Anzeige

Strategien für Puerto Rico

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Sven Sauer

Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Sven Sauer » 10. März 2002, 19:08

Hallo,
ich habe mir vor ein paar Tagen Puerto Rico besorgt. Jetzt habe ich mir überlegt, ob es sinnvoller ist auf Gebäude zu setzten oder eher auf das Verschiffen von Waren. Ich frage mich immer welche Gebäude den größten nutzen bringen. Mir ist aufgefallen, dass der Spieler der einen Hafen baut immer gewinnt. Habt ihr das auch schon festgestellt? Welche Strategie ist die beste oder gil das Prinzip,dass alles Wege fürn zum Sieg führen?

Viele Grüße

Benutzeravatar
Thomas Jereczek

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Thomas Jereczek » 11. März 2002, 08:28

Hallo Sven,

ich habe bisher selber noch keine Strategie gefunden.
In meinen bisherigen Spielen gab es Sieger mit reichlich Gebäuden, aber auch mit Verschiffungssiegern.
Das hängt davon ab, mit welchen Leuten man spielt und welche Strategie die verfolgen.
Im letzten Spiel hatte der Sieger sehr früh viel Mais, und konnte damit einen Punktevorsprung beim Verschiffen erarbeiten. Außerdem war das Handelshaus sehr lange besetzt, so daß wenig Geld in Umlauf kam, das hatte zur Folge, daß wenig Gebäude gebaut werden konnten. Bei den Plantagen war dann viel Kaffee im Angebot, aber keiner hatte so früh genügend Geld für die Rösterei.
In dem Spiel haben wir zu fünft nur 175 Siegpunkte erwirtschaftet, in einem Spiel vorher waren es 212 also 37 Punkte mehr, d.h. im Durchschnitt ein Spieler mehr.

PR bietet soviel Möglichkeiten, daß es sehr schwer werden wird eine wirklich gewinnbringende Strategie zu entwicklen. Das dürfte Dir nur gelingen, wenn Du immer mit den gleichen Leuten spielst, dann könnte es allerdings langweilig werden.

unstrategische Grüße
Thomas (der darauf brennt nach über einer Woche endlich wieder auf PR siedeln zu dürfen)

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Roman Pelek » 11. März 2002, 11:25

Hi Sven,

Sven Sauer schrieb:

> ich habe mir vor ein paar Tagen Puerto Rico besorgt. Jetzt
> habe ich mir überlegt, ob es sinnvoller ist auf Gebäude zu
> setzten oder eher auf das Verschiffen von Waren. Ich frage
> mich immer welche Gebäude den größten nutzen bringen. Mir ist
> aufgefallen, dass der Spieler der einen Hafen baut immer
> gewinnt. Habt ihr das auch schon festgestellt? Welche
> Strategie ist die beste oder gil das Prinzip,dass alles Wege
> fürn zum Sieg führen?

Unserer Erfahrung nach führen viele Wege zum Sieg, wichtig ist vor allem, dass man eine einmal eingeschlagene Richtung halbwegs konsequent beibehält und sich beim Entscheiden für eine Strategie an den Vorhaben der Mitspieler und den verfügbaren Waren orientiert, damit man nicht allzu leicht blockiert werden kann (beim Verschiffen, beim Handelshaus).

Das ein Spieler mit Hafen immer gewinnt, war bei uns nicht der Fall, den es gibt zu viele Möglichkeiten, das beim Verschiffen zu blockieren und setzt zudem noch eine Warenvielfalt voraus, damit man pro Verschiffung mehrfach Bonuspunkte erwirtschaftet.

Als generell wichtig würde ich es jedoch ansehen, bei seiner Strategie darauf zu achten, genügend Geld zwischenzeitlich zu erwirtschaften, damit der Stadtausbau nicht ins Stocken kommt. Mit einer reinen Verschiffungsstrategie ohne Markplätze, Markthalle (hab PR grad nicht da, hieß das 0/1/2/3/5er 3er-Gebäude so?) oder wenigstens eine lukrative Sorte zum Verkauf im Handelshaus hat man es nach meinem Dafürhalten sehr schwer, weil meist das Spiel beendet ist, bevor man genug Siegpunkte damit sammeln kann oder einem das Geld für siegpunktträchtige 4er-Gebäude oder die hilfreiche Werft oder den Hafen (frühzeitig) fehlt. Wir hatten somit mehrfach zweite Plätze mit Vielverschiffern, Sieger waren dann Leute, die mit etwas mehr Geld mehr Punkte durch Gebäude machen konnten.

