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Klassiker!? - Umfrage!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

[OT] Merkwürdigkeiten des Jugendgeschmacks

Beitragvon Marten Holst » 26. April 2006, 18:04

Moin,

> Ich frage mich übrigends auch öfters, warum ich bestimmte
> Spiele mal gut fand. Vielleicht liegt es daran, dass man
> Kind war und da findet man ja manch seltsame Sachen gut,
> wie z.B. Bayern München.

Okay, sooo jung war ich nie, nein. Aber ist Vitamalz viel besser?

Tschüß
Marten

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Jan Mirko Lüder

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon Jan Mirko Lüder » 26. April 2006, 18:36

Hallo Olav,

also, mal ganz ehrlich: Wenn wir schon von Klassikern sprechen - und dann auch noch von solchen, die in 50 Jahren noch Anspruch auf diesen Status erheben können (sollen) - dann müssen wir uns auch ganz klar die für diese Einordnung relevanten Kriterien bewusst machen.

Als Kriterium nennst du den [b]Bekanntheitsgrad[/b] des jeweiligen Spiels:

> Um Klassiker zu werden braucht es nicht nur eine Akzeptanz innerhalb dieses Forums,
> sondern weitreichende Bekanntheit darüber hinaus.

Allgemein stimme ich diesem Kriterium zwar zu (denn es ist kaum bezweifelbar das wichtigste!), deiner Ausführung folge ich aber nicht. Realistisch betrachtet ist die Akzeptanz eines Spiels durch dieses Forum vollkommen irrelevant für den öffentlichen Status oder die langfristige Marktpotenz des gleichen.

Ja - ich behaupte sogar, dass die [b]"Klassiker"[/b] im Spielebereich in der Regel ganz andere sind, als die Spiele, die an dieser Stelle (also hier im Forum) diskutiert werden. Zu diesen gehören eben vielmehr Titel wie "Spielesammlungen", Monopoly, Scrabble, Cluedo oder Uno.
Unangefochten ist, das wir alle hier lieber andere Spiele spielen!

Nichtsdestotrotz ist in diesem Kontext entsprechend das wohl relevanteste Kriterium für den "klassischen" Status eines Spiels [b]die vermarktete Gesamtauflage[/b], also [b]der Verkaufserfolg[/b] des jeweiligen Titels. Jeder große Spieleverlag, der für die von dir genannten "ständig auf den Markt kommenden neuen Spiele" mitverantwortlich ist, finanziert seine neuesten verlegerischen Wagnisse (vulgo: die Spieleneueerscheinungen) durch den Umsatz, den er kontinuierlich mit den obligatorischen "Programm-Klassikern" erzielt. Und auch die Neuerscheinungen dienen letztlich wirtschaftlich dem Ziel, einen neuen Klassiker bzw. Verkaufsknüller/Bestseller herauszubringen. Unternehmerisch ist dieses Kalkül für einen Spieleverlag schlichtweg unvermeidbar, um nicht in der Masse der ambitionierten aber unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten marginalen Kleinverlage unterzugehen.

Auf Grundlage solider Verkaufszahlen lassen sich wohl die besten Einordnungen in den Bereich der Klassiker vornehmen, doch lässt sich auch ohne diese aufgrund der veröffentlichen Zahlen festhalten: Sowohl die "Siedler von Catan" als auch "Carcassonne" haben nicht nur das Potenzial, Klassiker werden zu können, sie sind es vielmehr bereits!

Außerdem bin ich der Überzeugung, dass gerade bei einer steigenden Frequenz an Neuerscheinungen im Spielebereich der Markt umso effektiver die Spiele mit Marktpotential an Land spülen wird. Der große Rest verschwindet ja schon heute bereits so schnell, wie er gekommen ist...

Spielerische Grüße
Mirko (sieht das Forum oft als ein Sammelbecken für besondere Konsumenten mit sehr spezifischen Ansprüchen an ganz spezielle Produkte) :-)

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Angela

OT: Kopfschüttel

Beitragvon Angela » 26. April 2006, 19:10

Ja Uwe, es gibt Spiele die ich mal gemocht habe und Spiele die ich immer noch mag. Wie hoch oder tief dabei mein spielerisches Niveau in Deinen Augen liegt ist mir dabei völlig schnuppe. Allerdings finde ich, dass Risiko, Rummy und die anderen o.g. Spiele durch Deine Anmerkung (also Niveauloser als SdL, weil ich sie ja noch gern spiele) auch von Dir abgewertet werden.

