Anzeige

Verlagsdruck auf Onlineshops beim Verkaufspreis

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
anne

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon anne » 8. November 2006, 14:14

Deinem Beitrag kann ich mich nur anschließen.
Zuzufügen ist, daß Autoren und Verlage auch nur dann noch in Zukunft tolle Spiele entwickeln können, wenn sie auf Dauer auch stationäre Spieleläden haben ,um den größten Anteil ihrer Spiele zu verkaufen.
Damit meine ich nicht die Discounter und Karstadt und sonstige Warenhäuser.
Auch das Dutzent Online-shops,die kommen und gehen und nicht etwa wegen Reichtum schließen, können nicht die Gesamtauflage von solchen tollen Spielen verkaufen.

eine Betroffene Anne

Benutzeravatar
Thomas

Re: Völlig absurde Diskussion

Beitragvon Thomas » 8. November 2006, 14:18

Klaus Knechtskern schrieb:
>
> Wieso sollte ein Lieferboykott nicht legal sein?

Ob es im konkreten Fall legal wäre oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber generell ist ein Lieferboykett nicht immer legal, und zwar weil es ein [b]Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen[/b] gibt, welches zumindest in bestimmten Fällen ein Lieferboykott verbietet, siehe www.gesetze-im-internet.de/gwb - insbes. §21. Ob das zutrifft, mögen Juristen entscheiden. Ähnliches gilt wohl auch für Drohungen mit einem Lieferboykott.

Benutzeravatar
Axel Anhäuser

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon Axel Anhäuser » 8. November 2006, 14:21

Ich hatte schon befürchtet die Vernunft wäre schon verloren gegangen!
Meine volle Zustimmung!
Axel

Benutzeravatar
Tim-spielbox

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon Tim-spielbox » 8. November 2006, 14:27

> Onlinehandel mit Billigpreisen ruiniert tendenziell die
> "realen" Geschäfte. Das bestreitet wohl niemand.

Doch, ich. :D Die Konkurrenz durch Amazon hat zum Beispiel dazu geführt, daß manche Buchläden heute mehr verkaufen als früher, weil das Thema "Buch" plötzlich wieder "in" war. Jeder Anbieter muß sich eben genau überlegen, welche Zielgruppen er anspricht. Wenn man das nicht tut, ist man schnell weg vom Fenster.


Tim

Benutzeravatar
2late

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon 2late » 8. November 2006, 14:31

Ich sehe das so:
1. Ja, möglicherweise kostet der Internethandel Arbeitsplätze, ABER das hat die dampfkraftbetriebene Webmaschine bei ihrer Einführung auch getan und jetzt soll sich bitte jeder einen Moment Zeit nehmen und darüber nachdenken, wo wir ohne die Industrialisierung wären. Und wer jetzt denkt, das wäre nicht vergleichbar, dem sage ich, ich denke schon. Die Welt entwickelt sich eben weiter und das ist in meinen Augen auch grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn es manchmal Nachteile mit sich bringt, ich würde jedenfalls nicht die Zünfte wieder einführen wollen, die jedenfalls Änderungen im System für lange Zeit effektiv verhidnert haben. UND es ist ja nicht so, dass nicht auch wieder Arbeitsplätze an anderer Stelle entstehen würden, ich für meinen Teil würde beim Händler vor Ort eben entsprechend weniger (weil teurere) Spiele kaufen als ich es im Netz tue, die Summe bleibt bei mir etwa gleich nur die Verteilung ändert sich, es kommt weniger Geld zum Händler, dafür mehr zum Hersteller.

