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Die besten Spiele aller Zeiten

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Blumoehr

Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon Michael Blumoehr » 23. September 2002, 12:01

Hallo Peter,

Peter schrieb:
> leider heisst es "Die besten Spiele aller Zeiten" oder
> "Bestenliste" oder wie auch immer, und da gehört nun einmal
> Monopoly definitiv nicht dazu.

Zu den "besten Spielen" würde ich Monopoly auch nicht zählen, ganz klar.
aber Monopoly wurde von Alex im Zusammenhang mit einer Liste der beliebtesten Spiele genannt. Zitat: "Wenn z.B. auf der Liste von Spiele-Palast für die beliebtesten Spiele 2001 Monopoly an zweiter Stelle... "

Übrigens, da fallen mir doch die Ergebnisse der Spieler-Umfrage zum Goldenen Pöppel, dem Vorläufer des Deutschen Spielepreises ein:

1980: 6. Platz Monopoly
1981: 3. Platz Monopoly

:-D

> Hoffe, dass ich das nicht zu eng sehe?

Nein, keineswegs. ;-)

Michael

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friedemann
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Re: Wie die "besten" Spiele ermitteln?

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 12:28

Danke für den Hinweis, hatte ich übersehen.

Friedemann

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friedemann
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Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 15:54

Das Schöne ist aber auch die komplette Liste und da ist Monopoly drin. :-)

Friedemann

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friedemann
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RE: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 16:05

Verräter
> (Erfindung des Rollenwahlprinzips, das dann zweitens in Ohne
> Furcht und Adel und dann jetzt eben schon drittens in PR
> variiert worden ist.)

Widerspruch!!!

Das wirklich innovative bei Puerto Rico ist nicht, daß man Rollen wählt, sondern daß eine bei einem eigentlich in Runden und Phasen unterteilten Spiel die Abfolge der Phasen in einer Runde immer eine andere ist und zusätzlich diese Reihenfolge auch noch von den Spielern gewählt wird.

Ich stelle mir das bei Puerto Rico so vor, daß es eigenlich ein Spiel mit Runden und wechselndem Startspieler ist und eine Runde hat einen festen Ablauf mit:
1) Siedler
2) Baumeister
3) Bürgermeister
4) Aufseher
5) Händler
6) Kapitän

Und da setzt sich ein Herr Seyfarth hin und zerschneidet diesen Ablauf und läßt die Spieler der Reihe nach wählen was wann dran kommt.

Das ist schon eine sehr deutliche Innovation. Ob das einen Quantensprung verursacht ist mir nicht klar, aber ich glaube, daß wir das in Zukunft in anderen Spielen wiedersehen werden.


Friedemann

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friedemann
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Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 16:09

Ich finde was neu war ist ein Spiel mit 5 Währungen sprich Handelsgütern. Es ist schon ziemlich ausgefuchst ein solches Spiel ohne Geld auskommen zu lassen, was man aber auch an den "Randbedingungen" sehen kann wie es klappt:
Begrenzung auf 7 Handkarten
Beliebiger 4:1 Tausch
Die Häfen

Friedemann

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Michael Blumoehr

Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon Michael Blumoehr » 23. September 2002, 16:42

Hallo friedemann,

ich habe die Leistung von Klaus in keiner Weise geschmälert, ich habe nur darauf hingewiesen, daß die Einzelelemente in älteren Spielen schon vorhanden sind.

Bei Civilization funktioniert das übrigens mit 9 Warenkarten, ohne Handlimit und völlig freiem Handel ;-) (SCNR)

Michael (der auf Dein "Mehrtischspiel" gespannt ist)

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Heinrich Glumpler

Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon Heinrich Glumpler » 23. September 2002, 16:42

????
Ich habe die komplette Liste durchsucht (Strng-F) - seufz - ich bin Kummer gewohnt - egal - wahrscheinlich Anwenderfehler ;-)

Sehr schön - Monopoly hab' ich praktisch alles zu verdanken, denn dieses Spiel hat mich auf's Brettspiel überhaupt gebracht.