Trotzdem schönen Abend noch, Angela

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Peter Gustav Bartschat

Legendär

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. April 2006, 20:07

Jon the Don schrieb:
> Welche Spiele haltet ihr für legendär - jeder hat davon
> gehört, kaum einer hat sie?

Thomas O. schrieb:
> Gibt´s sowas? :-?

Aber natürlich: "Lords of the Four Castles". :grin:

Liebe Grüße
Gustav

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Uwe

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Uwe » 26. April 2006, 21:37

Ich bezog mich mehr auf Dein Niveau, so etwas zu schreiben. Aber jede/r liest nur was er will...

Trotzdem schönen Abend noch, Uwe

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Uwe

Re: OT: anonym + provokant = ...

Beitragvon Uwe » 26. April 2006, 21:39

Jon the Don schrieb:
>
> Auf diesem Wege möchte ich mich noch mal dafür entschuldigen,
> dass Monopoly, Vier gewinnt und Mensch ärgere dich nicht
> nicht mehr meine Lieblingsspiele sind. Die einzige Lösung,
> die mir dazu einfällt, ist, dass mein spielerisches Niveau
> seit dieser Zeit wohl sehr verflacht ist. *lol*

Darum ging es nicht, sondern um die Ausdrucksweise von Angie. Die ist recht niveauarm.

> Schade finde ich es übrigens auch, dass dieser
> Thread-Teilbereich in wenigen Minuten mehr Antworten haben
> wird als die Frage, die ich eigentlich gestellt habe.
>
> Ups, da trage ich ja grad zu bei ;-)

Du bist ja ein Blitzmerker...

> jon

Uwe

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Uwe

Re: OT: anonym + provokant = ...

Beitragvon Uwe » 26. April 2006, 21:42

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hihi,
>
> na - ich weiß jedenfalls, was dein Posting bezwecken soll.
>
> Na? Enttäuscht angesichts der friedlichen Antworten?
>
> :LOL:
> Heinrich


Exakt! Immerhin einer...

Auf dein Wohl Heinrich

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Angela

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Angela » 26. April 2006, 22:10

Werde versuchen, mich demnächst etwas gewählter auszudrücken.

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Uwe

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Uwe » 26. April 2006, 22:49

Danke

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Roman Pelek

Re: Legendär

Beitragvon Roman Pelek » 26. April 2006, 23:41

Hi Gustav,

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Jon the Don schrieb:
> > Welche Spiele haltet ihr für legendär - jeder hat davon
> > gehört, kaum einer hat sie?
>
> Thomas O. schrieb:
> > Gibt´s sowas? :-?
>
> Aber natürlich: "Lords of the Four Castles". :grin:

Und selbst diejenigen aus der Spieleszene, die ein Handmuster ihr eigen nennen, haben den Lindtschen Inhalt an Schokotäfelchen hoffentlich verzehrt oder endgültig abgeschrieben. Die waren nämlich nur bis 01/2004 haltbar und für mutwillige, selbstverschuldete Magenverstimmungen wird nicht gehaftet :-))

Ciao,
Roman (macht jetzt eindlich erleichtert das heutige Kreuz in seinem Pfadfinderkalender, seine Sorgfaltspflicht gegenüber anderen erfüllt zu haben ;-) )

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: OT: anonym + provokant = ...

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 27. April 2006, 00:04

Jon the Don schrieb:
>
> Auf diesem Wege möchte ich mich noch mal dafür entschuldigen,
> dass Monopoly, Vier gewinnt und Mensch ärgere dich nicht
> nicht mehr meine Lieblingsspiele sind. Die einzige Lösung,
> die mir dazu einfällt, ist, dass mein spielerisches Niveau
> seit dieser Zeit wohl sehr verflacht ist.

Es sei dir verziehen, wenn mir gestattet wird, diese Entscheidung zu treffen.

