Beitragvon raccoon » 8. November 2006, 17:40
Hallo zusammen,
dass innerhalb von knapp 23 Stunden so viele - größtenteils konstruktive/sachliche - Rückmeldungen eintreffen, hätte ich nicht gedacht. Danke schön für die unterschiedlichen beleuchteten Gesichtspunkte und die weitestgehend anonymisierten Beiträge (dass sich alle daran halten, konnte man wohl kaum erwarten - umso erfreulicher ist es, festzuhalten, wie viele es geschafft haben, die passenden Formulierungen zu finden :) ), zu denen ich gesammelt mein Feedback schreiben möchte (ohne es den einzelnen Verfassern zuzuordnen):
- Wie bereits in der Einleitung geschrieben, hat der "E-Mail-Verkehr [...] so stattgefunden" und ist keineswegs eine "Ente".
- Weiterhin wollte ich bereits in der Einleitung (leider vergeblich) einer evtl. Diskussion Onlinehändler vs. Fachgeschäft zuvorkommen, da das vorliegende Fallbeispiel zwei Webshops betrifft - einerseits den verlagseigenen Shop, andererseits weitere Online-Händler. Beide Anbieter offerieren folglich keine Direktberatung (die aufgrund der _Vor-_Bestellung des in beiden Shops (noch) nicht tatsächlich verfügbaren Spiels ohnehin nicht möglich ist).
- Der an einer Stelle erwähnten Vermutung in Bezug auf die Absichten des Kunden (im übrigen eine Privatperson) möchte ich entschieden widersprechen: Dass in der ersten E-Mail (3. Punkt) der Vergleichspreis samt Online-Händler genannt wurde, war in der Tat ein Unfall, was eigentlich aus der weiteren Beschreibung (9. Punkt) hervorgegangen sein sollte. Dass ich die erste E-Mail ebenfalls als "ungeschickt" empfand, habe ich dem Bekannten auch mitgeteilt, insofern ist mein Hinweis nicht gelästert zu verstehen.
Die bisher erwähnten Punkte sollten für diejenigen, die den ursprünglichen Beitrag aufmerksam gelesen haben, keine Neuigkeiten sein, daher nun zum eigentlichen Feedback:
• Gesetzestexte auf den vorliegenden Beitrag anzuwenden geht vielleicht schon ein bisschen weit (das war auch keineswegs meine Absicht), zumal mir die tatsächlichen Vertriebswege und Zwischenstellen nicht geläufig sind. Insofern muss ich selbstkritisch anmerken, dass der gewählte Betreff "Verlagsdruck auf Onlineshops" in der Realität evtl. nicht unmittelbar zutrifft sondern vielmehr indirekt, sodass der Druck wohl eher auf die Zulieferer ausgeübt wird (Vermutung!).
• Es müsste schon mit sehr großem Zufall zugehen, wenn eine Vorbestellungsphase über mehrere Wochen läuft - beim Verlags-Webshop wie bei anderen Onlinehändlern gleichermaßen -, und ausgerechnet vier Tage nach einer per E-Mail geäußerten Ankündigung, der Verlag würde "der Sache nachgehen und entsprechend handeln", plötzlich mehrere Online-Händler die Preise um bis zu 28% (absolut handelt es sich nicht um unerhebliche Cent-Beträge sondern um Euro-Scheine, ohne den exakten Betrag zu nennen). Dass ein direkter Zusammenhang zwischen der E-Mail-Ankündigung besteht sowie den in der Folge ergriffenen Maßnahmen, kommt nicht nur durch die E-Mail des angeschriebenen Online-Händlers (6. Punkt) zum Ausdruck sondern vor allem durch die zeitliche Nähe der beschriebenen Ereignisse. Weiterhin ist zu bemerken, dass die ursprünglich um mehrere Euro verschiedenen Preise der Online-Händler auf einen Schlag quasi gleichgeschaltet wurden, und zwar centgenau (Vergleich dreier Online-Händler, die ihre Preise nachträglich angehoben haben/anheben mussten).
