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Wo ist die Jugend?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerald Rüscher

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Gerald Rüscher » 21. März 2001, 16:21

Gustav schreibt:
> Gönnen wir dem Nachwuchs doch einfach seinen Spaß! Es
> ist überhaupt nicht nötig, dass es der selbe ist wie
> unserer.
Wahr, so wahr!
Ich glaube das erste untrügliche Anzeichen dafür dass man alt wird, ist wenn man die Musik der Kids nur noch als primitiven Lärm empfindet und sich in nostalgischen Erinnerungen sonnt an eine Zeit als alles gut war und so tolle Bands wie Markus (Gib Gas ich will Spaß) und ähnliche Knaller unsere Idole waren (für die näxte Generation meinetwegen die Stones, Beatles, Peter Kraus , HJ-Gesangsverein, wasweissich)
Gruß & nice dice
Jerry (Computerspiele machen Spaß!)

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Gerald Rüscher

re: Computerspiele vs. Brettspiele

Beitragvon Gerald Rüscher » 21. März 2001, 16:24

Roland meint:
> Trotzdem: Ich empehle den Kauf von "Mario Party"
Hihi ... letztens habe wir auf einer Party von lauter Leuten > 30 Jahren zu fortgeschrittener Stunde Mario Party gespielt. War lustig, leider haben uns die Kids immer abgezogen (meuter, randalier, nörgel!)
Gruß & nice dice,
Jerry

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Holger Peine

re: [OT] Gewalt

Beitragvon Holger Peine » 21. März 2001, 16:56

Roman schrieb:
"müßte bei einem Zusammenhang deutlich mehr Gewaltverbrechen geschehen. Im Gegenteil dazu sind si meines Wissens nach durch die Bank sogar rückläufig."
Das ist leider nicht richtig: Gewaltverbrechen von Kindern und Jugendlichen (im Gegensatz zu allen GV) haben stark zugenommen (die meisten Opfer sind übrigens selbst wieder Kinder und Jugendliche). Nur so als sachliche Korrektur.

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Holger Peine

[OT] Gefühltes Lebensalter

Beitragvon Holger Peine » 21. März 2001, 16:59

Jerry schrieb:
"Ich glaube das erste untrügliche Anzeichen dafür dass man alt wird, ist wenn man die Musik der Kids nur noch als primitiven Lärm empfindet".
Kommt darauf an, ob das _die_Mehrheit_ der Kids jeweils genauso sieht: Mit 25 fühlte ich mich alt (nach Deiner Def.), weil ich Techno-Musik als "primitiven Lärm" empfand. Ich war allerdings nicht weiter beunruhigt, da viele 20-jährige das ebenso empfanden.

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Carsten Wesel

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Carsten Wesel » 21. März 2001, 17:03

> Ich glaube das erste untrügliche Anzeichen dafür dass
> man alt wird, ist wenn man die Musik der Kids nur
> noch als primitiven Lärm empfindet
Oops! Ich werde alt...
Das zeigt ich u.a. auch daran, daß ich meine intensive Computer-Spiel-Zeit hinter mir habe und heute nur noch ab und an ein kleines Denkspiel spiele. Dafür ist eben die Brettspielaktivität gestiegen.
Gruß Carsten (Hat gestern Winter-Moorhuhn gespielt (kleines Denkspiel!))

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Gerald Rüscher

re: [OT] Gefühltes Lebensalter

Beitragvon Gerald Rüscher » 21. März 2001, 18:05

Holger meint:
> Mit 25 fühlte ich mich alt (nach Deiner Def.), weil
> ich Techno-Musik als "primitiven Lärm"
> empfand. Ich war allerdings nicht weiter
> beunruhigt, da viele 20-jährige das ebenso
> empfanden.
Ach ... man muss sich vom Älterwerden sowieso nicht beunruhigen lassen. Umgekehrt wird m.E. eher ein Schuh draus: mir sind Leute verdächtig die sich mit 50 immer noch wie ein 18jährige aufführen.
Gruß,
Jerry (Wer mit 18 nicht Kommunist ist hat kein Herz. Wer mit 30 immer noch Kommunist ist, hat kein Hirn)
P.S:

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Roman Pelek

re: [OT] Gewalt

Beitragvon Roman Pelek » 21. März 2001, 18:29

Hi Holger,
>Das ist leider nicht richtig: Gewaltverbrechen von Kindern und Jugendlichen (im Gegensatz zu allen GV) haben stark zugenommen (die meisten Opfer sind übrigens selbst wieder Kinder und Jugendliche). Nur so als sachliche Korrektur.<
Danke - ich hatte leider keine aufgeschlüsselte Statistik vor Augen. Wobei da ja auch leider noch andere Motive im Vordergrund stehen wie Besitzneid/soziale Verhältnisse und nicht vordergründig die Lust an der Gewalt. Das allerdings haben wir uns aber mit dem allgemeinen Klima der Rücksichtslosigkeit und des Konkurrenzkampfes erkauft (was ja angeblich aber schon wieder im Wandel begriffen sein soll). Nuja, jetzt isses aber so OT, dass ich vorschlage, die Diskussion hier auf sich beruhen zu lassen und wieder zu Spielen zurückzukehren.
Ciao,
Roman

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

re: [OT] Gefühltes Lebensalter

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 21. März 2001, 18:44

>> mir sind Leute verdächtig die sich mit 50 immer
>> noch wie ein 18jährige aufführen.
Ich hoffe ich mache mich jetzt nicht allzu verdächtig, weil ich mit 45 immer noch auf PINK FLOYD (so sie nochmal kommen) und DEEP PURPLE Konzerte gehe wie mit 18 (... naja jetzt sind die Kartenpreise eher zu verschmerzen ...) und immer noch die gleiche Musik liebe?

