Der Austritt der 3 Jurymitglieder war offensichtlich ein Knaller. Was nun von den (auch in diesem Forum sehr aktiven) Herren Knopf und Ruschitzka dazu zu lesen war, ist höchst interessant und lässt tief in die Seilschaften blicken. Und selbst wenn die Stellungnahme der verbliebenen Mitgleider noch aussteht, eines ist jetzt schon so klar wie nur was: es geht um GELD, viel GELD. Geld für die Verlage, Geld für die Autoren und natürlich auch um Geld für den Verein selbst und das damit bedenklich eng vernetzte Spielearchiv.
Gegen die Lizenzeinnahmen wird kein vernünftiger Mensch etwas einzuwenden haben, schliesslich sichern sie die (wie auch immer geartete) Öffentlichkeitsarbeit, die letztlich dann ja doch irgendwie unser vielgeliebtes Hobby nach vorne bringt. Aber, aber, aber!
Wenn man dann Worte wie "Liquiditätsschiewrigkeiten" und "zinslose Kredite" (auch noch rückwirkend) für das Spielearchiv liest, dann weiss man genauso klar, das jede Mark mehr eine äusserst willkommene Mark ist.
Muss es da noch verwundern, dass noch nie ein kleines preisgünstiges Karten- oder Kleinschachtelspiel den Hauptpreis gewonnen hat. 6 nimmt, Bohnanza und UFuA, zumindest eines davon hätte den Titel verdient gehabt.
Nun mag es nicht mehr verwundern, dass nicht.
Was genauso eklatant ins Auge sticht, ist wohl die Tatsache, dass einige Juroren so gut wie überhaupt keine Kritiken mehr schreiben. Das wäre doch die beste Öffentlichkeitsarbeit überhaupt - Artikel in großen Zeitungen. Wo schreibt denn ein Herr Thole aktuell noch? Würde mich mal interessieren. Ich lese die Spielbox (natürlich) und die Pöppel. Noch nie was von Herrn Spielearchiv darin gelesen. Noch nie! Aber im Fernshenen habe ich ihn mal gesehen. Da war von Kulturgut die Rede und von Spielen in der Nazizeit. Gut und schön, aber die Sp. d. Jahres-Tätigkeit darf doch nicht zur rein intellektuellen Plattform werden. Ich als Spieler möchte etwas über den aktuellen Jahrgang erfahren, auch von den anderen Herrschaften aus dem ehemaligen Elferrat, die ich nicht kenne und von denen ich noch nie ein Sterbenswörtchen gelesen habe. HIER IM FORUM sollten sie sich mal äussern, dann lesen es viele. Ist doch nicht schwer und ich glaube alle hier würden es begrüssen.
Wenn die Jury wirklich unabhängig ist, dann soll sie das doch mal beweisen. Carcassonne ist ein tolles Spiel. Nicht teuer und mit dem Pöppel womöglich gar unter 20 Mark. Wie wärs denn? Oder ein gutes Kartenspiel für die Familie, falls es dieses Jahr wieder eines gibt.
Ich bin gespannt. Aber große Hoffnungen mache ich mir nicht.
Gerhard Koch