Gruesze
Heinrich

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friedemann
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Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 16:57

Ich hatte auch nicht angenommen, daß Du die Leistung von Klaus schmälern wolltest, aber ich glaube schon, daß der Unterschied zu Civi der ist, daß es dort eine übergeordnete Währungseinheit gibt auf die alles umgerechnet wird, wenn´s auch nur Punkte sind.

Ich hoffe natürlich auch, daß meine diesjährige Innovation, gut ankommt, da ich auf die Idee mit dem Tischwechsel schon richtig stolz bin.

Friedemann

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friedemann
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Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 17:01

Platz 1881

Junior 1913
Kartenspiel 2746
Pokemon 3097
Die Börse 3267

Friedemann

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Andreas Seyfarth

Rollen oder Phasen?

Beitragvon Andreas Seyfarth » 23. September 2002, 21:31

Lieber Friedemann,

mit deiner Überlegung hast du völlig recht. Die Grundidee (inzwischen 15 Jahre alt, ich hab extra nochmal einen alten Prototypen rausgekramt) war, einen fest vorgegeben Rundenablauf in einzelne, unabhängige Phasen zu zergliedern.

Dieser erste, alte Ansatz ging leider daneben: Die Phasen waren auf Kärtchen notiert, die in einer Reihenfolge ausgelegt wurden. Diese Reihenfolge konnte von den Spielern in einer allerersten Phase verändert werden. Problem: was in der Phasenfolge passiert musste von allen Spielern im Hirn "vorgekaut" werden. Die jetzige Lösung ist zweifellos eleganter und spielbarer - und hat darüberhinaus noch Platz für weitere Spielelemente geschaffen: Die Privilegien und Aufwertung für die nächste Runde.

Heute heißen die Phasenkärtchen "Rollenkarten", was einerseits weitaus weniger spieltechnisch klingt und andererseits mit deutlich mehr Flair daherkommt. Die immer wieder festzustellende Verwechslung mit echten Rollenelementen aus anderen Spielen ist damit wohl in Kauf zu nehmen.

Andreas Seyfarth

PS: Der alte Prototyp hatte thematisch gar nichts mit dem heutigen Purto Rico zu tun und harrt insofern immer noch seiner Dinge...

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Franz-Benno Delonge

Re: Heimlich & Co. / Puerto Rico

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 23. September 2002, 21:57

Lieber Martin,
Du hast völlig recht. Heimlich & Co. war auch in meiner Spielerkarriere ein echter Sprung und ein ganz großes Aha-Erlebnis, auch wenn es nach heutigen Maßstäben kein so großer Renner mehr ist.
Ich würde Heimlich & Co. deshalb eher auf meine "short list" nehmen wollen als die weiter oben genannten El Grande oder Verräter. Es wären dann auch ziemlich gleiche zeitliche Abstände - immer so ungefähr fünf Jahre. Was weiter bestätigt, daß der nächste große Wurf unmittelbar bevorstehen müßte (oder liegt er doch in Puerto Rico...? Ich muß es noch öfter spielen.)
Benno

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Franz-Benno Delonge
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Re: Rollen oder Phasen?

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 23. September 2002, 22:08

Lieber Friedemann, lieber Leo,
ich bitte mich nicht mißzuverstehen. Natürlich hat Puerto Rico viel Neues zu bieten, und zwar genau das, was Ihr da beschreibt. Aber es hat bei mir nicht ganz so dieses Gefühl von "es-fällt-mir-wie-Schuppen-aus-den-Haaren" ausgelöst wie die anderen Spiele, die ich aufgelistet habe. Ob das einfach nur daran liegt, daß ich inzwischen halt auch viel zu viele Spiele kenne, kann ich nicht beurteilen.
In diesem Sinne
Benno

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friedemann
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Re: Rollen oder Phasen?

Beitragvon friedemann » 23. September 2002, 23:28

Es ging mir ja nur darum zu betonen, daß es sich dabei nicht um ein Rollenwahlsystem handelt, nur weil die Phasen bei Puerto Rico Rollen heissen.

Friedemann

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erik

RE: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon erik » 24. September 2002, 00:13

"Heinrich Glumpler" hat am 21.09.2002 geschrieben:

> Ob Aarond seine Seite jemals aufpeppen wird? Und ihr
> wenigstens einen Namen geben wird, den man sich merken
> kann??! ;-)

Ha, damit habe ich mal einen Bekannten verblüfft: diese
kryptische Webadresse aus dem Kopf auf Anhieb richtig
getippt zu haben.

