Anzeige

Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Andreas Keirat/Claudia Schlee

Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Andreas Keirat/Claudia Schlee » 30. März 2002, 10:57

Hallo!

Wir hatten gestern eine Puerto Rico Partie zu viert. Ich persönlich fand das alles gar nicht so schlimm, aber ein Mitspieler, der schon einige Partien zu fünft gespielt hat, war doch sehr enttäuscht und revidierte seine Meinung zu dem Spiel von "Hit" zu "Durchschnittlich" als 4-Peronen-Spiel. Zu fünft ist es seiner Meinung nach immer noch ein Hit.

Jetzt wollte ich mal von Euch wissen, wenn ihr das Ding auch schon mal zu viert gezockt habt:

- Gingen euch ebenfalls die Kolonisten relativ früh aus, so daß man gerade mal ein teureres 5er Gebäude kaufen konnte, bevor das Spielende da war?

Bei uns war es (laut nachvollziehbarer Aussage des Spielers) irgendwie so, daß erst eine ganze Zeit nicht produziert wurde und man alles immer in Produktionsgebäude gesteckt hat. Daher gab es dann zweimal recht große Menschenaufläufe bei dem Bürgermeister mit 10 und 9 (und einmal auch 8) Menschen, die verteilt werden sollten... Das passiert zu fünft scheinbar nicht so häufig, weil ein Spieler mehr da ist, der eher eine Produktion macht bzw. zum Verkauf schreitet.

Zu viert war es auch so, daß jeder eigentlich die Chance auf ein Warenlager hatte und dieses daher nicht soooo wichtig erschien und nachher kaum Waren weggeworfen wurden, da sie immer eingelagert werden konnten.


Ich denke mal, daß der Mangeleffekt bei 5 Personen unbestritten höher ist, auf der anderen Seite meine ich allerdings auch, daß unsere Partie mit drei Neulingen vielleicht einfach nur etwas verquer gelaufen ist...

Wie funktioniert das Spiel zu dritt (nicht theoretisch, sondern praktisch...)?


Ciao,


Andreas Keirat

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Dieter Niehoff » 30. März 2002, 11:08

> Hallo!

> - Gingen euch ebenfalls die Kolonisten relativ früh aus, so
> daß man gerade mal ein teureres 5er Gebäude kaufen konnte,
> bevor das Spielende da war?

Dann müsste beim Spiel zu fünft ja noch schneller ein Mangel an Kolonisten geherrscht haben, oder?
Die Anzahl der Kolonisten hat gar nichts mit der Zahl der Mitspieler zu tun (sie werden der Mitspieleranzahl ja auch angepaßt), sondern mit deren Spielweise.

> Bei uns war es (laut nachvollziehbarer Aussage des Spielers)
> irgendwie so, daß erst eine ganze Zeit nicht produziert wurde
> und man alles immer in Produktionsgebäude gesteckt hat.

Wenn denn alle so Spielen, dann ist das halt so mit den Kolonisten. Spiele das nächste Mal eine andere Taktik. Setze nicht so sehr auf Produktion und du wirst (in der gleichen Runde) die anderen im Endspiel weit hinter dir lassen können.

> Zu viert war es auch so, daß jeder eigentlich die Chance auf
> ein Warenlager hatte und dieses daher nicht soooo wichtig
> erschien und nachher kaum Waren weggeworfen wurden, da sie
> immer eingelagert werden konnten.

Das beste "Warenlager" ist m. E. immer noch die "Werft".

> Ich denke mal, daß der Mangeleffekt bei 5 Personen
> unbestritten höher ist, auf der anderen Seite meine ich
> allerdings auch, daß unsere Partie mit drei Neulingen
> vielleicht einfach nur etwas verquer gelaufen ist...

Jau, das wirds gewesen sein.

> Wie funktioniert das Spiel zu dritt (nicht theoretisch,
> sondern praktisch...)?

Bestens!


