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Gute Spielregeln?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Roman Pelek

Gute Spielregeln?

Beitragvon Roman Pelek » 11. Februar 2002, 00:37

Hi,

im Gegensatz zu untenstehendem Thread zu schlechten Spielregeln möchte ich gerne mal umgekehrt fragen, welche Spielregeln denn hier als besonders herausragend empfunden werden (und möglichst warum - z.B. Struktur, Beispiele, Kürze vs. Ausführlichkeit, flüssiges/amüsantes Studium etc.).

Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy" oder in manchen Spielen zu findenden, umfangreichen fortlaufenden Beispielen halten. Hält Euch sowas nur auf oder macht es den Einstieg leichter? Ist es ein Ersatz für herkömmliche Spielregeln oder maximal ein Zusatz für Einsteiger? Findet Ihr in Einstiegsspielen oder umfangreichen Spielbeispielen noch das Wesentliche beim schnellen Nachsehen?

Ciao,
Roman

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Hobbes

Re: Neue Entdecker

Beitragvon Hobbes » 11. Februar 2002, 02:32

Also ich hab mit dem "einfachen Professor" gute Erfahrungen gemacht.
Meine Freundin hatte bei "Die neuen Entdecker" keine Probleme ins Spiel rein zu finden, nachdem sie das Einleitungsspiel durchgelesen hatte. Die genaueren Details konnte ich ihr dann erklären. Der größte Vorteil dürfte in der detaillierten Bebilderung der beschriebenen Situationen liegen. Dadurch werden abstrakte Beispiele bzw. Regeln sofort verständlich.
Ansonsten hab ich keinerlei Erfahrungen mit "Prof. Easy" gemacht, muß aber sagen, daß die Kosmos-Regeln, sofern fehlerfrei (vgl. Blitz und Donner), leicht zugänglich sind.

Hobbes (der in Münster leider keine leichten Professoren genießen durfte)

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Ulrich Schumacher

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Ulrich Schumacher » 11. Februar 2002, 06:26

Hallo!

Roman Pelek schrieb:

> Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die
> Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy" oder in
> manchen Spielen zu findenden, umfangreichen fortlaufenden
> Beispielen halten. Hält Euch sowas nur auf oder macht es den
> Einstieg leichter?

In Essen hatte ich mit ein paar Bekannten versucht, "Sternenschiff Catan" mit der Prof. Easy-Methode kennenzulernen. Wir hatten jedoch eher den Eindruck, gespielt zu werden als selbst zu spielen. Diese Einstiegsmethode ist wirklich nur denjenigen zu empfehlen, die eher selten spielen und auch die Siedler-Familie im speziellen nicht gut kennen.

Ist es ein Ersatz für herkömmliche
> Spielregeln oder maximal ein Zusatz für Einsteiger?

Ein Ersatz kann es ja nicht sein, da in einer vorgespielten Einstiegsrunde gar nicht alle Spielsituationen auftreten können, wenn die Einstiegsrunde nicht zu umfangreich werden soll.

Ich halte die Vorgehensweise bei "Siedler" schon ganz gut: Prof. Easy für Einsteiger, "normale" Anleitung für die anderen und der Almanach als Nachschlagewerk.


Findet
> Ihr in Einstiegsspielen oder umfangreichen Spielbeispielen
> noch das Wesentliche beim schnellen Nachsehen?

Bei Einstiegsspielen muss ja nichts extra nachgesehen werden, da die Spielzüge genau vorgegeben sind.
Beispiele hingegen sollten natürlich schon sein, vor allem bei schwierig zu beschreibenden Spielsituationen, aber sie sollten optisch deutlich von der Regel unterscheidbar sein. Positiv ist auch, wenn eine Regel am Rand noch kurz dargestellt wird.


