Anzeige

Erfahrungen mit Armada

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: (Auschluss-) Kriterien fuer Spiele

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 19. Juni 2002, 09:27

Michael Andersch schrieb:

> Naja, nicht unbedingt. Wenn ich z.B. bei Risiko unbedingt
> eine Karte brauche (die ich ja nur für's Erobern eines Landes
> bekomme), dann hole ich mir (mal etwas begrenzte eigene
> Mittel vorausgesetzt) da, wo der zu erwartende Widerstand am
> geringsten ist.

Bei Risiko wäre ich da vorsichtig. Ich erinnere mich an folgendes Spielende (etwa um 1978):

Die drei beteiligten Studenten der kath. Theologie: Peter (schwarz, wie die Seele), Paul (die gelbe Gefahr), meine Wenigkeit (wie immer grün). Gelb hat noch ein Land, Grün hat auch noch eines. Schwarz ist am Zug. Schwarz schwankt: Wen greift er zuerst an. Greift er Grün zuerst an, hat er gewonnen, aber Gelb ist noch auf der Karte. Greift er zuerst Gelb und dann Grün an, winkt ihm die Weltherrschaft. Gegenwehr ist in beiden Fällen nicht sonderlich zu erwarten. Er greift Gelb an und und während er sich nach verzweifelter aber letztlich erfolgloser Gegenwehr von Gelb zum Siegesschrei aufplustert, wird er von einem "Gewonnen!" aus meinem Munde jäh unterbrochen: "Vernichten Sie die gelben Armeen" stand auf meiner Karte.

Gruß Roland

Benutzeravatar
peer

Re: Risiko

Beitragvon peer » 19. Juni 2002, 09:57

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Bei Risiko wäre ich da vorsichtig. Ich erinnere mich an
> folgendes Spielende (etwa um 1978):
>
>> Gegenwehr ist in beiden Fällen nicht sonderlich zu erwarten.
> Er greift Gelb an und und während er sich nach verzweifelter
> aber letztlich erfolgloser Gegenwehr von Gelb zum
> Siegesschrei aufplustert, wird er von einem "Gewonnen!" aus
> meinem Munde jäh unterbrochen: "Vernichten Sie die gelben
> Armeen" stand auf meiner Karte.

Tja, mittlerweile steht da dummerweise auch noch "Wenn sie selber die gelben Armeen sind oder jemand anders bereits die gelben Armeen besiegt aht lautet ihr Ziel..." (Ich glaube: Befreien sie 18 Länder ihrer Wahl und setzen in jedes Land mindestens zwei Armeen). Schützenhilfe geht also nicht mehr...
ciao,
Peer

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Rauswürfe

Beitragvon Michael Andersch » 19. Juni 2002, 16:01

Attila schrieb:
>
> Naja, Risiko ist zwra nicht DER Hit, aber selbst dort halte
> ich solche Aktionen für Dumm und für kontraproduktiv. Man
> kann fast nie dem geballtem Gegenschlag der Spieler
> widerstehen !

Worin sollte der begründet sein?

Mal im Ernst: Angenommen wir spielen zu viert, 3 starke Parteien und eine, die nur noch so ein bisschen rumkrebst (sagen wir mal als Beispiel: mit 2 Ländern).
Wenn ich letztere eliminiere ändert sich an der Situation auf dem Brett vermutlich nicht sooo viel, und ich dürfte nicht wesentlich stärker geworden sein als vorher.
Ist das Motivation genug für einen geballten Gegenschlag????

Fragende Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: (Auschluss-) Kriterien fuer Spiele

Beitragvon Michael Andersch » 19. Juni 2002, 16:55

Arne Hoffmann schrieb:
>
> Zweiter Trend hier ist die allgegenwaertige Gleichmacherei;
> alle haben die gleichen Chancen, keiner darf benachteiligt
> sein ---> schwupps fallen Spiele durchs Raster, bei denen
> stark ungleiche Startpositionen vorliegen.

Das habe ich so weder geschrieben noch gemeint. Ich finde ungleiche Startpositionen per se nicht schlecht, wenn der Spielsieg trotzdem für alle gleich wahrscheinlich ist (meinetwegen auch mittels unterschiedlicher Siegkriterien für die Parteien). Ist dem nicht so (zumindest im großen und ganzen, eine 100%ige Ausgewogenheit wird man wohl nicht immer hinkriegen), dann sehe ich es tatsächlich als schlechtes Spiel an.

Es gibt aber einen anderen Grund, warum ich stark unsymmetrische Spiele nicht besonders mag (ohne sie jetzt als schlecht zu bezeichnen!): Da die Mitspieler bei jeder Spielpartei anders agieren müssen dauert es meist länger, in ein best. Spiel hineinzukommen bzw. ist es für Neulinge schwerer zu erlernen. Spielt man

a) oft in wechselnden Runden
b) zwar viel, aber auch viel verschiedenes, so daß das entspr. Spiel nur sehr unregelmässig auf den Tisch kommt

dann halte ich solche Spiele für eher ungeeignet.


Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Rauswürfe

Beitragvon Attila » 19. Juni 2002, 18:27

Michael Andersch schrieb:

> Worin sollte der begründet sein?

Frust ? Gerechtigkeit ? Langeweile ? Strafe für gefährliches Spiel ?

> Mal im Ernst: Angenommen wir spielen zu viert, 3 starke
> Parteien und eine, die nur noch so ein bisschen rumkrebst
> (sagen wir mal als Beispiel: mit 2 Ländern).
> Wenn ich letztere eliminiere ändert sich an der Situation auf
> dem Brett vermutlich nicht sooo viel, und ich dürfte nicht
> wesentlich stärker geworden sein als vorher.

Das du die Karten des anderen Spielers abräumst empfindest du nicht als Änderung der Situation ? :-)

> Ist das Motivation genug für einen geballten Gegenschlag????

Wenn bei einem 4 Spieler spiel 3 Spieler so spielen, das einer "klein gehalten" wird und sie sich den Rest unter sich aufteilen, dann muss ich dir zustimmen: In dem Spiel gibt es keine Motivation mehr ! :-)
Jetzt verstehe ich auch das mit dem "rumschippern, draufhauen" ... okay, wenn man so spielt, dann ist es nicht so spannend ...

Atti

Benutzeravatar
Matthias Staber

Re: (Auschluss-) Kriterien fuer Spiele

Beitragvon Matthias Staber » 20. Juni 2002, 10:10

Um bei Risiko gewinnen zu könnenn, muss man selbst am Zug sein.

Matthias

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: Risiko

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. Juni 2002, 10:20

peer schrieb:

> Tja, mittlerweile steht da dummerweise auch noch "Wenn sie
> selber die gelben Armeen sind oder jemand anders bereits die
> gelben Armeen besiegt aht lautet ihr Ziel..." (Ich glaube:
> Befreien sie 18 Länder ihrer Wahl und setzen in jedes Land
> mindestens zwei Armeen). Schützenhilfe geht also nicht mehr...

Bei unserer Version gab es diesen Zusatz noch in der ursprünglichen Form:

"Wenn sie selber die gelben Armeen sind, lautet ihr Ziel..."

Es war noch die Parker-Ausgabe mit "angreifen" und 3 Verteidigungswürfeln.

Gruß
Roland

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: (Auschluss-) Kriterien fuer Spiele

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. Juni 2002, 10:34

Matthias Staber schrieb:
>
> Um bei Risiko gewinnen zu könnenn, muss man selbst am Zug sein.
>
> Matthias

Damals auch schon? Es ist ja bekannt, daß die Risiko-Regeln von Ausgabe zuAusgabe leicht "verbessert" wurden. Ich bin mir ziemlich sicher, daß wir seinerzeit (um 1977) nachgesehen haben. Es war die "angreifen"-Ausgabe mit noch drei Verteidigungswürfeln.

Gruß
Roland

Benutzeravatar
peer

Re: Risiko

Beitragvon peer » 20. Juni 2002, 15:13

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> peer schrieb:
>
> > Tja, mittlerweile steht da dummerweise auch noch "Wenn sie
> > selber die gelben Armeen sind oder jemand anders bereits die
> > gelben Armeen besiegt aht lautet ihr Ziel..." (Ich glaube:
> > Befreien sie 18 Länder ihrer Wahl und setzen in jedes Land
> > mindestens zwei Armeen). Schützenhilfe geht also nicht
> mehr...
>
> Bei unserer Version gab es diesen Zusatz noch in der
> ursprünglichen Form:
>
> "Wenn sie selber die gelben Armeen sind, lautet ihr Ziel..."
Übrigens: 24 Länder ihrer Wahl, wie ich jetzt nochmal nachgeguckt habe (falls man bei WWM mal gefragt wird ;-) )

>
> Es war noch die Parker-Ausgabe mit "angreifen" und 3
> Verteidigungswürfeln.

Ich habe die 82-Parker-Ausgabe ebenfalls noch mit 3 verteidigungswürfeln
ciao,
Peer (der auf das Mittelerde-Risiko wartet)

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Rauswürfe

Beitragvon Michael Andersch » 20. Juni 2002, 15:36

Attila schrieb:
>
> Wenn bei einem 4 Spieler spiel 3 Spieler so spielen, das
> einer "klein gehalten" wird und sie sich den Rest unter sich
> aufteilen, dann muss ich dir zustimmen: In dem Spiel gibt es
> keine Motivation mehr ! :-)

Nö, so war das nicht gemeint. Aber es könnte sich ja auch so ergeben, dass im Laufe des Spieles ein Spieler in seiner Verteidigung und auch insgesamt deutlich geschwächt wurde (habe ich zumindest gerüchteweise schon mal gehört), was ja nicht automatisch heisst dass derjenige (vielleicht gar von Anfang an) von den anderen systematisch kleingehalten wurde.
Aber warum sollte ich dann nicht der "Abstauber" sein, der davon profitiert, selbst wenn dies u.U. dazu führt, dass derjenige aus dem Spiel fliegt?


Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Rauswrfe

Beitragvon Volker L. » 20. Juni 2002, 15:45

Ich habe den Eindruck, dass Ihr hier nicht genau dasselbe meint.
Es ist doch IMHO ein Unterschied, ob ich in einem Spiel wie
Risiko (oder Targui oder etwas aehnliches) gezielt einen Spieler
rauswerfe, damit ich einen Konkurrenten weniger habe, oder ob
ich eine sonstige fuer mich profitable Aktion durchfuehre (z.B.
Eroberung des letzten Landes in Afrika, das ich noch nicht hatte),
die den Nebeneffekt hat, dass ein bestimmter Spieler rausfliegt.

differenzierte Gruesse, Volker

Benutzeravatar
Michael Andersch

Re: Rauswrfe

Beitragvon Michael Andersch » 20. Juni 2002, 16:14

Volker L. schrieb:
>
> Es ist doch IMHO ein Unterschied, ob ich in einem Spiel wie
> Risiko (oder Targui oder etwas aehnliches) gezielt einen
> Spieler rauswerfe, damit ich einen Konkurrenten weniger habe, oder ob
> ich eine sonstige fuer mich profitable Aktion durchfuehre (z.B.
> Eroberung des letzten Landes in Afrika, das ich noch nicht
> hatte), die den Nebeneffekt hat, dass ein bestimmter Spieler
> rausfliegt.

Nö, besonders unverstanden fühlte ich mich von Atti eigentlich nicht. Aber stimmt, die von Dir genannten Punkte sind zwei Paar Stiefel.
Ich meinte eigentlich hauptsächlich letzteres, würde aber auch ersteres tun, wenn die Spielmechanik dies zulässt und es mich meinem Ziel näher bringt als irgendeine andere Aktion dies getan hätte.

Allerhauptsächlichstens meinte ich aber was anderes, nämlich dass ein geprügelter Spieler u.U. auch nicht mehr so recht hochkommt, eben weil sich durch seine Ausschaltung oder Angriffe gegen ihn (in welcher Form auch immer) gewisse Dinge leichter (aber in für mich gleicher "Qualität") erreichen lassen als durch Angriffe gegen stärkere Mitspieler.

Viele Grüße,
Micha

Benutzeravatar
Matthias Staber

Re: Risiko

Beitragvon Matthias Staber » 20. Juni 2002, 17:58

peer schrieb:
>
> Hi,
> Roland G. Hülsmann schrieb:
> >
> > peer schrieb:
> >
> > > Tja, mittlerweile steht da dummerweise auch noch "Wenn sie
> > > selber die gelben Armeen sind oder jemand anders bereits
> die
> > > gelben Armeen besiegt aht lautet ihr Ziel..." (Ich glaube:
> > > Befreien sie 18 Länder ihrer Wahl und setzen in jedes Land
> > > mindestens zwei Armeen). Schützenhilfe geht also nicht
> > mehr...
> >
> > Bei unserer Version gab es diesen Zusatz noch in der
> > ursprünglichen Form:
> >
> > "Wenn sie selber die gelben Armeen sind, lautet ihr Ziel..."
> Übrigens: 24 Länder ihrer Wahl, wie ich jetzt nochmal
> nachgeguckt habe (falls man bei WWM mal gefragt wird ;-) )
>
> >
> > Es war noch die Parker-Ausgabe mit "angreifen" und 3
> > Verteidigungswürfeln.
>
> Ich habe die 82-Parker-Ausgabe ebenfalls noch mit 3
> verteidigungswürfeln
> ciao,
> Peer (der auf das Mittelerde-Risiko wartet)

Ts, Ts Ts, wie kannst du dich nur auf ein Spiel freuen, dass ein dermaßen unmodernes 80er-Jahre-Spielprinzip wie das Gebiete-Erobern per Kampfwürfeln neu aufgießt. Spiel gefälligst, wie jeder andere moderne Vielspieler auch, moderne Spiele mit modernen Spielekonzepten wie zum Beispiel dem atemberaubenden Prinzip des Mehrheitenerwerbes durch Pöppelsetzen.

Matthias (Risiko-Fan)

Benutzeravatar
peer

[OT] Risiko

Beitragvon peer » 20. Juni 2002, 22:09

Hi,
Matthias Staber schrieb:
> Ts, Ts Ts, wie kannst du dich nur auf ein Spiel freuen, dass
> ein dermaßen unmodernes 80er-Jahre-Spielprinzip wie das
> Gebiete-Erobern per Kampfwürfeln neu aufgießt. Spiel
> gefälligst, wie jeder andere moderne Vielspieler auch,
> moderne Spiele mit modernen Spielekonzepten wie zum Beispiel
> dem atemberaubenden Prinzip des Mehrheitenerwerbes durch
> Pöppelsetzen.

Mmh, du hast recht. Meinst du ich darf im Forum bleiben, wenn ich es mit Siegpunkten spiele? Und natürlich hat jeder nur eine begrenzte Anzahl von Aktionspunkten zur Verfügung...
ciao,
Peer


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 87 Gäste