2. Es ist auch ein regionales Problem, wer in einer Großstadt wohnt, der findet in der Regel einen Laden mit "gutem" Sortiment, ich für meinen Teil hatte so etwas lange Zeit nicht und jetzt auch nur begrenzt. Um auf den konkreten Fall zurück zu kommen: Ich habe bezüglich des Spiels bei meinen Händlern vor Ort nachgefragt, es kamen zwei in Frage. Der eine führt zwar mehr als nur das Spiel des Jahres des Herstellers, aber nicht Battlelore und wäre als normaler Spielwarenladen wohl auch nicht die geeignete Anlaufstelle für laufenden Support für derlei Spiele. Der andere, ein Games Workshop-Laden, hat zwar auch einige Brettspiele, aber nichts von dem Verlag um den es hier geht. Dennoch habe ich dort gefragt, der Verkäufer wußte nichts von Battlelore (er hat mich gefragt ob das ein PC-Spiel wäre) und bat mich am nächsten Tag anzurufen, das habe ich dann leider erst am übernächsten Tag getan, wo ein anderer Verkäufer wiederum keine Ahnung hatte und mich bat, am nächsten Tag nochmal anzurufen. Das habe ich dann gelassen, ich frage mich wofür? Warum sollte ich diesen Laden einem Onlineshop vor ziehen? Gut möglich, dass sie mir es hätten bestellen können, aber dem gesagten entnehme ich, dass ich wohl der einzige war, der sich nach diesem Spiel jemals dort erkundigt hat, die Aussicht auf fortlaufenden Support zu dem Spiel, wenigstens in Form von Erweiterungen war also gleich Null.

3. Ich glaube nicht, dass es viele Leute gibt, die sich Brettspiele im Laden erklären lassen und dann im Netz kaufen. Das wäre in meinen Augen auch völlig unsinnig, da es dazu im I-Net genügend und meist bessere Quellen gibt. Ich für meinen Teil habe mir noch nie im Laden ein Spiel erklären lassen und denke auch, dass den Verkäufern meist auch nicht möglich gewesen wäre, weil sie die Spiele die mich interessieren meist selber nicht kannten (Spiele des Jahres vielleicht mal ausgenommen).

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Verlagsdruck auf Onlineshops beim Verkaufspreis

Beitragvon Marten Holst » 8. November 2006, 14:45

Moin,

> 2. Die Annullierung der Bestellung des Kunden ist ja ok,
> aber muss man gleich den Händler beim Verlag anschwärzen,
> wie ungeschickt ist das denn!!! Man sägt doch nicht den Ast
> ab, auf dem man sitzt. Da muss man sich nicht wundern, wenn
> runterfallen weh tut.

hmmm, hab ich Dich da jetzt richtig oder falsh verstanden? Um den Fall noch etwas weiter zu abstrahieren (an sich müssten wir hier eh abstrakt über "einen Verlag, einen Onlinehändler und einen Kunden" diskutieren, da wir ja nur eine Behauptung bislang aufgestellt gesehen haben - was einige tun, andere scheinen einen bestimmten Verlag im Auge zu haben):

Wenn A und B ein Rechtsgeschäft abschließen, und B den A "übers Ohr haut", wovon ich (gewissermaßen als Abfallprodukt) mitprofitiere, dann würde ich es nicht als "ungeschickt" bezeichnen, dieses zu melden, sondern per se als ehrenhaft. Ich will zwar nicht jeden verteufeln, der das nicht gleich tut - zum einen ist dem dritten oftmals die Sachlage unklar, zum anderen beinhaltet eine solche Meldung ja auch ein gewisses In-die-Ziellinie-stellen und einen Aufwand. Aber einen finanziellen Vorteil annehmen, von dem ich ausgehen muss, dass er mir unter "normalen" Umständen nicht zustünde, das würde ich nicht als "geschickt" bezeichnen.

(Noch einmal zur Erinnerung: ich beziehe mich hier auf einen A-B-Fall, der mit dem im Ursprungsposting erwähnten nichts zu tun haben muss, sondern einen, in dem B den A tatsählich schädigt oder ich davon ausgehen muss. Das mag im Ursprungsposting so sein oder nicht, das mag im gemeinten "Echtfall" so sein oder nicht, hier stecke ich es mal als Annahme rein).

Auch mag ich - als kleiner Nebenkriegsplatz - das Wort "anschwärzen" in solchem Zusammenhang meist nicht. Das klingt sehr nach "Ich versuch was, und wehe es erwischt mich einer" - und wenn einen einer erwischt, der nicht direkt geschädigt wird, dann ist der Schuld an meinem Ärger und ich nicht. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die pensionierten Erdkundelehrern beim Vermessen nichteingehaltener Parkabstände den Regenschirm halten (könnte sich aber je nach Entwicklung der Parksituation vor Ort vielleicht irgendwann doch ändern), aber [i]wenn[/i] jemand Mist baut (wieder als Annahme), dann soll er auch dafür gerade stehen. Im Regelfall hat er auch reale Menschen in irgend einer Form "geschädigt", auch wenn diese ihm persönlich nicht bekannt und daher abstrakt vorkommen mögen.