Ok, jetzt kann sich jeder aussuchen, ob das was über meine
Webseitenadressmerkfähigkeit oder eher über meine
Webseitenadressbesuchshäufigkeit aussagt!? :-)

Viele Grüsse,

Erik

-der bei dem von Heinrich erwähnten Spiel zugeben muss, dass
er an der Plazierung unschuldig ist.

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Jost Schwider

RE: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon Jost Schwider » 24. September 2002, 10:26

"friedemann" hat am 23.09.2002 geschrieben:

> Ich finde was neu war ist ein Spiel mit 5 Währungen sprich
> Handelsgütern. Es ist schon ziemlich ausgefuchst ein
> solches Spiel ohne Geld auskommen zu lassen

Ein ähnliches Prinzip bot schon deutlich vorher Ascalion/Borderlands (wird m.E. zu Unrecht deutlich zu wenig gespielt!).

Als ich zum ersten Mal SvC spielte, hatte ich da sofort eine entsprechendes DejaVu-Erlebnis...

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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friedemann
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RE: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon friedemann » 24. September 2002, 10:53

Danke für die Idee, ich wusste nicht, was ich heute abend spielen soll. Da werd ich wohl mal wieder Ascalion spielen.

Friedemann

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RoGo

RE: El Grande und Aquire

Beitragvon RoGo » 24. September 2002, 13:41

Hallo Franz-Benno,
seitdem ich Aquire kenne, was erst viel später geschah als das El Grande schätzen lernte, ahne ich doch, dass sowohl der Mehrheitenmachanismus als auch die Wertung der beiden Stärksten, seit Jahrzehnten abgekupfert wird.
Und wenn ich schon an 3M denke, der Wegebauen und -verhinder Mechanismus von Twixt ist doch ne feine Sache.
Gruß
Roland

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Marten Holst

[OT]: Rollen oder Phasen?

Beitragvon Marten Holst » 24. September 2002, 18:01

Moinle,

> Aber es hat bei mir nicht ganz so dieses Gefühl
> von "es-fällt-mir-wie-Schuppen-aus-den-Haaren" ausgelöst

Hmm, bei mir könnte ein ähnlicher Effekt auch am Haarmangel liegen ;-)

Haarspalterische Grüße
Marten (hat aber eh keine Schuppen, und verwendet obigen Spruch [i]eigentlich[/i] viel zu häufig, um hier jetzt einen draufzutun)

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Hermann Huth

Re: Die besten Spiele aller Zeiten

Beitragvon Hermann Huth » 24. September 2002, 20:16

Hallo Franz-Benno,
hübsche Idee, die Spielegeschichte in Quantensprünge einzuteilen.
In diesem Fall gehört Monopoly eindeutig dazu; seinerzeit höchst originell. Mit diversen neuen Spielmechanismen (Rundlauf mit zu kaufenden Feldern, freiem Tauschhandel (!), sukzessiver Elimination der Spieler etc) war es versehen und das Spielgefühl hatte etwas prickelnd haifischbeckenartiges. Der Nerv der Zeit wurde damals gut getroffen; insofern hat Monopoly durchaus seinen Platz in der Ehrengalerie verdient.
Und 1978 gabs ein ganz besonderes Leckerli: Cosmic Encounter erschien auf der Bildfläche; das erste Spiel mit eigenen Regeln für jeden Spieler; eine völlig chaotische sowie asymmetrische Komposition mit überraschend grosser Spieltiefe. Möge dem Herrn Hasbro ein Kropf wachsen für die verhunzte Neuausgabe!
Gruß,
Hermann

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Roman Pelek

Umfragen für Kleinverlage

Beitragvon Roman Pelek » 27. September 2002, 04:34

Moin Friedemann,

friedemann schrieb:
>
> Mein Fazit bei der Sache ist vielmehr, daß es nicht
> notwendigerweise besser ist, wenn mehr mitmachen.