Ich persönlich spiele ganz gerne die Strategie, mit kleinen/großem Marktplatz schon sehr früh genügend Geld umzusetzen und dafür eher auf Steinbrüche/Hospiz/viele Waren zu verzichten. Später hat man dann leichten Zugang zur Werft und/oder dem Hafen (je nach eigener Warenproduktion), womit man Nachteile beim frühen Verschiffen ein bißchen herausholen kann und meist genügend Geld für passende 4er-Gebäude, die 10,11 Punkte bringen. Wenn allerdings mehrere die Strategie fahren wollen, würde ich auf was anderes umschwenken (Mischstrategie Geld/Waren, z.B. mit viel Zucker oder Tabak). Ganz grob würde ich mich auch an der ersten Ware orientieren, mit Mais als Startkapital hat man vielleicht den längeren Atem, um auf Kaffee zu sparen, mit Indigo bot sich bei uns eher ein preiswerterer, mengenträchtigerer Zucker/Tabak-Ausbau an. Gesetzt den Fall, diese Waren kommen dann auch halbwegs...

Da aber aufgrund des Mitspielerverhaltens und der verfügbaren Waren-/Gebäudeplättchen sehr viel variiert, ist bei PR m. E. das wichtigste, das Geschehen gut im Auge zu behalten und seine Chancen rechtzeitig zu sehen und diese durchzuhalten. Und, wie oben erwähnt, rechtzeitig ein Fundament für "geregeltes Einkommen" zu legen, da Verschiffen allein bei wachsamen Mitspielern nicht zum Sieg reichen dürfte. Am besten erscheint mir eine angepasste Mischstrategie oder eine Viel-Geld-Strategie mit ein paar wenigen Waren, die einfach zu verschiffen sind und so wenigstens noch ein paar Siegpunkte nebenher bringen.

Absolut tödliche Fehler in unseren Runden waren auf jeden Fall mehrfaches Wegwerfen von Waren, die weder gelagert noch verschifft werden konnten und das "Vorbeischrammen" an einem angepeilten 4er-Gebäude vor Spielende - da heißt's gut das Spiel im Auge zu behalten und vielleicht auch mal eine "nutzlose" Karte selbst zu nehmen, bevor sie danach jemand allzu lukrativ für sich einsetzen kann.

Aufgrund der unterschiedlichen Spielverläufe und der Abhängigkeit vom Mitspielerverhalten würde ich derzeit sagen, dass es keine Siegstrategie gibt, die immer gut funktioniert oder die nicht ausgebremst werden kann, und das gefällt mir sehr gut. Adaptiv spielen und gut aufpassen, damit man Mitspielern keine Geschenke macht erscheinen mir der beste Weg zum Sieg zu sein und mehr als obige grobe Tipps würde ich deshalb auch derzeit nicht allgemein formulieren wollen... Wenn jemand einem die passenden Waren, Plantagen oder Gebäude wegschnappt, ist es eh schon Essig mit einer von Beginn an festgelegten Strategie, denke ich...

Bin mal gespannt, wie die Erfahrungen der anderen im Vergleich zu obigem so ausfallen...

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Jürgen Schmidt

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Jürgen Schmidt » 11. März 2002, 13:32

Ich habe erst zwei Partien Puerto Rico hinter mir - bei beiden Partien blieb der Hafen aber meines Wissens nach liegen.

In der ersten Party hat Petra uns mit einer vollen Zucker-Anbaustrategie abgehängt. Dazu leistete sie sich noch eine Werft, und das große Gebäude mit den Siegpunkten für die Siegpunktplättchen (Name??). :-(

Bei der gestrigen Partie konnte ich kleinen + großen Marktplatz und das Kontor ergattern und hatte dadurch auf einmal einen Goldesel, so dass ich das Spiel über die Gebäudeseite gewann :-D

Ich denke und hoffe, dass es keine allgemeine Gewinnstrategie gibt. Das wäre schade für das Spiel.

Jürgen (dem Puerto Rico sehr gut gefällt)

Benutzeravatar
cristinus

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon cristinus » 12. März 2002, 17:57

Hallo!