Eine Ergänzung, nachdem die Siedler-3D-Editiom ;) in diesem Zusammenhang erwähnt wurde: Die Erhöhung (um weit weniger als 28%) der ursprünglich kalkulierten UVP wurde mehrere Monate im Voraus bekanntgegeben, die ausführliche Begründung u. a. bei adam-spielt.de veröffentlicht (und ist somit transparent) und hatte auch Auswirkung auf die UVP bei Kosmos - folglich kann man den Vorgang in vielerlei Hinsicht _nicht_ mit dem vorliegenden Fallbeispiel vergleichen.
• Ein Aspekt, den ich bei der Diskussion eigentlich erwartet hatte und um den es mir zunächst ging, sind die erwähnten Zitatauszüge der Verlags-E-Mails. Mag sein, dass das nur rüberkommt, wenn man die komplette E-Mail liest (die verständlicherweise nicht veröffentlicht wird).
Als mir der Bekannte die E-Mail (4. Punkt) weitergeleitet hat, hatte ich mich über den unverblümten Umgangston von Verlagsseite gewundert. Man stelle sich vor, man kontaktiert als Kunde zum allerersten Mal eine(n) Verkäufer(in), der daraufhin ausgesprochen verschnupft reagiert (ob berechtigt oder unberechtigt sei dahingestellt) und einem unverhohlen klarmacht, "der Sache nachgehen und entsprechen handeln" zu wollen. Natürlich steht das der Person frei, Schritte zu ergreifen, doch muss man das einem Neukunden auf diese Weise mitteilen? Dass auf die Stornierungsanfrage gar nicht eingegangen wurde (weder Bestätigung noch Verweigerung), sei nur am Rande erwähnt. Subjektiv: Auf mich hat das einen recht negativen unprofessionellen Eindruck hinterlassen und ich hätte den weiteren Kontakt gemieden.
Als mir der Bekannte ein paar Tage später mitteilt, dass er die Verlags-Person nochmal angeschrieben und auch schon eine Reaktion erhalten hat (8. und 9. Punkt), ist mir - mit Verlaub - die Kinnlade auf den Tisch geknallt, dass unverblümt gefragt wird, ob der Neukunde dem Verlag mitteilen könne, "wer das Spiel noch für" xy "Euro anbietet." Ich möchte nicht polemisieren und von StaSi-Methoden schreiben, doch (Neu-)Kunden (direkt in der 2. E-Mail) unverhohlen darum zu bitten, Informationen über günstigere Mitbewerber zu liefern, wenn man bereits im Vorfeld von derselben Person mitgeteilt bekommen hat, dass der Verlag anschließend "entsprechend handeln" wird, finde ich eine höchst fragwürdige Vorgehensweise. (Und nein, es wurden vom Verlag keine Boni, Sonderrabatte oder dergleichen als Gegenleistung versprochen sondern es ging um die Information an sich - nur um evtl. Vermutungen vorzubeugen.)
Wenn man eine bestimmte Unternehmensphilosophie vertritt, ist das grundsätzlich positiv zu werten. Wenn ein (Spiele-)Verlag seine Interessen (ganz allgemein gesprochen) durchsetzen möchte, ist das sein gutes Recht und in gewisser Hinsicht auch vollkommen nachvollziehbar. Wenn sich das in der Praxis jedoch so gestaltet, dass der Verlag seiner Zielgruppe (egal ob Neu- oder Stammkunde) derart entgegentritt und sich bereitwilliges Petzen erhofft, welcher Mitbewerber welche Sonderangebote im Sortiment führt, kann ich eine solche Vorgehensweise nicht gutheißen!
raccoon (dem 2late ein bisschen leid tut, überall missverstanden zu werden ;) und der vermutet, dass demnächst ein Verlagsmitarbeiter exkusiv dafür abbestellt wird, die Spielbox-Forenrubrik "Einkaufstipps" zu überwachen und ggf. "entsprechend (zu) handeln" ;) )