Es mag allerdings sein, dass ich Dich hier falsch verstand, in dem Falle ist mal wieder eine ganze Litanei in das Vakuum gepustet :-)

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon Marten Holst » 8. November 2006, 14:45

Moin,

> (...) [Manche Kunden] freuen sich,
> dass sie dem ausbeuterischen Kapitalismus wieder mal ein
> schönes Schnippchen geschlagen haben. (Geiz ist geil, und:
> !ch bin doch nicht blöd!)

... und sind doch einfach nur voll reingerasselt.

Ansonsten stimme ich gerne zu :-)

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Wunschvorstellungen verkaufen

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. November 2006, 14:50

> Da mir entscheidende Fakten fehlen, kann ich auch
> keine öffentliche Kritik an irgendwelche Versender
> richten.
Ich benutze nur die Infos, die im Eingangsbeitrag stehen.
Wenn die falsch sind, wären natürlich auch meine Folgerungen falsch.

Dargestellt wurde, daß der Versender das Spiel zum Kauf angeboten hat, mit exakter Preisnennung.
Üblicherweise verkauft man nur Waren, die man bereits im Besitz hat oder deren Lieferung man bereits (mit Preis) zugesagt bekam.

Das war hier offenbar nicht der Fall, sonst wäre die vom Versender behauptete Preiserhöhung nicht möglich gewesen.

Ich halte es für unseriös, wenn ein Versender Waren anbietet, die er nur in seiner Wunschvorstellung hat und deren Lieferung (zum angegebenen Preis) er nicht sicherstellen kann.

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Verlagsdruck auf Onlineshops beim Verkaufspreis

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. November 2006, 14:55

> Die Annullierung der Bestellung des Kunden ist ja ok,
> aber muss man gleich den Händler beim Verlag
> anschwärzen, wie ungeschickt ist das denn!!!
Meine ganz private Vermutung: Da der geschilderte Kunde eine ganz überdurchschnittliche Schnäppchenjäger-Mentalität zu haben scheint (welcher normale Mensch würde denn wegen ein paar Prozent Rabatt eine schon getätigte Bestellung stornieren und woanders neu bestellen?) war das vielleicht nur ein Versuch, einen Preisnachlaß für die Erstbestellung zu kriegen.

Da es völlig normal ist, daß Sachen in unterschiedlichen Läden unterschiedlich viel kosten ist diese Mail kaum noch anders zu erklären.

Benutzeravatar
achim

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon achim » 8. November 2006, 15:04

Franz-Benno Delonge schrieb:
> Ich habe aber den starken Verdacht, dass einige dieser
> Mitbürger den realen Laden, solange er noch existiert,
> durchaus schätzen. Sie schauen sich zum Beispiel ein Spiel
> dort in natura an, lassen es sich vielleicht sogar
> ausführlich erklären, und flitzen dann zügig heim an den PC,
> um zu schauen, wo es das Ding im Netz am billigsten gibt.
> Dabei schämen sie sich nicht, sondern freuen sich, dass sie
> dem ausbeuterischen Kapitalismus wieder mal ein schönes
> Schnippchen geschlagen haben. (Geiz ist geil, und: !ch bin
> doch nicht blöd!)

Hallo Franz-Benno,
obiges Vorgehen mag vielleicht teilweise für die Branche der Unterhaltungselektronik zutreffen, ich hege jedoch starke Zweifel daran, ob sich jemand im stationären Handel, oder wie du es nennst "realen Laden" Spiele erklären lässt, die er dann anschliessend günstiger im Internet bestellt. Ich halte das, ohne dich persönlich anzugreifen, denn diese These habe ich schon öfters gehört, für Humbug. Ich sehe das eher so, dass hier verschiedene Käufertypen nebeneinander existieren. Der trad. Käufer vergleicht Preise des stationären Handels, der Online-Käufer vergleicht Preise im Internet. Ebenso sucht sich der Onlinekäufer Informationen im Internet. Macht doch überhaupt keinen Sinn, unnötig Zeit und Geld für Anfahrtskosten und Parkgebühren zu verschwenden, um sich einer meist zweifelhaften Beratung im einem Laden zu unterziehen, um dann darauf seine Käufe im Internet zu tätigen. Eher lässt sich jemand ein Spiel bei Vedes erklären und kauft dann bei Real. Also bitte hier nichts vermischen. Sollte es Leute geben, wie du sie beschrieben hast, dann können die auch kein Schamgefühl entwickeln, dazu wären sie nämlich viel zu dumm.

