Beitragvon Hartmut » 8. November 2006, 11:31
Hallo Ralf,
das kann man aber auch anders sehen.
> Halten wir doch mal die Fakten fest:
> Ein Verlag kann verkaufen, an wen er will und zu den
> Preisen, die der jeweilige Abnehmer zu zahlen bereit ist.
Richtig. Und dann sollte das den Verlag nicht mehr so viel angehen. Für den Rest der Vermarktungskette gibt es Recht und Gesetz, die der Handel zu beachten hat. Ich frage auch nicht meinen Autohersteller um Erlaubnis, welche Fahrtziele ich mit meinem Fahrzeug nach Kauf ansteuern darf, die StVO halte ich aber ein.
> Der einzige, den man im geschilderten Fall kritisieren
> könnte, ist der Online-Versender, der mit falschen Angaben
> Kunden zu einer Bestellung verlockt.
Soweit die Theorie. Hat das denn (also "falsche Angaben") ein Online-Versender in der Praxis in diesem Fall getan? Nur weil der Verlag in seinem Shop-Forum behauptet, es sei nicht sichergestellt, dass bei derartigen Angeboten dann auch Lieferung erfolgt, stelle ich das doch nicht in Abrede. Und wenn es so kommt, ist die Ursache für die Nichtlieferung nicht egal - wollte der Händler wirklich ein Mogelangebot machen oder ist er anders als erwartet nicht beliefert worden? Automatisch "unseriös" wird so ein Händler dadurch für mich jedenfalls nicht. Ungewöhnlich ist auch, dass so viele Onlineversender zunächst so ein "Mogelangebot" unterbreitet haben und dann alle verschreckt den Preis erhöht haben. Da darf man doch neugierig nach der Ursache fragen, das passiert ja nicht ständig. Sind die alle "unseriös"?
> - aber gegen den unseriösen Versender richtet sich hier
> merkwürdigerweise keine Kritik.
Ja wo isser denn? Ich sehe nicht einen unseriösen Versender in diesem Zusammenhang.
So wie es läuft, sieht es eben merkwürdig aus. Bei einem Spiel, das als strategischer Titel auf Jahre ein Programm bereichern soll, kann die Markteinführung einem Verlag natürlich nicht egal sein. Da wird doch auch morgen und übermorgen noch Nachfrage nach dem Basisspiel gegeben sein und die üblichen Handels-Konkurrenz-Dumpingpreise bei Einführung, die man ja auch als eine Art Subskriptions-Vorteil sehen kann, würden sich nach wenigen Monaten von alleine erledigen. Muss man darauf nun gezielt Einfluss nehmen? Wenn durch die Preiserhöhung nun eine gewisse Anzahl Spiele weniger vor Weihnachten verkauft wird, so dürfte das doch eher kontraproduktiv für den zukünftigen Umsatz sein, da weniger Leute das Spiel frühzeitig kennenlernen.
Wie hier schon öfters richtig bemerkt wurde, leben die Verlage doch nicht von dem hier versammelten harten Kern der Vielspieler und Günstigkäufer. Das könnte man also alles viel gelassener sehen, erst recht, wenn man seinen gewünschten Abgabepreis erzielt hat. Aber jetzt ergehe ich mich in ebenso unbestätigten Vermutungen gegenüber dem Verlag, wie Du sie gegenüber den Versendern hast - es ist eben alles relativ ;-)
Hartmut (kauft bei einem seriösen Versender)