Beitragvon Arne Hoffmann » 27. September 2002, 12:47
Moin ihr beiden!
Roman Pelek schrieb:
>
> Moin Friedemann,
>
> friedemann schrieb:
> >
> > Mein Fazit bei der Sache ist vielmehr, daß es nicht
> > notwendigerweise besser ist, wenn mehr mitmachen.
>
> Ich seh's von zwei Seiten: je mehr, desto weniger
> Manipulation, aber mehr Verbreitung und evtl. weniger
> Kenntnis vieler Spiele. Je weniger, desto mehr Raum für
> subjektive Verzerrungen, aber je nach adressiertem
> Personenkreis mehr Fachkenntnis. Für mich zwei Ansätze mit
> unterschiedlichen Ansprüchen und Möglichkeiten. Oder auf
> Deutsch: Mist ist bei beiden leider dabei.
Solange man die Intention des Preises von vornhinein weiß, sollte der Mist sich aber in Grenzen halten. Beim SdJ weiß ich, daß so ein Dutzend Leute aus dem Spielangebot Preisträger aussuchen, die sie für würdig halten, das Kulturgut Spiel bei der breiten Masse zu fördern. Beim DSP setzt sich die Wählerschaft aus Journalisten, Spieleclubs, Spielern und Händlern zusammen, ich bekomme also einen "Volkspreis", der wegen der Wählerschaft natürlich durch die Verbreitung der Spiele verzerrt ist.
> > Ausserdem finde ich es wirklich schlecht, daß für mehr
> > Teilnehmer geworben wird und man die nicht überfordern will
>
> Werben um mehr Teilnehmer empfinde ich grundsätzlich als
> positiv, aber...
>
> > und dann nur noch fünf Stimmen abgeben soll, was meiner
>
> ...es sollten dann halt die sein, für die der Preis auch
> gedacht ist.
Genau! Bloß wie scharf kann man die Wählerschaft abgrenzen, wenn man nicht eine überschaubare Jury bestellt, wie es das SdJ tut?
> > Meinung nach eindeutig dafür spricht, daß man auch weniger
> > interessierte (und informierte) Spieler ansprechen will.
[ Roman schreibt viel zum Abstimmmodus des DSP, was ich so teile]
>Kurzum:
> mir fällt es extrem schwer, Plätze 1-5 mit Punkten von 5-1 zu
> verteilen. Und ich denke, hier geht es vielen so, egal ob
> fachkundig oder Laie...
So denke ich auch. Würde allein schon einmal die Gewichtung fallengelassen und es letztendlich nur um die Anzahl der Nennungen gehen, wäre die Abstimmung leichter durchzuführen für die Wähler. Auf der anderen Seite kann so eine Gewichtung Spielen von kleineren Verlagen helfen, da sie von einer Nennung an erster Stelle genauso viel profitieren wie von 5 Nennungen an 5. Stelle - es kompensiert also ein wenig die geringere Verbreitung. Na ja, nicht ganz ;-) Die Leute, die das Spiel nicht kennen, setzen ein weiter verbreitetes auf Platz eins, das dann die 5 Punkte dafür kassiert, das weiß ich auch.
>
> Bist Du ja, aber ich kann verstehen, dass Du daraus auch
> nicht viel herauslesen kannst. Ist es nun auf Platz 16 wegen
> der Verbreitung oder wegen der Qualität? Natürlich ist es ein
> Mischmasch aus beidem, aber hilft's Dir wirklich weiter? Ich
> denke nein. Keinem Kleinverlag hilft es wirklich weiter, da
> kann man auch gleich gehobene Kaffeesatzleserei betreiben.
So denke ich auch. Schon aus einem 10. oder 5. Platz dürfte das schwerlich herauszulesen sein.
> Dafür bräuchte es andere Preise, Juries oder Umfragen. Nur:
> wer macht sich die Arbeit? Und vor allem: wer bezahlt die,
> zumindest im Bereich der Aufwandsentschädigung?
Gute Frage. Da bräuchte es schon Sponsoren, die ja aber auch wieder einen Nutzen daraus ziehen müssen.
Denn sowas
> geht leicht, zumindest wenn man z. B. für eine Umfrage ein
> Notensystem mit beliebig vielen Wertungen pro Person zugrunde
> legt, über die Auswertung eines DSP mit limitierten 5 Plätzen
> hinaus. Und ich persönlich halte für diesen Anwendungszweck
> eine Notenumfrage in einem vom Umfang her beschränkten
> Personenkreis für die adäquateste Lösung, man muss halt nur
> ein genaues Auge darauf haben, dass nicht gewisse Kreise das
> Ergebnis überproportional beeinflussen - und eben, welchen
> Personenkreis man anspricht.
So sehe ich das auch. Und - die Umfragen, die Du hier in den letzten Jahren initiiert hast, haben in meinen Augen dieses schon recht gut erfüllt. Gerade eine Vergleichsumfrage - relativ früh nach Erscheinen die erste und dann noch einmal eine Saison später, halte ich für aussagekräftiger als so manche andere Abstimmung. Hier kann man doch recht gut beobachten, wie sich manche Spieler in der Wählergunst verändern (siehe auch den Thread zu Ur 1830bc) und eher die wahren Größen des Jahrgangs herausfinden.
Ich muß auch zugeben, daß ich die Umfrage in diesem Jahr schmerzlich vermißt habe, und da bin ich (denke ich mal) nicht allein (allerdings weiß ich auch einige Gründe, warum es sie nicht gab ;-) :roll: ).
> Alles nicht so einfach, aber
> anscheinend besteht doch Bedarf bzw. Interesse... Vielleicht
> sollte man darüber nochmal näher nachdenken.
Das sollte man auf jeden Fall tun, wenn die "Szene" einen solchen Preis für nötig hält. Viele Stimmen haben ja auch verkündet, daß die "Szene" für sich selber keinen solchen Preis benötigt, da sie eh weiß, welches Spiel besser und welches nur gut war :-)
Tschö,
- Arne -