Grüße

Uli

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Topolino

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Topolino » 11. Februar 2002, 07:06

Ulrich Schumacher schrieb:
>
> In Essen hatte ich mit ein paar Bekannten versucht,
> "Sternenschiff Catan" mit der Prof. Easy-Methode
> kennenzulernen. Wir hatten jedoch eher den Eindruck, gespielt
> zu werden als selbst zu spielen. Diese Einstiegsmethode ist

Gerade das halte ich ja bei Prof. Easy so gut,
man wird durch das Spiel geführt und bekommt es auf diese Weise erklärt ...

Außerdem läßt Prof. Easy nach ein paar Runden die Spieler "allein"...

und man (die Spieler) können das Spiel [b]selbst[/b] weiterspielen ...

Ich finde Prof. Easy ausgezeichnet ...
und würde mir wünschen das auch viele "Andere" sich daran ein Beispiel nehmen ...

Ciao
Topolino

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Jost Schwider

RE: Gute Spielregeln?

Beitragvon Jost Schwider » 11. Februar 2002, 07:32

"Roman Pelek" hat am 11.02.2002 geschrieben:

> im Gegensatz zu untenstehendem Thread zu schlechten
> Spielregeln möchte ich gerne mal umgekehrt fragen, welche
> Spielregeln denn hier als besonders herausragend empfunden
> werden

Eines der größten (positiven) Aha-Erlebnisse hatte ich damals bei dem SvC-Basisspiel: Der komplette Spielzug mit allen relevanten Regeln auf einem Papp-Blatt! Insbesondere die "offensichtliche" Kürze verlockt auch "Wenig-Spieler" dazu, gleich loszulegen...

> Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die
> Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy" oder
> in manchen Spielen zu findenden, umfangreichen
> fortlaufenden Beispielen halten.

Beispiele jeglicher Art sollten streng von der Regel getrennt bleiben, so dass die eigentlichen Regeln kurz und prägnant bleiben können. (Wie eine Referenz eben.) Als Einstiegshilfe sind Beispiele jedoch oft unerläßlich, insbesondere für unerfahrenere Spieler!

> Findet Ihr in Einstiegsspielen oder umfangreichen
> Spielbeispielen noch das Wesentliche beim schnellen
> Nachsehen?

Nein, und deswegen bin ich für eine strikte Trennung Regel/Beispiel. Empfehlenswert zum "schnellen Nachsehen" sind ja z.B. die Blitzregeln auf http://www.abspiel.de/regeln/index.htm .

Viele Grüße
Jost aus Soest (liebt Kurzregeln)

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Stephan Zimmermann

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Stephan Zimmermann » 11. Februar 2002, 09:58

Durch die Wüste hat sehr gute Spielregeln für ein Strategie-Spiel!

Die kann man in wenigen Worten jedem Erst-Spieler erklären ohne
dass es Ihm zu viel wird und er kann auch geleich eine richtig
vernüftige Partie mitspielen.

Stephan

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Christian Spohr

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Christian Spohr » 11. Februar 2002, 10:14

Ich finde Prof. Easy wirklich gut, da man ohne mühsames Regelstudium direkt loslegen kann. Natürlich wird man gespielt, aber so bekommt man nicht nur ein Gefühl für den Spielablauf, sondern auch für die Werte mancher Aktionen. Z.B. wieviel ist beim Versteigern üblich, läuft das in 10er oder in Hunderter Beträgen o.ä.

Wem das Spiel schon zu vordefiniert ist, wenn man von Prof. Easy alleingelassen wird, der kann ja von vorn beginnen.

Ich denke die Zeit die man für's Regelstudium braucht, ist oft mit Prof. Easy angenehmer verbracht, v.a. weil man nicht nachher noch allen erklären muß, wie's läuft.

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Bettina

RE: Gute Spielregeln?

Beitragvon Bettina » 11. Februar 2002, 10:32

"Roman Pelek" hat am 11.02.2002 geschrieben:
> Hi,
>
> im Gegensatz zu untenstehendem Thread zu schlechten
> Spielregeln möchte ich gerne mal umgekehrt fragen, welche
> Spielregeln denn hier als besonders herausragend empfunden
> werden (und möglichst warum - z.B. Struktur, Beispiele,
> Kürze vs. Ausführlichkeit, flüssiges/amüsantes Studium
> etc.).