Gruß Carsten (der mit Monopoly, Spiel des Lebens und Fang den Hut aufgewachsen ist - den Hut habe ich übrigens inzwischen gefangen, das Spiel des Lebens geht noch immer weiter und mein persönliches Monopoly ist noch in der Entstehung)

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Frank Schaubrenner

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Frank Schaubrenner » 27. April 2006, 00:08

oder was das steht :-) (wenn auch anders gemeint )

es steht nur spielerisches Niveau und "dieses",
darum wohl die Antworten,

finde übrigens SDL auch bescheiden, ähnlich wie viele anderen erfolgreichen Spiele meine Jugend, will aber niemand absprechen es gut zu finden,
jedem das sein, und SDL ist wohl sovielen das ihrige, dass es sich seit ewigen Zeiten so gut hält :-)

Gruss
Frank

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 27. April 2006, 00:08

Angela schrieb:
>
> Werde versuchen, mich demnächst etwas gewählter auszudrücken.

Sollte das nicht so erfolgreich sein, wie geplant, hast du immerhin noch einen Leser deiner Postings.

Gruß Carsten (der auch niveaulos kann, aber bestimmt nicht unter der Uwe-Linie)

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 27. April 2006, 00:11

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> "Merchant of Venus".
>
> Wird immer noch und immer wieder gespielt - man sehe sich nur
> mal diese Bild aus Oberhof an:
>
> http://tinyurl.com/zgnz7

Warum hast du das Bild nicht gleich beschriftet? Ich kann doch nicht alles selber machen!

Gruß Carsten (der einen Tadel an Heinrich verteilt)

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Roman Pelek

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon Roman Pelek » 27. April 2006, 01:52

Huhu Mirko,

Jan Mirko Lüder schrieb:

> Ja - ich behaupte sogar, dass die [b]"Klassiker"[/b] im
> Spielebereich in der Regel ganz andere sind, als die Spiele,
> die an dieser Stelle (also hier im Forum) diskutiert werden.
> Zu diesen gehören eben vielmehr Titel wie "Spielesammlungen",
> Monopoly, Scrabble, Cluedo oder Uno.
> Unangefochten ist, das wir alle hier lieber andere Spiele
> spielen!

Damit hast Du ziemlich Recht ;-)

> Nichtsdestotrotz ist in diesem Kontext entsprechend das wohl
> relevanteste Kriterium für den "klassischen" Status eines
> Spiels [b]die vermarktete Gesamtauflage[/b], also [b]der
> Verkaufserfolg[/b] des jeweiligen Titels. Jeder große
> Spieleverlag, der für die von dir genannten "ständig auf den
> Markt kommenden neuen Spiele" mitverantwortlich ist,
> finanziert seine neuesten verlegerischen Wagnisse (vulgo: die
> Spieleneueerscheinungen) durch den Umsatz, den er
> kontinuierlich mit den obligatorischen "Programm-Klassikern"
> erzielt. Und auch die Neuerscheinungen dienen letztlich
> wirtschaftlich dem Ziel, einen neuen Klassiker bzw.
> Verkaufsknüller/Bestseller herauszubringen. Unternehmerisch
> ist dieses Kalkül für einen Spieleverlag schlichtweg
> unvermeidbar, um nicht in der Masse der ambitionierten aber
> unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten marginalen
> Kleinverlage unterzugehen.

Manchmal dienen Neuerscheinungen auch lediglich dazu, Mitbewerber an Regalpräsenz zu übertreffen und sich da keine Butter vom Brot nehmen zu lassen.

> Spielerische Grüße
> Mirko (sieht das Forum oft als ein Sammelbecken für besondere
> Konsumenten mit sehr spezifischen Ansprüchen an ganz
> spezielle Produkte) :-)

Jo, das ist "very special interest", was wir hier machen. Aber wir merken das so arg ungern, dass wir es gerne verdrängen :-))

Ciao,
Roman ("Of all of the people that I used to know / most never adjusted to the great big world" - Randy Newman mit Mark Knopfler in "It's Money that matters")

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Braz
Kennerspieler
Beiträge: 6431

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon Braz » 27. April 2006, 02:51

Hi Jon the Don,

gute Frage ;)

Hmm..dann geben ich mal meinen Senf dazu ab:

Jon the Don schrieb:
> .....Thema: Was sind Klassiker?
>
> Darauf kann es sicher viele Antworten geben, manche
> unumstrittene, andere liefern Anlass zu Diskussionen. Ich hab
> das mal in Altertum (Schach, Mühle, Dame - die "Klassiker"
> eben), frühe Klassiker (z.B. Mensch ärgere dich nicht,
> Monopoly, Risiko, Memory) und Neuzeit eingeteilt. Willkürlich
> habe ich das Datum der Neuzeit auf 1979 gesetzt - also das
> Jahr der ersten Spiel des Jahres Auszeichnung, vielleicht
> auch der Beginn der Ära der von uns so geliebten
> AutorenSpiele (nicht AutorennSpiele).

