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Eine Niederlage für die Brettspielwelt?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Thomas Conrad
Kennerspieler
Beiträge: 130

Re: Primitiver Kriegssch*

Beitragvon Thomas Conrad » 10. November 2004, 06:35

Hallo!

> Kommt auch darauf an, ob's mit Smilie gesagt wird. Es gibt
> Schlimmeres als jemanden auf einen bestimmten Spieltyp
> festzunageln, auch wenn das lästig ist.

Aber siecher gibt es schlimmeres!

> Was mich an Spielen wie Halo2 ärgert, ist nicht so sehr, dass
> es sie gibt, sondern dass diese Art von Werbung so viele
> Menschen erfolgreich anspricht.

Das ist schon richtig. Wenn die Menschen das Spiel tatsächlich aus dem Grund kaufen, weil es in der Werbung besonders blutrüstig beschrieben ist, dann ist das in der Tat sehr (ähm) merkwürdig und auch ein guter Grund sich aufzuregen.

Gruß Thomas

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Heinrich Glumpler

BGG: halo2 versus brettspiele

Beitragvon Heinrich Glumpler » 10. November 2004, 07:11

Hi,

was es nicht alles gibt ;-)

http://www.boardgamegeek.com/geeklist.php3?action=view&listid=5102

BGG = Board Game Geek = Brettspielfreak/vielspieler

Grüße
Heinrich

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Gerald Rüscher

Re: Das ist wohl ein Witz, oder ?!

Beitragvon Gerald Rüscher » 10. November 2004, 09:02

Braz schrieb:

> HALO ist und bleibt für mich eine der PC-Spielenttäuschungen
> der PC-Geschichte [...]
>
> Ne Ne: Wer HALO2 kauft ist selber schuld
>
> Niemals -> Vielleicht in der Konsolenwelt, aber am PC ????

Es geht auch nur um Konsolen. Halo 2 gibt's nur auf XBox

Jerry (UT2004 rocks! Half Life 2 rocks! Gärten von Alhambra sucks)

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Gerald Rüscher

[Completely OT] Kreuzwörträtsel und Demokratie

Beitragvon Gerald Rüscher » 10. November 2004, 09:14

Günter Cornett schrieb:

> Völlig unabhängig von der Frage ob Computer, Brettspiel oder
> Kreuzwortsrätsel ist es als eine gesellschaftliche
> Niederlage, wenn so viele Menschen auf dumpfen
> kriegslüsternen Schwachsinn anspringen. Soetwas erschüttert
> mein Verhältnis zur Demokratie doch arg.

"Dumpf"? "Schwachsinn" Hast du dich denn schon mal länger
mit einem Spiel wie BF1942 oder UT2004 beschäftigt?

Dieter Nuhr meint dazu:
http://www.nuhr.de/nochwas/downloads/ab/mp3/fressehalten.zip

Kopfschüttel,
Jerry

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Günter Cornett

Re: [Completely OT] Kreuzwörträtsel und Demokratie

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 10:19

Gerald Rüscher schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Völlig unabhängig von der Frage ob Computer, Brettspiel oder
> > Kreuzwortsrätsel ist es als eine gesellschaftliche
> > Niederlage, wenn so viele Menschen auf dumpfen
> > kriegslüsternen Schwachsinn anspringen. Soetwas erschüttert
> > mein Verhältnis zur Demokratie doch arg.
>
> "Dumpf"? "Schwachsinn" Hast du dich denn schon mal länger
> mit einem Spiel wie BF1942 oder UT2004 beschäftigt?

Überhaupt nicht. Ich beziehe mich konkret auf die Halo2-Werbung und die Verkaufszahlen von Halo2. Zu den von dir bevorzugten Spielen wie BF1942, UT2004 oder OTichwillauchmaljemandenanpupenohnevorhergelesen zu haben, gebe ich damit kein Werturteil ab.

> Dieter Nuhr meint dazu:
> http://www.nuhr.de/nochwas/downloads/ab/mp3/fressehalten.zip

Folge einfach seinem Rat!

> Kopfschüttel,
> Jerry

Vielleicht solltest du den Kopf zumindest beim Lesen etwas stillhalten.

