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Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

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Ralf Abilgaard

Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Ralf Abilgaard » 18. März 2001, 02:03

Ich könnte echt wahnsinnig werden. Da habe ich in einem Anfall von kompletter Selbstlosigkeit mein letztes Carcasonne verschenkt, wei ich dachte, ich bekäme ja sicherlich bald wieder Ersatz - und dann das:
Der Ersatz ließ ein bisschen länger als erwartet auf sich warten, aber schließlich bekam ich ihn. Heute Abend haben wir es zum ersten Mal wieder spielen wollen, machten frohen Mutes die Schachtel auf, sehen die neue Zählleiste, welche durchaus praktischer ist, aber über deren graphische Umsetzung sich streiten läßt, drücken die einzelnen Plättchen aus den Stanzbögen, legen mehrere Haufen zusammen und werden plötzlich stutzig. Liegt es nur an der düsteren Kneipenbeleuchtung oder haben wir einen Knick in der Optik?
Nein! einige Plättchen haben eine deutlich hellere Rückseite als andere. Beim genauen Nachzählen stellen wir fest, daß es 36 helle, fünfundreißig dunkle und ein Startlättchen gibt. Genau die Hälfte der Stanzbögen hat also eine andere Rüchseite, welche deutlich voneinander zu unterscheiden ist. anfangs denkt man sich noch nichts dabei, aber bei genauerem Hinsehen, stellt man fest, daß sich auf den dunklen Teilen ale Klöster, sowie spielentscheidende Teile, wie das Plättchen, daß auf allen vier Seiten Wege hat oder auch das reine Stattplättchen, befinden!
Damit kann man das Spiel nicht mehr normal Spielen! Wer auf Klöster aus ist oder das Vier-Wege-Plättchen benötigt, nimmt selbstredend ein Plättchen mit dunkler Rückseite, sofern vorhanden. Wir haben uns zwei Lösungsmöglichkeiten ausgedacht: Entweder tut man alle Plättchen in einen Sack oder , wie wir es in Ermangelung eines geeigneten Sacks getan haben, man macht lediglich einen Stapel und läßt dem Spieler keine Entscheidungsmöglichkeit mehr, von wo er zieht!
Zugegeben: Das funktioniert. Nur leider leidet die Atmosphäre des Spiels darunter. Es macht doch immer wieder Spaß von einem anderen Stapel zu ziehen. Entweder scheint ein Spieler einen Stapel für sich gepachtet zu haben und man greift mal zu diesem, damit man auch mal was davon hat oder der eine Stapel hat einem schon rundenlang kein Glück gebracht und man nimmt jetzt frustriert ein Kärtchen von einem noch jungfräulichen Stapel. Letzendlich steht ja auch in der Spielregel, daß man mehrere Stapel macht.
Was mich dabei wirklich ärgert, ist die Tatsache, daß es bei Hans im Glück entweder keine ordentliche Endkontrolle gegeben hat oder man einfach davon ausging, daß es die Kunden schon schlucken werden. Bei jedem Satz Spielkarten für 1,60 DM Verkaufspreis ist es selbsverständlich, daß alle Karte auf der Rückseite 100% identisch sind. Hat im Verlag wirklich keiner die Qualität des Drucks überprüft? Ansonsten hätte man die ganze Charge an die Druckerei zurückgeben müssen. Wenn man an die Probleme von "Ohne Furcht und Adel" in der 1. Auflage denkt, sollte man doch gerade bei HiG etwas aufmerksamer geworden sein. Oder dachte man sich einfach, daß es kaum einer merken wird und man nur schnell wieder die Neuauflage auf dem Markt haben muß um kräftig Kohle zu machen?
Da HiG in Punkto Service immer vorbildlich war, bin ich gespannt, was ich demnächst erhalten werde: Einen Leinensack für alle Pättchen oder drei neue Stanzbögen mit hellem oder dunklem Druck oder vielleicht noch ein letztes Exemplar der alten Auflage?
Es ist wirklich schade, daß ein derart tolles Spiel in der zweiten Auflage so miserabel im Vergleich zur Ersten dasteht. Fehldruck bei den Plättchen, andere Lackierung der Spielsteine (welche nicht mehr so schön wie früher aussehen) und eine Zählleiste, die zwar praktischer ist, aber in Ihrer graphischen Umsetzung gegenüber der Alten keinem von unseren Spielern gefallen hat. Wir haben am späten Abend eine alte Auflage geholt und daneben gestellt - leider wollte der Besitzer nicht mit mir tauschen :-(
Wenn ich es bisher bedauert habe, daß Carcasonne wahrscheinlich nicht Spiel des Jahres wird, so muß ich ganz klar sagen: In der Qualität, in der es derzeit auf dem Markt ist, hat Carcasonne den Titel auch ncht mehr verdient!
Bliebe noch die sehr kleine Hoffnung, daß mein Spiel ein Einzelfall ist und ich mich umsonst aufrege, aber alles deutet darauf hin, daß es sich um Fehler handelt, welche sich durch die ganze Auflage ziehen - Schade :-((
Mit traurigem Gruß,
Ralf