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günter-spielbox

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon günter-spielbox » 21. März 2001, 18:48

Gerade das wollte ich auch einmal gesagt haben: Was ist denn gegen Magic, Warhammer oder Table Top-Spiele einzuwenden? Selber schon gespielt? Oder nur als "Kinderkram" abgekanzelt. Das ist genau so, wie viele das Spielen der "richtigen" Brettspiele als kindisch verurteilen. Es geht doch in erster Linie darum, dass die Kids miteinander spielen, und dass sie nicht nur vor der Glotze hocken. Ich selbst spiele gerne mit, wenn 'mal Magic, Warzone oder Heroquest ansteht. Und das macht auch Spaß! SpielerInnen sind doch meist kreative und offene Menschen. Mit Kids spielen finde ich besonders wichtig, auch wenn die oft staunen wenn ein "alter Sack" mitspielt und vor allem wenn der das Spiel noch voll checkt. Meine Erfahrung: Mitspielen - die Kids sind dann auch offen für "unsere" (blöde Bezeichnung) Spiele.
Günter

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Roman Pelek

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Roman Pelek » 21. März 2001, 18:49

Hi Carsten,
>Das zeigt ich u.a. auch daran, daß ich meine intensive Computer-Spiel-Zeit hinter mir habe und heute nur noch ab und an ein kleines Denkspiel spiele. Dafür ist eben die Brettspielaktivität gestiegen.<
Alt wird man dann, wenn man merkt, dass man gar keine Lust hat, auf einer LAN-Party 6h dazusitzen und nur zu schauen, dass alle ihre Grafikkartentreiber neu installiert und ihre MP3s ausgetauscht haben :)
Ciao,
Roman (was fürn Grafiktreiber nehm ich für Medina? Brauch' Africa schon DirectX 8.0a? Läuft Carcassonne schon unter Win2000?)

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Roman Pelek

re: [OT] Gefühltes Lebensalter

Beitragvon Roman Pelek » 21. März 2001, 18:55

Hi Jerry und Roland,
>> mir sind Leute verdächtig die sich mit 50 immer
>> noch wie ein 18jährige aufführen.
Die werden aber noch getoppt: von Leuten, die sich mit 50 so aufführen wollen wie _heutige_ 18jährige ;-) Und auf jeden Fall auch von Leuten, die meinen, sie wären 50 und allein deswegen seriös, weise und erfahren :)
>Ich hoffe ich mache mich jetzt nicht allzu verdächtig, weil ich mit 45 immer noch auf PINK FLOYD (so sie nochmal kommen) und DEEP PURPLE Konzerte gehe wie mit 18 (... naja jetzt sind die Kartenpreise eher zu verschmerzen ...) und immer noch die gleiche Musik liebe?<
Ich glaube, Musikgeschmack brennt sich in jugendlichem Alter ein - da hängt halt auch viel Nostalgie und Erlebtes dran. Ausserdem werden die Musiker ja mit einem älter, das tröstet...
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

