Anzeige

Nautilus ist ein Kunstwerk!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Markus Barnick

Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Markus Barnick » 5. Februar 2002, 18:39

ich war am Montag auf der Messe.

Das einzige Spiel, wo ich allein schon von der Optik her begeistert war, war Nautilus von Wolfgang und Brigitte. Das Spiel gehört eigentlich in Glas gegossen oder eingerahmt und an die Wand geheftet. Es hat mich optisch sehr angesprochen, weil ich solche Farben liebe. Auch das Material ist sehr schön.

(Und die Form der Plättchen, die diesmal 8eckig sind ist mal was anderes. Woraus sich auch ergiebt, daß man die nicht überall anbauen kann.)

Von den Farben und Einzelteilen her gefiel es mir total gut. Besonders die kleinen U-Boote sind süß :-)

Wenns nur nicht so schweineteuer wäre! Voraussichtlicher Ladenpreis: 40 Euro VK.

Da kann man nur hoffen, daß es Spiel des Jahres wird.

Ansonsten war die Messe für mich eher frustrierend. Kaum ein Spiel schon fertig - und den einzigen Bekannten (außer den Verlagen), den ich hätte treffen können, hab ich um 1/4 Stunde verpaßt :-(

Auch bei Amigo, wo ich dem Reinhard Staupe mein (kleines) Spiel vorstellen wollte, hatte ich Pech: Reinhard war krank. Ich wünsch dir gute Besserung!

Markus Barnick
http://www.Barnick.de/spieler.htm

Benutzeravatar
Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Ja, Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Arno C. Hofer » 5. Februar 2002, 19:48

Lieber Markus,

nach eigenen Erfahrungen vor ein paar Jahren kann ich Dir nachfühlen, wie es Dir auf dieser Messe montags gegangen sein muß. Es war in den meisten Fällen schlicht keine kompetente Person mehr da ... die PressesprecherInnen nicht, auch die sonst zahlreich angereisten Journalisten nicht - alles fährt spätestens Sonntag abend wieder heim. Irgendwie ist es dann wie in einer Geisterstadt ...:seufz:

Dass die Spiele [b]nicht fertig[/b] sind [i]hat Tradition[/i]. Schließlich will man ja doch (in manchen, manchmal in vielen, Fällen) abtesten, ob das Spiel [b]beim Handel !!![/b] ankommt - oder nicht, sprich: ob es jetzt erscheint, später, oder überhaupt nicht (was wir ja auch schon mehrfach erlebt haben - dereinst: obwohl die Journalisten von den Titeln begeistert waren ! Nur: der Handel wollte für diese Spiele nichts tun, hat also wieder einmal Zensur ausgeübt ... bin gespannt, was heuer nicht erscheint ...:wink:

Aber vielleicht hast Du, lieber Markus, einige Kunstwerke schlicht übersehen - oder es konnte sie Dir niemand zeigen ... Ein solches Kunstwerk verspricht auch aus österreichischer Sicht ein wenig Beachtung. Leider konnte ich noch nirgends lesen, dass [i]San Gimignano[/i] bei Piatnik/Venice Connection ein [b]großes Spiel[/b] werden könnte. Ich hatte es Piatnik - ehrlich - nicht zugetraut. Aber mit diesem Spiel ist sicher genauso zu rechnen wie mit [i]Pueblo[/i], dessen Ausgefuchstheit ich bei einer Probepartie mit dem Meister Himself, mit Wolfgang Kramer persönlich, beobachten konnte.

Was mir heuer auffiel war vorallem eines: die Verlage bemühen sich nicht mehr (wie z.B.: beim Song-Contest üblich) mindestens ein Spiel [b]nach dem Geschmack der Jury[/b] zu kochen (oder hat die Jury vielleicht auch keinen einheitlichen Geschmack?), sondern eher auf das Zielpublikum zu schauen. In diesem Sinne sticht der "Kampf der Gladiatoren" deutlich heraus, der auf ein junges, männliches (10 -14-jähriges) Publikum zielt, das derzeit für die Brettspiel-Welt so irgendwie zur [b]lost generation[/b] zählt. Mit diesem Spiel läßt sich dort sicher wieder Fuß fassen, aber nicht nur dort ...