Prinzipiell dürfte es wohl keine Diskussion geben was Klassiker im eigentlichen Sinn sind, oder?! Dennoch: Es sind mE zeitlose Spiele, welche nicht an Reiz verlieren und daher immerwieder auf den Tisch kommen.

Klassiker aus dem Altertum würden mir eben auch die bekannten Schach, Mühle, Dame und noch div. Kartenspiele einfallen.

Frühe Klassiker: Definitionssache. Was ist für dich früh? Denoch würde ich ebenso dieser deiner Auswahl zustimmen und hätte nichts dem hinzuzufügen.

Moderne Klassiker: Das Thema hatten wir schon ein paar Mal, dennoch: Anhand diverser Internetpostings kann man feststellen, daß eigentlich fast immer Puerto Rico, Euphrat und Tigris, Fürsten von Florenz, Carcassonne und Funkenschlag sich darauf befinden. Anscheinend werden diese Spiele sehr oft noch gespielt und demnach andauern als "sehr gut" bewertet. Diese Spiele haben mE -aufgrund der Beständigkeit auf den ersten Plätzen- sicherlich "modernes Klassikerpotential". Ich würde sich daher zu diesen zählen, weil ich mir vorstellen könnte, daß sich in den nächsten Jahren evtl. nicht ganz soo viel daran ändern wird. Sicherlich werden sie ein paar Plätze nach hinten rutschen (bei so Spielen wie Caylus etc.), dennoch könnte ich mir vorstellen, daß sie einen beständigen Platz unter den ersten 10 verzeichnen werden -> von daher wären das meine Spiele mit dem größten Klassikerpotential (ich will es mal so formulieren, denn wie kann ei Spiel bereits ein Klassiker sein, wenn es erst 2-3 Jahre auf dem Markt ist...?!)


Besten Gruß
Braz

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peer

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon peer » 27. April 2006, 10:02

Hi,
Olav Müller schrieb:
>
> Ich glaube (dann wiederum) nicht, dass IRGENDEINS der hier
> genannten Spiele in 50 Jahren noch nennenswert gespielt wird.
> Vielleicht mit Ausnahme derjenigen, die ihren "Klassiker"
> Status schon erreicht haben. Also Monopoly und Konsorten.

Na bin ich halt anderer Ansicht. Zumindest Siedler hat mittlerweile in der Bevölkerung so viel Rückhalt, dass ich denke, dass es wohl auch noch in 50 Jahren gespielt wird.
Magic hat als einziges Sammelkartenspiel auch noch nach 10 Jahren (oder sind es schon 15?) immer noch bestand, ist immer noch das Größte. Turniere werden ausgetragen, deren Preisgelder doch deutlich höher sind als in vergleichbaren Verantstaltungen. Ich sehe nicht, was das ändern könnte (Ist halt als eigenständige Spielgattung etabliert, wie auch D&D).

> Warum? Weil ich denke, dass die Spiele heutzutage keine
> Gelegenheit mehr haben, zum Klassiker entwickelt zu werden.
> Wenn ich überlege, warum ich früher Monopoly und Cluedo,
> Spiel des Lebens und Romme gespielt habe, dann in erster
> Linie deswegen, weil es keine großartigen Alternativen gab.
> Diese Durststrecke ist aber (zum Glück) lange vorbei. Die
> Tatsache, dass heute monatlich neue, interessante Spiele auf
> den Markt kommen, verhindert meiner Meinung nach, dass sich
> "neue Klassiker" bilden können. Ganz sicher in "unserem"
> Bereich der Vielspieler und Enthusiasten, evtl. auch in der
> Sparte der Gelegenheitsspieler.