Viel Vergnügen weiterhin
Dieter Niehoff

Benutzeravatar
Christian Schnabel

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Christian Schnabel » 30. März 2002, 18:08

Hallo Dieter,

>Dann müsste beim Spiel zu fünft ja noch schneller ein Mangel an Kolonisten geherrschthaben, oder?
Die Anzahl der Kolonisten hat gar nichts mit der Zahl der Mitspieler zu tun...<

Ich denke hier liegst du falsch. Laut Spielregel sind zu Viert 75 Kolonisten, zu Fünft jedoch 95 Kolonisten im Spiel.

>Das beste "Warenlager" ist m. E. immer noch die "Werft".<

Wenn das Spiel aber schon beendet ist bevor die teuren Gebäude überhaupt ins Spiel kommen? (Werft kostet 9 Dublonen)

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Christian Schnabel

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Christian Schnabel » 30. März 2002, 19:00

Hallo Andreas,

zu Fünft bekommt Puerto Rico von mir die Spielboxnote 10. Es gehört zu den absoluten Tophits des Jahrgangs.

Bei meiner bisher einzigen 4-Personen-Partie war das Spiel allerdings schon vorbei, noch ehe es richtig "in Schwung" gekommen war! Die 75 Kolonisten waren über den Bürgermeister m.E. zu schnell verteilt. Dabei waren Hosiz und Universität nicht einmal im Spiel! Abhilfe könnte hier evt. die Erhöhung der Kolonistenzahl (auf 90?!?) schaffen.

Während zu Fünft der Sieger bei uns zwischen 55 - 65 Punkte erzielte, reichten zu Viert weniger als 30 Punkte zum Gewinn!
Es wurde kein einziges großes Gebäude errichtet, auch keine Werft. Denn dafür fehlte einfach das Geld. Die teuersten Gebäude waren Hafen und Manufaktur. Beide kamen (wenn ich mich recht erinnere) jedoch nur noch einmal erfolgreich zum Einsatz. Jeder der bauen konnte tat dies auch. In der Folge war das Kolonistenschiff oft gut bestückt und das Spiel entsprechend "zu schnell" vorbei.

Etwas ärgerlich war auch, daß der Führende (nach einem "gekonnten" Indigoverkauf in der Früphase des Spiels) einfach nicht mehr einzuholen war.

Soviel zum Ablauf meiner bisher einzigen 4-Personen-Puerto Rico-Partie. Nett war es trotzdem, aber irgendwie nicht vergleichbar mit einem 5-Personen-Spiel (leider).


Zu Dritt: noch nie gespielt.

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Falko

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Falko » 31. März 2002, 11:02

Hallo!

Genau genommen sind beim SPiel zu viert 79 und beim Spiel zu fünft 100 Kolonisten im SPiel. Dies hat schon eine kleine Wirkung auf die Spieldauer.

Gruss
Falko

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Roman Pelek » 31. März 2002, 12:34

Hi Andreas,

Andreas Keirat/Claudia Schlee schrieb:

> Jetzt wollte ich mal von Euch wissen, wenn ihr das Ding auch
> schon mal zu viert gezockt habt:
>
> - Gingen euch ebenfalls die Kolonisten relativ früh aus, so
> daß man gerade mal ein teureres 5er Gebäude kaufen konnte,
> bevor das Spielende da war?

Uns gingen die Kolonisten häufiger früh aus, aber nie so früh, dass es mit den Gebäuden so eng geworden wäre. Ich denke, wenn alle anderen Mitspieler auf ein frühes Ende spielen, macht es mehr Sinn, sich auf Geld und Gebäudesiegpunkte (10/4er) statt auf's Verschiffen zu konzentrieren, da man damit die anderen abhängen kann - da sie durch die vielen Bürgermeisterphasen, wenig Produktion und das frühe Ende nicht genug Siegpunkte beim Verladen machen können.

