Moin Mitspieler,
Nach dem Diskussionsfaden "Spiele für mehrere alleine" hier mal ein Eindruck zu einem echten Solospiel. Oder Puzzle, wie man halt will.
Hersteller ist die Firma "Binary Arts", die spätestens seit "Rush Hour" vielen ein Begriff sein dürfte. Ähnlich wie dort gilt es auch in Lunar Lockout 40 Aufgaben zu lösen, auch jeweils 10 in vier Schwierigkeitsstufen.
Hintergrund ist es, einen Astronauten von der Landungsplattform an Bord zu holen. Dazu stehen diesem je nach Aufgabe bis zu 5 Roboter auf der Landungsplattform verteilt zur Verfügung. Die Plattform ist 5x5 Felder gross, das mittlere Feld davon ist das Ziel (oder thematisch der Eingang zum Raumschiff). Auf jedem Feld kann nur eine Figur stehen, die Aufgabe (auf einer Spielkarte mit Lösung auf der Rückseite) legt die Anfangsaufstellung fest.
Los gehts: jede Spielfigur (Roboter oder der Astronaut) kann bewegt werden, aber nur geradlinig. Ein mal angestossen läuft sie bis sie auf eine andere Figur trifft, die sie sozusagen abbremst. Klingt bekannt? Stimmt, die Rasenden Roboter lassen grüssen. Anders als dort gibt es keine "natürlichen" Grenzen wie Mauern: nur die Spielfiguren stoppen jeweils andere. Und das erfordert doch schon einiges an Umdenken: insbesondere ist das Zielfeld in der Mitte auch erst mal mit Hilfsrobotern haltefähig zu machen: ein einfaches Drüberwegziehen reicht nicht.
Damit wär die Spielmechanik schon vollständig beschrieben. Spass machts allemal, insbesondere wenn für die Rasenden Roboter keine Partner da sind. Vorteilhaft ist auch, dass sich das gesamte Spielmaterial inklusive der Spielfiguren in einer recht kompakten Schachtel (mit dem Spielplan als Deckel) verstauen läßt und nicht (wie bei Rush Hour zur Fixierung der Fahrzeuge nötig) in der auch hier etwas gross geratenen Umverpackung transportiert werden muss: mit ca 12*12*3 cm ist das ganze sehr reisefreudig. Die Spielfiguren sind witzig und detailliert modelliert, der Preis mit ca. 10 Euro moderat bzw. angemessen.
Ärgerlich ist allein die deutsche Regel. Das englische Original umfasst ca. 16 Seiten (in Spielkartengröße ziharmonikagefaltet, es gibt dafür wohl einen Fachausdruck?), natürlich aufgebläht mit recht ausführlichem Beispiel. In der deutschen Regel bleibt davon 1/2 Seite übrig: also ein zweiundreizigstel. Ist auch nicht die wirkliche Regelübersetzung, sondern das, was als Kurzzusammenfassung auf der Verpackung steht. Und ein wichtiger Regelteil, nämlich dass eine Spielfigur überhaupt nur bewegt werden *darf*, wenn sie von einer anderen Figur gestoppt wird, ist mehr als missverständlich formuliert.
Wenn man dieses Problem umschifft, bleibt ein Hirnverzwirner auf RushHour Niveau: spannend auf jeden Fall, bis man alle Aufgaben durch hat. Danach muss man wohl eine gewisse Zeitspanne warten, bis man wieder ran geht.
7/10 vergebe ich derzeit mal (nach den einfacheren 20 von 40 Aufgaben).
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
Erik