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Udo Möller

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Udo Möller » 18. März 2001, 13:53

Hallo Ralf,
reg dich erst mal wieder ab! Ich hatte in der Erstauflage (Essen) einen Druckbogen, der offensichtlich verrutscht war und bei dem die eine Seite somit weiß war. Ich habe von HiG innerhalb von 4 Tagen alle Druckbögen neu bekommen.
Vielleicht kann ich dir schon am Donnerstag sagen, ob du der einzige mit diesem Fehler bist. Wenn alles klappt, werde ich dann ein paar weitere Carcassone in Händen halten und diese mit dem alten vergleichen können!
Spielerische Grüße
Udo (Ludo ergo sum)

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Roland G. Hülsmann
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re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 18. März 2001, 14:27

Die unterschiedliche Farbe der Plättchen ist auch bei meiner Ausgabe (auch 2. Auflage) gegeben. Einige sind dunkler, andere heller. Ob es sich um die gleiche Aufteilung zwischen hell und dunkel handelt weiß ich nicht (haben wir nicht kontrolliert), aber der Lösungsvorschlag mit Säckchen oder nur einem Stapel ist gut, ohne die Spielmechanik zu verändern. (Ob man von einem oder mehreren Stapeln - oder einem Haufen in der Tischmitte - zieht, ist nun wirklich völlig egal. Das Ergebnis ist immer genauso zufällig ... solange alle Plättchen gleich aussehen.)

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Ralf Abilgaard

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Ralf Abilgaard » 19. März 2001, 10:07

Ein einzelner Bogen kann ja mal verrutschen, wenn aber ganze Serien unterschiedliche Rückseiten haben ist das schlichtweg Schlamperei. Ich habe heute Morgen zwei weitere Carcasonne überprüft und das Posting von Roland zeigt es auch deutlich. Offensichtlich hat die gesamte Auflage den Fehler!
So wie Roland reagiert, scheint die Rechung, daß der Kunde so etwas schon schlucken wird aufzugehen - schade.
Die von uns ersonnenen Lösungen sind praktikabel und ändern im Wesentlichen nichts am Spielmechanismus, aber es ist halt nicht mehr dasselbe Spiel, mit mehreren Stapeln ist es einfach Stimmungsvoller und bei einer großen Runde praktikabler als mit nur einem Stapel. Ubermäßig schön ist es auch nicht, wenn ständig ein Säckchen im Uhrzeigersinn herumgereicht werden muß. Obendrein stimmen diese Lösungen nicht mit der Spielregel überein. wenn sich Gelegenheitsspieler ein Spiel kaufen, kann man nicht erwarten, daß sie erst noch die Spielregel ändern um die Chancen für alle Spieler gleich zu gestalten. Immerhin zahlt der Kunde für die 2. Auflage den gleichen Preis wie für die 1.. Da kann er auch gleiche Qualität und vor allem das gleiche Spiel erwarten.
Gruß,
Ralf

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Roland G. Hülsmann

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 19. März 2001, 13:50

> So wie Roland reagiert, scheint die Rechung,
> daß der Kunde so etwas schon schlucken
> wird aufzugehen - schade.
He, he: So hatte ich das nicht gemeint. Natürlich will ich auch ein korrektes Spiel für mein Geld haben und erwarte eigentlich, daß der Verlag eine Umtauschauktion anbietet ... und natürlich völlig kostenfrei, schließlich habe ich das Spiel ja bereits bezahlt. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß die genannten "Krücken" die Spielmechanik nicht beeinflussen und man es bis zur Lösung des Problemes trotzdem spielen kann.

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Ralf Abilgaard

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Ralf Abilgaard » 19. März 2001, 15:22

Damit wären wir schon zu dritt. Bei mir hat sich nämlich noch jemand gemeldet, der eine 2. Auflage mit Fehldruck hat und gerne ein einwandfreises Spiel besitzen würde. Genau wie Ihm rate ich Dir, Dich an HiG zu wenden, denn wenn sich dort niemand bescwert, besteht auch keine Notwendigkeit den Serienfehler per Umtauschaktion zu beheben.
Insgesamt haben ich jetzt schon 6 Spiele der zweiten Auflage verifiziert, die alle den selben Fehler haben (Deins eingeschlossen). Es ist äußerst unwahrscheinlich, daß es sich um einzelne Ausreißer handelt.
Gruß,
Ralf

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Roland G. Hülsmann
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re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 19. März 2001, 15:57

eMail an HiG ist unterwegs. Ich werde vom Ergebnis berichten.