Ganz sicher nicht in dem Bereich der Wenig/Nichtspieler- die haben ein Spiel und das reicht ihnen. Das ist mittlerweile verstärkt Siedler...
MaW: Es gibt viele Leute, die als einziges Spiel Siedler spielen. So wie früher viele Leute als einziges Spiel Monopoly oder Scrabble oder Malefiz hatten.

Carcassonne ist da noch nicht so weit.

> > ... ausserdem
> > scheint die Zeit gegen es zu sein (so lange Spiele sind nicht
> > mehr "in")
>
> Wirklich "in" waren die noch nie, oder? Ich habe aufgehört
> Spiele dieser Länge vorzuschlagen, seit meine üblichen
> Verdächtigen regelmäßigen Berufen nachgehen und nicht mehr 2
> Tage am Stück in ein Spiel investieren können. Auch
> (wiederum) die größere Angebotslage von anderen, wirklich
> guten Spielen.

Unbenommen. Aber die 18xx haben z.B. eine sehr solide Fanbase (ähnlich Advanced Squad Leader) und dort erscheinen immer noch regelmässig neue Vertreter. Ich weiss nicht, ob die sich noch weitere 50 Jahre hält, aber ich halte es durchaus für wahrscheinlich.
Civi dagegen ist zwar irgendwo ein "Zeitgeist"-Spiel und gehörte lange zu dem, was einem Vielspieler ausmacht - sozusagen das Vorzeige-6-10h-Spiel - aber ich hab das Gefühl, dass viele Vielspieler in letzter Zeit immer mehr davon abrücken. Was daran liegen mag, dass die "neuen Eurogames" ähnliches in kürzerer Zeit bringen.
(Wobei mir persöhnlich gerade die Länge von Civi gefällt. Es ist halt doch ein anderes Spielgefühl als eine 60-Minuten-Partie Vinci. Aber das ist ein anderes Kapitel)

ciao
peer

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Michael Schramm

Re: Legendär klar! "Lords of the Four Castles".

Beitragvon Michael Schramm » 27. April 2006, 12:24

Hi Roman,

> Und selbst diejenigen aus der Spieleszene, die ein Handmuster
> ihr eigen nennen, haben den Lindtschen Inhalt an
> Schokotäfelchen hoffentlich verzehrt oder endgültig
> abgeschrieben.

aber selbstreden: das Spiel darf NICHT verzehrt - seine tolle Grafik, die Autoren, die Lettern - ich habe nur noch Unikum ( und auf dem Regal stehen)!!!!

tschüss

Michael

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Stefan B.

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon Stefan B. » 27. April 2006, 15:51

Hallo

kopfschüttelen das mach ich seit ich deinen Beitrag gelessen hab auch komisch,

Angela lass dich nicht entmutigen.

Gruss Stefan B.
(der denkt das manche Leute zuerst mal an die Frische luft gehen sollten bevor sie durch ihre aussage ein allgemeines kopfschüttelen hervorrufen)

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OMI

Re: Klassiker!? - Umfrage!

Beitragvon OMI » 28. April 2006, 11:16


Ein sicherlich interessante und sehr diskussionsfreudiges Thema.

Bevor ich meine Klassierk nenne, eine kleine Definition, die ich mir für den Begriff "Klassiker" zurechgelegt habe.

Ein wirklicher "Klassiker" ist für mich ein Spiel, welches folgende Bedingungen erfüllen sollte:
* Über viele Jahre (und womöglich Genrationen) angebotenes Spiel
* dadurch bedingt, dass es einen dauerhaften Spielreiz besitzt
* Ein Spiel, welches auch einem Nicht-Spieler zumindest vom Name her bekannt ist

Gerade der letzte Punkt ist in meinen Punkten sehr entscheidend und sorgt für eine massives Aussieben vieler hier in diesem thread bereits genannten Spiele. Einige sind sicher Klassiker in der Spieleszene, aber eben nicht für einen Laien-Spieler.
Eigentlich muss man nur mal nachfragen, welches SPiel auch der der Nicht-SPielende Nachbar kennt.;-)

Daher ist meine Liste recht kurz:

Klar:
*Schach, Mühle, Dame

daneben aber auch Kartenspiel-Evergreeens, die jeder schon in seiner Jugend gespielt hat:
* 66, mau mau

Und dann die "aktuelle" Liste:

Mensch-Ärger-Dich nicht
Malefiz
Monopoly

Risiko, (gerade noch)
Siedler (der für mich einzige wirkliche Klassiker der "neuen" Spiele")

Carcassonnen könnte einer werden, das werden die nächsten Jahre zeigen...