re: Computerspiele vs. Brettspiele

Beitragvon Roman Pelek » 21. März 2001, 19:21

HI Karl-Heinz,
>Aber mit den Brettspielen haben wir ja eine Möglichkeit, den Kindern eine spannende Alternative zu bieten. Es ist ja demnach nicht so, daß wir sagen:"Weg mit Nintendo und Co.", und dann eine Vakkuum hinterlassen, weil wir nichts anderes "Erfüllendes" anzubieten haben. Da haben wir ja die Spiele. Wie wollen uns ja mit den Kindern beschäftigen. Und deswegen ist es halt manchmal ein wenig frustrierend zu sehen, daß "Super Mario" die Partie so oft gewinnt ...<
Versuchs doch mal mit einem Angebot: spiel mal mit Deinen Kindern Nintendo, und verlang als "Tribut", dass sie sich zu einem Brettspiel dazusetzen. Vielleicht sorgt das für gegenseitiges Verständnis.
>Vor allem dann, wenn man merkt, daß die Computerspiele, und das habe ich bei meinen beiden Söhnen und anderen Kindern beobachtet, Unkonzentriertheit, Nervosität, Streitsucht, etc., etc. hervorrufen. Das stört mich schon sehr. Es gab zum Beispiel eine Zeit, wo die zwei Jungs sehr viel "Super Mario" etc., gespielt haben. Sie wurden immer nervöser, unruhiger, haben viel miteinander gestritten, waren frech usw. Ob ihr es nun glaubt oder nicht, als ich dann für 3 Wochen eine "Null-Diät" verfügt habe, da wurde vieles zum Positiven hin verändert. Das gibt mir schon zu denken...<
Nuja, es kommt halt immer auf die Menge an. Wenn man zulange am Stück vor der Kiste sitzt und Spiele zockt, kann einen das aufgrund der Hektik und schnellen Reaktionsgabe schon etwas flattrig machen. Das merke ich selbst an mir, gerade nach langen Netzwerkspielereien steige ich ungern ins Auto, da man viel zu aufgekratzt und hektisch ist.
Andererseits habe ich auch schon bei Brettspielen gemerkt, dass nach längerem am Stück spielen mal der eine oder andere etwas "zickig" wird, mich einbegriffen. Man braucht halt bei allem auch mal ne Pause zwischendurch, um sich ein bisschen zu sammeln.
>Was mich dann zusätzlich objektiv sehr stört, ist die Gewalt in vielen dieser Spiele. Ihr Onkel hat meinen Jungs z.B. "Zelda" geschenkt. Vordergründig ein schönes Märchen. Blickt man tiefer, dann werden eben auch hier reihenweise Gegner beseitigt, mit der Schärfe des Schwerts, je mehr man reinhaut, desto schneller. Also, ich finde das nicht gut...<
Nun ja, Zelda ist da noch ein vergleichsweise harmloser Vertreter. Aber ich glaube nicht, dass solche Gewalt (zumal nicht die bei Zelda) reale Gewalt bedingt, zumindest nicht bei Kindern, die einigermassen sozial geordnet leben. So unschön manche Gewaltdarstellungen auch sein mögen (gerade für ältere Semester), ich sehe da kein echtes Problem, wenn Kinder "im realen Leben" die richtigen Massstäbe "leben" - d.h. die Erwachsenen und Schulfreunde sich in ihrem Umfeld auch "friedlich" und gesittet benehmen.
>Natürlich gibt es, da habt ihr recht, auch Computer-Spiele, die man gemeinsam spielen kann. Und natürlich hat, noch einmal, ein Kulturkampf, keinen Sinn.<
Eben: Computer und ihre Spiele sind eben ein ANDERES Medium mit anderen Vorzügen und Nachteilen. Wegen der Nachteile aber einen Kulturkampf zu führen, wäre m.E. auch unsinnig, wie so oft.
>Was ich sagen wollte und will, ist, daß wir dennoch für Brettspiele und Bücher und damit gegen Computer und TV wirken (nicht kämpfen) sollten. Den Familien und der (wenn man denn dieses große Wort verwenden möchte)Gesellschaft tut das gut...<
Ich finde Brettspiele eben deswegen so klasse, weil sie eine Alternative dazu sind, immer nur - wenn auch gemeinsam - ins Kino oder in die Kneipe zu gehen - also nicht als Ersatz für diese, sondern einfach, um den Konsum solcher Sachen nicht einseitig zu viel werden zu lassen. Brettspiele sind eine spaßige Angelegenheit, die man gemeinsam erleben und gestalten kann. Nicht so wertvoll wie ein kleines Steak, aber auch interessanter als gemeinsam vor der Glotze rumzugammeln. Wobei, auch hier, habe ich schon interessante Berichte und Filme im TV gesehen ;-)
Und, die Hauptsache ist, es muss Spass machen - denn ohne das hat das wenigste einen Sinn, selbst und gerade bei Arbeit und Erziehung :)
Ciao,
Roman (der immer noch glaubt, dass man Leute mit Spass am besten für was begeistern kann)

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Gerald Rüscher

re: [OT] Gefühltes Lebensalter

Beitragvon Gerald Rüscher » 22. März 2001, 10:55

Roland meint:
> Ich hoffe ich mache mich jetzt nicht allzu
> verdächtig, weil ich mit 45 immer noch auf PINK FLOYD
> (so sie nochmal kommen) und DEEP PURPLE Konzerte gehe
> wie mit 18
Ist unverdächtig, weil o.g. Bands ja auch stark auf's Rentenalter zugehen. Verdächtig wäre die Teilnahme an Blümchen Konzerten.
Gruß,
Jerry

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Heiko Hartmann

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Heiko Hartmann » 22. März 2001, 11:33

Danke Gustave, danke!
Ich dachte schon ich bin ein Monster weil ich vor 20 Jahren so gerne M.U.L.E. (Eroberung und Ausbeutung), Archon (Gemetzel) und Rally Speedway (Bleifuß) gespielt habe.
Mal im ernst: Ich muß alle Eltern enttäuschen die meinen Spiele und Spielzeug seien für einen mißratenen Charakter eines Kindes verantwortlich. So einfach ist das nicht.
Gerne werden Computerspiele, Sammelkartenspiele, Tabeltops, Rollenspiele usw. verteufelt weil diese Konflikte in der Familie heraufbeschwören können. Als Elternteil würde ich die ganze Sache lieber etwas sportlicher sehen: es ist eine Herausforderung dem Sohnemann einen verantwortlich Umgang mit seinem Taschengeld (z.B. bei Sammelkarten) beizubringen. Bei vielen Familien klappt das - bei einigen nicht.
Pokemon, Magic etc. haben eine kommunikative Komponente die viele gerne übersehen: Ich habe 10jährige gesehen die konnten einen ganzen Abend zusammensitzen, reden, herumblödeln, Pläne machen, Freundschaften schließen usw. und das alles nur weil sie ein paar Karten tauschen wollten.
Ach ja nochwas: Mein Werdegang zum Projektleiter bei einer großen IT-Firma begann mit einem Atari VCS. Ich bin froh das mein Vater damals sogar mitgedaddelt hat anstatt das Gerät wegzuschließen. :-)
Ciao, Heiko.