Ich seh's von zwei Seiten: je mehr, desto weniger Manipulation, aber mehr Verbreitung und evtl. weniger Kenntnis vieler Spiele. Je weniger, desto mehr Raum für subjektive Verzerrungen, aber je nach adressiertem Personenkreis mehr Fachkenntnis. Für mich zwei Ansätze mit unterschiedlichen Ansprüchen und Möglichkeiten. Oder auf Deutsch: Mist ist bei beiden leider dabei.

> Ausserdem finde ich es wirklich schlecht, daß für mehr
> Teilnehmer geworben wird und man die nicht überfordern will

Werben um mehr Teilnehmer empfinde ich grundsätzlich als positiv, aber...

> und dann nur noch fünf Stimmen abgeben soll, was meiner

...es sollten dann halt die sein, für die der Preis auch gedacht ist.

> Meinung nach eindeutig dafür spricht, daß man auch weniger
> interessierte (und informierte) Spieler ansprechen will.

Ich weiß nicht, ob das das wirkliche (oder einzige) Problem ist. So oder so halte ich es für problematisch, egal ob man Fachkundige oder Laien anspricht. Denn eine Nominierung von 5 Spielen, zumal noch in einer Staffelung von 5 bis 1 Punkt, halte ich für kritisch. Die Auswahl von 5 Spielen eines Jahrgangs alleine halte ich schon für schwierig. Aber dann auch noch eine Gewichtung von 5 zu 1 zwischen 1. und 5. Platz und den Rest unter den Tisch fallen zu lassen - puh, das ist heftig. Das verleitet zu unbeabsichtigter Willkür. Mein Platz 1 beim DSP ist nicht annähernd 5x so gut wie mein 5. Und bei nichtgenannten Spielen frage ich mich je nach Laune auch mal, ob sie nicht mit dem drittplatzierten für 3 Punkte hätten tauschen sollen, so gehen sie aber leer aus... Ich persönlich tue mich reichlich schwer mit solchgearteten Abstimmungen, sie setzen mich einem Zugzwang aus, den ich so auch für mich eigentlich nicht rechtfertigen kann. Zwei Tage später sähe meine Abstimmung vielleicht etwas anders aus, in der Realität meist eine Marginalie von der Wertschätzung her, beim DSP aber mitunter Welten in der subjektiven Abstimmung. Kurzum: mir fällt es extrem schwer, Plätze 1-5 mit Punkten von 5-1 zu verteilen. Und ich denke, hier geht es vielen so, egal ob fachkundig oder Laie...

> Es ist schon so, daß ich das Ergebinis des deutschen
> Spielepreises wohl verstehen, nachvollziehen und akzeptieren
> kann, mir aber die Plätze 11-20 fehlen, da ich hoffe dort mit
> Funkenschlag gelandet zu sein.

Bist Du ja, aber ich kann verstehen, dass Du daraus auch nicht viel herauslesen kannst. Ist es nun auf Platz 16 wegen der Verbreitung oder wegen der Qualität? Natürlich ist es ein Mischmasch aus beidem, aber hilft's Dir wirklich weiter? Ich denke nein. Keinem Kleinverlag hilft es wirklich weiter, da kann man auch gleich gehobene Kaffeesatzleserei betreiben. Dafür bräuchte es andere Preise, Juries oder Umfragen. Nur: wer macht sich die Arbeit? Und vor allem: wer bezahlt die, zumindest im Bereich der Aufwandsentschädigung? Denn sowas geht leicht, zumindest wenn man z. B. für eine Umfrage ein Notensystem mit beliebig vielen Wertungen pro Person zugrunde legt, über die Auswertung eines DSP mit limitierten 5 Plätzen hinaus. Und ich persönlich halte für diesen Anwendungszweck eine Notenumfrage in einem vom Umfang her beschränkten Personenkreis für die adäquateste Lösung, man muss halt nur ein genaues Auge darauf haben, dass nicht gewisse Kreise das Ergebnis überproportional beeinflussen - und eben, welchen Personenkreis man anspricht. Alles nicht so einfach, aber anscheinend besteht doch Bedarf bzw. Interesse... Vielleicht sollte man darüber nochmal näher nachdenken.

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Rollen oder Phasen?