Wesentlich mehr sinds in meinen Augen nicht - aber wie gesagt, reine Definitionssache....:-)

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Mike Merten

Re: OT: Kopfschüttel

Beitragvon Mike Merten » 28. April 2006, 13:09

Auch ich finde SDL heute grottenmäßig schlecht. Aber wenn wir das damals im JZ nicht permanent gespielt hätten - wäre dann meine Lust am Spielen entstanden? Würde ich dann heute Britannia, Antike, Byzantium ... spielen?

Von daher möchte ich fast sagen: Danke, daß es damals SDL gab! :-)

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Martin Ebel

Re:Definition Klassiker

Beitragvon Martin Ebel » 28. April 2006, 15:11

Wegen des Offlinereaders bin ich nicht mehr so flott dabei, spontan zu reagieren.Deshal die Verzögerung.
Für mich sind die Definitionen schon festgelegt (Deutsches Spielearchiv - ahbe so eine schwache Erinnerung wo ich es herhabe?).
Ein Spieleklassiker ist ein Spiel, dass ohne das ein Autor oder Verlag benannt werden kann, eine kulturelle Bedeutung in bestimmten Kulturkreisen erlangt hat und allgemeines Erbe der menschen geworden ist (Schlangenspiel der Indianer, Pachisi in Indien, Schach, Go, Kalaha, Ur, Skat u.a.).
Der moderne Klassiker hat einen Autor, einen Verlag, eine Entstehungsgeschichte und oft auch eine unverwechselbare Darstellungsart (s. "Mensch ärgere dich nicht" oder "Fang den Hut"). Dabei ist es nicht wichtig, ob das Spiel vor 100 oder 50 Jahren entstanden ist oder ob es noch gespielet wird. Wichtig ist nur, ob es Spuren in der Kulturgeschichte hinterlassen hat.
Salta, in der Biedermeierzeit entstanden, in der "Gartenlaube" besprochen, bekannt auch eine Partie der Sarah Bernard gegen den Autor (komme gerade nicht auf den Namen) erlitt mit seinem ruhigen, wenn auch taktischen Spielverlauf ein abruptes Ende mit Beginn des ersten Weltkrieges und wurde durch das kriegerische Mädn abgelöst.
Eigentlich dürfte man das Wort Klassiker für Spiele, die jünger als 50 Jahre sind, gar nicht in den Mund nehmen, wenn man das Wort Klassiker nicht abwerten will.
Monopoly, Memory, Cluedo haben diesen Status erreicht. Sie werden zitiert und sind auch als Synonyme im Gebrauch.
Ob Siedler v. Catan dazugehört, ist noch etwas verfrüht zu sagen, aber Klaus Teuber tut alles dafür. Das Buch zum Spiel war ein listiger Schachzug in diese Richtung. es fehlt jetzt noch der Film zum Spiel (alternativ Theaterstück oder Oper).
Was neueren Datums ist, sollte zunächst in die Schublade "bekannte und beliebte Spiele" gesteckt werden und nach 50 Jahren einer neuen Sichtung unterzogen werden.
Da fällt mir ein; 3M Sport- und Schuberspiele könnten schon den Status "neue Klassiker" bekommen. Auf jeden Fall Twixt, um dessen Existenz meiner Erinnerung nach auch einer der ersten Urheberstreits entstand gegen Imuri (oder so).
Naja, es gibt währscheinlich Berufenere, die was dazu sagen können, aber das wollte ich noch mal loswerden.

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Roman Pelek

Salta

Beitragvon Roman Pelek » 2. Mai 2006, 01:23

Hi Martin,

Martin Ebel schrieb:

> Salta, in der Biedermeierzeit entstanden, in der
> "Gartenlaube" besprochen, bekannt auch eine Partie der Sarah
> Bernard gegen den Autor (komme gerade nicht auf den Namen)
> erlitt mit seinem ruhigen, wenn auch taktischen Spielverlauf
> ein abruptes Ende mit Beginn des ersten Weltkrieges und wurde
> durch das kriegerische Mädn abgelöst.