Ich habe drei Partien Puerto Rico hinter mir und das Spiel ist
immer ueber den Buergermeister beendet worden, so dass die
teuren Gebaeude wie Hafen, Manufaktur und Werft kaum ein-
gesetzt werden konnten.
Von den grossen Gebaeuden wurden entsprechend auch wenige
gekauft.
Ursache fuer das fruehe Spielende waren viele grosse Pro-
duktionsgebaeude, die mit nur einem Kolonisten belegt wurden.
Wenn die Hospize spaet ins Spiel kommen, sind die vorhandenen
Kolonisten schnell aufgebraucht.

Es handelte sich jeweils um 4 Personen-Spiele.

Viel interessanter als die Frage nach einer Gewinnstrategie finde
ich erstmal die nach dem Zug des ersten Startspielers. Welche
Rolle soll er uebernehmen?
Goldsucher, Kapitaen, Haendler und Aufseher schliessen sich
direkt aus.
Die anderen haben die folgenden Konsequenzen:
1. Baumeister:
Der zweite Spieler baut eine Indigokueperei, nimmt selber den
Buergermeister und produziert schneller als der Startspieler.
2. Siedler:
Macht ohne Kolonisten wenig Sinn
3. Buergermeister:
Meines Erachtens die einzige spielbare Rolle, der zusaetzliche
Kolonist entschaedigt dafuer, dass sich der dritte Spieler direkt
zwei Mais nehmen kann.

Was ist Eure Meinung?

Gruss
Christian

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Roman Pelek » 12. März 2002, 20:38

Hi Christian,

[Startspieler 1. Runde - Rolle]
> Die anderen haben die folgenden Konsequenzen:
> 1. Baumeister:
> Der zweite Spieler baut eine Indigokueperei, nimmt selber den
> Buergermeister und produziert schneller als der Startspieler.

Dafür kann der Startspieler im 4er-Spiel z. B. als erster ein Hospiz bauen und damit auf lange Sicht eine gute Basis an Kolonisten haben.

> 2. Siedler:
> Macht ohne Kolonisten wenig Sinn

Aber mind. 1 kommt ja in der ersten Runde schätzungsweise, d. h. mit einem Mais oder einem Steinbruch ist das doch auch schon mal ein Anfang.

> 3. Buergermeister:
> Meines Erachtens die einzige spielbare Rolle, der zusaetzliche
> Kolonist entschaedigt dafuer, dass sich der dritte Spieler
> direkt
> zwei Mais nehmen kann.

Ja, aber für den Einsatz des 2. Kolonisten in San Juan braucht man doch erstmal die nächste Bürgermeisterphase. Hat auch seine Nachteile.

> Was ist Eure Meinung?

Ich habe als Startspieler bisher nie den Bürgermeister genommen, sondern eher ein Hospiz oder zumindest billiger gebaut bzw. mir den ersten Steinbruch oder das einzige Maisfeld geschnappt. In Anbetracht der Tatsache, dass man ja schon ein paar Runden Zeit hat, sich etwas aufzubauen, halte ich diese Möglichkeiten auch für sehr gut spielbar. Es ist nicht unbedingt ein Nachteil, etwas später mit der Warenproduktion in die Pötte zu kommen, wenn man sich dafür andere Vorteile erarbeitet (Geld, Gebäude) oder auch spät, aber umso massiver produziert.

Auf jeden Fall sehe ich da keine einzig spielbare Rolle, und selbst wenn ich eine wählen müsste - es wäre nicht der Bürgermeister, da der 2. Kolonist ja erstmal tatenlos herumlungert. Da erscheint mir dann ein Hospiz o. Ä., das man später bei einer Bürgermeisterphase besetzt, doch vielversprechender. Lieber auch mal Mut zur Lücke, was die Anfangsproduktion angeht. Das sind meist nur 2-3 Siegpunkte, die man später locker wieder aufholt.