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peer

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon peer » 22. März 2001, 17:43

Hi,
ich erinnere mich gelesen zu haben, dass in den 50ern ein Brettspiel produziert wurde, dass beweisen sollte, dass man mit Würfeln auch vernünftiges anfangen kann. Die standen damals wohl z.T. in der Kritik, weil sie die Jugend zum Glücksspiel verführe oder so...
ciao,
Peer (wird gleich RPG spielen - mit den Würfeln könnte ich einen ganzen Kindergarten zum Glücksspiel treiben...:-)

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Heiko Kauffmann

re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Heiko Kauffmann » 22. März 2001, 19:31

Hallo Heiko!
Woher kennst du meine früheren Lieblingsspiele vom guten alten Atari 800 XL. Bei mir sind noch Lode Runner (besonders eigene Levels kreieren), Ultima-Reihe (bestes Rollenspiel seinerzeit), Schloss Schreckenstein (Kooperatives Geistergemetzel mit dichter Atmosphere)...zu nennen.
Ja, ja, ich war ein Halbe-Nächte-Durchzocker und ausgiebiger Computerspieler bis ich das Brettspiel wiederentdeckt habe.
Monopoly, Öl Magnat oder Risiko in den 70ern, dann kam meine Computersphase, auch damals übers VCS. Aber richtig gepackt haben mich schon immer am meisten die Spiele, die einen ausgefeilten Mechanismus hatten, wie z. B. eben M.U.L.E., das auch gut und gern ein Brettspiel sein könnte.
Ich glaube mein erstes Spiel in der Umbruchphase zwischen Computer und Brett war dann Auf Achse (1986), das mich wieder zurück an den Tisch brachte.
Auch heutzutage sitze ich immer noch viel lieber am Tisch, die Mitspieler um mich oder gegenüber. Ich kann das Material anfassen und wir können uns unser kleines Leben im Leben bauen. Gerade dieses Abstrakte der Klötzchen und Plättchen (ähnlich wie früher beim Atari)läßt mir viel Phantasie und ich schaffe mir meine eigene Atmosphere.
Das Grafik und Sound bei den heutigen Computerspielen immer realistischer werden brauch ich gar nicht, im Gegenteil. Das bringt einen ja gerade näher an die reale Gewalt (vorausgesetzt, es geht bei dem Spiel gewalttätig zu und das ist ja heufig der fall). Ich brauch mir halt nicht mehr vorzustellen, wie alles für mich realistisch aussieht, sondern ich bekomm es ja vorgegeben.
Ich hab den Eindruck, daß sowieso viel zu viel vorgegeben wird, da laufen ja teilweise halbe Filme ab.
Da hab ich lieber mein Brettspiel vor mir und kann aus wenig viel gestalten.
Computer ist halt ein ganz anderes Medium, mit dem man andere Spiele in anderer form spielen kann, die nicht unbedingt schlechter sein müssen. Ein paar Perlen sind da schon drunter, die ich ab und zu mal verzocke.
Doch mein Hauptmedium wird wohl jetzt das Brettspiel bleiben, da bin ich mir ziehmlich sicher.
Vielleicht bin ich ja ein typischer Fall von Computerspielausflügler, da mach ich mir überhaupt keine Sorgen um den Brettspielernachwuchs.
Na, Heiko, was meinst du, sind doch schon witzige parallelen mit den Atari- und Brettspielen, oder?
Es grüßt,
Heiko ....mann (hat heute noch seine 5 1/4 Zoll-Disketten mit den Kultspielen Seven Cities of Gold, Great American..., Alley Cat, Necromancer, Alternate Reality, Return of Herakles......................)


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Markus Barnick

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon Markus Barnick » 22. März 2001, 22:27

Ich bin 33 und spiele seit ca. 10 Jahren. Ich denke ich gehör noch irgendwie dazu. Hab gerade mit Erschrecken festgestellt, wie wieder mal die Zeit vergeht...

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Markus Barnick

Bin gegen Magic usw.

Beitragvon Markus Barnick » 22. März 2001, 22:35

Mir gehts gar nicht so sehr darum, ob jetzt Magic oder Pokemon ein "richtiges Spiel" ist, oder nicht. Mir gehts eher um den "Einfluß", den ein Spiel haben kann und der ist mir besonders bei den Magic-Karten nicht ganz geheuer. Ich halte es einfach für falsch und leichtsinnig, sich mit solchen "okkulten" Spielereien zu beschäftigen. Die Fratzen auf den Magic-Karten sind ja allerübelst. Was da so rum"geistert"... brrr... schauder... es kann gar nicht dämonisch genug sein, habe ich den Eindruck. Das tu ich Kindern nicht an.
Meine Mutter hat da ganz recht gehandelt, daß ich früher keine Horrorfilme schauen durfte - und jetzt wird sowas den Kindern angedreht und die Erwachsenen interessierts entweder gar nicht, oder sie finden es unverständlicherweise auch noch gut.
Es kommt bei einem Spiel eben nicht nur auf den Mechanismus an. Es fragt sich auch, was ich mit einem Spiel für einen Einfluß ausübe.
Markus
(hält nix von Esoterik usw. in Spielen)

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Markus Barnick

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon Markus Barnick » 22. März 2001, 22:39

Tatsächlich. Bei uns ist das auch so: die Kids spielen Warhammer und Magic usw. Halt Sammelkartenspiele.
Woran liegt das nur. Warum kommen sie erst später zum "richtigen Spiel"?
* Wegen dem (komplizierten) REgelstudium?
* Weil Spielen langwierig und grüblerischer ist?
* Weil die Warhammer-figuren noch im Sandkasten spielbar sind?
* Weil man da keine Regel lesen / verstehen muß?
* Weil im "Normalspiel" weniger Action drin ist?
* Weil... ???