Es wird auch auf den klassischen Familienbereich gesetzt, wobei die [i]Kinderspiele[/i] meines Erachtens - wie sich der Trend im Vorjahr zeigte (auch bei den Juryentscheidungen: Klondike, Rappel Zappel, Hexenrennen, Rüsselbande) -lobenswerter Weise immer weiter zu Familienspielen mutieren und aufgewertet werden: typisches Beispiel gefällig? Der neue Kramer bei HABA, die "Kürbiskopfbande".

Bleiben da noch die Spiele für die "Gelegenheits- bis Vielspieler". Auch da gibt's glaube ich, heuer einiges an "feinen Mehlspeisen" - die sich aber unsere Forums-KollegInnen schon im Thread "Nürnberg" genüßlich auf der Zunge zergehen ließen: Puerto Rico, Dschunke, Magellan, Goldland und, und, und.

Was mich als Ludothekar freut, der Spielkultur unters Volk bringen will ist, dass es heuer weniger "Tascherlzupfer"-Spiele gibt, d.h. Spiele, die die Euros nicht wert sind, die man in sie investiert und: dass auch ungeübte [b]Neueinsteiger[/b] immer leichter sich erschließende Regelwerke[/b] in die Hand bekommen, die die Zäune, Wände, Mauern etc.,[b]die diese Menschen in der Regel als Hindernisse für unüberwindbar halten[/b] heuer überwindbarer aussehen lassen und ganz einfach niederschwelliger sind. [b]Alles im Eimer[/b] von Stefan Dorra besticht da ganz besonders: Tolles Thema, spaßiger und gemeiner Spielverlauf, alles was sich Menschen wünschen, die ein "lustiges Spiel" suchen ...
Ich freue mich auf ein gutes Spielejahr.

Arno (der Nürnberg heuer irgendwie ganz anders als sonst erlebt hat ... auch wegen der anderen Hallen, der neuen Stände, etc., spielerischer: so konnte ich auch [b]Hekla[/b] bei der Holzinsel selbst spielen, das mir sehr gefällt - und in dem noch sehr viel Unentdecktes drinzustecken scheint ...ach ja: und Michael Knopf mischt da bei der Regelgestaltung mit, was auf einen guten Stil und Klarheit hoffen läßt)

Benutzeravatar
Brigitte und Wolfgang

Re: Ja, Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Brigitte und Wolfgang » 5. Februar 2002, 20:52

Hallo Arno,

>Ein solches Kunstwerk verspricht auch aus österreichischer Sicht ein wenig Beachtung. Leider konnte ich noch nirgends lesen, dass San Gimignano bei Piatnik/Venice Connection ein großes Spiel werden könnte.<

Dann schau einmal in unseren Messebericht. Dort ist das Spiel nicht nur kurz beschrieben, sondern es hat sogar einer der beiden Link-Plätze im Fazit bekommen.

Brigitte und Wolfgang

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Nautilus ist ein Kunstwerk ... und vor allem ein SPIEL!

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 5. Februar 2002, 21:20

> Nautilus von Wolfgang und Brigitte. Das
> Spiel gehört eigentlich in Glas gegossen oder eingerahmt und
> an die Wand geheftet.

Nein, nein und nochmals: Nein!

Das Spiel gehört auf den Spieltisch! Ich hatte im November das große Vergnügen, das Spiel (einen Prototypen) schon mal probe zu spielen und war begeistert. Und nicht nur, weil ich ausnahmsweise mal ein Spiel gewonnen habe. Das Foto vom Spiel ist übrigens schon seit November auf meiner Seite zu bewundern gewesen:

http://www.rgh-soft.de/sied2001/p15.htm

... zugegeben, leider nicht ganz so scharf ... ;-)

Roland (der es gut findet, endlich seiner Begeisterung für dieses Spiel Ausdruck verleihen zu dürfen)

Benutzeravatar
Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

Re: Ja, Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Arno C. Hofer » 5. Februar 2002, 21:47

Sorry, Brigitte und Wolfgang,

bei Euch war ich mit dem Nachlesen und der Durchsicht noch nicht... Ich hoffe es geht Euch nicht auch so wie mir: ich bin seit Tagen so unendlich müde ... und irgendwie [b]quer zur Welt[/b] ...

