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Händler von Genua - Für Fürsten von Florenz-Fans interessant?

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Petra

Händler von Genua - Für Fürsten von Florenz-Fans interessant?

Beitragvon Petra » 24. September 2001, 12:22


Hallo,

mal ein neuer Dreh in der Diskussion um Fürsten von Florenz (vielen Dank für die spannenden Mails, hab viel gelernt...): Wie ist den "Haendler von Genua" im Vergleich zu Fuersten? Ich hab "Haendler" noch nicht gespielt und frag mich gerade, ob sich die Anschaffung lohnt. Wie sind Eure Erfahrungen? Die beiden Spiele sehen ja sehr aenlich aus, aber die Spielmechanismen sind ja recht unterschiedlich nach dem, was ich gelesen hab - wenn es auch bei beiden ein starkes Verhandlungsmoment gibt.

Und noch eine Zusatzfrage: Macht "Haendler" zu zweit wirklich Spass oder ist es doch eher mit mehr als zweien reizvoll?

Petra < ganz angetan von Fuersten, nachdem wir endlich den dritten zum Spielen gefunden haben.

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Re: Händler von Genua - Für Fürsten von Florenz-Fans interessant?

Beitragvon Ralf Arnemann » 24. September 2001, 12:35

Das sind m. E. trotz der äußerlichen Ähnlichkeiten im Hintergrund zwei komplett verschiedene Spiele.
Beide mit sehr ungewöhnlichen und innovativen Spielmechanismen, die aber in vergleichbar sind.

Hauptunterschied ist für mich, daß Genua wohl eines der interaktivsten Spiele ist, die nur denkbar sind.
Während Florenz mehr Wert auf die eigene Planung legt, Interaktivität findet nur indirekt statt.

Beide Spiele sind sehr gut, aber auch stark Geschmackssache. Man sollte sie auf jeden Fall ausprobieren, bevor man sie kauft.

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Roman Pelek

Re: Händler von Genua - Für Fürsten von Florenz-Fans interessant?

Beitragvon Roman Pelek » 24. September 2001, 13:04

Hi Petra,

> Wie ist den "Haendler von Genua" im Vergleich zu Fuersten?

Hm, das sind zwei Spiele, die so grundverschieden sind, dass sie nicht vergleichbar sind. Die einzigen Gemeinsamkeiten sind die Zugehörigkeit zu Alea und Franz Vohwinkel als Grafiker, daher rühren die Ähnlichkeiten in der Gestaltung.

Die Händler sind ein extrem interaktives Verhandlungsspiel, das ein großes Spektrum an Möglichkeiten und Siegstrategien bietet. Es ist aufgrund der Komplexität beim ersten Spielen sicher nicht zu erfassen und erfordert auch eine Runde, die Spass an Verhandlungen hat. Sind zumindest eine rudimentäre Spielpraxis der entsprechend verhandlungsbereiten Mitspieler gegeben, macht es mir zumindest einen Heidenspass.

> Ich hab "Haendler" noch nicht gespielt und frag mich gerade,
> ob sich die Anschaffung lohnt. Wie sind Eure Erfahrungen? Die
> beiden Spiele sehen ja sehr aenlich aus, aber die
> Spielmechanismen sind ja recht unterschiedlich nach dem, was
> ich gelesen hab - wenn es auch bei beiden ein starkes
> Verhandlungsmoment gibt.

Das Verhandlungsmoment in den Fürsten ist sehr gering im Vergleich zu den Händlern. Ich würde die beiden Spiele in dieser Hinsicht sogar als völlig diametral erachten: bei den Fürsten plant jeder primär für sein Fürstentum die Strategie, wobei bei manchen Wunschobjekten die Versteigerung mitspielt. Bei den Händlern von Genua läuft erstmal alles, was man für sich in Anspruch nehmen will, über die Verhandlung mit Mitspielern. Erst mit einem gewissen Grundvorrat an Waren und Sonderkarten kann man auch Aktionen durchführen, die ohne Verhandlung auskommen.

> Und noch eine Zusatzfrage: Macht "Haendler" zu zweit wirklich
> Spass oder ist es doch eher mit mehr als zweien reizvoll?

Ich find's persönlich zu viert und fünft am besten, zu dritt ist es vor allem zum Erlernen der Möglichkeiten sehr gut spielbar, da die Verhandlungsmöglichkeiten übersichtlicher und die Gefahr, von Aktionen ausgeschlossen zu werden, etwas geringer ist. Aber halt auch nicht ganz so spannend wie mit größerer Besetzung. Zu zweit würde ich es nicht so gerne spielen, da dann das Verhandlungsmoment zu kurz kommt.

> Petra < ganz angetan von Fuersten, nachdem wir endlich den
> dritten zum Spielen gefunden haben.

Auch falls ihr primär zu dritt spielt, sollte Euch das von den Händlern nicht unbedingt abhalten, s.o., es empfiehlt sich m.E. eh erstmal in kleinerer Besetzung zu lernen. Es ist halt etwas taktischer und übersichtlicher, während zu viert und fünft die komplexen Verhandlungsmöglichkeiten dominieren.

Ciao,
Roman

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Markus Barnick

Re: Händler von Genua - Für Fürsten von Florenz-Fans interessant?

Beitragvon Markus Barnick » 26. September 2001, 13:37

also ich weiss nicht so recht...
ich kann die Händler nicht jedem empfehlen. Nein.

Ich habs jetzt ca. 3 mal gespielt und stelle fest, daß es wirklich nur für Leute ist, die gut, gern und viel verhandeln.

Man muß es erst mal schaffen, sich die entsprechenden Karten anzueignen und dann auch noch die Aufträge zu erfüllen. Wie wenn einfach keiner auf die entsprechenden Felder will?...

Es ist kein schlechtes Spiel, aber es ist oft frustrierend und zieht sich auch irgendwie hin. Z.B. wenn ich es einfach nicht schaffe, an einen großen Auftrag zu kommen oder wenn ich sehe, daß ich im Spiel einfach nichts mehr erreichen kann, weil das Spiel endet, bevor ich meine Aufträge erfüllt habe.

manchmal saß ich einfach nur da und konnte das Blatt nicht mehr zu meinen Gunsten wenden. Meine Handlungsmöglichkeiten waren auch sehr eingeschränkt.

Mag sein, daß es anderen Spielern besser gelingt - ich hatte / habe ziemliche Mühe bei diesem Spiel - werde es aber trotzdem noch manchmal hervorholen.

Das Urteil meiner Spielgruppe war: "Ganz nett. Muß man aber nicht unbedingt haben."
Aber das haben sie auch zu "Land unter" gesagt.
Beides stimmt.


Markus
(freut sich auf Essen, weiß aber noch nicht so genau, wie der da hinkommt)


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