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Roman Pelek

re: Bin gegen Magic usw.

Beitragvon Roman Pelek » 23. März 2001, 01:54

Hi Markus,
>Mir gehts gar nicht so sehr darum, ob jetzt Magic oder Pokemon ein "richtiges Spiel" ist, oder nicht. Mir gehts eher um den "Einfluß", den ein Spiel haben kann und der ist mir besonders bei den Magic-Karten nicht ganz geheuer. Ich halte es einfach für falsch und leichtsinnig, sich mit solchen "okkulten" Spielereien zu beschäftigen. Die Fratzen auf den Magic-Karten sind ja allerübelst. Was da so rum"geistert"... brrr... schauder... es kann gar nicht dämonisch genug sein, habe ich den Eindruck.<
Ja, und, ist das etwas neues an Magic? Ist das nicht bei allen an Rollenspiel/Fantasywelten angelehnten Spielen so? Ich kann mich zwar auch recht wenig für die meisten solcher RPG/Fantasy-Kreaturen begeistern, aber was ist daran schlecht oder ungewöhnlich? Solche Darstellungen und Themen (->Märchen, Sagen, Mythen etc.) ziehen sich durch die gesamte Menschheitsgeschichte, mit Fastnacht (im ursprünglichen, heidnischen Sinne als Frühlingsfest zum Wintergeisteraustreiben) oder Halloween gibt's sogar wesentliche gesellschaftliche Daten und Feiern zu diesen Themen.
>Das tu ich Kindern nicht an.<
Kommt drauf an, wie alt sie sind und in welcher Dosis. Die pädagogisch so wertvollen Märchen sind auch Schauergeschichten übelster Kajüte, gespickt mit solchen Kreaturen. Oder schau Dir "Alice im Wunderland" an, eines der amerikanischen Kinderbücher schlechthin, ein ziemlich psychedelischer Albtraumtrip.
Ich bin der Meinung, dass Kinder - in Maszen - sowas auch brauchen. Bzw. in höherem Alter, sich sowas bewusst aussuchen, um sich gegen die Welt der Erwachsenen ein bisschen abzugrenzen.
>Meine Mutter hat da ganz recht gehandelt, daß ich früher keine Horrorfilme schauen durfte - und jetzt wird sowas den Kindern angedreht und die Erwachsenen interessierts entweder gar nicht, oder sie finden es unverständlicherweise auch noch gut.<
Kommt auf das Alter an. Wenn ich sehe, was ich mir zwischen 10 und 16 alles angetan habe, weil ich's einfach mal sehen wollte (alle anderen haben's ja auch getan) - und wie wenig ich davon schon damals meist hielt...
>Es kommt bei einem Spiel eben nicht nur auf den Mechanismus an. Es fragt sich auch, was ich mit einem Spiel für einen Einfluß ausübe.<
Der schädlichste Einfluss bei Magic bei Kindern ist wohl der, dass sie ihr gesamtes Taschengeld dafür ausgeben und dann immer noch nicht die "richtigen" Karten haben. Ich persönlich habe Magic ein paar Mal gespielt - abgesehen von den Darstellungen, die nicht immer mein Fall waren, und der Tatsache, dass ich ein paar Tausend Mark lieber in etliche Spiele stecke als in eines, fand ich das Spiel eigentlich ziemlich gut. Letztendlich haben mich Preis und Fanatikerfaktor des Spiels davon abgehalten, es mir selbst zuzulegen.
Ciao,
Roman (der Horror lieber als subtilen psychischen Horror mag und bei RPGs düstere Science-Fiction jedweder Art von Drachen, Metaelfenköniginnen und Humbelbumbeltrolldieben vorzieht. Ach so, ja, ich mag auch keine Dinos und spiel trotzdem gern Evo :)

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Roman Pelek

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon Roman Pelek » 23. März 2001, 02:19