Andererseits freut es mich jedenfalls, dass Ihr das mit San Gimignano auch so seht wie ich ... und natürlich: herzlichen Glückwunsch zu Euren "bunten submarines" ... da fehlt nur noch die "Beatles-CD" über das nowhere-land in der Kiste ...

Arno (der sich erlaubt hat, einen kleinen Artikel mit zwei Fotos auf die angegebene Website zu stellen. Ich hoffe "Goldland" ist spannender und macht mehr Spaß als es die Minen von KMW und Matthias Hardel beim Goldsieber-Abend vermuten lassen... Sichtlich große Freude hatte WK bei der Pueblo-Präsentation ...)

Benutzeravatar
Markus Barnick

RE: Ja, Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Markus Barnick » 5. Februar 2002, 22:34

> nach eigenen Erfahrungen vor ein paar Jahren kann ich Dir
> nachfühlen, wie es Dir auf dieser Messe montags gegangen
> sein muß. Es war in den meisten Fällen schlicht keine
> kompetente Person mehr da ... die PressesprecherInnen
> nicht, auch die sonst zahlreich angereisten Journalisten
> nicht - alles fährt spätestens Sonntag abend wieder heim.
> Irgendwie ist es dann wie in einer Geisterstadt ...:seufz:

ich hatte ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet. Sonst komme ich immer Samstags, aber diesmal ging einiges durcheinander. Ich konnte grade noch verhindern, daß ich Dienstags fahren mußte ...

> manchmal in vielen, Fällen) abtesten, ob das Spiel [b]beim
> Handel !!![/b] ankommt - oder nicht, sprich: ob es jetzt
> erscheint, später, oder überhaupt nicht (was wir ja auch
> schon mehrfach erlebt haben - dereinst: obwohl die
ich gebe zu, das wußte ich noch gar nicht.
Hast du Beispiele?

> Aber vielleicht hast Du, lieber Markus, einige Kunstwerke
> schlicht übersehen - oder es konnte sie Dir niemand zeigen
ich wollte jetzt keinen umfassenden Bericht abgeben. Das tun andere viel besser.
Ich hab hauptsächlich Personen für meine DB fotografiert. Dr. F. Hein z.B. und Leo Colovini etc..
Mir sind schon viele Spiele aufgefallen, aber halt Nautilus am meisten.

Ich war z.B. bei Queen und habe dort Dschunke und Wallenstein (eine Mischung aus Siedler und Risiko) bewundert, war bei Amigo und Eurogames, Kosmos und auch bei einem kleinen Verlag, der interessante Schachspiele angeboten hat. Z.B Schach zu viert mit Karten, aber auch interessante und vor allem grafisch sehr schöne Buchstabenspiele. Leider haben sie noch keinen direkten Vertrieb in Deutschland. ---->>> Cardchess international von Jeff Widderich, Canada -->> http://www.cardchess.com, mailto:sales@cardchess.com. Die Dame am Stand muß ich einfach loben. Die hat mir in aller Geduld alles genau erklärt - soweit wir uns verstanden haben - ich mit meinem schlechten englisch und sie mit ihrem keinen deutsch ;-)
Auch HIG und Queen haben mir gut erklärt.

> Zielpublikum zu schauen. In diesem Sinne sticht der "Kampf
> der Gladiatoren" deutlich heraus, der auf ein junges,
> männliches (10 -14-jähriges) Publikum zielt, das derzeit
> für die Brettspiel-Welt so irgendwie zur [b]lost
> generation[/b] zählt. Mit diesem Spiel läßt sich dort
> sicher wieder Fuß fassen, aber nicht nur dort ...