Beitragvon Roman Pelek » 27. September 2002, 05:13

Hi Benno,

Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Lieber Friedemann, lieber Leo,
> ich bitte mich nicht mißzuverstehen. Natürlich hat Puerto
> Rico viel Neues zu bieten, und zwar genau das, was Ihr da
> beschreibt. Aber es hat bei mir nicht ganz so dieses Gefühl

Oder auch viel Altes. Der Vergleich mit dem Verräter-Rollenverteilungs-Mechanismus ist nun wirklich nicht aus der Luft gegriffen. Oder mit dem tetrislastigen Wir-bauen-uns-ein-Tableau-voll von "Fürsten von Florenz". Oder mit "Waldmeister". Oder generell damit, dass rundenbasierte Aufbaustrategiespiele auf Computern schon lange etabliert sind - mich hat PR (warum auch immer) zuerst ein bissl an "Colonization" von Sid Meyer erinnert, dann an Elemente von "Pirates", und jedenfalls immer einen simplifizierten Anstrich von "Civilization" besessen ;-) Das alles hat aber für mich nichts mit der Qualität eines Spiels zu tun, so lange es in der Neukombination dieser Elemente Akzente setzt. Und das tut PR für mich - alleine schon die "1 Rolle = 1 Phase für alle Spieler" und die Verwebung der Spielelemente ohne exorbitanten Verwaltungsaufwand halte ich für ein Brettspiel für außergewöhnlich.

> von "es-fällt-mir-wie-Schuppen-aus-den-Haaren" ausgelöst wie
> die anderen Spiele, die ich aufgelistet habe. Ob das einfach

"Adel Verpflichtet": nun ja, die Ausweitung der Kampfzone des Verdeckt-Bluffens auf das familientaugliche Spiel. Sehr schön gelungen, aber neu? Nein, das war's auch damals nicht. Aber das schmälert nicht die Qualität des Spiels. Ob einem dabei Schuppen aus den Haaren fallen? Ich glaube, die dermatologische Komponente bleibt davon relativ unbeeindruckt...

"Siedler von Catan": dito. Variablen Aufbau von Landschafts-Hexfeldern kannte man damals schon, man nehme mal "Kings&Things". Städtebau und Rohstoffeinkommen kann man getrost den oben erwähnten Aufbaustrategiespielen auf diversen Bitknechten zurechnen. Exzellent gelungen und den Zeitgeist treffend - aber Hexfelder, Würfel, Stäbchen, Städte, Rohstoffe: alles alte Hüte damals ;-)

> nur daran liegt, daß ich inzwischen halt auch viel zu viele
> Spiele kenne, kann ich nicht beurteilen.

Es gibt nix Neues, außer man sucht und/oder findet es...

Ciao,
Roman

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friedemann
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Re: Umfragen für Kleinverlage

Beitragvon friedemann » 27. September 2002, 10:43

Moin,

du hast sicherlich recht. Meine Grundaussage war im Endeffekt, daß man aufpassen soll, nicht die Anzahl der Teilnehmer mit der Güte der Abstimmung gleichzusetzen.

Es kann ja durchaus auch von Vorteil sein die Abstimmung selber komplizierter zu machen, dann ist sichergestellt, daß wirklich nur Interessierte und Personen denen der Preis wichtig ist mit abstimmen.
Ist jetzt aber nur so´n Gedanke, muß bei näherer Analyse nicht richtig sein.

Friedemann

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Arne Hoffmann
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Re: Umfragen für Kleinverlage

Beitragvon Arne Hoffmann » 27. September 2002, 12:09

Mahlzeit!

friedemann schrieb:

> Es kann ja durchaus auch von Vorteil sein die Abstimmung
> selber komplizierter zu machen, dann ist sichergestellt, daß
> wirklich nur Interessierte und Personen denen der Preis
> wichtig ist mit abstimmen.

Hmm, kompliziert muß man in meinen Augen solch eine Abstimmung nicht machen. Denn auch Interessierte werden durch allzu komplizierte Modalitäten bestimmt abgeschreckt.