Hallo Roman,

wie leicht ist es doch zu erkennen, was einem [b]nicht[/b] gefällt ;-)
Wie schwer, diese vermeintlich einfache Frage knapp zu beantworten...

Ganz wichtig ist für mich - die meist die Spiele erklärt, und zwar vornehmlich Menschen, die keine Geduld beim Zuhören haben :mad: - eine Kurzspielregel zu haben ("Linie 1") . Auch als Gedächtnisstütze gut, da bei uns oft ältere Spiele auf den Tisch kommen.
Als eine sehr gute Lösung dafür empfinde ich die "seitliche Spalte" bei einigen Spielen ( z.B. bei "Bauernschlau", "Basari", "Haste Worte?" etc.). Hier brauche ich nur die Kurzspielregel zu lesen, um wieder ins Spiel zu finden, habe aber gleich die Stelle in der ausführlichen Regel, wenn ich´s nicht mehr genau weiss.

Bei Spielen, bei denen ein Spieler mehrere Zugmöglichkeiten hat und/oder eine Zugreihenfolge eingehalten werden soll, empfinde ich Übersichten für die Spieler als sehr hilfreich. Z.B. bei "Goldrushcity" die Rückseite der Richterkarte, bei "Torres", "Tikal" u.a. eine Übersichtskarte für jeden Spieler.
Teilweise habe ich solche Karten den Spielen beigelegt, indem ich die entsprechende Übersicht für jeden kopiere ("Bauernschlau"). So sind Fragen wie "was kann ich jetzt nochmal machen?" meist Geschichte ;-)

Als gute Regeln habe ich in Erinnerung:
Bauernschlau (Struktur, [b]knappe[/b] Beispiele, Bilder)
Linie 1
Tikal
Basari

und bestimmt noch viele mehr, aber die fallen mir gerade nicht ein ;-)


Viele Grüsse
Bettina

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peer

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon peer » 11. Februar 2002, 10:47

Hi,
wie es der Zufall will habe ich mit einem Freund gestern Sternenschiff Catan mit Herrn Easy gespielt. Das Hineingleiten funktioniert gut (natürlich wird man gespielt, das ist ja der Sinn der Sache) und nach den 4 (?) Zügen ist man dann ja auf sich allein gestellt. Der Vielspieler braucht es wahrscheinlich nicht (obwohl es gestern sehr spät war, als wir angefangen haben und vermutlich keine Lust mehr gehabt hätten, die Regeln zu studieren), aber es hat den Vorteil, gleich eine Startaufstellung zu haben, ohne das übliche "Ich weiss gar nicht, was ich machen soll". Alles in allem eine nette Idee, vor allem für Wenigspieler.
Generell finde ich wichtig, dass es eine Regelübersicht gibt, die komplett ist. Hier sind die Alea-Spiele eine Erwähnung wert, der Seitenstreifen ist sinnvol.
ciao,
Peer

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hannes

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon hannes » 11. Februar 2002, 10:57

Hi Roman

Hier so ein paar Ansprüche an eine gute Spielregeln.

[ul]
[*]Die Regeln müssen gut strukturiert sein. Vor allem sollte man beim Nachschlagen während des Spiels SOFORT die passende Regelstelle finden können.
[*]Schwierige Spielsituationen (bei komplexeren Spielen) sollten mit einem Beispiel illustriert werden.
[*]Gut finde ich, wenn das Wesentliche des Spiels am Seitenrand zusammengefasst wird. So kann ich zuerst die vollständigen Spielregeln durcharbeiten und nachher anhand der Randeinträge das (erste) Spiel spielen. Ganz schlecht ist dann allerdings, wenn gewisse Regeldetails ausschliesslich am Rand beschrieben sind. Dort werden die nämlich garantiert überlesen.
[*]Wenn ich ein Spiel schon länger nicht mehr gespielt habe, habe ich meistens die Regeldaten nicht mehr im Kopf. Dann möchte ich - ohne die ganze Spielregel noch einmal durchlesen zu müssen - schnell nachschauen können, wie viele Karten z. B. am Anfang verteilt werden. Die Einträge in der Randspalte eignen sich bestens dazu. Die Randzusammenfassung sollte also auch darauf ausgelegt sein, das Wissen von Nachlängererpausewiedereinmalspielenden aufzufrischen.
Versuche übrigens einmal in der Bohnanza-Spielregel innerhalb von wenigen Sekunden nachzulesen, wieviele Karten ausgeteilt werden ...
[/ul]

