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Java - Gäähhn!

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Michael Andersch

Java - Gäähhn!

Beitragvon Michael Andersch » 24. Oktober 2000, 07:20

Nachdem ich am Wochenende zum ersten Mal Java gespielt habe muß ich sagen: Ich bin schwer enttäuscht.
Nichts gegen das Spiel als solches. Es ist ausgewogen mit guter Grafik, auch wenn das meiste alles andere als neu ist (einschließlich des Schachtelcovers - aber die Diskussion will ich nicht nochmal aufwärmen).
Was mich aber echt genervt hat, das war die fehlende Interaktion, bzw. die ellenlange Wartezeit zwischen den Zügen. Durch die gegenüber Tikal trotz verringerter Anzahl von Aktionspunkten deutlich gestiegene Zahl von Möglichkeiten zieht sich das Spiel wie Kaugummi - und zwar wie einer von der besonders ausgekauten Sorte (Spieldauer bei uns inkl. Erklären: 3,5h !!!)
War dieses Spiel echt nötig? Hätte ein anderer Autor die gleiche Idee bei einem Verlag XY eingereicht, er wäre vermutlich hochkant wieder rausgeflogen. Bekommen Kramer/Kiesling kein Spiel ohne Aktionspunkten mehr hin, bei dem ausnahmsweise mal alle am geschehen beteiligt sind?
Micha (hat noch vier Aktionspunkte)

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Roman

re: Java - Gäähhn!

Beitragvon Roman » 24. Oktober 2000, 07:48

Hi Micha,
>Was mich aber echt genervt hat, das war die fehlende Interaktion, bzw. die
ellenlange Wartezeit zwischen den Zügen.<
Es kommt, wie immer, auf die Mitspieler an. Leute mit weniger als sehr gutem räumlichen Vorstellungsvermögen sollte man leider nicht an das Spiel lassen, da wird dann in Bauklötzchenbaumanier gebaut, abgebaut, umgebaut, aufgegeben, neu angefangen etc. Bezeichnenderweise waren in unserer letzten Runde die beiden Personen vorne, die die mit Abstand kürzesten Bedenkzeiten hatten.
>Durch die gegenüber Tikal trotz
verringerter Anzahl von Aktionspunkten deutlich gestiegene Zahl von
Möglichkeiten zieht sich das Spiel wie Kaugummi - und zwar wie einer von
der besonders ausgekauten Sorte (Spieldauer bei uns inkl. Erklären: 3,5h !!!)<
Nuja, ich fand Tikal schlimmer - vielleicht lag's aber auch wieder nur an den Personen, die mitspielten. Bei Tikal gibt es gegen Ende oft auch soviele Wegmöglichkeiten und vor allem so viele Pöppel, die man ziehen kann, so dass ich das durchaus als noch schlimmer empfand.
Aber, wie gesagt, manchen liegt das dreidimensionale Denken nicht so, der eine sieht sofort, was machbar ist, der andere halt nicht. Bei Tikal sieht m.E. keiner ohne längeres Nachdenken genau das bestmögliche.
>War dieses Spiel echt nötig? Hätte ein anderer Autor die gleiche Idee bei
einem Verlag XY eingereicht, er wäre vermutlich hochkant wieder
rausgeflogen. Bekommen Kramer/Kiesling kein Spiel ohne Aktionspunkten
mehr hin, bei dem ausnahmsweise mal alle am geschehen beteiligt sind?<
Wie ich auch schon geschrieben habe: es reicht wirklich. Dennoch ziehe ich Java Tikal deutlich vor. Wir hatten übrigens trotz zweier langsamer Mitspieler mit Erklären eine Spielzeit von genau 2h. Im übrigen ist mit den Tempelkarten wenigstens etwas Interaktion, während Tikal in der Grundversion gespielt, davon ja wirklich nix bot.
Jedenfalls: wer versucht, Java in die engere Auswahl für das SdJ zu bringen, sollte auf die Finger geklopft bekommen - das ist nach Torres und Tikal nicht wünschenswert. Vielleicht sollte Herr Kramer mal wieder öfter mit Herrn Ulrich entwickeln - da geht's auch ohne AP. Auch wenn die Fürsten von Florenz m.E. nicht der Oberhammer waren - wenn man bei den Fürsten ein paar der vielen Spielelemente abzieht, und bei Java die Aktionspunkte rausschmeisst, dann hat man vielleicht mal wieder die groben Zutaten für ein gutes Spiel wie seinerzeit El Grande.
Jedenfalls, ich stimme Dir zu, sollten in einem Zug nicht so viele Möglichkeiten bestehen, was man tun kann - das ist zwar strategisch reizvoll, aber nur gegen den Computer, mit drei Mitspielern wartet man sich einen Wolf. Und es führt leider auch zu genervten, leicht aggressiven Diskussionen wie "meine Güte, siehst Du das nicht? Jetzt bau doch nicht dreimal um" etc., die einem durchaus auch die Stimmung verhageln können.
Ciao,
Roman (der dieses Jahr immer noch am liebsten Tadsch Mahal spielt)

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Michael Andersch

re: Java - Gäähhn!

Beitragvon Michael Andersch » 24. Oktober 2000, 09:13

Meiner Meinung nach lag die lange Spieldauer weder am fehlenden Vorstellungsvermögen einiger Mitspieler noch an deren langen Bedenkzeiten (von einer Ausnahme mal abgesehen).
Woran es aber sonst gelegen hat weiß ich auch nicht...vielleicht wirklich einfach nur weil man verdammt viele Möglichkeiten hat?
Gruß,
Micha


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