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Frage zu Spiele in Amerika bestellen

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Jeannis Leist

Frage zu Spiele in Amerika bestellen

Beitragvon Jeannis Leist » 12. Februar 2001, 02:18

Hallo!
Hat jemand bereits Erfahrungen mit Bestellungen aus den USA. Mich würde interessieren, wie das mit Zoll und MwSt. abläuft.
Gruß, Jeannis

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Stefan-spielbox

re: Frage zu Spiele in Amerika bestellen

Beitragvon Stefan-spielbox » 12. Februar 2001, 15:55

Hallo Jeannis!
Kommt drauf an ob der Zoll Dein Päckchen untersucht oder nicht ;) Wenn Du Glück hast passiert überhaupt nichts, selbst wenn es kontrolliert wurde. Solltest Du aber eine sehr große Bestellung erhalten, möglicherweise auch noch mehrere OVP Exemplare von demselben Spiel, wirst Du höchstwahscheinlich Probleme bekommen. Auch ein Stempel, Aufkleber etc. der den Absender als professionellen Händler erkennen läßt ist ein Signal für den Zoll. Dann wirst Du Dein Päckchen beim Zollamt abholen müssen und darfst nachzahlen. Wieviel das genau ist, hängt vom Rechnungswert (unverschämterweise zählt das Porto mit zum Sendungswert) Deiner Sendung ab und ich vermute auch vom Körpergewicht des Zollbeamten multipliziert mit dem aktuellen Datum (im Ernst, das Berechnungsschema ist mir bis heute ein Rätsel). Der Zoll wird Dich deshalb nach einer schriftlichen Rechnung fragen aus der Wert hervorgeht. Sollte diese nicht im Paket liegen oder Du kannst keine beibringen (Versender darauf hinweisen - Stichwort Internetgeschäfte, bei denen der gesamte Schriftverkehr über eMail geführt wird) kommt es auf die Gnade der Zollwillkür an. Ich habe da das ganze Spektrum von "Na gut. Dieses Mal lassen wir das nochmal durchgehen" bis hin zu "Das müssen wir jetzt erst von einem Fachhändler schätzen lassen und danach berechnen wir dann die Gebühren" durchlitten. Der kleine grüne Zollaufkleber auf dem Paket ist so überflüssig wie ein Kropf. Den angegebenen Wert darauf glaubt Dir kein Zollbeamter. Auch von dem Häkchen bei "Geschenk" oder "Muster ohne Wert" läßt sich ein gründlicher Beamte nicht mehr in die Irre führen. Originalwortwechsel neulich beim Zoll:
Zoll:"Was sind diese Spiele wert?"
Ich:"Zwanzig Dollar steht doch drauf"
Zoll(grinst hämisch):"Ne, ne ich meine jetzt mal ohne den Versuch uns zu beschei***."
Ich:"Aber die Spiele sind gebraucht, nicht mehr neu."
Zoll:"Hast Du eine Rechnung?"
Ich:"Ne, war ein Tausch"
Zoll(erbost):"Tauschgeschäfte gibt's beim Zoll nicht!"
Ich:"Dann hat der gute Mann mir die Spiele geschenkt"
Zoll(stirnrunzelnd):"Na gut, bevor ich mir den Tag wegen zwei Spielen mit Arbeit versaue: viel Spaß"
Also im Grunde genommen gehört etwas Glück dazu. Ich will Dir aber den internationalen Spieleversand nicht ganz vermiesen. Ich habe bisher ca. 4-5 mal nachzahlen müssen. Die Zahl der Pakete die vom Zoll unbeanstandet durchgingen liegt um etliches höher. Und selbst die Summe die ich nachzahlen mußte lag im Schnitt _nur_ bei ca. 15-30% des Rechnungswertes.
Gruß,
Stefan

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

re: Frage zu Spiele in Amerika bestellen

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 13. Februar 2001, 10:10

Ein paar Hinweise:
1. Sendungen mit einem Wert unter 50 DM sind in der Regel zollfrei.
2. Man sollte - zumindest, wenn es sich um einen Einmkauf bei einem Händler handelt - eine Rechnung vorweisen. Die meisten Internethändler schicken einem die Rechnung nach der Bestellungf/Lieferung per eMail. Diese ausdrucken und mitnehmen für den Fall, daß keine Rechnung beiliegt. Meist zahlt man mit Kreditkarte. Hier zur Sicherheit Zahlungsbeleg (Kontoauszug, auch Ausdruck des Onlineauszuges) mit dabei haben. Auch bei anderen Zahlungsweisen hat man Unterlagen. (Barzahlung per Geld im Brief ist offiziell nicht erlaubt - in dem Fall keine schlafenden Hunde wecken.)
3. Die Zollgebühren sind kein Rätsel, sondern dicke Ordner, in denen für jede Warengruppe der Zoll drin steht, etwa 14% für HiFi-Geräte. Diese werden zum Rechnungsbetrag (incl. Porto) addiert und dann kommt noch mal 16% Mehrwertsteuer drauf. Bei neueren Artikeln sind die Ordner nicht ganz auf dem Stand: 1981 hat sich der Zollbeamte beim importierten ZX-Spectzrum dann für "Taschenrechner" entschieden und der vorige Woche angekommene "Video-CD-Recorder" ging als "sonstiges HiFi-Gerät" durch.
4. In der Regel sind die Leute freundlich und glauben einem, wenn mal Angaben fehlen. Aber blöd sind sie auch nicht, also ehrlich bleiben!
5. Wenn man den umständlichen Weg zum Zoll sparen will: Die Sendung nicht per Post, sondern Paketdienst (EMS, o.ä.) schicken lassen. Die handeln dann diese Geschichte für Dich. (Ja, sie kassieren auch 20 DM für diesen Aufwand ... aber überlege, was der Aufwand Dich bei Deinem Sundensatz kostet!) Meist läuft das so, das zunächst das Paket per Paketdienst kommt und wenige Tage später Zoll und Gebühren als offene Rechnung.
Roland
(der häufig technische Spieleren, die es hier nicht gibt, aus HongKong und USA bestellt.)


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