Beitragvon peer » 27. April 2006, 10:02
Hi,
Olav Müller schrieb:
>
> Ich glaube (dann wiederum) nicht, dass IRGENDEINS der hier
> genannten Spiele in 50 Jahren noch nennenswert gespielt wird.
> Vielleicht mit Ausnahme derjenigen, die ihren "Klassiker"
> Status schon erreicht haben. Also Monopoly und Konsorten.
Na bin ich halt anderer Ansicht. Zumindest Siedler hat mittlerweile in der Bevölkerung so viel Rückhalt, dass ich denke, dass es wohl auch noch in 50 Jahren gespielt wird.
Magic hat als einziges Sammelkartenspiel auch noch nach 10 Jahren (oder sind es schon 15?) immer noch bestand, ist immer noch das Größte. Turniere werden ausgetragen, deren Preisgelder doch deutlich höher sind als in vergleichbaren Verantstaltungen. Ich sehe nicht, was das ändern könnte (Ist halt als eigenständige Spielgattung etabliert, wie auch D&D).
> Warum? Weil ich denke, dass die Spiele heutzutage keine
> Gelegenheit mehr haben, zum Klassiker entwickelt zu werden.
> Wenn ich überlege, warum ich früher Monopoly und Cluedo,
> Spiel des Lebens und Romme gespielt habe, dann in erster
> Linie deswegen, weil es keine großartigen Alternativen gab.
> Diese Durststrecke ist aber (zum Glück) lange vorbei. Die
> Tatsache, dass heute monatlich neue, interessante Spiele auf
> den Markt kommen, verhindert meiner Meinung nach, dass sich
> "neue Klassiker" bilden können. Ganz sicher in "unserem"
> Bereich der Vielspieler und Enthusiasten, evtl. auch in der
> Sparte der Gelegenheitsspieler.
Ganz sicher nicht in dem Bereich der Wenig/Nichtspieler- die haben ein Spiel und das reicht ihnen. Das ist mittlerweile verstärkt Siedler...
MaW: Es gibt viele Leute, die als einziges Spiel Siedler spielen. So wie früher viele Leute als einziges Spiel Monopoly oder Scrabble oder Malefiz hatten.
Carcassonne ist da noch nicht so weit.
> > ... ausserdem
> > scheint die Zeit gegen es zu sein (so lange Spiele sind nicht
> > mehr "in")
>
> Wirklich "in" waren die noch nie, oder? Ich habe aufgehört
> Spiele dieser Länge vorzuschlagen, seit meine üblichen
> Verdächtigen regelmäßigen Berufen nachgehen und nicht mehr 2
> Tage am Stück in ein Spiel investieren können. Auch
> (wiederum) die größere Angebotslage von anderen, wirklich
> guten Spielen.
Unbenommen. Aber die 18xx haben z.B. eine sehr solide Fanbase (ähnlich Advanced Squad Leader) und dort erscheinen immer noch regelmässig neue Vertreter. Ich weiss nicht, ob die sich noch weitere 50 Jahre hält, aber ich halte es durchaus für wahrscheinlich.
Civi dagegen ist zwar irgendwo ein "Zeitgeist"-Spiel und gehörte lange zu dem, was einem Vielspieler ausmacht - sozusagen das Vorzeige-6-10h-Spiel - aber ich hab das Gefühl, dass viele Vielspieler in letzter Zeit immer mehr davon abrücken. Was daran liegen mag, dass die "neuen Eurogames" ähnliches in kürzerer Zeit bringen.
(Wobei mir persöhnlich gerade die Länge von Civi gefällt. Es ist halt doch ein anderes Spielgefühl als eine 60-Minuten-Partie Vinci. Aber das ist ein anderes Kapitel)
ciao
peer