Beitragvon HBS » 16. Dezember 2001, 14:36
Moin Hannes & Christian,
vorweg: ich bin keine Linkshänderin, auch keine verkappte, umgeschulte oder ähnliches.
hannes schrieb:
[sich über ein Kartenspiel ärgernde Mitspielerin]
> Die Mitspielerin ist Linkshänderin
> und hatte Mühe mit ihrer Kartenhand, weil der Kampfwert als
> wichtigste Information nur am linken Kartenrand zu sehen ist.
Christian Hildenbrand schrieb:
> Ich würde mal nicht von diskriminieren von Linkshändern
> sprechen, denn ich habe auch bei Rechtshändern erst letzten
> Freitag gesehen, wie jemand (Hanna...) ihre Karten
> andersherum als "normal" gehalten hat.
Ja, offensichtlich tue ich das... allerdings war es mir bisher nie aufgefallen, bis es neulich Jürgen und vorgestern Christian bemerkten... aber: ich kann nicht anders! Allerdings habe ich in dem Zusammenhang noch etwas bemerkt: ich wechsele während des Spiels häufiger als meine Mitspieler die kartenhaltende Hand... und agire mit der jeweis anderen (Karten legen, Spielstein setzen, Lakritze essen ;-) etc.)
wieder Hannes:
> Eigentlich unverständlich, dass im renommierten Ravensburger
> Verlag niemand auf dieses nicht unerhebliche Detail achtet.
und Christian:
> Es stimmt schon, daß viele Kartenspiele mit aufgedruckten
> Werten nur auf einer Seite nicht von allen Spielern gleich
> gut zu handeln (sprich: händeln ;-) ) sind, aber das ist nun
> mal eine Sache der Art und Weise, wie der entsprechende
> Spieler seine Karten auf der Hand hält.
Also, um den Gedanken weiterzuspinnen: wenn ich Linkshänderin wäre, hätte ich keine Probleme, oder? ;-)
Aber mal etwas ernsthafter:
- es gibt Kartenspiele, die von beiden Seiten "greifbar" sind, weil alle wichtigen Infos beidseitig erkennbar sind (z.B. wie auf "klassischen" Spielkarten, oder, aktueller, bei Gargon)
- es gibt Kartenspiele, die eigentlich von [b]keiner[/b] Seite richtig greifbar sind, weil die wesentlichen Informationen mittig und im blöderen Fall auch noch unten angeordnet sind - da lernt man dann am besten schnell auswendig! (z.B. bei Babel: die Völkerfähigkeiten sind bei den Handkarten meistens nicht erkennbar, also lernt man die Farben... oder guckt unauffällig) bei schon ausliegenden Karten)
- und -last but not least- gibt's Kartenspiele, bei denen es auf die "Grifftechnik" ankommt.
Da die aber von Person zu Person variieren kann, würde ich da nicht von Diskriminierung sprechen... - trotzdem wäre natürlich zu wünschen, daß bei Spielen bei denen es auf einzelne Werte/Punkte etc. ankommt, diese von beiden Seiten erkennbar wären... und dementsprechend wäre natürlich auch zu wünschen, daß Verlage darauf achten.
Wenn auf den Karten mehr Information (Text) zu lesen ist, ist sie/er sowieso zumeist mittig angeordnet und das "eigene Karten ansehen und durchlesen" ist während des Spiels üblich - also keinerlei Benachteiligung.
und nochmal zu Hannes:
> Bei welchen anderen Kartenspielen werden die Linkshänder
> ebenfalls diskriminiert ?
Habe gerade mal einige meine (gerade greifbaren) Kartenspiele durchgesehen, kurze Ergebnisse:
- Adlung, Adlung, Adlung. Die können's einfach! (hab' ich schonmal erwähnt, daß ich Fan bin??? :-) )
- bei Bohnanza etc: verteilte Vor- und Nachteile: die Zahl, die die Häufigkeit der Bohnen angibt, wechselt je nach Bohnensorte...
- Kosmos für zwei: tendenziell alle beidseitig erkennbar (Hera&Zeus, Kahuna, Caesar&Cleopatra, Druidenwalzer, Lost Cities); Babel (siehe oben) insgesamt schlecht zu sehen
- deultiche Angaben in allen Ecken: Pacal, Tichu, Janus, Stimmvieh, Money
- leider nix für meine "Grifftechnik", soll heißen: wesentlich Angaben nur in der linken oberen Ecke: Kuhhandel
Soweit erste Ergebnisse, ich werd' mal mehr drauf achten...
Gruß,
Hanna
(verwundert darüber, daß sie sich bisher wegen ihrer "Kartenhalttechnik" nicht benachteiligt gefühlt oder über Spiele geärgert hat :-? )