Roman Pelek schrieb:
> Ist "Vielspieler" zu sein ein (falsches) Qualitätsmerkmal,
> ein elitäres Denken? Ich hielt's eher für ein Phänomen,
> "anders als andere, irgendwie sonderbar" zu sein :mad: Ja,
> ich denke, das trifft's am ehesten: anders, keinesfalls
> "elitär", "besser" oder sonstwas.
Elite sind vom Wortsinne her die Auserlesenen.
Wenn man sich 10 Jahre lang intensiv mit Schaufensterpuppenphotographie beschäftigt, dann ist es doch unvermeidlich, daß man, wenn nicht gar zum "Papst", so doch sicher zum Fachmann wird auf diesem Gebiet. Gemessen an Leuten die nur gelegentlich Schaufensterpuppen photographieren, oder an "Urlaubsknipsern", oder gar an Leuten, die gar nicht photographieren, sind diese Fachleute eine ganz kleine, wohlinformierte Minderheit: eine Elite.
In diesem Sinne gehören viele Forumsteilnehmer und Vielspieler hier auch zu einer Elite.
In einer arbeitsteiligen Welt wie der heutigen ist es wegen der Spezialisierung unvermeidlich, daß es zur Elitenbildung kommt. Da gibt es eine Politik-, Geld-, Sport-, Bildungs-, Wirtschafts-, Leistungselite usw. usf. Und eben auch eine Brettspielelite. Daraus sollte klar werden, daß der Begriff "Elite" relativ wertfrei ist.
Anders sieht das mit dem Begriff "elitär" aus. Hier fallen mir zwei Kriterien ein:
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[*][b]Durchlässigkeit[/b] Es muß möglich sein, durch eigene Leistung Zugang zu einer Elite zu erhalten (und durch Nicht-Leistung wieder zu verlieren). So kann z.B. eine Halbwaise aus einfachen Verhältnissen Kanzler werden. Fehlt die Durchlässigkeit, dann handelt es sich um einen elitären Kreis.
[*][b]Selbstverständnis[/b] Standesdünkel oder Ableiten fachfremder Privilegien. Beispiel vordemokratische Aristokratie. Zu grauer Vorzeit hat irgendein Vorfahr mal eine besondere Leistung erbracht und wurde dafür in den Adelsstand erhoben. Alle Nachkommen leiten daraus den Anspruch auf Teilhabe an politischer und militärischer Macht ab, und zwar allein aufgrund der Geburt, was wohl kaum eine eigene Leistung darstellt.
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Den (Viel-)Spieler, die ich so kenne, sind nach dem vorgenannten der Vorwurf des Elitarismus einfach nicht zu machen. Elite sind sie aber schon.
Gruß
Adam