Hi Markus,
>Tatsächlich. Bei uns ist das auch so: die Kids spielen Warhammer und Magic usw. Halt Sammelkartenspiele.<
Ja, und? Wären früher die Fussball, Garfield, Star Wars-Sammelalben mit Einklebebildchen aus der blickdichten 6er-Tüte spielbar gewesen, ich hätte das als Fortschritt gefeiert. Früher hat man getauscht und eingeklebt, heute tauscht man und spielt noch dabei. Die Abzockerei ist natürlich preislich extremer geworden, aber der Unterhaltungswert jenseits des "Wer-hat-die-Rares" ist deutlich höher.
>Woran liegt das nur. Warum kommen sie erst später zum "richtigen Spiel"?<
Weil "richtige Spiele" (was ist das überhaupt? Das liegt im Auge des Betrachters) uncool sind. Die hat man in der Kindheit gespielt, die haben schon die Eltern gespielt. Also der ganze Muff aus seiner Kindheit, die man endlich hinter sich lassen will. Man braucht was anderes, selbständiges, was neues, und fühlt sich durch die Ablehnung der Ältern sogar bestätigt. Das ist ein Loslösungsprozess, ein "Ich-weiss-selbst-was-ich-will-und-das-ist-nicht-das-was-ihr-wollt".
>* Wegen dem (komplizierten) REgelstudium?<
Nee, daran hängt's nicht, Kids sind zu viel mehr bereit, als Du denkst. Ich entsinne mich da auch an einige selbstverfasste Rollenspielbücher von Freunden aus meiner Jugend - damals waren RPGs die Inkarnation des Bösen, Jugendverderbenden ("Warum spritzen die sich Haschisch - warum spielen die Rollenspiele?").
>* Weil Spielen langwierig und grüblerischer ist?<
Eine Partie Magic z.B. ist auch nicht anspruchsloser als das durchschnittliche Brettspiel. So toll und langwierig und gehirnstrapazierend sind die meisten Brettspiele nun auch wieder nicht.
>* Weil die Warhammer-figuren noch im Sandkasten spielbar sind?
* Weil man da keine Regel lesen / verstehen muß?
* Weil im "Normalspiel" weniger Action drin ist?<
S.o. Ich halte die Vorbehalte für Übertrieben, meines Erachtens ist das eine Geschmacksfrage und eine ganz natürliche Abgrenzung.
>* Weil... ???<
Weil Leute wie Du sowas nicht ernst nehmen und als Mist abtun vielleicht. Nach meinen bescheidenen Erfahrungen mit Jugendlichen in Spiel und Nachhilfe sind die meistens recht zugänglich, wenn man sie mit Respekt und Verständnis behandelt. Und gänzlich unzugänglich, wenn man ihren Kram als Mist abtut oder krampfhaft versucht, sich so zu geben, wie sie sind. Und dann machen sie eben nur noch "ihren Kram" und halten sich möglichst fern von der Welt der Erwachsenen.
Kids haben seltenst ein Problem damit, dass man anderer Meinung ist, wenn man ihre Meinung auch respektiert. Und wenn man mal ihre Spiele spielt, spielen sie auch "unsere" Spiele. Und meistens stellen beide Seiten dann fest, dass das alles nicht so heiss gegessen wie gekocht wird.
Ansonsten hast Du ja hier gelesen, dass die meisten hier im zarten Alter von deutlich über zwanzig wieder zum "normalen" Brettspiel gefunden haben, also scheint wohl jeder normale Mensch so eine Phase durchzumachen ;-) Andererseits: ob wir hier alle so normal sind, das weiss ich nicht...
Ciao,
Roman (welches Hobby ist schon normal?)

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Roman Pelek

[OT, zumindest oft] re: Computerspiele vs. Brettspiele - Nur, weil´s mir grade einfällt ...

