Beitragvon Volker L. » 14. November 2001, 15:53
Ralf Arnemann schrieb:
>
> > (und schon gar nicht, um Siegstrategien auszuprobieren)
> Kling sehr edel - aber wie macht man das?
>
> (...) spiele ich solitär, (...) manchmal, weil ich keine
> Mitspieler finde (z. B. bei AoR).
Nicht zu vergessen der Vorteil, dass sich solitaer eine Partie
Siedler auch problemlos ueber 4 Tage erstrecken kann, wenn man
pro Tag nur knapp eine Stunde Zeit hat. Beim Treffen mit Freunden
ist Vertagen recht schwierig :-)
> Und dazu gehört natürlich auch, daß jeder virtuelle
> Mitspieler irgendetwas anderes ausprobiert.
> Und da läßt sich kaum vermeiden festzustellen, daß manche
> Ideen gut funktionieren und andere nicht.
Bei mir laeuft's eher darauf hinaus, dass ich jeden Spieler so
spiele, wie ich in dieser Situation eben spielen wuerde. Dass
ich festlege "Spieler A versucht's mal defensiv und Spieler B
eher expansiv" kommt praktisch nie vor (ausser bei Spielen, wo
es irgendwo Gedraenge und woanders riesige Leerraeume gibt, wenn
alle dasselbe wollen).
Gelegentlich versuche ich, mir vorzustellen, jener imaginaere
Spieler sei der Freund X, und so zu spielen, wie dieser Freund
in dieser Situation vermutlich spielen wuerde, aber das klappt
auch nur begrenzt, denn:
> da kommt es wesentlich auf die Reaktion der
> Mitspieler an bzw. meist wird diese von Ideen gebremst, auf
> die man allein sowieso nicht kommt.
Hinzu kommt, dass ich eigentlich nicht wirklich gegen meinen
Charakter anspielen kann, d.h., selbst wenn ich weiss, dass
ein Freund eine komplett andere Herangehensweise hat, kann ich
die immer nur kurzzeitig durchhalten, letztlich wird dann immer
eine Mischung aus meiner "normalen" und seiner Spielweise daraus.
Dazu passt am Besten ein Beispiel aus dem Bereich der Computerspiele:
Meine Lieblingsspiele sind Aufbausimulationsspiele a la Civilization,
Colonization, Master of Orion etc. Auf hoeheren Schwierigkeits-
Levels habe ich auch schon gegen Computergegner gewisse Probleme,
weil mein Spielstil extrem perfektionistisch ist und ich Militaer
und Expansion in der Anfangsphase zu sehr vernachlaessige. Und
immer wieder muss ich mich am Riemen reissen und sagen: "Jetzt
muss ich aber den Ausbau der Kolonie verschieben und einige
Siedler/Kolonieschiffe bzw. Militaereinheiten bauen!" OK, dann
gebe ich einige davon in Auftrag, und bei denen bleibt's dann,
weil ich nach wenigen Runden wieder in meine gewohnten Denkschemata
zurueckfalle. Wenn ich gegen menschliche Spieler antrete, bin
ich einer Early-Rush-Strategie hilflos ausgeliefert, d.h., ich
kann sie nicht selbst anwenden (koennte das nicht konsequent
genug durchhalten) und mich auch nicht vernuenftig dagegen
verteidigen, weil schon fuer letzteres die einzelnen Entscheidungen
viel staerker ins Militaerische gehen muessten, als dem schnellen
und sinnvollen Aufbau meiner Kolonien zutraeglich waere.
Gruss, Volker (der fassungslos sieht, [i]wieviel[/i] er gerade
getippt hat, obwohl er doch eigentlich (Carsten ist noch nicht
zurueck :-) ) nur eine kurze(!) Antwort auf Ralfs Frage "wie macht
man das" geben wollte)