Gestern habe ich das Sternenschiff mit der Unterstützung von Prof. Easy kennen gelernt. Ich frage mich aber, ob ich ohne ihn nicht mehr gelernt hätte. Die Spielregeln an sich sind ja auch ausreichend.

Ciao
hannes

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Matthias Staber

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Matthias Staber » 11. Februar 2002, 11:12

> im Gegensatz zu untenstehendem Thread zu schlechten
> Spielregeln möchte ich gerne mal umgekehrt fragen, welche
> Spielregeln denn hier als besonders herausragend empfunden
> werden (und möglichst warum - z.B. Struktur, Beispiele, Kürze
> vs. Ausführlichkeit, flüssiges/amüsantes Studium etc.).
>
> Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die
> Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy" oder in
> manchen Spielen zu findenden, umfangreichen fortlaufenden
> Beispielen halten. Hält Euch sowas nur auf oder macht es den
> Einstieg leichter? Ist es ein Ersatz für herkömmliche
> Spielregeln oder maximal ein Zusatz für Einsteiger? Findet
> Ihr in Einstiegsspielen oder umfangreichen Spielbeispielen
> noch das Wesentliche beim schnellen Nachsehen?
>
> Ciao,
> Roman

Für die momentan besten Spielregeln around halte ich die von alea, auf Einführungsspiele à la Prof. Easy kann ich verzichten - ich möchte meine Beispiele im Regeltext selbst haben, nicht in einem seperaten Text.

Von daher finde ich das alea Regel-Desingn genial: Links der Regeltext, rechts eine Spalte mit der Kurzspielregel und den Sonderfällen, übersichtlich, auf einen Blick, wie eine gute Fernsehprogrammzeitschrift.

Ein weiteres alea-plus: Es wird begrifflich sauber gearbeitet. Gleiches wird mit Gleichem, Unterschiedliches mit Unterschiedlichem benannt. Wenn in einer alea-Spielregel zwei verschieden Ausdrücke vorkommen, kann ich sicher sein, dass damit auf zwei unterschiedliche Dinge Bezug genommen wird. Es herrscht nicht dieses Signifikant-Signifikat-Chaos wie bei anderen Regeltexten: Die alea-Regeln sind genau geschrieben und können deswegen auch genau gelesen werden, sprachliche Ambiguitäten gibt es dort so gut wie nicht.

Stichwort Beispiele: Ich möchte zahlreiche Beispiele in einem Regeltext nicht missen, ich halte sie für essenziell für das Verständnis: Wie wir ja alle seit Kant wissen, sind es komplett unterschiedliche Paar Stiefel, einerseits eine generelle Regel zu kennen, und andererseits im konkret vorliegenden Einzelfall zu entscheiden, ob er unter diese Regel (oder eine andere) fällt - hier helfen Beispiele, in denen man diese Subsumierungsleistung einmal at work vorgeführt bekommt - gerade bei ungewöhnlichen und neuartigen Spieledesigns kommt man daran IMO nicht vorbei (Liberté, Fürsten von Florenz usw.)

Matthias

Matthias

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Kathrin Nos
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Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Kathrin Nos » 11. Februar 2002, 11:27

Hallo Roman,

was ich persönlich noch gut und wichtig finde: Eine Abbildung, die den Spielaufbau zeigt und das Spielmaterial benennt, also mit Pfeil auf die entsprechenden Stellen der Abbildung zeigt und die Bezeichnung von Spielfeldern, Karten, Figuren etc. angibt. Das erleichtert den Lesefluss in der Spielanleitung enorm, vor allem wenn das Spielmaterial ganz spezifische Begriffe enthält. Als Beispiel für solche Begriffe würde ich hier El Grande (Hof, Provinz, Region) angeben, wobei ich da die Regel jetzt nicht als schlecht in Erinnerung habe, die Begriffe jedoch immer durcheinanderbringe.

