Beitragvon Hartmut » 23. Oktober 2006, 11:14
Hallo Niccolo,
> Aber vielleicht Wortklauberei - "Zielpuplikum" hätte ich
> auf jeden Fall verstanden. Und das Zielpublikum - oder die
> von dir zitierte "denkfale Mehrheit" - will halt i.d.R.
> schnelle, einfache, lustige Spiele.
Yep, die will ich auch! Und dennoch dürfen sie originell, neu, anspruchsvoll sein - wobei ich letzteres nicht mit "kompliziert und denklastig" verwechselt sehen möchte. Ich denke mehr an "atmosphärisch und begeisternd". TuT erfüllt diesen Anspruch genausogut wie gerade auf der Messe mit Begeisterung gespielte Spiele wie Mr. Jack und Space Dealer, nur um noch ein paar Beispiele zu nennen, denn da waren noch einige mehr.
> Die Hitliste der Spiele in meinem Umfeld der
> Nicht-Spielefreaks:
> UNO
> SKIBO
> Monopoly
> u.ä.
...und das sind doch alles "olle Kamellen", oder? Das wird auch noch lange so bleiben, wenn man nicht frische neue Ideen z.B. mit Auszeichnungen ins Bewusstsein der Masse hebt.
> Und ich finde ein Preis FÜR DIE MEHRHEIT, hat eigentlich
> die Vorgabe ein Spiel gut zu bewerten, dass vor allem FÜR
> DIE MEHRHEIT tauglich ist.
>
> Und TuT find ich tatsächlich schon ziemlich gewagt! Da ist
> weil mehr Kompliziertheit/Komplexität drinnen, als ich
> Tante Mizzi abverlangen würd'.
Ich kenne Deine Tante nicht, aber ich (44) sehe kein Problem meinen Tanten oder Eltern (73 Jahre jung) TuT nahezubringen und mit Ihnen gemeinsam Spaß an TuT zu haben. Gut, nicht jeder hat einen "Erklärbär". Sich die Regeln anhand der gedruckten beiliegenden Fassung anzueignen kann man nun aber auch jedem Menschen zumuten, der sich ansonsten nicht scheut, einen japanischen Videorekorder zu bedienen (was weitaus schwieriger ist).
Deswegen nun zurück zu einer "neuen Leichtigkeit" a la Tabu & Co.? Ab und zu finde ich auch diese Spiele okay, aber nur sowas langweilt auf Dauer - es sei denn man kennt nichts anderes oder will nichts anderes kennenlernen, aber da drehen wir uns dann im Kreis. Man muss ja nun auch nicht jeden von der Schönheit und Vielfalt moderner Spiele überzeugen. Da muss jeder selbst interessiert sein oder soll mit dem glücklich sein, was ihm Spaß macht.
Die MEHRHEIT bringt jedenfalls die Mindest-Voraussetzungen zum Lesen und Verstehen einer solchen Spielregel gewiss mit - es mag lediglich so sein, dass der Umgang damit nur allzu selten praktiziert wird und man sich damit nach Bewältigung des Alltags nicht mehr plagen möchte, wenn nicht wirklich aktives Interesse an neuen Spielen gegeben ist. Und das will erst einmal geweckt werden, denn das ist wohl kaum der Mehrheit im Lande gegeben, wird es auch nie, muss es auch nicht. Das muss "von innen" kommen, und diesen neuen Interessierten muss man dann ein Angebot machen. Und genau darin sehe ich die Aufgabe von Spielepreis-Auszeichnungen. Ein Spielepreis darf, ja sollte sogar Akzente setzen, neue Wege weisen. "Spiel des Jahres" und der aktuelle Titelträger Thurn und Taxis erfüllen dieses Ziel m.E. bestens. Wieweit dies im hier diskutierten Einzelfall gelungen ist, kann ich wie gesagt nicht beurteilen, da ich das Spiel nicht kenne.
Hartmut