Ein Ansatz wäre in meinen Augen, daß man die Stimmabgabe nicht direkt mit einem Gewinnspiel für die Teilnehmer verbindet. Wenn als Anreiz x Spiele, y Einkaufsgutscheine und z Freikarten angeboten werden, so stellt dies ein Anreizsystem abseits des eigentlichen Ziels dar. Manch einer stimmt jetzt wohl nur mit, damit er an der Verlosung teilnimmt - der Preis, dür den abgestimmt wird, rutscht dabei in den Hintergrund.

Personen, die aber an dem Preis an sich interessiert sind und diesen auch für wichtig erachten, würden ihre Stimme auch ohne so ein Anreizsystem abgeben. Damit verringert sich automatisch die Anzahl der abgegebenen Stimmen, aber die Qualität der gefällten Aussage sollte sich dadurch erhöhen lassen. Da muß dann auch kein kompliziertes Stimmsystem herhalten: Jeder/Jede gibt x Spiele an, die er/sie in dem Abstimmungszeitraum für preiswürdig halten, wobei man eine Obergrenze für die mögliche Anzahl schon setzen sollte (evtl. noch aufgeteilt in ein paar Kategorien).

Fakt ist auch, daß solch ein Preis kein verkaufsfördernder Preis werden kann, wie es ja letztendlich nur das SdJ auch ist. Es wäre halt ein "Szene"-Preis, der vielleicht innerhalb des Dunstkreises der Szene zu mehr Aufmerksamkeit bezüglich der Preisträger führen kann - und für Kleinverlage ist Anerkennung in jeder Form sehr hilfreich, denke ich.

Tschö,

- Arne -

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Arne Hoffmann
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Re: Umfragen für Kleinverlage

Beitragvon Arne Hoffmann » 27. September 2002, 12:47

Moin ihr beiden!

Roman Pelek schrieb:
>
> Moin Friedemann,
>
> friedemann schrieb:
> >
> > Mein Fazit bei der Sache ist vielmehr, daß es nicht
> > notwendigerweise besser ist, wenn mehr mitmachen.
>
> Ich seh's von zwei Seiten: je mehr, desto weniger
> Manipulation, aber mehr Verbreitung und evtl. weniger
> Kenntnis vieler Spiele. Je weniger, desto mehr Raum für
> subjektive Verzerrungen, aber je nach adressiertem
> Personenkreis mehr Fachkenntnis. Für mich zwei Ansätze mit
> unterschiedlichen Ansprüchen und Möglichkeiten. Oder auf
> Deutsch: Mist ist bei beiden leider dabei.

Solange man die Intention des Preises von vornhinein weiß, sollte der Mist sich aber in Grenzen halten. Beim SdJ weiß ich, daß so ein Dutzend Leute aus dem Spielangebot Preisträger aussuchen, die sie für würdig halten, das Kulturgut Spiel bei der breiten Masse zu fördern. Beim DSP setzt sich die Wählerschaft aus Journalisten, Spieleclubs, Spielern und Händlern zusammen, ich bekomme also einen "Volkspreis", der wegen der Wählerschaft natürlich durch die Verbreitung der Spiele verzerrt ist.

> > Ausserdem finde ich es wirklich schlecht, daß für mehr
> > Teilnehmer geworben wird und man die nicht überfordern will
>
> Werben um mehr Teilnehmer empfinde ich grundsätzlich als
> positiv, aber...
>
> > und dann nur noch fünf Stimmen abgeben soll, was meiner
>
> ...es sollten dann halt die sein, für die der Preis auch
> gedacht ist.

Genau! Bloß wie scharf kann man die Wählerschaft abgrenzen, wenn man nicht eine überschaubare Jury bestellt, wie es das SdJ tut?

> > Meinung nach eindeutig dafür spricht, daß man auch weniger
> > interessierte (und informierte) Spieler ansprechen will.


[ Roman schreibt viel zum Abstimmmodus des DSP, was ich so teile]
>Kurzum:
> mir fällt es extrem schwer, Plätze 1-5 mit Punkten von 5-1 zu
> verteilen. Und ich denke, hier geht es vielen so, egal ob
> fachkundig oder Laie...