Beitragvon Roman Pelek » 23. März 2001, 04:35

Hi Heiko(s),
>Woher kennst du meine früheren Lieblingsspiele vom guten alten Atari 800 XL. Bei mir sind noch Lode Runner (besonders eigene Levels kreieren), Ultima-Reihe (bestes Rollenspiel seinerzeit), Schloss Schreckenstein (Kooperatives Geistergemetzel mit dichter Atmosphere)...zu nennen.<
Ach, Lode Runner, _schwelg_. Früher war alles irgendwie besser, aber wahrscheinlich nur für einen selbst. Habe das Spiel auch geliebt. Wobei mein erster richtiger Rechner jenseits programmierbarer Taschenrechner (Bitte geben sie ihren zu investierenden Treibstoff für die Mondlandung ein!) ein C64 war.
>Ja, ja, ich war ein Halbe-Nächte-Durchzocker und ausgiebiger Computerspieler bis ich das Brettspiel wiederentdeckt habe.<
Dito. Habe mir damals die Finger wundgetippt, nur um das neueste Listing des Monats unter dem Maschinencodeeditor einzugeben. Und dann die Suche nach den Fehlern... Trotz Prüfsumme war immer irgendeine Zeile falsch.
>Monopoly, Öl Magnat oder Risiko in den 70ern, dann kam meine Computersphase, auch damals übers VCS. Aber richtig gepackt haben mich schon immer am meisten die Spiele, die einen ausgefeilten Mechanismus hatten, wie z. B. eben M.U.L.E., das auch gut und gern ein Brettspiel sein könnte.<
Hm, Mule, klar, aber auch Kaiser war nicht von schlechten Eltern für damalige Verhältnisse.
>Ich glaube mein erstes Spiel in der Umbruchphase zwischen Computer und Brett war dann Auf Achse (1986), das mich wieder zurück an den Tisch brachte.<
Ich hatte meine Durststrecke zwischen Heimlich & Co ('85, '86?) und "Siedler" ('95), also im Alter zwischen 13 und 22...
>Auch heutzutage sitze ich immer noch viel lieber am Tisch, die Mitspieler um mich oder gegenüber. Ich kann das Material anfassen und wir können uns unser kleines Leben im Leben bauen. Gerade dieses Abstrakte der Klötzchen und Plättchen (ähnlich wie früher beim Atari)läßt mir viel Phantasie und ich schaffe mir meine eigene Atmosphere.<
Phantasie und die Reaktionen der Mitspieler sind die Essenz am Brettspiel, das ist wahr. Ich geniesse dieses Zusammensein, auch und gerade manchmal "böse Diskussionen", sofern sie nach dem Spiel geklärt sind. Manchmal kommen aber auch beim Spielen Konflikte durch, die durchaus realer Natur sind, manchmal werden Frustrationen oder persönliche (meist temporäre) Konflikte auch auf dem Brett und darüber hinaus ausgetragen. Habe ich heute abend erlebt - alle waren nicht so gut drauf (was man auch beileibe nicht immer sein muss, wenn man sich nicht von Designerdrogen ernähert). Freundin war unausgeschlafen, ich missgelaunt, und kurz vorher hatte das andere Pärchen das sensible Thema "wessen Eltern hatten welchen Bildungsstand" angeschnitten. Aber nuja, vielleicht war das Spielen ja ein besseres Ventil als ein Diskussionsabend. Und jetzt zurück zum [OT]:
>Das Grafik und Sound bei den heutigen Computerspielen immer realistischer werden brauch ich gar nicht, im Gegenteil. Das bringt einen ja gerade näher an die reale Gewalt (vorausgesetzt, es geht bei dem Spiel gewalttätig zu und das ist ja heufig der fall). Ich brauch mir halt nicht mehr vorzustellen, wie alles für mich realistisch aussieht, sondern ich bekomm es ja vorgegeben.<
Das bietet halt wiederum andere Möglichkeiten. Durch detailliertere Umgebungsabbildung erhältst Du ja auch andere Möglichkeiten bzgl. Aktion/Reaktion. Ob ich die explizitere Gewaltdarstellung brauche, ist ein anderer Fall. Habe allerdings damals schon öfters Spiele gespielt, in denen man für's Überfahren von Passanten oder Lehrererschiessen Punkte bekam. Hat sich aber, irgendwie, nicht negativ auf meinen Werdegang ausgewirkt :)
>Ich hab den Eindruck, daß sowieso viel zu viel vorgegeben wird, da laufen ja teilweise halbe Filme ab.<
Das mit den Filmen ist richtig, aber wird wirklich mehr vorgegeben? Die alten Adventures z.B. folgten einem klaren Handlungsstrang ohne jegliche KI. Ich habe mich damals sehr intensiv mit Adventure-Programmierung beschäftigt...Das ist heute anders.
>Da hab ich lieber mein Brettspiel vor mir und kann aus wenig viel gestalten.<
"Aus wenig viel gestalten" - das ist ein prima Satz und trifft genau das, was ich an Brettspielen mag. Einfache Regeln - klare Siegbedingung, und dazwischen ist das, was die Mitspieler daraus machen. Computerspiele sind oft zu linear - aber das waren sie auch früher noch mehr. Deswegen bevorzuge ich am Rechner mittlerweile Netzwerkspiele (Teambildung, Absprachen etc.) oder Spiele, die einem Freiraum zum Verbessern bieten (Rennspiele). Und alternativ Adventures mit knackigen logischen Rätseln. Ego-Shooter alleine z.B. empfinde ich immer mehr als öde, weil zu linear und bei Lösung der Probleme zu statisch (laden, probieren, laden, anders probieren, laden, Waffen aufsammeln, laden, andere Waffen aufsammeln). Aber, wie gesagt, früher wars teilweise noch schlimmer. Nur kamen aufgrund der abstrakten Grafik auch noch mehr Spiele zum Tragen, die eine realistische Grafik gar nicht benötigten, wie z.B. Logikrätsel.
>Computer ist halt ein ganz anderes Medium, mit dem man andere Spiele in anderer form spielen kann, die nicht unbedingt schlechter sein müssen. Ein paar Perlen sind da schon drunter, die ich ab und zu mal verzocke.<
Dito vollste Zustimmung.
>Doch mein Hauptmedium wird wohl jetzt das Brettspiel bleiben, da bin ich mir ziehmlich sicher.<
LAN-Parties - gerne. Brettspielabende - fast immer. So ungefähr mein Motto.
>Vielleicht bin ich ja ein typischer Fall von Computerspielausflügler, da mach ich mir überhaupt keine Sorgen um den Brettspielernachwuchs.<
Genauso. Was soll ich mir Sorgen machen um Kids, die sich genauso benehmen wie ich früher, nur mit aktuelleren Medien.
>Na, Heiko, was meinst du, sind doch schon witzige parallelen mit den Atari- und Brettspielen, oder?<
Was wahres ist dran, zumindest in meiner subjektiven Einschätzung. Auch wenn ich nicht Heiko heisse (o:
>Es grüßt,
Heiko ....mann (hat heute noch seine 5 1/4 Zoll-Disketten mit den Kultspielen Seven Cities of Gold, Great American..., Alley Cat, Necromancer, Alternate Reality, Return of Herakles......................)<
Seven Cities Of Gold? Hast Du nie den Vorgänger "Africa" gespielt? Oder das Adventure "Dr. Livingstone"? Was ist mit "Pirates"? Oder "Colonisation"? Alles klasse Klassiker :)
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon Roman Pelek » 23. März 2001, 05:00