Vom HIG - Programm bin ich persönlich (das ist KEINE Wertung über die Spiele) heuer nicht so sehr begeistert. Grade das Spiel von Knizia, die Gladiatoren ist doch ein reines Glücksspiel, das mir zwar evtl. doch gefallen wird, aber eigentlich kein Spiel für mich / uns ist.
Magellan hat bei mir voraussichtlich schlechte Karten. Steigerspiele mag ich nicht so sehr. Ich verliere schon dauernd bei Löwenherz, weil ich nie weiß wann warum und wieviel bieten.

> österreichischer Sicht ein wenig Beachtung. Leider konnte
> ich noch nirgends lesen, dass [i]San Gimignano[/i] bei Piatnik
da h ab ich nur flüchtig vorbeigeschaut wegen der schlechten Erfahrungen der letzten Jahre, aber wenn die Besserung geloben, bin ich durchaus dabei

>
> niederschwelliger sind. [b]Alles im Eimer[/b] von Stefan
> Dorra besticht da ganz besonders: Tolles Thema, spaßiger
> und gemeiner Spielverlauf, alles was sich Menschen
> wünschen, die ein "lustiges Spiel" suchen ...
so ähnlihc hat die Dame bei Kosmos mir das auch erzählt. Die Kosmos-Leute haben auch ganz gut erklären können


Markus Barnick
http://www.Barnick.de/spieler.htm

Benutzeravatar
Matthias Esken

RE: Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Matthias Esken » 6. Februar 2002, 08:02

"Markus Barnick" hat am 05.02.2002 geschrieben:

> Von den Farben und Einzelteilen her gefiel es mir total
> gut. Besonders die kleinen U-Boote sind süß :-)

Ach? Die Delphine sind U-Boote? ;-)

Gruß,
Matthias

Benutzeravatar
Christian Spohr

RE: Ja, Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Christian Spohr » 6. Februar 2002, 08:16

Markus Barnick schrieb:

> Vom HIG - Programm bin ich persönlich (das ist KEINE Wertung
> über die Spiele) heuer nicht so sehr begeistert. Grade das
> Spiel von Knizia, die Gladiatoren ist doch ein reines
> Glücksspiel,

Das würde ich so nicht sagen. Wir haben es gespielt, und wirklich Taktiken feststellen können, z.B. wo Du Deine Gladiatoren plazierst (ich hatte meine alle im mittleren Bereich und konnte daher von überall angegriffen werden) und welche Kombinationen von Gladiatoren Du auswählst. Natürlich hängt im Endeffekt alles an den Würfeln, aber es macht schon einen Unterschied, ob Du anfangen darfst und somit die Würfelkraft Deines Gegners dezimierst bevor der Würfeln kann, oder ob Du zwei Versuche hast, und natürlich mit wie vielen Würfeln Du würfeln darfst.

Zwei von uns vier haben vor dem Spiel auch gemeint, ein reines Glücksspiel vor sich zu haben, nach dem Spiel waren sie begeistert.

Magellan ist in meinen Augen auch sehr strategisch, schließlich muß man am Anfang entscheiden, womit man am Ende glänzen können will. Das Spiel hat mich total überzeugt, weil es auch so viele Möglichkeiten bietet. Einziges Manko: Gegen Ende können für einzelne Spieler sehr lange Wartezeiten entstehen.

Benutzeravatar
Ralf Abilgaard

Re: Nautilus ist ein Kunstwerk!

Beitragvon Ralf Abilgaard » 6. Februar 2002, 11:08

Da sieht man mal wieder, wie verschieden die Geschmäcker sind. Mir hat das Spielprinzip recht gut gefallen, aber die Aufmachung nicht - vor allem die U-Boote. Mal sehen, wie es aussieht, wenn es ausgeliefert ist, denn was da in Nürnberg päsentiert wurde war ja auch noch keines aus der laufenden Produktion (wenn ich mich recht erinnere).

Dies ist natürlich keine Aussage über die Qualität des Spiels, die werde ich erst nach mehreren Probespielen beurteilen, nach den Erklärungen, welche ich erhalten habe könnte es aber wirklich gut sein.

Gruß,

Ralf


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 37 Gäste