Zum Prof. Easy: Ich persönlich habe den Prof. Easy bisher nicht genutzt, um den Zugang zu einem Spiel zu finden. Nachdem dieser aber hier im Forum schon diskutiert wurde, habe ich im Sternenschiff Catan und bei Gnadenlos mal darin gelesen. Dabei hat mich der Aufbau des Prof. Easy sehr an die Art erinnert, mit der (gute) Spiele-Erklärer auf Messen an ein Spiel heranführen und in den ersten Zügen durch das Spiel begleiten. Auch erste taktische oder strategische Hinweise fehlen nicht. Die Idee und das Konzept von Prof. Easy sind also meiner Meinung nach schon gut gemacht.

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Heinrich Glumpler

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Februar 2002, 12:33

Hi,

da ich gerade zufällig vorbei-surfe, möchte ich doch eine kleine Episode zu "Prof. Easy" durchgeben.
Ich war in Darmstadt ("Darmstadt spielt") und ging an einem Tisch vorbei, an dem zwei Spielerinnen sassen und sich sich "Die neuen Entdecker" reinzogen. Ich bin nicht sicher, ob sie tatsächlich "Prof. Easy" dazu benutzten, vermute es aber mal, da das Heftchen offen da lag.
Ich sah einen Augenblick zu und bemerkte an der Situation auf dem Brett, dass sie irgendwas falsch machten. Ich blieb still und sah weiter zu. Faktisch machten sie fast alles falsch, was man sich nur vorstellen kann - sozusagen immer die "falsche" Alternative zur korrekten Spielregel.
Ich war gelinde entsetzt, da ich selbst von "Prof. Easy" schon recht überzeugt war.
Eventuell führen wir hier also eine Diskussion über eine Sache, die wir gar nicht verstehen ... weil wir Spiel-Experten/Vielspieler/Profis sind.
Die Situation ist mir nicht unvertraut als Software-Entwickler ... Entwickler sind berühmt dafür, optimale Lösungen zu finden, die kein Normal-Anwender versteht (sorry für den kleinen Ausflug).
Ich kann nur hoffen, dass sich auch einige Wenig-Spieler irgendwann in einem solchen Forum zu Wort melden.
Das nur als Denkanstoss - wie gesagt: mir gefällt "Prof. Easy" auch - aber bei meinen Spielen werd' ich einen anderen Weg wählen, die Spielregel "einfach" zu gestalten.

Grüsse!
Heinrich

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Jost Schwider

RE: Gute Spielregeln?

Beitragvon Jost Schwider » 11. Februar 2002, 13:40

"Bettina" hat am 11.02.2002 geschrieben:

> Teilweise habe ich solche Karten den Spielen beigelegt,
> indem ich die entsprechende Übersicht für jeden kopiere
> ("Bauernschlau").

Das ist nicht nur Bauernschlau, sondern wirklich schlau und gewitzt!

Viele Grüße
Jost aus Soest (liebt Mist-Verständnisse)

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Roman Pelek

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Roman Pelek » 11. Februar 2002, 14:05

Hi Heinrich,

Heinrich Glumpler schrieb:

> Eventuell führen wir hier also eine Diskussion über eine
> Sache, die wir gar nicht verstehen ... weil wir
> Spiel-Experten/Vielspieler/Profis sind.

Mich interessierte mal die Spielermeinung über Einsteigerregeln im Allgemeinen, dass wir nicht die Klientel sein dürften, die die Tauglichkeit beurteilen können, ist (eigentlich) klar.