Hi Brigitte,
>ich erlebe auch, dass es die spielbegeisterte Jugens gibt, doch ich erwarte sie nicht in diesem Forum. Zum Surfen braucht man den dInternetzugang. Wenn du mal genau im Forum mitliest, handelt es sich wohl bei den meisten, die tagsüber surfen um "Bürosurfer", teils erlaubt, teils versteckt. Ralfs Beispiel, der sich heir verabschiedete, da er keinen eigenen Zugang besitzt, war ein gutes Beispiel. Auch Sonne, der nicht unter seinem eigenen Namen postemn will (der Chef könnte mich erwischen) fällt in diese Rubrik.<
Ja, schön wär's, wenn ich für Geld auch noch surfen könnte. An der Uni kann ich's ja, aber die Zeit geht von meiner Diplomarbeit ab. Und zu Hause bezahlt ich 2,5PF/Min., also immerhin 1,5DM/h als Student. Und in meinen Nebenjobs habe ich in der Mittagspause oder bei Wartezeiten zur Rechnerinstallation unter "Realname" gesurft. Insofern fehlt mir ein bisschen das Verständnis für (gerade anonyme) Bürosurfer... Vor allem, da das Risiko, gerade auf SB-Online erwischt zu werden, doch deutlich geringer ist als auf den Pornoseiten, auf denen der Chef gerade vorbeischaut ;-)
>Manchmal komme ich mir hier auch wie ein Dinosaurier vor, da ich mich per Modem über Telefonleitung ohne Flatrate beteilige.<
Dito. Ich bezahle hier auch meist jeden Buchstaben, und wenn nicht, dann isses mein Pech, dass ich an der Uni nicht gerade auf meinen Abschluss hinarbeite...
>Woher sollen also die Jugndlichen kommen?<
Nuja, bei den moderaten Onlinepreisen gibt's sicherlich genug, die den Vorteil des Internets geniessen, da sehe ich wiederum keine Probleme...
Ciao,
Roman

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günter-spielbox

re: Bin gegen Magic usw.

Beitragvon günter-spielbox » 23. März 2001, 10:02

hi markus,
also, gegen magic habe ich mich auch bis vor knapp einem jahr gesträubt. aber nicht wegen des inhaltes sondern, wie auch roman erwähnt hat, wegen des finanziellen teils des spieles. das ist ein gerechtfertigter kritikpunkt. doch auch hier können erwachsene einfluss nehmen und mit den kindern darüber reden. und das geht leichter wenn wir auch mit ihnen spielen! leider habe ich auf spielefesten zu oft gesehen, wie teilnahmslos mütter und väter neben ihren sprösslingen herumhingen, während diese voller eifer ihre "kartenduelle" ausfochten. ich denke, das ist der punkt. eltern müssen sich mit den kids befassen und verstehen dann auch, weshalb das oder jenes so faszinierend ist. bei mir hat's gewirkt - ich spiele jetzt auch ab und an eine partie magic. und dabei habe ich keine okulten träume oder gar absichten.
wir hängen die diskussion jetzt an magic auf. doch auch andere spiele, die bei der jugend sehr beliebt sind, weil sie eben sf- oder fantasy-themen verarbeiten, sind es wert ausprobiert zu werden. dann kann jede/r für sich sein urteil fällen und erkennt vielleicht auch etwas von der faszination die solche "welten" auslösen können. kids sind hier viel offener als wir erwachsene, die schon ihre geleise gelegt haben. weichen wir doch hin und wieder aus!
günter

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

re: Wo ist die Jugend?

Beitragvon Arno C. Hofer » 23. März 2001, 10:11

Für mich abschließend zu dieser Diskussion möchte ich behaupten: Spielverbote sind kontraproduktiv! Alles, was verboten ist reizt uns noch stärker, es zu tun (vorallem Jugendliche, die noch kein fest verankertes Weltbild haben), weil wir ausprobieren müssen, was denn daran so verwerflich sein sollte.
Ein Mönch hat als erster namentlich bekannter Spieleautor (Wibold aus Cambrai, 965 n.Chr.)ein verbotenes reines Hasardspiel mit 3 Würfeln und 56 Feldern als erstes "Lernspiel" für breitere Kreise zugänglich gemacht, indem er jedem Feld eine "christliche Tugend" zuschrieb, die die spielenden Novizen nun leicht lernen könnten ...
Das ist Strategie - man muß etwas nur richtig verkaufen, dann ist alles möglich. Selbst vor der Zensur und Inquisition.
Als Landes-Ludothek haben wir uns aber selbst das Ziel gesetzt nur Brettspiele zu fördern und zwar Brettspiele, die der Ethik der MitarbeiterInnen entsprechen und Kommunikation und Kreativität, unter Gleichaltrigen wie auch intergenerationell anregen: das heißt wir wollen ganz bewußt "Positives" in den Vordergrund rücken, denn diese Spiele gehen oft im "Schrott" unter - und verschwinden leider schneller vom Markt als Seichtes, Gewalttätiges, Grausliches, etc. - das hindert uns aber nicht daran, uns an Magic-, Pokemon-, Fantasy-Rollenspielen zu beteiligen bzw. auch Computerspiele mitzuspielen: wenn wir nachher mit den Spielenden darüber reden können und diese Spiele nicht kommentarlos im Raum stehen, beziehungslos ...
Bis zum nächsten Zug, Arno


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