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So, und nicht anders!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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David

So, und nicht anders!

Beitragvon David » 19. April 2001, 15:00

Kennt Ihr das auch? Man sitzt bei einer schönen Spiel zusammen und die Stimmung ist gut als man plötzlich den Fehler begeht, eine falsche Karte auszuspielen und diesen Fehler gerade korrigieren will, als... schon ein ganz bestimmter Mensch am Tisch anfängt zu motzen: "Den Zug darfst du nicht wieder zurücknehmen - gemacht ist gemacht!" Und plötzlich ist die ganze Stimmung im Eimer.
Den eigentlich ist klar, dass die Karte nicht absichtlich gespielt wurde und alle anderen am Tisch auch überhaupt kein Problem darin sähen, wenn sie zurückgenommen würde - nur eben dieser eine ist strickt dagegen!
Passiert ist mir das mal wieder gestern Abend! Wie reagiert ihr - ich lasse die Karte dann eben im normalfall liegen (oder eben die Person die diesen Fehler gerade gemacht hat) und der Motzer bekommt sein Recht - Fazit: derjenige, der den Fehler gemacht hat ist beleidigt und spielt nicht mehr richtig mit bzw. ist durch diesen dummen Fehler soweit zurückgeworfen, dass er jetzt nicht mehr gewinnen kann! Setzt man sich gegen den Motzer durch ist dieser beleidigt und zieht die Stimmung gaaaanz tief nach unten!
Ich meine eine gewisse Toleranz und Flexibilität und etwas weniger Verbissenheit würde solchen Menschen gut tun (sollte sich jemand ertappt fühlen, soll er dies als guten Rat nehmen und versuchen an sich zu arbeiten)
Gruß
David

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Volker L.

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Volker L. » 19. April 2001, 15:20

> Wie reagiert ihr
Ganz einfach: den Motzer zum naechsten Spieleabend
nicht mehr einladen.
Zum Glueck gibt's in meinem Freundeskreis solche Typen
gar nicht, im Allgemeinen ist es auch kein Problem,
sowas wieder zurueckzunehmen. Ausnahme ist nur, wenn
die Regel das ausdruecklich verbietet, oder wenn die
falsche Aktion bereits einen Mitspieler dazu verleitet
hat, seine Plaene und/oder Handkarten zu offenbaren.
Der "Motzer" in Deiner Gruppe ist wahrscheinlich jemand,
dem das Gewinnen wichtiger ist als der Spass am Spiel,
und der deshalb jeden von der Regel nicht ausdruecklich
verbotenen Kniff anwendet, um zu gewinnen, seien es
nun pfennigfuchserische Regelinterpretationen oder gar
das absichtliche Irritieren von Mitspielern - also mit
sojemandem zu spielen wuerde mir keinen Spass mehr
machen.
Gruss, Volker

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Gustav der Bär

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Gustav der Bär » 19. April 2001, 15:45

Es ist wohl nicht ganz leicht, sich zu der Problematik der Spielzug-Rücknahme eine Meinung zu bilden, ohne die konkrete Situation zu kennen.
Grundsätzlich würde ich davon ausgehen, dass ein Spieler innerhalb seines Zuges uneingeschränkt das Recht hat, einen Fehler zu korrigieren, während er von dem Moment an, wo ein anderer Spieler seinen Zug bereits begonnen hat, freiwillig darauf verzichten sollte - unter Umständen muss man halt auch mal damit leben können, dass man sich selbst durch Unaufmerksamkeit einen Nachteil verschafft hat.
Wenn sich das zu einem ernsthaften Problem bei euch entwickelt hat, erzähl doch mal, welches Spiel es war und worin der Fehler genau bestand.
Ich denke, dass - um zwei Beispiele zu nennen - beim "Siedler"-Kartenspiel nichts dagegen spricht, innerhalb des eigenen Zuges ein irrtümlich errichtetes Gebäude zurück auf die Hand zu nehmen, solange man dem Gegenspieler die Würfel noch nicht weiter gereicht hat; hingegen empfinde ich die Rücknahme einer Karte bei "Speed", während sich vielleicht schon drei andere Spielerhände auf dem Weg zur Tischmitte befinden, als inakzeptabel.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Manfred

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Manfred » 19. April 2001, 20:21

Ich denke die wenigsten von uns spielen unter Zeitdruck. Da sollte es schon möglich sein zu planen und dementsprechend zu spielen. Es nervt wenn eine Schlafmütze wiederholt Spielzüge rückgängig macht.

