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Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Roman Pelek

Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?

Beitragvon Roman Pelek » 4. Dezember 2000, 13:58

Hi,
wir haben gestern mal wieder zu viert Iron Dragon gespielt (6h lang mit erneutem Regelstudium). Tenor der Runde war: nette Thematik, netter Spielplan, aber entweder zu öde für 6h oder zu lang. Und der Plan erschien uns zu gross, die "Laufstrecken" zu weit und öde.
Nun wollte ich wissen, ob andere Eisenbahnspiele (18xx-Serie) da mehr Interaktion bieten? Wir vermissten an ID etwas die Möglichkeit, andere blockieren zu können oder irgendwie zu handeln. Wir spielten im Prinzip jeder vor uns hin, malten Strecken, fuhren hin- und her und hin- und her, wischten, malten neu - aber das war's. Nach 6h hatten wir alle fast den gleichen Ausbaustand und fast das gleiche Geld und haben uns dabei kaum auf die Füsse getreten oder gross gegnerische Strecken mitbenutzt. Die meiste Zeit hat man 5 Runden lang nur seine Lok gezogen und auf die anderen gewartet. Und Quasi-Null-Interaktion mit quasi vier Gewinnern nach 6h bot uns, wie gesagt, zu wenig.
Bieten die anderen 18xx-Spiele mehr? Kann man mehr handeln, blockieren oder über Aktien Interaktion herstellen? Die Bereitschaft bei uns, auch mal 4-6h zu spielen ist mit ein paar unserer Bekannten da, nur wenn's so öde Lauferei auf einem Riesenplan ist, dann nicht.
Wenn ihr Tipps habt, wäre ich natürlich auch froh, wenn die Spiele auch noch irgendwie zu kriegen sind ;-)
Ciao,
Roman

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Gerald Rüscher

re: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?

Beitragvon Gerald Rüscher » 4. Dezember 2000, 14:28

Roman fragt an
> [... Iron Dragon nicht so toll ...]
> Bieten die 18xx-Spiele mehr Interaktion?
> Kann man mehr handeln, blockieren oder
> über Aktien Interaktion herstellen?
Ich will meine Lobrede nicht noch mal in epischer Breite wiederholen, daher nur kurz zur Interaktion:
Die 18xx Spiele sind hochgradig interaktiv. So gut wie jede Aktion im Spiel hat direkten Einfluss auf das Handeln der Mitspieler. Ein paar Beispiele.
Wenn ich ...
... eine AG eröffnen will und nicht genug Geld habe, bin ich auf das Kapital der anderen angewiesen.
...Aktien kaufe stütze ich direkt oder indirekt den Präsidenter der AG
... Aktien verkaufe, senke ich den Wert der Portfolios der anderen Spieler
... eine ruinöse AG abstosse, halse ich dem neuen Präsidenten massive Geldprobleme auf
... Züge kaufe, bringe ich andere Spieler in den Zwang, ihre Züge teuer zu modernisieren
... Bahnhöfe baue, enge ich automatisch die Fahrtstrecken der anderen ein.
... Strecken fies baue, sabotiere ich die Möglichkeit der anderen, lukrative Städte zu erreichen.
... Strecken in Kooperation mit einem anderen Präsidenten baue, kann ich in Windeseile ein großes Netz aufbauen
usw. usf.
Wie gesagt: 18xx = schlimmer als Pokern
Gruß,
Jerry

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andreas haun

re: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?

Beitragvon andreas haun » 4. Dezember 2000, 15:24

moin,
hab ID als pc-spiel, hier geht alles vile flotter, ist aber genauso eintoenig. ich spiele viel lieber RailBaron (pc) oder sternenfahrer (pc).
gruzs
andreas

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Heinrich Glumpler

re: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?

Beitragvon Heinrich Glumpler » 4. Dezember 2000, 15:41

Hi,
ein Tip zu Iron Dragon - das Spiel ist ein Solitär für n Mitspieler, wenn man nur mit den "privaten" Aufträgen spielt. Unsere Variante: legt zusätzlich noch drei Karten auf, die von JEDEM erledigt werden können - wer hier zuerst kommt, malt zuerst. Wenn man jetzt nicht ständig aufpasst, investiert man schnell mal in die falsche Strecke oder ist in eine Sackgasse unterwegs - für besonders Hartgesottene: reduziert die Anzahl der "privaten" Aufträge auf 2 und erhöht die Anzahl der offenen Aufträge auf 4 (das IST hart zu spielen) - am Anfang sollte allerdings jeder immer 3 private Aufträge haben, da sonst die Planung praktisch nicht möglich ist. Sobald der erste eigene erledigt ist, zieht man immer nur noch auf maximal 2 private Aufträge nach (gleiches Schema, wenn man mal alle Demands wegwirft).
ID ist vor allem auch Erfahrungssache - allerdings auch Geschmackssache (18xx ist super - nur wird man als Anfänger von erfahrenen Spielern oft als Kanonenfutter verwendet, JMHO).
Grüsse
Heinrich

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Gerald Rüscher

Neulinge abziehen? (war: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?)

Beitragvon Gerald Rüscher » 4. Dezember 2000, 16:22

Henrich behauptet:
> 18xx ist super - nur wird man als Anfänger von
> erfahrenen Spielern oft als Kanonenfutter
> verwendet
Was für ein hässliches Wort. Sagen wir doch lieber: Neulinge werden ...
"spielend in die Feinheiten eingeführt"
"als Juniorpartner integriert"
"mit der Betreuung unterkapitaliserter AGs betreut"
"angehalten Kapitalengpässe durch eigenes Vermögen zu überbrücken"
"durch praktische Erfahrung auf Unstimmigkeiten in ihrem Portfolio hingewiesen"
Das klingt doch alles gleich viel netter ;-)
Gruß,
Jerry ("ein neuer Diesel kostet wieviel????")

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Gerald Rüscher

re: Neulinge abziehen? (war: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?)

Beitragvon Gerald Rüscher » 4. Dezember 2000, 16:23

Immer diese Hektik ... tippen müsste man können ...
> "mit der Betreuung unterkapitaliserter AGs betreut"
muss natürlich "beauftragt" heissen :-/

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Heinrich Glumpler

re: Neulinge abziehen? (war: Eisenbahnspiele - welche für Einsteiger bzw. Ungeduldige?)

Beitragvon Heinrich Glumpler » 4. Dezember 2000, 17:20

:-)))
Ich würde jedenfalls mit den 18xx anfangen, in denen es nicht möglich ist, einem Spieler eine desolate Gesellschaft "reinzusauen" (sprich: durch geschickten Aktienverkauf jemanden zum Direktor einer Pleitefirma zu machen) - trotzdem 18xx ist super - in jeder seiner Erscheinungsformen -- und ebenfalls trotzdem: ich würde eine Partie Iron Dragon oder Merchant of Venus jederzeit vorziehen (wie gesagt: Geschmackssache).
Grüsse
Heinrich


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