Beitragvon Roman Pelek » 21. April 2002, 12:11
hannes schrieb:
> Ich denke, dass es bei AiE wirklich ziemlich Wurst ist, wie
> die Eimer aufeinandergestellt sind. Der Zufallsanteil ist so
> gross, dass ich auch schon mal mit einer schlechten
> Ausgangskonstellation überleben oder sogar gewinnen kann.
> Umgekehrt nützt die beste Eimerverteilung nichts, wenn meine
> beiden Vorspieler bessere karten haben als ich.
Wobei "besser" teilweise arg relativ zur Sitzreihenfolge ist. Wenn man seinen Nachfolger "kurz und klein" hauen kann, erspart einem das mitunter, selbst unterzugehen :) Aber warum sollte man denn unbedingt noch die kleinen, aber m. E. feinen, Gemeinheiten oder Überlegungen beim Pyramidenbau ausklammern? Die tragen für mich schon zum Spaß und durchaus auch mal was zum Ausgang einer Runde bei. Ich finde es z. B. sehr witzig, auch mal eine Farbe, von der ich sehr viel habe, weit nach oben (aber nie komplett zusammen, das ist zu einseitig und gefährlich m. E.) zu stellen und dann damit genüßlich die anderen Mitspieler zu ärgern, indem ich mich in dieser Farbe mutwillig blank spiele :-D Ebenso ist es in der Regel eine sehr dumme Idee, eine blanke Farbe ganz unten in die Mitte zu stellen. Dementsprechend kann man ein kleines bisschen auch aus den "Pyramiden" der Mitspieler lesen.
Natürlich ist nicht extrem viel mit sowas zu "reißen" (muß ja auch gar nicht), aber Spielspaß und ein bissl Taktik steckt da schon für mich drin. Und obig geschildertes beeinflusst m. E. eine Runde schon recht entscheidend mit, auch wenn's durch Glück und Mitspielerverhalten immer anders kommen kann (wobei darin natürlich auch für mich "Fun" und ein netter Ärgerfaktor liegt ;-) ).
> Der konsequente Schritt ist tatsächlich, seine Eimer zuerst
> verdeckt zu mischen, dann zum Dreieck aufzubauen und
> umzudrehen. Werden wir am nächsten Freitag mal so spielen.
Sagen wir es mal so: diejenigen am Tisch, die das so machen wollen, werden durch die Regel ja nicht davon abgehalten. Aber warum jemanden sowas aufzwingen? Du limitierst das Spiel ja in seinen Möglichkeiten ohne Notwendigkeit, indem Du den Freiraum der Regeln einengst. Und unkomplizierter wird das Spiel ja auch nicht dadurch.
> Apropos Spielspass : Der kann tatsächlich wachsen, wenn sich
> herausstellt, dass ich einen silbernen Eimer in die Mitte der
> untersten Reihe platziert habe, aber gar keine Silberkarten
> gekriegt habe. Natürlich habe nicht ich diesen Spass, sondern
> alle Mitspieler, wenn sie merken, dass ich auf Silber schwach
> bin. Für mich ist das aber auch nicht so schlimm, weil
> es ja eine Revanchepartie geben wird, wo es wahrscheinlich
> einen andern trifft.
Ich bleibe dabei, dass Du das Spiel nach meinem Dafürhalten nur beliebiger, aber weder unkomplizierter noch spaßbringender machen dürtest. Wer mischen will, soll das tun - ich selbst hab's aus Gaudi in unseren Runden auch schon mal gemacht (und bin ziemlich untergegangen :) ), aber aufzwingen würde ich das nicht wollen...
> Wenn ein Spiel verspricht, mit cleverem Vorgehen ein grosses
> Glücksmoment stark reduzieren zu können und dieses
> Versprechen dann nicht einhalten kann, macht es für mich > ganz
> schnell keinen Spass mehr. Wenn ich mich aber andererseits
Hm? Jetzt verwunderst Du mich aber doch sehr. Für mich versprach "Alles im Eimer" niemals, den Glücksfaktor stark reduzieren zu können. Es ist ein unkompliziertes Familienspiel ab 8 Jahren in entsprechender Aufmachung und bietet für mich dementsprechend genau das, was ich erwartet habe. Woran machst Du das denn fest?
> darauf einstelle, dass ich ein reines Glücksspiel spiele,
> dann kann ich durchaus Spass haben, sogar wenn ich verliere.
Gegen ein nettes Glücksspielchen ist nix zu sagen, aber warum sollte man "Alles im Eimer" dazu machen, wenn die durch die Regel vorgegebene Spielweise die Möglichkeiten weiter fasst bzw. es eh jedem frei stellt, wie er die "Pyramide" aufbaut - das beinhaltet ja auch Mischen für den, der Spaß dran hat.
> Ciao
> hannes (der vermutlich Spielspass anders definiert als Roman)
Da bin ich mir gar nicht so sicher, ob wir da differieren. Ich habe eher das Gefühl, dass Du vielleicht den Spaßfaktor und das Quentchen Taktik beim Aufbau der Eimer in Deinen Runden noch nicht so erlebt hast, wie's bei uns der Fall war... So wenig, wie man m. E. zuviel ins Spiel reininterpretieren sollte (siehe oben), so verwundert bin ich ob der Tatsache, es ohne Not in seinen Möglichkeiten einschränken zu wollen.
Ciao,
Roman (mag Alles im Eimer als Spiel so wie's ist, mal von diversen Designbelangen und dem Preis abgesehen)