Ich persönlich stehe z.B. vor den Prof. Easy-Regeln und denke mir immer "Nette Sache", komme persönlich aber mit "normalen" Regeln besser zurecht (weil ich lieber selbst ausprobiere und Fehler mache bzw. dann später auch schneller Sachen finde, die ich suche) und traue mir nicht zu, die Tauglichkeit einer solchen Regel für Einsteiger zutreffend abschätzen zu können...

> Ich kann nur hoffen, dass sich auch einige Wenig-Spieler
> irgendwann in einem solchen Forum zu Wort melden.

Es wäre zu wünschen, in der Tat!

> Das nur als Denkanstoss - wie gesagt: mir gefällt "Prof.
> Easy" auch - aber bei meinen Spielen werd' ich einen
> anderen Weg wählen, die Spielregel "einfach" zu gestalten.

Mir gefällt's als Idee - aber es wäre interessant zu sehen, ob es in der Praxis für Wenigspieler wirklich eine echte Erleichterung darstellt. Persönlich und rein subjektiv komme ich am besten mit Regeln klar, die klare, konsistente Begriffsbildungen vornehmen und durch Randleisten oder markante Überschriften das Finden des Wesentlichen beim Spielen leicht machen wie z.B. bei den hier schon genannten alea-Regeln (und etlichen anderen natürlich, aber alea hält das mit am konsequentesten und saubersten durch).

Ciao,
Roman

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michael weber

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon michael weber » 11. Februar 2002, 19:39

hm,

prof. easy: da wir ja nun selbst testen, spielen wir immer zuerst nach dieser hilfe. eigentlich funktioniert das auch alles. nur bei die neuen entdecker gab es probleme, weil die bilder nicht so abgebildet waren, wie unser spielbrett...

aber: es ist ja ein regelzusatz, der einsteigerfreundlich ist. leute, die meinen, sie müssten gleich die richtige regel lesesn, brauchen die easy-regel ja nicht zu lesen.


ansonsten fällt mir spontan von unseren letzten tests ein, wie gut die pompejii-regel von adlung ist, da der verlag sonst eher etwas schwierig bei diesem thema ist ;-) außerdem aus dem gleichen grund im kopf: geradezu vorbildlich ist die anleitung zu isis und osiris, die regeln sind aber nicht soooo kompliziert.

wenn mich jemand nach schlimmen regeln fragt, fallen mir garantiert mehr ein, da man sich über die sachen, die man versteht, nicht aufregen muss.

michael
(der meint, dass nur eine gute regel zu einem guten spiel führt)

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Bettina

RE: bauernschlau

Beitragvon Bettina » 11. Februar 2002, 20:02

Jost Schwider schrieb:
>
> "Bettina" hat am 11.02.2002 geschrieben:
>
> > Teilweise habe ich solche Karten den Spielen beigelegt,
> > indem ich die entsprechende Übersicht für jeden kopiere
> > ("Bauernschlau").
>
> Das ist nicht nur Bauernschlau, sondern wirklich schlau und
> gewitzt!

Tja, so bin ich halt :oops: 8) :-P

Lieben Gruss
Bettina (kommt aus `nem Dorf, wo die Bauern in ihrer Kindheit noch die Kühe über die Gassen trieben ;-) )

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HBS

ALEA! (Re: Gute Spielregeln?)

Beitragvon HBS » 11. Februar 2002, 20:29

Matthias Staber schrieb:
>
> Für die momentan besten Spielregeln around halte ich die von
> alea, auf Einführungsspiele à la Prof. Easy kann ich
> verzichten - ich möchte meine Beispiele im Regeltext selbst
> haben, nicht in einem seperaten Text.
>
> Von daher finde ich das alea Regel-Desingn genial: Links der
> Regeltext, rechts eine Spalte mit der Kurzspielregel und den
> Sonderfällen, übersichtlich, auf einen Blick, wie eine gute
> Fernsehprogrammzeitschrift.
>
> Ein weiteres alea-plus: Es wird begrifflich sauber
> gearbeitet. Gleiches wird mit Gleichem, Unterschiedliches mit
> Unterschiedlichem benannt. Wenn in einer alea-Spielregel zwei
> verschieden Ausdrücke vorkommen, kann ich sicher sein, dass
> damit auf zwei unterschiedliche Dinge Bezug genommen wird. Es
> herrscht nicht dieses Signifikant-Signifikat-Chaos wie bei
> anderen Regeltexten: Die alea-Regeln sind genau geschrieben
> und können deswegen auch genau gelesen werden, sprachliche
> Ambiguitäten gibt es dort so gut wie nicht.