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Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Niccolo » 19. April 2001, 21:53

ich schliess mich da... eigentlioch allen... meinen Vorrednern an.
Generell bin ich der Meinung - war der Zug nicht regelwidrig, dann war es der Zug.
Sicher - vom Spieltyp abhängig und wohl auch launenabhängig - "verkrafte" ich auch Rücknahmen.
Mühsam wird es,
wenn sich das wiederholt;
Auch, wenn man faktisch gefoppt wird - sprich: Man diesen Zug direkt erhoffte und der Gegenspieler, während man damit kämpft sämtliche erkennbaren Erregungszustände zu verheimlichen, (fast) rechtzeitig wieder zurückzieht: "Nein, doch nicht"
Auf Rücknahme bestehe ich,
Wenn, wie schon angemerkt: regelwidrig
Und auch, wenn ich mich, ob dieses trotteligen Zuges, dann über meinen triumphalen Sieg gar nimmer so recht freuen könnte ;->
Gruss
Niccolo

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Roman Pelek

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Roman Pelek » 19. April 2001, 23:14

Hi David,
auch ich sehe kein Problem darin, wenn eine(r) etwas zurücknimmt, weil sie/er sich z.B. vergriffen hat, was absolut offensichtliches übersehen oder wenn sie/er neu im Spiel ist - kein Thema.
Das muss man aber differenzieren von Leuten, die bei Java zum fünften Mal ihre Hügel abbauen ("ach nee, so auch nicht") oder auf den Hinweis eines anderen hin "einen besseren Zug" sehen und ähnlichen Granaten, den man irgendwann auch mal Einhalt gebieten muss, da sonst alle anderen parallel noch ein Spiel anfangen können :)
Also mal vergreifen, ne Regel aus Versehen nicht beachten oder sofort die absolute Dummheit eines Zuges einsehen - klar. Wird das aber zur Methode a la "Moment, moment, jetzt is mir doch NOCH was besseres eingefallen" - dann nervt's und ist auch unfair den anderen Spielern gegenüber, die auch ihre "suboptimalen Züge" mal so stehen lassen, um den Spielfluss nicht unnötig zu hemmen...
Sprich: ernst wird sowas bei uns nur genommen, wenn sich Leute wirklich mit Methode erdreisten, ihre Züge zurückzunehmen. Und das kommt zum Glück sehr selten und auch nur bei bestimmten Spielen vor...
Ciao,
Roman

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Alexander

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Alexander » 20. April 2001, 00:03

Wir besprechen das meist vorher in der Runde. Wenn alle damit einverstanden sind, dass gesetzt gesetzt ist, dann kann sich später niemand beschweren, wenn man ihn darauf hinweist.
In unseren Spielerunden finden sich halt öfter Ewigtüftler, bei denen es schon nerven kann, wenn sie dann endlich einen Zug tätigen, aber halt - doch lieber so?
Ist das Spiel neu oder jemand dabei, der es noch nicht kennt, sind die ersten Spielzüge sowieso freier und es wäre Unsinn, jemandem zu verbieten, einen Zug zurückzunehmen.
Wichtig für die Stimmung am Tisch: Vor dem Spiel einigen, wie man's macht. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen...