Gruß, Günter

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Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Attila » 10. November 2004, 10:57

Günter Cornett schrieb:

> Olivers recht sachliche Formulierung

Das sie recht sachlich ist, ist korrekt - allerdings ist sie falsch!
Kosims enthalten meines wissens nur sehr selten Darstellungen von Gewalt. (Kein mir bekanntes Kosim) - und Pappcounter mit Soldaten sind nunmal definitiv keine Darstellung von Gewalt.
Nirgends auf dem Spielmaterial wird Gewalt dargestellt. Wie kann etwas was in keiner weise Gewalt darstellt Gewaltverherrlichend sein?

Atti

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Stefan-spielbox

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Stefan-spielbox » 10. November 2004, 11:09

Günter Cornett schrieb:
> > Anders rum wird ein Schuh draus. Kosims als gewaltverrlichend
> > zu bezeichnen ist eine unüberlegte Affektantwort. :razz:
>
> Affekt worauf?

Das mußt Du denn Autor fragen. Kann mir seine Voreingenommenheit gegenüber Kosims eben auch nicht erklären.

> Der Ausdruck Kosim/Cosim ist bereits Teil einer Imagekampagne.
> In Amiland heisst das ganz unverblümt 'war game' - Kriegsspiel.

Das liegt einzig daran, daß in Deutschland eben "anders" (sensibler, kritischer, voreingenommener, abwertender) mit dem Wort "Kriegsspiel" umgegangen wird als jenseits unserer Grenzen. Das gilt nicht nur auf die "Amis". Auch andere Europäer können dem Begriff "wargame" nichts negatives abringen. Hierzulande ist es aber eben anders. Die Gründe dafür brauche ich wohl nicht zu erläutern, sonst artet dies hier auch noch in eine politische Diskussion aus die hier wirklich niemand braucht. Ist also keine Imagekampagne, sondern eher Schutz vor Mißverständnissen und eben diesem "Schubladendenken" (Kriegsspiel=gewaltverherrlichend, böse, dumm), wenn im deutschen Sprachraum das Wort "Kosim" dem Wort "Kriegsspiel" vorzuziehen ist.

> Jo, wenn du das so lesen [i]willst[/i], ist dir natürlich
> nicht zu widersprechen.
> Ich habe 'gewaltverherrlichend __oder beinhaltend__' gelesen.

Ich finde die Formulierung recht eindeutig. Aber da kann man mal sehen, welche Gefahren die deutsche Sprache in sich bietet. Und wir wundern uns wie man so manche Spielregel falsch oder unterschiedlich interpretieren kann ;-)

> > Außerdem würde ein solches Spiel (so es denn eines gibt)
> sich wohl niemals
> > als Kosim bezeichnen
>
> Frei nach dem Motto: "Ich bin ein Kosim, holt mich hier
> raus!" ?

Wo raus? Aus'm Regal? Aber immer wieder gerne! :-)

> Gruß, Günter (Humor haste jedenfalls)

Gruß, Stefan (Danke, gleichfalls)

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Stefan-spielbox

Und was nun?

Beitragvon Stefan-spielbox » 10. November 2004, 11:16

Um diese Diskussion mal darauf aufmerksam zu machen: mit Warcraft und Doom gibt es inzwischen zwei sehr gelungene Brettspielversionen von Computerspielen. Und der Unterschied zwischen Doom und Halo ist doch wohl auch eher akademisch. Wenn ich nun Doom (the Boardgame) gerne spiele ist das dann auch stumpfsinnig, gewaltverherrlichen, primitiv oder sonst irgendwas? Oder doch nicht? Ist ja schließlich ein Brettspiel und kann all dies daher ja gar nicht sein. Doom The Boardgame = gut! Doom The Computergame aber =schlecht! So einfach können wir es uns da nun mal eben nicht machen. Die Wahrheit liegt also wie immer irgendwo dazwischen.

Stefan

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Günter Cornett

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 12:04

Stefan schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > > Anders rum wird ein Schuh draus. Kosims als gewaltverrlichend
> > > zu bezeichnen ist eine unüberlegte Affektantwort. :razz:
> >
> > Affekt worauf?
>
> Das mußt Du denn Autor fragen.

