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SdJ - was war 1994?

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Ralf Abilgaard

SdJ - was war 1994?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 16. Februar 2001, 10:51

Da es in den Threads weiter unten fast nur noch um die Neugründung von neuen Spielepreisen geht und diese auch langsam zu unübersichtlich werden, beginne ich hier oben halt einen neuen:
Andreas Mutschke schreibt in seiner Stellungnahme: " ... im Jahre 1994 ergab sich eine Situation, die deutlich machte, dass es nicht gut war, sämtliche Fäden in der Marburger Geschäftsstelle bei Dr. Bernward Thole zusammenlaufen zu lassen, der gleichzeitig voll stimmberechtigtes Jurymitglied ist..."
Was ist damals passiert und welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?
Die gewachsenen Strukturen, die Herr Ernst so gebetsmühlenartig beschwört scheinen schon damals nicht unproblematisch gewesen zu sein.
Wir werden auch in den nächsten Jahren eine Jury haben, die sich nicht groß von der jetzigen unterscheidet und der Preis wird weiter große wirtschaftlich Macht und Auswirkungen auf die Akzeptanz von Spielen in der breiten Öffentlichkeit haben. Da wäre es schön, wenn die Personen, die das Kulturgut Spiel besonders in Ehre halten (Vielspieler, Fachmagazinleser, Forumsteilnehmer) intensiver über die Hintergründe der jährlichen Wahlen informiert würden. Transparenz schafft Vertrauen - welches leider nicht mehr allzu hoch ist und auch schon vor dem Austritt der drei Jurymitglieder nur noch in geringen Maße vorhanden war.
Ein wenig traurig stimmt mich in Andreas Mutschke auch die Bemerkung: "... jeweils bis zur Klausur im Mai möglichst alle Neuerscheinungen gespielt zu haben, ..."
Dies impliziert eigentlich, daß es vorgekommen ist, daß Jurymitglieder nicht alle Neuheiten gespielt hatten und wohl auch nicht unbedingt mehrmals. Wenn dies der Fall ist, dann frage ich mich ob dies eigentlich seriös ist. Denn um über ein Spiel, welches sich nicht schon im Ansatz als grottenschlecht erweist, urteilen zu können, möchte ich es mindestens zwei- bis dreimal gespielt haben und das nach Möglichkeit mit unterschiedlichen Mitspielern.
Gruß,
Ralf

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MarcFigel

re: SdJ - was war 1994?

Beitragvon MarcFigel » 17. Februar 2001, 09:58

Grundsätzlich stimme ich dir in deíner Argumentation voll zu. Es ist eine Frage der Ehre, mit der sich die
verbleibende Jury beschäftigen muß.
Doch der Preis "Spiel des Jahres" ist von der Bedeutung kein Kritikerpreis mehr. Stell dir vor, "La Città" wäre letztes Jahr SdJ geworden ( meiner Meinung nach wäre das verdient gewesen ). Stell dir jetzt die zahllosen überforderten Kunden vor, die das Sdj blind gekauft hätten, weil es SdJ ist und stell dir die armen Verkäuferinnen in Kaufhäusern vor, die das SdJ erklären sollen, wenn ein Kunde nicht weiter weiß.
SdJ ist ein Verbraucherpreis geworden.
Die Jury muß sich fragen, welches Spiel ist für eine breite Masse das beste.
Vielspieler stört dies nicht. Sie informieren sich eh
besser wie die Jury ( Berichte lesen, viel spielen ).
SdJ ist aber ein sehr interessantes Thema in Foren ( für Vielspieler ).

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Hanno Schwede

re: SdJ - was war 1994?

Beitragvon Hanno Schwede » 19. Februar 2001, 18:34

Hy
SdJ ist ein Spielepreis soweit ist klar. Leider oder auch zum Glück haben wir einen wichtigen Preis der neue und interesante Spiele beschreibt.
Leider ist die Qualität der prämierten Spiele sehr unterschiedlich, wer will ernsthaft ein Missisipi Queen mit Tikal oder Hase und Igel vergleichen? Diese grossen Unterschiede treten leider immer auf wenn Menschen die Qualität von Leistungen beurteilen wollen oder sollen. Dies ist der Nachteil bei einem Kritikerpreis.
Ich mache in meinem Lieblingsspieleladen oft die Erfahrung, das die Leute reinkommen und blind das aktuelle Spiel mit dem Pöppel kaufen, anstatt sich ernsthaft beraten zu lassen. Später hört man dann von eben diesen Leuten, das das Spiel schlecht war und das Spielen im allgemeinen keinen Spass bringt. Das wäre mit einer beratung nicht passiert.
Das nicht alle Jurymitglieder alle Spiele gespielt haben verschärft die Situation noch. Aber vielleicht könnte man durch ein deutlicheres Listensystem (prämierung der Auswahlliste, ohne einen Sieger) diese Situation ein wenig verbessern.
Ich hoffe ich konnte meine Gedanken dazu verständlich rüberbringen.
HANNO


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