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Sylvia Berger

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Sylvia Berger » 13. März 2002, 08:55

Roman Pelek schrieb:
>
> Ich habe als Startspieler bisher nie den Bürgermeister
> genommen, sondern eher ein Hospiz oder zumindest billiger
> gebaut bzw. mir den ersten Steinbruch oder das einzige
> Maisfeld geschnappt. In Anbetracht der Tatsache, dass man ja
> schon ein paar Runden Zeit hat, sich etwas aufzubauen, halte
> ich diese Möglichkeiten auch für sehr gut spielbar. Es ist
> nicht unbedingt ein Nachteil, etwas später mit der
> Warenproduktion in die Pötte zu kommen, wenn man sich dafür
> andere Vorteile erarbeitet (Geld, Gebäude) oder auch spät,
> aber umso massiver produziert.
>
Hallo Roman,
das kann ich so auch für das 5-Personen-Spiel bestätigen. Steinbrüche und Hospiz waren auch bei uns heissbegehrt und entsprechend schnell ausverkauft. Wer da nicht am Anfang zugegriffen hat, hatte später das Nachsehen.

Sylvia
(hat als einziger Tabakproduzent in einer 5-Runde nahezu dauerhaft ein Schiff blockiert und ist dann nur von dem Spieler, der es geschafft hat, ein eigenes Schiff zu bauen, besiegt worden)

Benutzeravatar
Stefan Brück

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Stefan Brück » 13. März 2002, 16:24

Christian schrieb:
> Viel interessanter als die Frage nach einer Gewinnstrategie
> finde ich erstmal die nach dem Zug des ersten Startspielers. Welche
> Rolle soll er uebernehmen?
> Goldsucher, Kapitaen, Haendler und Aufseher schliessen sich
> direkt aus.

Goldsucher macht durchaus auch Sinn! Er ist im Grunde genauso gut wie der Baumeister - aber er erlaubt den anderen Spielern nicht, auch schon zu bauen und anschl. den Bürgermeister zu nehmen, dann den Aufseher etc. D.h. der erste Spieler gibt diese Problematik sozusagen an seine "Nachsitzer" weiter.
Außerdem: Gerade zu Beginn ist jeder "Groschen" wichtig!

> Die anderen haben die folgenden Konsequenzen:
> 1. Baumeister:
> Der zweite Spieler baut eine Indigokueperei, nimmt selber den
> Buergermeister und produziert schneller als der Startspieler.

Korrekt...aber wie Roman auch schreibt: Der Baumeister ist der einzige (bei 4 Sp.), der das Hospiz bauen kann!! Und das ist wirklich lecker; je früher, desto besser!

> 2. Siedler:
> Macht ohne Kolonisten wenig Sinn

INkorrekt!! Der Siedler ist allererste Sahne. Vor allem, wenn er den Steinbruch nimmt... Denn der kann, wenn anschl. Bürger- vor Bau-Meister, auch schon in der ersten Runde eine Dublone Ersparnis bringen...
Und gerade zu fünft ist jeder Steinbruch, den man besitzt, Gold wert!

> 3. Buergermeister:
> Meines Erachtens die einzige spielbare Rolle, der zusaetzliche
> Kolonist entschaedigt dafuer, dass sich der dritte Spieler
> direkt zwei Mais nehmen kann.

Hhmmm, also der wird/wurde bei uns so gut wie nie vom Startspieler genommen, da er ihm KEINERLEI Vorteile ggü. den folgenden Spielern bringt!

Weiterhin viel Spaß beim "Entdecken".
Stefan

Benutzeravatar
Sylvia Berger

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Sylvia Berger » 14. März 2002, 09:02