Der Autor obiger Zeilen bist du. ;-)

> Kann mir seine
> Voreingenommenheit gegenüber Kosims eben auch nicht erklären.
>
> > Der Ausdruck Kosim/Cosim ist bereits Teil einer Imagekampagne.
> > In Amiland heisst das ganz unverblümt 'war game' - Kriegsspiel.
>
> ... Ist also keine Imagekampagne,
> sondern eher Schutz vor Mißverständnissen und eben diesem
> "Schubladendenken" (Kriegsspiel=gewaltverherrlichend, böse,
> dumm), wenn im deutschen Sprachraum das Wort "Kosim" dem Wort
> "Kriegsspiel" vorzuziehen ist.

Es geht dabei schon um das Image von Kosims. Denn natürlich sind Kosmis Kriegsspiele. Soviel weiss ich, dass es dabei nicht in erster Linie darum geht, den verlauf realer Schlachten nachzustellen sondern wie bei allen Spielen, den Gegner spielerisch zu besiegen. Also nicht wirklich eine Simulation. Da zumeist eine historische oder eine angenommene zukünftige (egal wie abwegig) Realität Ausgangspunkt ist, kann ich mit dem Begriff Simulation durchaus leben.

Jedoch Konflikt ist ein weit gefasster Begriff. Bei fast allen Brettspielen geht es darum, Konflikte mit seinem Mitspielern auszutragen. 'Konflikt' ist also kein Unterscheidungsmerkmal sondern ein Mittel das Wort Krieg zu kaschieren - was übrigens auch in der Realität so gemacht wird. Ich habe jedenfalls noch kein Kosim gesehen, bei dem Schul- oder Ehekonflikte mit Pappcountern nachgespielt werden. ;-)

Kosims sind also ganz speziell Kriegssimulationen. Soweit es sich um historische Konflikte handelt, mag eine Motivation für die Simulation sein, dass sie im Spiel ein Bild von der damaligen Zeit liefert, spannend und interessant, aber ohne den Krieg gutheissen zu müssen. Dann gibt es Kriegsspiele (und daran zeigt sich IMHO die Berechtigung des Begriffs Simulation), die sich unter völlig fiktiven Gegebenheiten abspielen. Was aber ist mit Kriegsspielen, die von der Situation in der Gegenwart oder nahen Zukunft ausgehen? Ich weiss nicht, ob es das als 'Kosim' gibt, aber Halo2 hat einen solchen Ansatzpunkt (der genetisch modifizierte Supersoldat der die Menschheit vor der Vernichtung rettet).

Soetwas hat seine Entsprechung in der Realität. Im Irak werden neue Waffen gegen das 'Böse' eingesetzt, vorgeblich um die Menschheit vor dem Terrorismus zu retten, aber tatsächlich doch aus anderen Gründen. Hier findet durch Spiele wie Halo2 IMHO eine Konditionierung statt, die auch Auswirkungen auf die Realität haben. Ich weiss aber nicht, ob das auch für Kosims gilt.

Mir fällt da z.B. Fortress America ein (Plastikfiguren statt Pappcounter - Kosim oder Kriegspiel?), wo die 'böse Welt' über die USA herfällt (Russen, Japaner oder Chinesen, Dritte Welt - wenn ich mich recht erinnere) und das Bild von 'Amerika gegen den Rest der Welt' popagiert. Je nachdem, wo es gespielt wird, wird diese Konstellation wohl eher als witzige Idee oder aber als reale Bedrohung aufgefasst. Die Frage, ob ein Spiel kriegsverherrlichend wirkt ist eben nicht nur eine Frage des Spiels sondern auch der Spieler und des Umfelds.



> > Jo, wenn du das so lesen [i]willst[/i], ist dir natürlich
> > nicht zu widersprechen.
> > Ich habe 'gewaltverherrlichend __oder beinhaltend__' gelesen.
>
> Ich finde die Formulierung recht eindeutig. Aber da kann man

Ich auch ;-)

> mal sehen, welche Gefahren die deutsche Sprache in sich
> bietet. Und wir wundern uns wie man so manche Spielregel
> falsch oder unterschiedlich interpretieren kann ;-)

Insbesondere bei unterschiedlich möglichen Interpretationen empfiehlt es sich den gesamten Text zu lesen und sich auf die Gesamtaussage zu beziehen. Oliver hat darin nicht Kosims angegriffen sondern einfach etwas zu unterschiedlichen Einstellungen in USA und Europa zum Thema Krieg gesagt (etwas was inhaltlich mit dem von dir gesagten übereinstimmt). Es war nicht feindseilig gegenüber Kosims. Wenn du darin einen sachlichen Fehler siehst hättest du das sicherlich ebenso sachlich korrigieren bzw. konkretisieren können anstatt ihn dafür anzumachen.


Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: Und was nun?

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 12:08

Stefan schrieb:
>
> Um diese Diskussion mal darauf aufmerksam zu machen: mit
> Warcraft und Doom gibt es inzwischen zwei sehr gelungene
> Brettspielversionen von Computerspielen. Und der Unterschied
> zwischen Doom und Halo ist doch wohl auch eher akademisch.
> Wenn ich nun Doom (the Boardgame) gerne spiele ist das dann
> auch stumpfsinnig, gewaltverherrlichen, primitiv oder sonst
> irgendwas? Oder doch nicht? Ist ja schließlich ein Brettspiel
> und kann all dies daher ja gar nicht sein.

Wer sagt denn, dass ein Brettspiel nicht gewaltverherrlichend sein kann?
Computerspiele bieten generell mehr Möglichkeiten etwas realistisch darzustellen und sich stärker mit dem Geschehen zu identifizieren, während Brettspiele etwas mehr Distanz zwischen Spieler und Spiel bringen. Von daher ist es möglich, dass das gleiche Thema als Brettspiel weniger gewaltverherrlcihend ist als das Computerspiel. Das ist aber immer eine Frage der konkreten Umsetzung.

> Doom The Boardgame
> = gut! Doom The Computergame aber =schlecht! So einfach
> können wir es uns da nun mal eben nicht machen. Die Wahrheit
> liegt also wie immer irgendwo dazwischen.

Ja.

Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 12:16

Attila schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Olivers recht sachliche Formulierung
>
> Das sie recht sachlich ist, ist korrekt - allerdings ist sie
> falsch!
> Kosims enthalten meines wissens nur sehr selten Darstellungen
> von Gewalt. (Kein mir bekanntes Kosim) - und Pappcounter mit
> Soldaten sind nunmal definitiv keine Darstellung von Gewalt.

Es spricht für dich, wenn du bei sich bekämpfenden militärische Einheiten immer nur das Bild von Sahnetortenschlachten vor deinem geistigen Auge hast. Aber ich glaube da bist du nicht repräsentativ. :grin:

Es ist natürlich richtig, das Pappcounter-Kosims gewöhnlich keine bluttriefenden Detaildarstellungen enthalten. Aber Krieg ist nunmal Gewalt.

> Nirgends auf dem Spielmaterial wird Gewalt dargestellt. Wie
Gewaltbeinhaltend und gewaltverherrlichend sind zweierlei.

> kann etwas was in keiner weise Gewalt darstellt Gewaltverherrlichend sein?

Gerade das! So zu tun, als ob Kriege ohne Gewalt stattfänden, ist zumindest gewaltverharmlosend. Aber im Gegensatz zu dir, bin ich mir nicht so sicher, dass Kosims das tun.

Gruß, Günter

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Michael Weber|Reich der Spiele

Balance von Realität und Fiktion

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 10. November 2004, 12:21

Die Grenze liegt immer zwischen Fiktion und Realität. Wird diese Grenze zu weit in die Realität verschoben, endet das Spiel egal welcher Art und wird zu einem zu kritisierenden Beispiel von Gewaltverherrlichung. Und das gilt unabhängig von Halo, das ich nicht kenne.

Siehe auch
http://www.reich-der-spiele.de/specials/MoralundRollenspiel.php

Michael

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peer

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon peer » 10. November 2004, 13:55

Hi,
Attila schrieb:
> Das sie recht sachlich ist, ist korrekt - allerdings ist sie
> falsch!
> Kosims enthalten meines wissens nur sehr selten Darstellungen
> von Gewalt. (Kein mir bekanntes Kosim) - und Pappcounter mit
> Soldaten sind nunmal definitiv keine Darstellung von Gewalt.
> Nirgends auf dem Spielmaterial wird Gewalt dargestellt. Wie
> kann etwas was in keiner weise Gewalt darstellt
> Gewaltverherrlichend sein?