> Bei uns war es (laut nachvollziehbarer Aussage des Spielers)
> irgendwie so, daß erst eine ganze Zeit nicht produziert wurde
> und man alles immer in Produktionsgebäude gesteckt hat. Daher
> gab es dann zweimal recht große Menschenaufläufe bei dem
> Bürgermeister mit 10 und 9 (und einmal auch 8) Menschen, die
> verteilt werden sollten... Das passiert zu fünft scheinbar
> nicht so häufig, weil ein Spieler mehr da ist, der eher eine
> Produktion macht bzw. zum Verkauf schreitet.

Es hängt von der Spielweise ab. Sich ein riesiges Warenproduktionsimperium aufzubauen, dass man dann nicht nutzen kann, ist eine weniger gute Idee, zumal dann Spieler, die dabei nicht mitmachen, sich anderweitig mehr Siegpunkte unter den Nagel reißen können.

> Zu viert war es auch so, daß jeder eigentlich die Chance auf
> ein Warenlager hatte und dieses daher nicht soooo wichtig
> erschien und nachher kaum Waren weggeworfen wurden, da sie
> immer eingelagert werden konnten.

Bei uns waren die Warenlager eher "muss" denn "will"-Gebäude, d.h. sie wurden eh nur gekauft, wenn sonst das Wegwerfen gedroht hätte. Entweder es wurde weniger oder zielgerichteter produziert (die Produktion selbst zu nehmen kann auch mal eine ganz dumme Idee sein :) ), oder die Mitspieler gingen gleich auf die lukrativere Werft (bei Monopol-Spielweise) oder auf den Hafen (bei verteilten Waren).

> Ich denke mal, daß der Mangeleffekt bei 5 Personen
> unbestritten höher ist, auf der anderen Seite meine ich
> allerdings auch, daß unsere Partie mit drei Neulingen
> vielleicht einfach nur etwas verquer gelaufen ist...

Ihr habt vermutlich alle zu sehr auf den langfristigen Aufbau von großen Warenproduktionen gespielt - der führt aber nicht sicher zum Sieg, wenn das alle versuchen, da die Kolonisten ausgehen. Wenn man sieht, dass alle anderen darauf hinspielen, sollte man vielleicht eher auf Geld/Gebäude gehen. Wir haben bei unserer ersten Partie den gleichen Fehler gemacht - und gewonnen hat haushoch ein Spieler, der auf vermehrtes Einkommen und die Siegpunktgebäude spielte... ;-)

> Wie funktioniert das Spiel zu dritt (nicht theoretisch,
> sondern praktisch...)?

Bei uns sehr gut, aber es läuft wieder anders als zu viert und fünft. Man hat etwas mehr Ruhe, sich auf ein Gebäude/Steinbrüche hinzuarbeiten, bevor sie weg sind - empfanden wir aber nicht als Nachteil. Ich denke, jede Besetzung von PR erfordert eine eigene angepasste Spielweise, um Punkte zu machen. Womit man zu fünft gut durchkommt, kann einem zu dritt zum Verhängnis werden und umgekehrt.

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Aaron Haag

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Aaron Haag » 31. März 2002, 12:51

Christian Schnabel schrieb:
>
> Bei meiner bisher einzigen 4-Personen-Partie war das Spiel
> allerdings schon vorbei, noch ehe es richtig "in Schwung"
> gekommen war! Die 75 Kolonisten waren über den Bürgermeister
> m.E. zu schnell verteilt. Dabei waren Hosiz und Universität
> nicht einmal im Spiel! Abhilfe könnte hier evt. die Erhöhung
> der Kolonistenzahl (auf 90?!?) schaffen.
>

Meiner Meinung nach hat das weniger mit der Anzahl der Spieler als vielmehr mit der von den Spielern gewählten Siegstrategie zu tun. PR ist seit langer Zeit mal wieder ein Spiel bei dem es extrem darauf ankommt, die Mitspieler genauestens zu beobachten um deren Strategie zu erkennen und dann entsprechend gegen zu steuern und seine eigene darauf abzustimmen. Schau Dir mal die Strategietipps auf unserer Homepage an - da siehst Du was ich meine.