Roman Pelek schrieb:
> Als generell wichtig würde ich es jedoch ansehen, bei seiner
> Strategie darauf zu achten, genügend Geld zwischenzeitlich zu
> erwirtschaften, damit der Stadtausbau nicht ins Stocken
> kommt. ...
> Und, wie oben erwähnt, rechtzeitig ein Fundament für
> "geregeltes Einkommen" zu legen, da Verschiffen allein bei
> wachsamen Mitspielern nicht zum Sieg reichen dürfte. Am
> besten erscheint mir eine angepasste Mischstrategie oder eine
> Viel-Geld-Strategie mit ein paar wenigen Waren, die einfach
> zu verschiffen sind und so wenigstens noch ein paar
> Siegpunkte nebenher bringen.
>
Hallo Roman,
nach einem weiteren Spiel kann ich das nur bestätigen.
Habe mich gestern im Vergleich zu den anderen Spielern (wieder 5er Partie) mit wenigen Waren und entsprechenden Produktionsstätten begnügt (2 Mais, 1 Indigo, 1 Zucker, 3 Tabak) und dafür lieber rechtzeitig auf 2 Steinbrüche, Hospiz und die Goldeselchen Manufaktur (excellent!) und kleine Markthalle konzentriert, dazu dann noch ein Lager. Habe dann in jeder Runde (entweder der Aufseher oder der Händler kommt ja immer) noch mal nebenbei abkassieren können. Von dem vielen Geld konnte ich mir ohne Probleme noch die Festung (1 Siegpunkt pro 3 Kolonisten = 8 SP) und das Rathaus (1 Siegpunkt pro violettes Gebäude = 6 SP) leisten und der Sieg war nicht aufzuhalten.
Funktioniert alles natürlich nur, wenn wie in unserem Spiel 2 der 5 Spieler erst mal massiv auf Produktionsgebäude setzen. Sonst wären die attraktiven violetten Gebäude viel eher weg gewesen.

Sylvia

Benutzeravatar
Adam

Re: Strategien für Puerto Rico

Beitragvon Adam » 17. März 2002, 14:06

Hat jemand schonmal die Maisfrachter-Strategie ausprobiert? Mich interessiert, ob damit schon mal jemand gewonnen hat.

Grundidee des Maisfrachters ist, ohne Geld zu spielen. Denn nicht Geld gewinnt das Spiel, sondern Siegpunkte. Der direkteste Weg zu Siegpunkten ist das Verschiffen von Mais.

Man benötigt mindestens zwei Gebäude:

Das Hospiz, damit jedes neue Maisfeld sofort bewirtschaftet wird, und der daraus stammende Mais bei der nächsten Kapitänsphase mit verschifft werden kann.

Ein Lagerhaus, damit man auch mal eine Kapitänsphase überstehen kann, in der die drei Schiffe, sagen wir, mit Indigo, Zucker und Tabak vollgebunkert sind.

Damit wird auch das Problem an dieser Null-Geld-Strategie deutlich: woher diese Gebäude nehmen? Mit Steinbrüchen kann man die Kosten zwar senken, aber nicht auf Null bringen. Die einzige Möglichkeit an die benötigten Dublonen zu kommen ist der Goldsucher, Händler, sowie die Jobs, die in den Vorrunden niemand haben wollte. Offensichtlich ein mühsames Verfahren zu Einnahmen zu kommen.

Egal, hat man Hospiz und Lagerhaus zusammen, dann spielt man Aufseher, dann Kapitän, und hin und wieder einen Siedler für neue Maisfelder. Am besten so, daß auf dem Job jeweils noch ein bis zwei Dublonen liegen.

Was mich interessiert ist, wenn man diese Strategie konsequent durchspielt, kann man dann auch gewinnen? Bei unserer letzten Partie hat jemand halbwegs danach gespielt. Dazu kam allerdings noch eine Produktionskette Zucker, denn Indigo war zu dem Zeitpunkt schon von zwei anderen Mitspielern bewirtschaftet. Der Zucker wurde aber auch fast duchgehend verschifft, und brachte weitere Siegpunkte. Der Spieler wurde knapp Zweiter von fünf Mitspielern. Geht das noch besser?

Gruß
Adam

Benutzeravatar
Roman Pelek

Maisverschiffer-Strategie

Beitragvon Roman Pelek » 18. März 2002, 00:03

Hi Adam,

Adam schrieb:
>
> Hat jemand schonmal die Maisfrachter-Strategie ausprobiert?
> Mich interessiert, ob damit schon mal jemand gewonnen hat.

Ja, mehrfach ausprobiert (5x, 1x zu dritt, 3x zu viert, 1x zu fünft), kein einziges Mal gewonnen. Ergebnisse: 4x 2. zu 3. und zu 4., 4. zu fünft.

> Grundidee des Maisfrachters ist, ohne Geld zu spielen. Denn
> nicht Geld gewinnt das Spiel, sondern Siegpunkte. Der
> direkteste Weg zu Siegpunkten ist das Verschiffen von Mais.

Ja, aber zumeist machen Siegpunkte durch Gebäude mehr aus als Siegpunkte durch Verschiffen. Außer alle Spieler spielen aufs Verschiffen.