Naja, das ist ja nun falsch. Ein Aufruf zur Gewalt wäre Gewaltverherrlichend, ohne mit bebildert zu sein. Ein Co-Sims dass Gewalt/Krieg/Kampf als beste/einzige Lösung in einem Konflikt propagandiert, wäre schon gewaltverherrlichend.
Ein hypothetisches Co-Sim beispielsweise dass eine Einleitung wie folgt in der Regel hat, wprde ich schon als Gewaltverhherlichend bezeichnen (OK, es könnte auch eine Satire sein, aber nehmen wir mal an, es wäre ernst gemeint):

"Die USA sind wirtschaftlich immer mehr abhängig vion anderen Nationen. Andere Nationen nehmen den USA Rohstoffe weg. Besonders Europa tut sich hier hervor. Folglich werden die USA früher oder später nur noch die Möglichkeit haben als Ajt der Selbstverteidigung Europa anzugreifen. Storm on Europe simuliert diesen, irgendwann nötigen, Schritt"

Dazu kämen noch eine "harmlose" Pappcounter (alle nur Schriftzug, kein Aufdruck von Gewaltdarstellungen)
USA-Spieler: Atombome, Panzer, Soldaten, Foltertruppen, Giftgaswerfer, KZs...
Europa-Spieler: Soldaten, Panzer, Wiederständler, harmlose Bürger (halbe Kampfkraft)

Sicherlich ein extremes Beispiel. Wie weit es Co-Sims gibt, die mehr oder weniger in diese fiktive Richtung gehen, weiss ich nicht.
Gewalverherrlichend?

(Übrigens wollte ich mit dem p.s. Beispiel keinen Anti-Amerikanismus ausdrücken, ich hatte nur Günters gutes Beispiel von Fortress Amerika etwas überzogen)

ciao
peer

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peer

Re: Primitiver Kriegssch*

Beitragvon peer » 10. November 2004, 14:07

Hi,
WeePee schrieb:
> **Ironie an**
> Axis und Allies ist natürlich ein historisches Spiel, CoSims
> sind ja Simulationen und somit didaktisch sinnvoll, Risiko
> ist ja nur ein Glücksspiel und Monopoly erzieht zu sozialem
> Verhalten.
> **Ironie aus**

Hat das Irgendwie behauptet? Co-Sims/Wargames wurden hier schon öfter diskutiert.

> Diese unkritische Art und Weise andere Spielearten herunter
> zu machen ist "leider" weit verbreitet und führt nur dazu,
> dass die Brettspielegemeinde sich weiter ins Abseits begibt.

Ach so Computerspieler lesen dieses Forum und werden als Strafe nie wieder ein Brettspiel anrühren? Interessannt...

> Computerspiele haben ihre Berechtigung,

Hat keiner bestritten. Aber gut, dass du ein Statement abgegeben hast!

> Ich selbst spiele Battelfield1942 sehr gerne. Ein in Deinen
> Augen wahrscheinlich kriegsverherrlichendes, brutales,
> militaristisches Kriegsspiel.

Mal ehrlich: Was ist es denn sonst? Ist es kein Kriegsspiel? Ist es nicht brutal? Es ist doch OK, wenn dir sowas Spass macht, aber anscheind ist das dir peinlich- Warum?

ciao
peer

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peer

Re: [Completely OT] Kreuzwörträtsel und Demokratie

Beitragvon peer » 10. November 2004, 14:11

Hi,

Mmmh, scheint nur noch eine Frage der eit zu sein, wann anonyme Trolle wieder Günter für was rügen werden, für das er gar nichts kann :-D
(Damit wollte ich nicht implizieren, dass du, Jerry, ein Troll bist oder als solcher aktiv wirst, nur dass du anscheinend die Diskussion nicht gelesen hast)

Gerald Rüscher schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Völlig unabhängig von der Frage ob Computer, Brettspiel oder
> > Kreuzwortsrätsel ist es als eine gesellschaftliche
> > Niederlage, wenn so viele Menschen auf dumpfen
> > kriegslüsternen Schwachsinn anspringen. Soetwas erschüttert
> > mein Verhältnis zur Demokratie doch arg.
>
> "Dumpf"? "Schwachsinn" Hast du dich denn schon mal länger
> mit einem Spiel wie BF1942 oder UT2004 beschäftigt?