> Während zu Fünft der Sieger bei uns zwischen 55 - 65 Punkte
> erzielte, reichten zu Viert weniger als 30 Punkte zum Gewinn!
> Es wurde kein einziges großes Gebäude errichtet, auch keine
> Werft. Denn dafür fehlte einfach das Geld. Die teuersten
> Gebäude waren Hafen und Manufaktur. Beide kamen (wenn ich
> mich recht erinnere) jedoch nur noch einmal erfolgreich zum
> Einsatz. Jeder der bauen konnte tat dies auch. In der Folge
> war das Kolonistenschiff oft gut bestückt und das Spiel
> entsprechend "zu schnell" vorbei.

Also offensichtlich ("jeder der bauen konnte tat dies auch") habt Ihr ja ganz bewusst auf ein schnelles Ende hin gespielt - wieso denn dann "zu schnell"?

>
> Etwas ärgerlich war auch, daß der Führende (nach einem
> "gekonnten" Indigoverkauf in der Früphase des Spiels) einfach
> nicht mehr einzuholen war.

Bei unseren Spielen hatte ich den Eindruck, dass es recht leicht möglich ist, den Führenden zu ärgern. PR ist ein Spiel des permanenten Mangels - darunter leidet auch oder ganz besonders der früh Führende. Der hat nämlich in der Regel auf auf die Siegpunktgenerierung durch das Verschiffen gesetzt und das lässt sich von den anderen Spielern durch geschicktes "Belegen" der Schiffe in den späteren Runden stark eindämmen. Wenn man dem dann noch die Werft vorenthält (durch die Erzeugung von Dublonenmangel) hat der nichts zu lachen...

Gruß

Aaron

Benutzeravatar
Christian Schnabel

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Christian Schnabel » 3. April 2002, 16:58

Hallo Falko,

danke für den Tip. Wir haben das Schiff tätsächlich mit 4 von den 75 Kolonisten bestückt.

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: Puerto Rico zu dritt oder zu viert?

Beitragvon Christian Schnabel » 3. April 2002, 17:07

Hallo Aaron,

> Also offensichtlich ("jeder der bauen konnte tat dies auch") habt Ihr ja ganz bewusst auf ein schnelles Ende hin gespielt - wieso denn dann "zu schnell"? <

... eher unbewußt!


> Bei unseren Spielen hatte ich den Eindruck, dass es recht leicht möglich ist, den Führenden zu ärgern. PR ist ein Spiel des permanenten Mangels - darunter leidet auch oder ganz besonders der früh Führende. Der hat nämlich in der Regel auf auf die Siegpunktgenerierung durch das Verschiffen gesetzt und das lässt sich von den anderen Spielern durch geschicktes "Belegen" der Schiffe in den späteren Runden stark eindämmen. Wenn man dem dann noch die Werft vorenthält (durch die Erzeugung von Dublonenmangel) hat der nichts zu lachen... <

wir hatten eigentlich nur sehr wenig verschifft, da in der Regel niemand gerne den Aufseher nehmen wollte.


Um nochmals allen Mißverständnissen vorzubeugen, mir gefällt Puerto Rico sehr gut.

Interressante Hompage habt ihr da (aber warum in Englisch?).


Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Aaron Haag

OT: Spielekritiken in Englisch

Beitragvon Aaron Haag » 5. April 2002, 18:43

Christian Schnabel schrieb:
>
> Interressante Hompage habt ihr da (aber warum in Englisch?).
>
>
Hallo Christian,

also eigentlich ist die Homepage ja zweisprachig. Die Idee ist, dass wir deutsche Spiele auf englisch besprechen und englische auf deutsch. Da scheint nämlich noch Bedarf zu sein: deutsche Spiele werden oft erst recht spät in Englisch besprochen und umgekehrt.

Gruß

Aaron


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 56 Gäste