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Hans im Glück Verlag

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Hans im Glück Verlag » 19. März 2001, 15:59

Hallo Herr Abilgaard,
wir haben Ihre Nachricht gelesen und möchten dazu gerne Stellung nehmen.
Unsere Spiele werden nicht von uns selbst produziert. Unser Produzent legt höchsten Wert auf Qualität und die Spiele durchlaufen eine umfassende Qualitätskontrolle. Da bislang einige tausend Exemplare von Carcassonne verkauft wurden und wir keinerlei Reklamati-onen hatten, können wir nur annehmen, dass bei einigen wenigen Spielen die Rückseiten der Plättchen nicht gleichmäßig bedruckt wurde. Wir erhalten immer einen recht guten Überblick über die Reklamationen, da wir unseren Spielen Registrierpostkarten beilegen, auf denen sich die Käufer melden können, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Uns haben inzwischen einige hundert Karten erreicht und bezüglich der Plättchen-Rückseiten gab es dabei keine einzige Beschwerde. Zudem haben wir nochmals mehrere Stichproben bei den uns zur Verfügung stehenden Spielen gemacht und auch hier waren keine Mängel festzustellen.
Darüber hinaus wurde die Erstauflage und alle fremdsprachigen Auflagen in der exakt gleichen Weise produziert. Auch hier erreichte uns keine einzige Reklamation.
Bedingt durch die Drucktechnik (Menge der Druckfarben und des Wassers) kann es natür-lich zu geringfügigen Abweichungen in der Farbintensität kommen. Für diese Abweichun-gen gibt es sogenannte Toleranzgrenzen. Sie garantieren im Normalfall, dass diese Ab-weichungen mit dem Auge nicht wahrnehmbar sind. Wenn aber in seltenen Fällen ein-zelne Bögen vom unteren Toleranzende mit Bögen vom oberen Toleranzende zusammen kommen, können diese Abweichungen sichtbar werden. Wir haben diese Problematik mit unserem Hersteller diskutiert und er wird bei der nächsten Auflage noch engere Toleranz-grenzen einrichten.
Die Holzfiguren wurden ebenfalls bei allen bisherigen Auflagen in der exakt gleichen Weise produziert. Selbstverständlich kann es auch hier, bedingt durch das Naturmaterial Holz, zu kleinen Abweichungen kommen. Aber auch in diesem Bereich erreichte uns bis jetzt keine einzige Reklamation.
Wie bei Hans im Glück üblich steht der Kundendienst an vorderster Stelle. Deswegen sind wir natürlich bereit, die fehlerhaften Plättchen umzutauschen. Wir bitten Sie, uns Proben der unterschiedlichen Rückseiten zur Verfügung zu stellen, damit wir diese unserem Pro-duzenten vorlegen können.
Mit freundlichen Grüßen,
Hans im Glück Verlag

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Roland G. Hülsmann
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re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 19. März 2001, 16:14

BTW: Wenn HiG in der untenstehenden Antwort mit den Toleranzgrenzen das Problem richtig dargestellt hat, müßte es weit mehr einwandfreie spiele der zweiten Auflage geben als fehlerhafte. Hat einer der Mitleser ein einwandfreies Spiel der zweiten (!) Auflage erwischt?

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Ralf Abilgaard

re: Carcasonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Ralf Abilgaard » 19. März 2001, 18:11

Hallo,
ich bin vorhin in unseren Spieleverein gefahren und habe bei den dortigen vier Exemplaren (alle 2. Auflage, Lieferung in der letzten Woche) nachgesehen. Bei allen Exemplaren der gleiche Fehler! Es betrifft auch immer die exakt gleichen Stanzbögen. Im Laden habe ich heute 2 Carcasonne geöffnet - gleicher Fehler.
Damit habe ich in den letzten drei Tagen 7 Exemplare der 2. Auflage gesehen, die alle den Exakt gleichen Fehler hatten lediglich ein Exemplar hatte geringere Fehler, die man erst beim genauen Hinsehen bemerken konnte, dann jedoch mit bloßem Auge sah (liegt wohl an der Fertigungstoleranz)
Wohlgemerkt ist mir dieser Fehler bei der 1. Auflage, von denen ich auch schon unzählige Exemplare gespielt habe nie aufgefallen.
Die Probeplättchen gehen gleich morgen früh an Hig raus
Gruß,
Ralf

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Bernd Helfer

re: Carcassonne - Fehldruck in der 2. Auflage

Beitragvon Bernd Helfer » 23. März 2001, 01:45

Hallo Ralf,
ich habe das gleiche Problem mit den Rückseiten der Plättchen.
Allerdings ist es bei mir so, dass sich unter den helleren Teilen sämtliche Kloster und Stadtwappen befinden. Ich habe das Ganze schon mit mehreren Testpersonen ausprobiert und alle konnten die beiden Farbnuancen auf Anhieb voneinander unterscheiden.
Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich auch mal an HiG zu wenden.
Gruß,
Bernd


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