Es ging um die Werbung von Halo 2, Jerry! Und die ist -unabhängig von Inhalt des Spieles und der Existenz von Plüschspielen wie Tetris und dem Carcci-Computerspiel - nun mal dumpf und schwachsinnig.

ciao
peer

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Attila
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Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Attila » 10. November 2004, 15:03

Günter Cornett schrieb:

> Es spricht für dich, wenn du bei sich bekämpfenden
> militärische Einheiten immer nur das Bild von
> Sahnetortenschlachten vor deinem geistigen Auge hast. Aber
> ich glaube da bist du nicht repräsentativ. :grin:

:-)

> Es ist natürlich richtig, das Pappcounter-Kosims gewöhnlich
> keine bluttriefenden Detaildarstellungen enthalten. Aber
> Krieg ist nunmal Gewalt.

Wie dem auch sei: Die Gewalt ist die jeweilige persönliche interpretation!

> Gerade das! So zu tun, als ob Kriege ohne Gewalt stattfänden,
> ist zumindest gewaltverharmlosend.

Jetzt drehst du dich aber so, wie es dir gerade passt! :-)
"Gewaltverherrlichend", "Kriegsverherrlichend", "Gewaltverharmlosend" das schreibt sich schnell dahin und ist immer gern genommen als "Totschlag"-Argument.
Wird in irgendeinem CoSim erwähnt das Krieg ohne Gewakt stattfindet? - Mit nichten! - Gewalt wird weder beschönigt oder verherrlicht! Nirgends steht das es richtig ist oder es wir der Eindruck erweckt das es toll wäre!

Atti

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Attila
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Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Attila » 10. November 2004, 15:18

peer schrieb:

> Sicherlich ein extremes Beispiel. Wie weit es Co-Sims gibt,
> die mehr oder weniger in diese fiktive Richtung gehen, weiss
> ich nicht. Gewalverherrlichend?

Gut Frage - was ist wenn die fiktive Einführung der Historie entspräche? - Ist das dann Gewaltverherrlichend?
CoSims basieren ja meist auf geschichtlichen Gegebenheiten!

> Anti-Amerikanismus ausdrücken, ich hatte nur Günters gutes
> Beispiel von Fortress Amerika etwas überzogen)

Das FA Krieg verherrlicht, darüber kann man streiten - es ist nicht ganz von der Hand zu weisen! - Gewalt verherrlich es aber imo nicht!
Man könnte es allerdings auch als Satire nehmen - was auch nicht von der Hand zu weise ist. Xeno's Erweiterung treibt das ganze auf die Spitze und ist definitiv Satire.

Andere Frage: Ist "Im Schatten des Kaisers" Gewaltverherrlichend?

Atti

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Günter Cornett

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 15:33

Attila schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> > Es spricht für dich, wenn du bei sich bekämpfenden
> > militärische Einheiten immer nur das Bild von
> > Sahnetortenschlachten vor deinem geistigen Auge hast. Aber
> > ich glaube da bist du nicht repräsentativ. :grin:
>
> :-)
>
> > Es ist natürlich richtig, das Pappcounter-Kosims gewöhnlich
> > keine bluttriefenden Detaildarstellungen enthalten. Aber
> > Krieg ist nunmal Gewalt.
>
> Wie dem auch sei: Die Gewalt ist die jeweilige persönliche
> interpretation!
>
> > Gerade das! So zu tun, als ob Kriege ohne Gewalt stattfänden,
> > ist zumindest gewaltverharmlosend.
>
> Jetzt drehst du dich aber so, wie es dir gerade passt! :-)
> "Gewaltverherrlichend", "Kriegsverherrlichend",
> "Gewaltverharmlosend" das schreibt sich schnell dahin und
> ist immer gern genommen als "Totschlag"-Argument.

Nö, vielleicht ist dir entgangen, dass ich hier nicht generell gegen CoSims, Kosims oder Cosims argumentiere, sondern dir lediglich in dem Punkt widersprochen habe, dass Cosims durchaus gewalt beinhalten. Krieg ist Thema des Spiels, damit auch Gewalt. Das ist nicht verwerflich und wird auch von niemanden kritisiert, von daher auch kein 'Totschlag-Argument' gegen irgendwas.