So denke ich auch. Würde allein schon einmal die Gewichtung fallengelassen und es letztendlich nur um die Anzahl der Nennungen gehen, wäre die Abstimmung leichter durchzuführen für die Wähler. Auf der anderen Seite kann so eine Gewichtung Spielen von kleineren Verlagen helfen, da sie von einer Nennung an erster Stelle genauso viel profitieren wie von 5 Nennungen an 5. Stelle - es kompensiert also ein wenig die geringere Verbreitung. Na ja, nicht ganz ;-) Die Leute, die das Spiel nicht kennen, setzen ein weiter verbreitetes auf Platz eins, das dann die 5 Punkte dafür kassiert, das weiß ich auch.

>
> Bist Du ja, aber ich kann verstehen, dass Du daraus auch
> nicht viel herauslesen kannst. Ist es nun auf Platz 16 wegen
> der Verbreitung oder wegen der Qualität? Natürlich ist es ein
> Mischmasch aus beidem, aber hilft's Dir wirklich weiter? Ich
> denke nein. Keinem Kleinverlag hilft es wirklich weiter, da
> kann man auch gleich gehobene Kaffeesatzleserei betreiben.

So denke ich auch. Schon aus einem 10. oder 5. Platz dürfte das schwerlich herauszulesen sein.

> Dafür bräuchte es andere Preise, Juries oder Umfragen. Nur:
> wer macht sich die Arbeit? Und vor allem: wer bezahlt die,
> zumindest im Bereich der Aufwandsentschädigung?

Gute Frage. Da bräuchte es schon Sponsoren, die ja aber auch wieder einen Nutzen daraus ziehen müssen.

Denn sowas
> geht leicht, zumindest wenn man z. B. für eine Umfrage ein
> Notensystem mit beliebig vielen Wertungen pro Person zugrunde
> legt, über die Auswertung eines DSP mit limitierten 5 Plätzen
> hinaus. Und ich persönlich halte für diesen Anwendungszweck
> eine Notenumfrage in einem vom Umfang her beschränkten
> Personenkreis für die adäquateste Lösung, man muss halt nur
> ein genaues Auge darauf haben, dass nicht gewisse Kreise das
> Ergebnis überproportional beeinflussen - und eben, welchen
> Personenkreis man anspricht.

So sehe ich das auch. Und - die Umfragen, die Du hier in den letzten Jahren initiiert hast, haben in meinen Augen dieses schon recht gut erfüllt. Gerade eine Vergleichsumfrage - relativ früh nach Erscheinen die erste und dann noch einmal eine Saison später, halte ich für aussagekräftiger als so manche andere Abstimmung. Hier kann man doch recht gut beobachten, wie sich manche Spieler in der Wählergunst verändern (siehe auch den Thread zu Ur 1830bc) und eher die wahren Größen des Jahrgangs herausfinden.

Ich muß auch zugeben, daß ich die Umfrage in diesem Jahr schmerzlich vermißt habe, und da bin ich (denke ich mal) nicht allein (allerdings weiß ich auch einige Gründe, warum es sie nicht gab ;-) :roll: ).

> Alles nicht so einfach, aber
> anscheinend besteht doch Bedarf bzw. Interesse... Vielleicht
> sollte man darüber nochmal näher nachdenken.

Das sollte man auf jeden Fall tun, wenn die "Szene" einen solchen Preis für nötig hält. Viele Stimmen haben ja auch verkündet, daß die "Szene" für sich selber keinen solchen Preis benötigt, da sie eh weiß, welches Spiel besser und welches nur gut war :-)

Tschö,

- Arne -

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Re: Umfragen für Kleinverlage

Beitragvon friedemann » 27. September 2002, 13:07

Eins würde ich hier nur gerne mal klar stellen, bevor das vielleicht falsch gesehen wird.

Auf keinen Fall soll ein solcher Preis etwas sein, bei dem kleine Verlage mehr Chancen haben, ich will nur ähnliche Chancen

Ich mache mir einfach Gedanken zur Aussagekraft eines Preises und ich möchte gerne, daß der Preis nicht nur abbildet, was eh bereits jeder hat und gerne spielt, sondern eine Empfehlung gibt, was sich lohnt zu kaufen.

Soweit ich weiß wird in die Entscheidung für das Spiel des Jahres auch der Vertrieb berücksichtigt, was ich da sinnvoll finde, damit jeder der das Spiel des Jahres haben möchte auch eines bekommen kann.

Friedemann


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