Gruß
achim

Benutzeravatar
Mike Merten

Re: Wieso "Lieferboykott"?

Beitragvon Mike Merten » 8. November 2006, 15:21

Wer hat dem wem gegenüber einen Lieferboykott angedroht? Wenn ich diesen Beitrag nach oben zurückverfolge, dann taucht da plötzlich dieser Begriff auf wie ein deus ex machina.

Ich hatte es bisher so verstanden, daß ein Verlag den geplanten Preis für noch nicht bestellte Ware angehoben hat. Da ist doch nichts unrechtes dran. Als Endverbraucher finde ich das natürlich nicht nett, aber so geht es mir bei verdammt vielen Dingen, ohne daß diese dadurch gleich zu Unrecht oder sogar einer strafbewehrten Handlung werden.

Etwas verwirrt
Mike Merten

Benutzeravatar
Klaus Knechtskern
Kennerspieler
Beiträge: 1660

Re: Völlig absurde Diskussion

Beitragvon Klaus Knechtskern » 8. November 2006, 15:21

Wie man in meinem Beitrag weiter oben sehen kann sprach ich nciht von einem Boykott, sondern schlicht einfach von Lieferkonditionen, die für die Online-Händler nicht attraktiv sind(Hohe MIndestabnahmemenge oder Abnahme über das gesamte SOrtiment zum Beispiel).

Benutzeravatar
2late

Re: Wieso "Lieferboykott"?

Beitragvon 2late » 8. November 2006, 15:29

Mike Merten schrieb:
>
> Wer hat dem wem gegenüber einen Lieferboykott angedroht? Wenn
> ich diesen Beitrag nach oben zurückverfolge, dann taucht da
> plötzlich dieser Begriff auf wie ein deus ex machina.
>
> Ich hatte es bisher so verstanden, daß ein Verlag den
> geplanten Preis für noch nicht bestellte Ware angehoben hat.
> Da ist doch nichts unrechtes dran. Als Endverbraucher finde
> ich das natürlich nicht nett, aber so geht es mir bei
> verdammt vielen Dingen, ohne daß diese dadurch gleich zu
> Unrecht oder sogar einer strafbewehrten Handlung werden.


Habe ich nie behauptet, im Gegenteil, das habe ich auch extra in meinen Beitrag geschrieben.

Benutzeravatar
2late

Re: Völlig absurde Diskussion

Beitragvon 2late » 8. November 2006, 15:30

Du hast etwas von Lieferboykott geschrieben, nicht ich. Ich habe nur auf deine Frage geantwortet, was daran illegal sein soll.

Benutzeravatar
2late

Re: Völlig absurde Diskussion

Beitragvon 2late » 8. November 2006, 15:32

Bevor ich wieder missverstanden werde zur Klarstellung nochmal anders formuliert:

Ich habe hier lediglich auf die Frage geantwortet, was an einem Lieferboykott illegal WÄRE.

Benutzeravatar
Florian-spielbox

Re: Wunschvorstellungen verkaufen

Beitragvon Florian-spielbox » 8. November 2006, 15:32

dh jede art von "vorbestellung" ist für dich unseriös?

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Wieso "Lieferboykott"?

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. November 2006, 15:38

> Ich hatte es bisher so verstanden, daß ein Verlag
> den geplanten Preis für noch nicht bestellte Ware
> angehoben hat.
So zumindestens die Behauptung des Versenders.

Ich halte dies für sehr unüblich und unglaubhaft.

Es ist eher zu vermuten, daß der Versender sich Rabatte erhofft hat, und der Verlag diese nicht gegen wollte.

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Wunschvorstellungen verkaufen

Beitragvon Ralf Arnemann » 8. November 2006, 15:41

Nein, überhaupt nicht.
Jedenfalls wenn es klar als reine "Vorbestellung" angegeben ist.