und was mache ich jetzt mit meiner schönen, ausführlichen Antwort, die ich gerade offline geschrieben habe? wegwerfen und einfach diese Aussagen unterschreiben! :-)

ich finde die Alea-Anleitungen klar, übersichtlich und verständlich - obwohl sie oft komplexe Spiele erklären müssen!

Ein Punkt, den Matthias nicht erwähnt hat: Nicht nur durch die getrennten Spalten, auch durch verschiedene Schriftarten wird in den Alea-Regeln klar gegliedert:
- bei speziellen Regelfragen kann man die entsprechenden Punkte beim Durchblättern der Regel schnell und einfach wiederfinden, da die Überschriften deutlich erkennbar sind
- kursives drückt Einzelfälle und Beispiele aus, so daß man beim ersten (Grundverständnis-)Lesen das auch erstmal überspringen kann, um die Grundstruktur des Spieles zu erfassen!

Gruß,
Hanna
(wartet immer noch... auf Alea 7)

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Gerhard Passler
Kennerspieler
Beiträge: 554

Re: ALEA! (Re: Gute Spielregeln?)

Beitragvon Gerhard Passler » 12. Februar 2002, 13:08

Hallo!

> ich finde die Alea-Anleitungen klar, übersichtlich und
> verständlich - obwohl sie oft komplexe Spiele erklären müssen!

Dem kann ich mich 100%ig anschließen.
Es kann einem in einem Spielerleben eigentlich nichts besseres passieren, als ein Spiel mit Alea-Spielregeln zu erlernen. :-)

Gruß

Gerhard (wartet schon gespannt auf Puerto Rico)

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Jürgen Schmidt

Re: Gute Spielregeln?

Beitragvon Jürgen Schmidt » 12. Februar 2002, 15:42

Matthias Staber schrieb:

> Für die momentan besten Spielregeln around halte ich die von
> alea, auf Einführungsspiele à la Prof. Easy kann ich
> verzichten - ich möchte meine Beispiele im Regeltext selbst
> haben, nicht in einem seperaten Text.

Ich weiss nicht so genau, ich kenne eigentlich nur die Regeln von "Händler von Genua". Dieses Regelwerk gehört neben Pfeffersäcken und Evo zu denjenigen, wo ich beim ersten Lese-Versuch aufgegeben habe, weil ich nur noch Bahnhof verstand.

Diese Lob kann ich also eher weniger unterstützen.

Jürgen läßt sich Spiele gerne erklären)

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Carsten Wesel

Prof.Easy (RE: Gute Spielregeln?)

Beitragvon Carsten Wesel » 13. Februar 2002, 12:53

"Roman Pelek" hat am 11.02.2002 geschrieben:

> Was mich im Speziellen interessieren würde ist, was die
> Spieler hier von Einführungsspielen a la "Prof. Easy"

Ich habe das Sternenschiff mal ganz bewusst nicht per Regellesung gelernt, sondern mit Prof.Easy gespielt. Ich war verblüfft, wie gut ich in das Spiel kam. Das ich anschließend die Regeln noch mal gelesen habe, ist selbstverständlich, aber dann hatte ich Vorwissen und konnte mit den Regeln sehr viel mehr anfangen.

Wenn man immer vorher die Regeln liest und dann den anderen erklären soll, dann ist ab und zu gar nicht schlecht, wenn man (also ich) sich zurück lehnen kann und Prof.Easy die Arbeit überlassen kann.

Gruß Carsten (der lieber mit seiner Frau, als mit Prof.Easy spielt)


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