Beitragvon Thomas Rosanski » 10. Oktober 2002, 01:35
"Christian" hat am 09.10.2002 geschrieben:
> Spielt ihr es wirklich so, daß jeder seine Karten
> nacheinander zieht?
Ja, denn das hat mehrere Vorteile, z.B.:
- jeder kann bis zum Ziehen seiner achten Handkarte noch ein [b]grosses Tichu[/b] ansagen. Wer nicht mitzählt, wie viele Karten er gezogen hat, hat halt Pech gehabt. (Man könnte natürlich auch erstmal jedem Spieler nur 8 Karten austeilen und fragen, aber das blockiert doch nur).
- wer das Ziehen gewohnt ist, kann die Karten auf seiner Hand sehr schnell beim Ziehen sortieren, und man kann direkt nach dem Ziehen loslegen. (Wenn ich alle Karten auf einmal ausgeteilt bekomme, dann muss ich entweder umständlich auf der Hand sortieren oder ziehe sie doch einzeln nacheinander von meinem persönlichen Stapel, um sie leichter zu sortieren; für Informatiker: "Sortieren durch Einfügen").
- es gehört einfach dazu
> Und dann auch noch rechtsrum, ists schlimm, wenn ich
> konservativ nach Skatart spielen lasse, um ständiges "Nee,
> du bist nicht dran, geht doch rechtsrum" zu vermeiden?
Schlimm nicht, aber es gehört einfach dazu, Tichu linksrum zu spielen. Ist eben so wie in England beim Autofahren, da würde man dich eher erstaunt anschauen, wenn du weiterhin so fährst wie im sonstigen Europa.
> Wozu ist der "Wunsch" beim Mah-Jongg da? Dazu evtl., sich
> die Karte zu wünschen, die man gerade dem Partner gegeben
> hat??
- Der Wunsch ist optional und ermöglicht es - insbesondere wenn man selber den Mah Jong als Einzelkarte spielt, dem Gegenspieler zur rechten eine Karte aus den Handkarten herauszuwünschen, so dass ihm mögliche Kombinationen (Strasse, Pärchen, Bombe etc) zerrissen werden. Beliebt ist z.B. der Wunsch einer 6, da die Karten 2, 3, 4 und 5 ohne eine 6 recht wertlose einzelkarten sind, mit 6 aber als Strasse recht leicht abgespielt werden können. Sicher ist es auf jeden Fall, den gerade geschupfte Karte zu wünschen, da man dann weiss, dass der Gegner spielen kann und man nicht aus Versehen die Handkarten des Partners durch den Wunsch kaputt macht. Mit etwas Risiko behaftet ist es, eine Karte zu wünschen, die man noch nicht gesehen hat (also weder selber auf der Hand hat, noch dem Partner geschupft hat), wenn es klappt, hat es aber einen hohen Ärgerfaktor für den Gegner, da man auf diese Weise schon mal eine 4er-Bombe zerreissen kann.
> Habe ich das richtig verstanden, daß der letzte, der noch
> Karten hat, seine übrigen dem ersten geben muß? Und seine
> ganzen Stiche auch noch???
Nein, nur seine Stiche. Deshalb ist es immer gut, erster zu werden und nie gut, letzter zu werden. Ist oftmals wichtiger, als einen Stich mit 5 oder 10 Punkten mitzubekommen.
Die Handkarten, die man noch übrig hat, gehen auf jeden Fall an den Gegner. Bedenke, der letzte kann seine Stiche auch an seinen Partner geben, wenn dieser gerade erster war. Das ist mit den übriggebliebenen Handkarten nicht der Fall. "Nett" ist es natürlich, wenn die Handkarten nur noch aus wertlosen Karten (2,3,4,6,7,8,9,J,Q) und dem Phönix (zählt Minus 25) besteht. Nebenbei: Man sollte auf keinen Fall den Hund als letzte Karte auf der Hand haben, mit dem kann man nämlich über keinen einzigen Stich und wird deshalb dann automatisch Letzter.
> Sage mir einer, wie ich DAS Spiel unbedarften Leuteln
> erklären soll!!! :-)
Am besten, indem du erstmal nur die Stichregeln erklärst und das mit dem Ansagen von Tichu weglässt. Danach lässt du die Karten ziehen und erklärst das Schupfen der Karten an die Mitspieler. Das Ansagen von großem/normalen Tichu würde ich erst nach zwei, drei Runden einfliessen lassen; zu Anfang traut sich eh keiner, sofort Tichu zu sagen.
Fröhlichen Gruß,
Thomas
--
[i]Heute schon gespielt?[/i]
http://thomas-rosanski.de/spiele/