Beitragvon Roman Pelek » 13. Februar 2002, 02:48
Hi Christof,
christof Tisch schrieb:
> Rede und Gegenrede. Ich fand »NJET« schon immer überbewertet.
> Als es rauskam hat es ja überwiegend gut Kritiken bekommen
> und ist nun, wie ich finde, zu recht vergessen. Da jeder
> Spieler ein Mitspracherecht hat bei der Trumpfentscheidung
> erhebt jeder Einspruch um entweder das beste aus seinen
> Karten zu machen oder das Schlimmste zu verhindern (was
> irgendwie auf das gleiche rauskommt). Das Ergebnis ist, dass
> niemand ein richtig gutes und niemand ein richtige schlechtes
> Blatt hat. Also spielen sich die Stichrunden immer ziemlich
> »lauwarm«. Überraschende Kombinationen oder ein Superblatt
> zwischendurch (wie zum Beispiel bei TICHU) gibts eigentliche
> nie.
Das ist richtig - aber ist es schlecht? Ist eine Runde eines Stichspiels mit einem Spieler, der ein überragendes Blatt hat, spannend? Ich empfinde es eher als öde, weil ich da am liebsten mein Blatt hinschmeißen würde und sagen: "Nimm die Punkte, nächste Runde bitte". Zudem ist ein reines Superblatt reine Glückssache. "Njet" relativiert sowas m.E. auf angenehme Weise, es versetzt die Spieler, gleich welches Blatt sie haben, in die Zwänge, dieses auch durchzusetzen. Zudem gibt's den Aspekt, dass man darauf achten muss, mit wem man zusammen spielt, man kann sehr viel aus den Platzierungen der Steine lesen (sofern man's will ;-) ). Kurzum: in meinen Augen kommt's bei "Njet" noch mehr darauf an, spielerisch zu glänzen als bei vielen anderen Stichspielen, wo einem das Kartenglück auch mal todsichere Blätter oder Nullrunden zuschanzen kann. Außerdem und hauptsächlich find ich's 'ne Riesengaudi, den anderen ihr Blatt im Vorfeld zu vermiesen :)
Um's mal im Sinne einer fruchtbaren Diskussion sehr ketzerisch auf die Spitze zu treiben: ich halte "Njet" für unterbewertet, "Tichu" für überbewertet... Prinzipiell würde ich beide Spiele für mich persönlich gleich gut bzw. gleich sehr gut bewerten, die "Tichu"-Manie und die "Njet"-Vergessenheit wundert mich persönlich in diesen Extremen schon...
> INSIDER von Gerhard Kodis (<-richtig geschrieben?) damals
Da Du fragst: "Kodys". Aber dieses Spiel von ihm kenne ich leider nicht.
Um der Diskussion "Spieleschätze" was beizusteueren: ich halte "Vino" von Christwart Conrad für eines der am meisten unterbewerteten Spiele der letzten Zeit, es mag eine der Spielvorbereitung wenig dienliche Grafik haben und nicht unbedingt "authentisch" sein, aber ansonsten halte ich es spielerisch für exzellent und deutlich besser als das zumeist höher bewertete "Pfeffersäcke"...
Ciao,
Roman