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Niccolo
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Beiträge: 1333

re: So, und nicht anders! - Steigerung: Erbsenzähler

Beitragvon Niccolo » 20. April 2001, 15:27

Huhu,
> In unseren Spielerunden finden sich halt öfter Ewigtüftler,
> bei denen es schon nerven kann, wenn sie dann endlich einen Zug tätigen,
> aber halt - doch lieber so?
Mhm - wär halt auch da interessant, bei welchen Spielen. Ich kenn da wem, bei dessen Siedler!!!-Zug ich einmal schon entnervt auf die Uhr sah und er benötigte wohl um die 10 Minuten! Der Perversionsgrad meiner Fantasie reicht gottlob nicht dazu aus, um mir auszumalen, wie das wohl bei einem echten Taktik/Strategiespiel ablaufen könnt mit dem.
Also abgesehen von Extremsportlern jener Gattung -- Im spielsituationsabhängigen Rahmen ist mir ausgesprochen recht, wenn ein durchdachter Zug erfolgt.
Hm - also lieber einen 'Brödler' am Tisch sitzen haben, als die Sorte Erbsenzähler, welche sich - über augenscheinliche Verhältnisse weit hinaus - darin spezialisieren mitzukalkulieren (Beispiel:wieviel Spielgeld, anhand der erfolgten Zahlungen/Einnahmen seit Spielbeginn, hinter dem Sichtschirm ist; u.ä.)
Gruss
Niccolo

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Hans-Georg Rausch (G´Ork)

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Hans-Georg Rausch (G´Ork) » 26. April 2001, 17:49

Oh Herr, schick Hirn!
Da bemühe ich mich seit einigen Jahren, so etwas wie Tischsitte beim Spielen einzuführen, und nun so eine aufweichende Diskussion. Ob man Züge zurücknehmen kann, ein Spielzug endgültig ist etc., das kommt doch immer genau auf das Spiel und die aktuelle Situation an.
Zum Besseren Verständnis vielleicht einmal ein negatives Beispiel für Zug-Zurücknahmen:
Vier Spieler spielten eine Runde Tikal. Es war unmittelbar vor einer Wertung und Spieler A machte gerade seinen Zug, um anschließend zu werten. Ein Außenstehender, der das Spiel schon einige Male gespielt hatte, sah sich das Ganze an, und als A mit seinem Zug fertig war und Punkte zählen wollte, meinte der Außenstehende: "Na, das war aber jetzt dumm. Ich hätte so und so gezogen und hier anders und das wären fünf Punkte mehr gewesen." Recht hatte er. Und was tat A? Er nahm tatsächlich seinen eigenen Spielzug komplett zurück und führte nun den Spielzug aus, den der Außenstehende gefunden hatte. A berief sich darauf, daß man vor dem Spiel ja vereinbart hätte, daß man Züge zurücknehmen dürfe...
Meine Meinung ist: Mit Ausnahme von "Kennenlern-Partien" (alle spielen das Spiel zum ersten Mal) oder bei einem Regelverstoß (Zug nicht Regelkonform) dürfen Züge nicht zurückgenommen werden. Dann gibt es auch keinen Streit und die Stimmung bleibt auch klasse!
Und jetzt seid ihr dran!
Servus
G´Ork.

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Arne Hoffmann

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Arne Hoffmann » 27. April 2001, 09:05

Moin G'Ork!
Ich sehe das genauso wie Du - mit einer Ausnahme. Wenn ein Spieler seinen Zug noch nicht abgeschlossen hat - meinetwegen bei Tikal erst die Haelfte der Punkte verbraucht hat und dann bemerkt, dass er mit einem anderen Vorgehen gluecklicher wird, so lassen wir das meistens noch zu. Will er dann wieder etwas aendern, ist dies allerdings nicht mehr moeglich.
In Runden mit unerfahreneren Spielern lassen wir natuerlich Zugruecknahmen zu, damit sie besser in das Spiel hereinfinden - bei gleichstarken Spielpartnern ist sie nicht erlaubt, wenn der Spieler seinen Zug schon beendet hatte.
Schliesslich kann einem das Spiel auch so helfen, gemachte Fehler einzugestehen und sich dadurch nicht aus der Bahn werfen zu lassen.
Tschoe,
- Arne -

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Carsten Wesel

re: So, und nicht anders!