> Wird in irgendeinem CoSim erwähnt das Krieg ohne Gewakt
> stattfindet? - Mit nichten! -

Nein, du behauptest lediglich, dass in Cosims Kriege gewaltlos dargestellt werden. Das wäre IMHO eine Verharmlosung, wenn es denn stimmte.

> Gewalt wird weder beschönigt oder verherrlicht! Nirgends steht das es richtig ist
> oder es wir der Eindruck erweckt das es toll wäre!

Bei 'Fortress America' wird die Verteidigung Amerikas als heldenhaft dargestellt. Opfer kommen da nicht drin vor. Das ist je nach Umfeld, in dem es gespielt wird, albern, kriegsverherrlichend oder einfach belanglos.

'Friedrich' - militärisch die gleiche Situation. Preussen gegen den Rest Europas. Opfer kommen ebenfalls nicht vor. Dennoch ist 'Friedrich' weit davon entfernt kriegs- oder gewaltverherrlichend zu sein, auch wenn es logischerweise Gewalt beinhaltet. Denn das Spiel lässt sich nicht auf den Aspekt 'Gegner plattmachen' reduzieren. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Geschichte, das, was ich von einem guten Kosim erwarte. Es nimmt nicht Partei für eine der Staaten, es fördert nicht die Identifikation mit den 'Guten', die gegen die 'Bösen' kämpfen.

Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Günter Cornett » 10. November 2004, 15:40

Attila schrieb:
>
> peer schrieb:
>
> > Sicherlich ein extremes Beispiel. Wie weit es Co-Sims gibt,
> > die mehr oder weniger in diese fiktive Richtung gehen, weiss
> > ich nicht. Gewalverherrlichend?
>
> Gut Frage - was ist wenn die fiktive Einführung der Historie
> entspräche? - Ist das dann Gewaltverherrlichend?
> CoSims basieren ja meist auf geschichtlichen Gegebenheiten!

Es kommt danns ehr darauf an, wie in die Historie eingeführt wird.

> > Anti-Amerikanismus ausdrücken, ich hatte nur Günters gutes
> > Beispiel von Fortress Amerika etwas überzogen)
>
> Das FA Krieg verherrlicht, darüber kann man streiten - es
> ist nicht ganz von der Hand zu weisen! - Gewalt verherrlich
> es aber imo nicht!

Krieg ist Gewalt. Wenn etwas den Krieg verherrlicht, verherrlicht es auch gewalt.

Wenn dir diese simple Wahrheit beim CoSimspielen abhanden gekommen sein sollte, wäre das ein gutes Argument gegen Cosims.
Ein echtes Totschlag-Argument. :grin:

> Man könnte es allerdings auch als Satire nehmen - was auch

Jo, das ist auch eine Frage des Umfelds.

> Andere Frage: Ist "Im Schatten des Kaisers"
> Gewaltverherrlichend?

Ich kenne es nicht. Aber sicher gibt es mehr Spiele als Cosims, bei denen man sehr gut über solche Aspekte diskutieren kann.

Gruß, Günter

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Attila
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Re: Primitiver Kriegssch* und Ursachenforschung

Beitragvon Attila » 10. November 2004, 15:48

Günter Cornett schrieb:

> Bei 'Fortress America' wird die Verteidigung Amerikas als
> heldenhaft dargestellt.

Jo, allerdings! :-) - Die Amis sind sowieso die besten! :-) ... Aber FA ist kein CoSim :-) (okay, das ist hier auch egal! :-) )
Man kann das ganze aber auch als Satire sehen!

> ist je nach Umfeld, in dem es gespielt wird, albern,
> kriegsverherrlichend oder einfach belanglos.

Das ist korrekt - es ist wie du richtig schreibst, vom Umfeld abhängig - das sehe ich auch so!

> Gewalt beinhaltet. Denn das Spiel lässt sich nicht auf den
> Aspekt 'Gegner plattmachen' reduzieren. Es ist eine
> Auseinandersetzung mit der Geschichte, das, was ich von einem
> guten Kosim erwarte.

Aber das trift m.E. auf die meisten CoSims zu! - (Ich weiss du hast es ja gar nicht generell auf CoSims bezogen ...)

Atti


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