Beitragvon Andreas Epplée » 6. September 2002, 08:59
Hallo Marten,
> Worüber man sich
> allerdings m.E. jederzeit mokieren darf sind
> Interessenmonokulturen, die nicht viel besser sind als
> Nullinteresse (was ich überhaupt nicht verstehen kann).
Das müsste man m.E. ganz leicht gradeklopfen.
1. Was nach außen manchmal wie eine "Interessen-Monokultur" aussehen kann, ist auch oft eine sehr intensive Form der Beschäftigung mit einer Sache, in der die anderen Dinge (Aspekte, Hobbies) aufgehen. Im Goethe'schen Sinne: Jedes Ding, mit dem man sich ernsthaft beschäftigt, ist unendlich. Im Fall der Spiele: wenn ich will, kann ich unter diesem Oberbegriff meine gesamten Interessen zusammenfassen: Kunst, Sport, Kommunikation, Philosophie, Geschichte, Mathematik etc. etc. Wenn das dem Einzelnen nicht bewusst ist, sieht es dann oft nach außen so aus, als rede jemand nur über Spiele - in Wahrheit redet er auch über alles andere. Natürlich wäre/ist das dann eine sehr fortgeschrittene Form der Beschäftigung.
2. Damit einhergehend und eigentlich Ursache von 1. ist der schöne Satz: ars longa, vita brevis. Man merkt doch im Laufe der Zeit, dass man eben nicht alles machen kann - und das die immer vertieftere Beschäftigung mit (scheinbar, s.o.) EINER Sache mehr Befriedigung bringen kann als die Zerstreuung in viele Einzelaspekte. Ist natürlich auch eine Typ-Frage, aber ich denke, doch eher die Regel, die von der Ausnahme bestätigt wird. Und je älter, umso eher...
> Ich denke halt, wie auch weiter unten erwähnt ist, dass man sich
> sehr wohl in einzelne Sachen hineinstürzen kann/darf/soll,
> manchmal auch wochenlang auf höchster Intensitätsstufe, aber
> auch noch andere Hobbies haben sollte, die dann ein anderes
> Mal ihr Recht bekommen.
Jedem das, was ihm gebührt (wollen wir es erst mal so formulieren? ;-))
Gruß
Andreas