Beitragvon Carsten Wesel » 27. April 2001, 09:38

Genau so nicht.
Wenn ich für eine Spielerin eine bessere Zügin gefunden habe, so warte auch ich, bis sie ihren Zug beendet hat. Dann kann sie ihn (den Zug) dann natürlich anschließend nicht mehr verändern. Wenn sie durch ist (bei Africa z.B., wenn er die Punkte auf der Kramer-Leiste gesetzt hat), sag' ich ihr, was ich gesehen habe, damit sie weiß, worauf sie beim näxten mal achten kann.
Aber die Zugrücknahme aus deinem Beispiel finde ich persönlich völlig daneben - dann kann man ja gleich ein kooperatives Spiel aus Tikal machen.
Kooperatives Tikal (für viele Spiele möglich):
Wie müssen wir spielen, damit wir am Ende in der Summe eine möglichst hohe Summe erreichen?
Bei den ersten Spielen kann man es ja gerne so machen, um das Spiel zu lernen, aber irgendwann will man das gelernte Wissen ja auch selbständig anwenden. Das ist ja sonst wie beim Auto fahren, wenn nach der Erlangung des Führerscheins weiterhin der Fahrlehrer mit einem fährt.
Gruß Carsten (der schon ohne Fahrlehrer fahren darf und auch Tikal nicht kooperativ spielen muß)

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H.-Georg Rausch (G´Ork)

re: So, und nicht anders!

Beitragvon H.-Georg Rausch (G´Ork) » 27. April 2001, 14:13

Hallo,
also, ein Spruch bei uns, der auch gut in die Rubrik "Schöne Spielezitate" passen könnte, lautet:
"Kennst du das Spiel?"
- "Nein."
"Dann kennst du es eben hinterher!"
Es gab schon Leute in unseren offenen Spielekreisen, die wollten Ursuppe nicht mit neuen Genen spielen, nur weil sie die nicht kannten.
Was das alles mit Zugrücknahmen zu tun hat?
Natürlich würden wir hier erlauben, daß jemand, der versehentlich ein falsches Gen gegriffen und bezahlt hat, diesen Zug rückgängig machen kann - zumindest bevor der nächste Spieler eine Entscheidung getroffen hat. So eine Rücknahme ist schnell bewerkstelligt und sehr einfach nachvollziehbar: Karte zurück, Biopunkte zurück.
Bei Spielen wie Tikal ist so etwas schon schwieriger: Wenn einer seine zehn Aktionspunke verbraucht hat, ist nur schwer noch nachzuvollziehen, woher die einzelnen Expeditionsteilnehmer gekommen sind, d.h. wieviele vor dem Zug auf welchem Feld gestanden haben, es sei denn, einer aus der Runde verfügt über ein fotografisches Gedächtnis.
Also: Es kommt eben immer darauf an. Bei manchen Spielen kann es, in der Lernphase zumindest, sinnvoll sein, Zugrücknahmen zu erlauben. Schließlich geht es da (uns zumindest) nicht ums gewinnen, sondern ums Kennenlernen des Spiels. Aber dabei sollten die Rücknahmen immer nachvollziehbar und überschaubar bleiben und nicht etwa den ganzen Spielzug, sondern höchstens den letzten Teilzug betreffen. Im Beispiel von Tikal also etwa die letzten beiden Schritte des gerade bewegten Forschers, und dafür lieber einen Schatz heben - oder so ähnlich.
Im übrigen gilt: Learning by doing.
Ich werde oft in Spielen gefragt: "Was ist denn jetzt sinnvoll?"
Dazu kann ich nur sagen: Ausprobieren. Schließlich macht es auch sehr viel Spaß, neue Strategien und Taktiken zu entwickeln und ungewöhliche Wege zu gehen, auch wenn man zuweilen dabei auf die Nase fällt. Wenn ich dann jedesmal meinen Zug, der sich als "schlecht" herausstellt, zurücknehmen dürfte, wäre das doch wenig mutig...
Deshalb noch ein Spruch: "Tisch hat recht!"
Schönes verlängertes Wochenende,
und nette Spielrunden,
Gruß
G´Ork.



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