Beitragvon Volker L. » 30. Januar 2004, 16:41
Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Jost Schwider schrieb:
> > Mein Standard-Gegenargument: "In der Regel steht nicht, dass
> > ich den Mitspielern keine Schläge androhen darf!" :LOL:
>
> Das muss auch gar nicht extra in der Spielregel stehen, weil
> es bereits im § 240 StGB steht. Solange der § 240 StGB durch
> die Spielregel nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird, gilt
> er weiter; WENN er ausgeschlossen wird, ist die Spielregel
> nichtig, weil sie gegen die guten Sitten verstößt. :grin:
> :grin:
Ja, das fiel mir beim Lesen von Josts Beispiel auch auf,
aber man kann es auch besser formulieren:
In den Spielregeln steht im Allgemeinen nicht ausdrücklich
drin, dass es verboten ist, sich die Handkarten des Gegenspielers
anzusehen oder seine Spielfiguren umzustellen oder sich den
verdeckten Kartenstapel anzusehen, wenn er gerade aufs Klo ist,
aber trotzdem sollte man es als verboten ansehen - jedenfalls
wenn Du das im Spiel mit mir machen solltest und ich jemals
davon erfahre, handelst Du Dir mächtigen Ärger ein ;-)
> MEINER Meinung nach ist es nur unfair, wenn man mit
> spielfremden Mitteln versucht, den Spielverlauf zu
> beeinflussen (z.B. durch Androhung von Schlägen oder
> Liebesentzug oder durch Ausbrechen in Tränen); alles, was
> ausschließlich regelkonform innerhalb des "Spieluniversums"
> getan wird, ist fair. Aber ich kann damit leben, wenn Andere
> das anders sehen. :-)
Gut, denn ich sehe das etwas anders:
Wenn Du mit sehr unerfahrenen Gegnern spielst (Kinder,
Gelegenheitsspieler etc.), ob nun um sie zum Spielen zu
bekehren oder aus der Not (Mangel an erfahrenen Gegnern) heraus,
und es ist ein Spiel, bei dem es sich als sehr nachteilig
erweist, den ungefähren Wert einer Sache nicht zu kennen
(Verhandlungs- oder Versteigerungsspiel), dann ist es nicht
nur u.U. kontraproduktiv (weil man die Leute vergrault statt
sie zum Spielen zu animieren), sondern tatsächlich auch unfair,
dies auszunutzen indem man den anderen zu einem Geschäft
überredet, das für ihn sehr schlecht ist bzw. den Preis für
eine Ware, die man selbst gar nicht haben will, in irrsinnige
Höhen zu treiben.
faire Grüße, Volker