur dass dazu das Spiel zu komplex sein dürfte...
Ciao,
Roman Pelek


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 12 Gäste