Da's mich auch gefuchst hat, es nicht mehr zu wissen (aber davon definitiv gehört/gelesen zu haben, zumindest im Kontext des Schachweltmeisters Emanuel Lasker), habe ich ein wenig recherchiert: Der Autor heißt Konrad (oder: Conrad) Büttgenbach (1870-1939), Musiker aus Heerdt nahe Düsseldorf. Das Spiel selbst datiert auf 1899, die Partie gegen Sarah Bernard(t) fand 1901 statt :-)

Ciao,
Roman (da erwächst aber eine neue Frage: hat jemand eine verlässliche Quelle, wie sich dieser Konrad respektive diese Bernard heutzutage "korrekt" schreiben? Also "K" oder "C" bzw. "d" vs. "dt"?)

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Berthold Heß

Re: Salta

Beitragvon Berthold Heß » 2. Mai 2006, 17:04

Roman Pelek schrieb:
>
> Da's mich auch gefuchst hat, es nicht mehr zu wissen (aber
> davon definitiv gehört/gelesen zu haben, zumindest im Kontext
> des Schachweltmeisters Emanuel Lasker), habe ich ein wenig
> recherchiert: Der Autor heißt Konrad (oder: Conrad)
> Büttgenbach (1870-1939), Musiker aus Heerdt nahe Düsseldorf.
> Das Spiel selbst datiert auf 1899, die Partie gegen Sarah
> Bernard(t) fand 1901 statt :-)
>
> Ciao,
> Roman (da erwächst aber eine neue Frage: hat jemand eine
> verlässliche Quelle, wie sich dieser Konrad respektive diese
> Bernard heutzutage "korrekt" schreiben? Also "K" oder "C"
> bzw. "d" vs. "dt"?)

Hallo Roman,

"Das" Glonnegger-Buch nennt Konrad Büttgenbach, eine Variante mit "C" habe ich nur beim Boardgamegeek gefunden. Alle anderen (Papier- und Netzquellen) nennen ihn mit "K".

Und die berühmte Schauspielerin war natürlich "die" Sarah Bernhard.

Neue Rechtschreibung gildet da ganz und gar nicht.

Gruß
Bert

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Roman Pelek

Re: Salta

Beitragvon Roman Pelek » 3. Mai 2006, 00:16

Hi Bert,

Berthold Heß schrieb:

> "Das" Glonnegger-Buch nennt Konrad Büttgenbach, eine Variante
> mit "C" habe ich nur beim Boardgamegeek gefunden. Alle
> anderen (Papier- und Netzquellen) nennen ihn mit "K".

Ich habe mich da auch auf den "Glonegger" verlassen, und deshalb das "C" als amerikanisierte Schreibweise eingeklammert. Zu finden ist diese auch im "Abstract Games magazine, Issue 8 Winter 2001":

http://chinesecheckers.vegard2.no/gering_salta.html

> Und die berühmte Schauspielerin war natürlich "die" Sarah
> Bernhard.

Die wird dort im ebenjenem Artikel auch mit "dt" geschrieben (im "Glonegger" mit "d"), obwohl ich sie selbst mit "d" in Erinnerung hatte. Was mich stutzig gemacht hat, ist der Wikipedia-Eintrag mit "dt":

http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Bernhardt

Dort steht der Künstlername "Sarah Bernhardt" (inkl. Abbild eines Plakats mit "dt") nämlichen dem bürgerlichen "Henriette-Rosine Bernard" gegenüber. Ebensolches sagt der Brockhaus. Und das könnte ja eine Erklärung für die Verwechselbarkeit sein - und dass es doch ein "dt" sein müsste.

> Neue Rechtschreibung gildet da ganz und gar nicht.

Naja, ohne kreative Verballhornung respektive Anpassung an das sprachliche Umfeld hätten wir wohl kaum ein solches Füllhorn an Nachnamen - und Namenskundler keinen einträglichen Job :-))

Ciao,
Roman (meint, sich noch so vage an die privaten Versuche zwischen einem Heli und einer Hely zu erinnern, herauszufinden, ob da irgendein ein gemeinsamer Ursprung des Namens besteht - aber ich meine, da war für Laien keiner zu finden)


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