> Man benötigt mindestens zwei Gebäude:
> Das Hospiz, damit jedes neue Maisfeld sofort bewirtschaftet
> wird, und der daraus stammende Mais bei der nächsten
> Kapitänsphase mit verschifft werden kann.
> Ein Lagerhaus, damit man auch mal eine Kapitänsphase
> überstehen kann, in der die drei Schiffe, sagen wir, mit
> Indigo, Zucker und Tabak vollgebunkert sind.

Ich habe heute zu fünft letzlich mit 5 Maisfeldern und 1 Indigo gespielt, Gebäude waren Gr. Markthalle (für's Geld), Hospiz (für die Maisfelder) und Werft (für das unproblematische Verschiffen, statt Lagerhäusern). Ich hatte dabei 1 Steinbruch und als 4er Gebäude ein Kolonistengebäude (Festung). Endergebnis: 48 Punkte. Die anderen: 46, 51, 53, 61.

> Damit wird auch das Problem an dieser Null-Geld-Strategie
> deutlich: woher diese Gebäude nehmen? Mit Steinbrüchen kann
> man die Kosten zwar senken, aber nicht auf Null bringen. Die
> einzige Möglichkeit an die benötigten Dublonen zu kommen ist
> der Goldsucher, Händler, sowie die Jobs, die in den Vorrunden
> niemand haben wollte. Offensichtlich ein mühsames Verfahren
> zu Einnahmen zu kommen.

...und ungewiss! Nimmt jemand anderes das Geld auf den Rollen, isses Essig! Vor allem bist Du mit dieser Strategie nicht im mindesten dagegen gefeit, dass andere gegen Dich gemeinsame Sache machen, was Verschiffen oder Geldeinnahmen angeht - sehr riskant.

> Was mich interessiert ist, wenn man diese Strategie
> konsequent durchspielt, kann man dann auch gewinnen? Bei

Definitiv nicht, wenn die anderen Mitspieler geschickt spielen bzw. einen blockieren. Das ist auf jeden Fall keine garantierte Siegstrategie, und selbst wenn sie manchmal gut funktioniert, setzt sie voraus, dass man die entsprechenden Ressourcen (Mais) in genügender Menge bekommt. Wenn andere Mitspieler zusammen spielen oder gezielt gegen einen spielen, reißt man in PR mit keiner Strategie etwas...

> unserer letzten Partie hat jemand halbwegs danach gespielt.
> Dazu kam allerdings noch eine Produktionskette Zucker, denn
> Indigo war zu dem Zeitpunkt schon von zwei anderen
> Mitspielern bewirtschaftet. Der Zucker wurde aber auch fast
> duchgehend verschifft, und brachte weitere Siegpunkte. Der
> Spieler wurde knapp Zweiter von fünf Mitspielern. Geht das
> noch besser?

Im Zweifelsfall würde ich einer Strategie, die auf mehr Geld/höherwertige Waren angelegt ist, jederzeit (im Hinlick auf Sieg, nicht auf spielerische Experimentierfreudigkeit :) ) den Vorzug vor der Maisstrategie geben. Ich sehe für reine Monopolstrategien mit billigen Waren bei PR eh wenig Chancen, eher würde ich auf's Geld bzw. Mischwarenstrategien gehen.

Insgesamt gesehen würde ich sagen, dass immer die beste, angepasste und flexible Mischsstragie gewinnt, außer gewisse Mitspieler spielen kompletten Blödsinn oder gezielt zusammen. Dann hat man evtl. auch keine Chance. Man muss immer aufpassen, was passiert und was die Mitspieler machen - und das ist das spannende an PR.

Ich jedenfalls gehe [i]jede[/i] Wette ein, dass es keine überlegene Siegstrategie bei PR gibt. Ich warte auf Gegenstimmen! ;-)

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Frank Biesgen

OT (war: Maisverschiffer-Strategie)

Beitragvon Frank Biesgen » 18. März 2002, 13:33

Roman Pelek schrieb am 18.03. um 00:03:

> Ich habe heute zu fünft letzlich mit 5 Maisfeldern und 1
> Indigo gespielt...

Mensch Roman, das muß ja eine Blitzpartie gewesen sein! Puuuuh - gegen Dich möchte ich nicht Schach spielen! :D

SCNR!

Gruß FBI


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 26 Gäste