Dann wäre hier auch klar, daß es um zwei völlig verschiedene Sachverhalte geht: Lieferung bei einer Quelle (zum höheren Preis) vs. Vorbestellung (zum niedrigeren Preis, aber völlig unklarem Termin) bei der anderen Quelle.

Vergleichbar wären die Preiskonditionen überhaupt nur, wenn der Versender genauso zuverlässig eine Lieferung versprechen könnte wie der Verlag selber, d.h. wenn er Ware gelagert oder fest zugesagt hat.

Benutzeravatar
Rolf Mihm

Re: Verlagsdruck auf Onlineshops beim Verkaufspreis

Beitragvon Rolf Mihm » 8. November 2006, 15:51

Ralf Arnemann schrieb:

> Meine ganz private Vermutung: Da der geschilderte Kunde eine
> ganz überdurchschnittliche Schnäppchenjäger-Mentalität zu
> haben scheint (welcher normale Mensch würde denn wegen ein
> paar Prozent Rabatt eine schon getätigte Bestellung
> stornieren und woanders neu bestellen?) war das vielleicht
> nur ein Versuch, einen Preisnachlaß für die Erstbestellung zu
> kriegen.

In dem beschriebenem Fall (mal ganz unabhängig von der hier im Themenstrang laufenden kontroversen Diskussion) ging es um einen Preisvorteil von 28% - das nennst du "ganz überdurchschnittliche Schnäppchenjäger-Mentalität" und "ein paar Prozent Rabatt"? Manche Branche wirbt sogar damit, die Differenz zu bezahlen, wenn ein bei ihr gekauftes Produkt innerhalb eines gewissen Zeitraumes anderswo billiger zu haben ist.

Benutzeravatar
Thom

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon Thom » 8. November 2006, 15:57

Genau so sehe ich das auch. Wir haben ein ziemlich großes Spielwarengeschäft, nicht so wie die 2 ganz großen, aber doch ein gutes Sortiment. Wenn ich dort nach neuen Spielen frage, werde ich nur mit großen Augen angeschaut (z.B. kürzlich bei 'Säulen der Erde'), noch nie was von gehört. Ich würde gerne dort kaufen, beziehe meine Infos aus dem Internet und weil ich das Spiel dann auch gleich haben will, frage ich als erstes in diesem Laden nach. Funktioniert nur leider sehr, sehr selten (aber z.B. 'Tal der Abenteuer' habe ich dort gekauft).
Also kaufen, wenn vorhanden okay, aber Infos bzw. Auspacken und Vorführen der Spiele fällt weg, weil das nicht erwünscht ist und weil zum Teil die Kenntnis über die Spiele fehlt.
Vielleicht ist das nur hier so, aber ich denke, dass ausgepackte Spiele keiner haben will, es sei denn er bekommt einen saftigen Rabatt.

Grüsse Thom

Freunde, lasst wie im Eingangsthread erwähnt den Verlag bzw. den Spielenamen weg um den es hier geht, jeder wusste doch schon vorher, wer gemeint ist.

Benutzeravatar
2late

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon 2late » 8. November 2006, 16:08

Ups, war keine Absicht, habs mehrfach an anderen Stellen korrigiert, da aber wohl übersehen.

Ansonsten möchte ich eins nochmal betonen: Auch wenn es für manche einen anderen Anschein haben mag, ich bin eigentlich auf Seiten des Verlags und befürworte die eigentliche Intention des Unternehmens. Dies muss aber natürlich im Rahmen des Gesetzes geschehen, davon gehe ich aber aus, da mir für jegliche abweichende Annahme schlicht das nötige Detailwissen fehlt.

Benutzeravatar
Hendrik

RE: Verlagsdruck auf Onlineshops beim Verkaufspreis

Beitragvon Hendrik » 8. November 2006, 16:32

Marten Holst schrieb:
>
> Moin,
>
> > 2. Die Annullierung der Bestellung des Kunden ist ja ok,
> > aber muss man gleich den Händler beim Verlag anschwärzen,
> > wie ungeschickt ist das denn!!! Man sägt doch nicht den Ast
> > ab, auf dem man sitzt. Da muss man sich nicht wundern, wenn
> > runterfallen weh tut.
>
> hmmm, hab ich Dich da jetzt richtig oder falsh verstanden?

Ich tippe mal auf falsch.

Wenn ein Endkunde über's Ohr gehauen wird, dann ist es sein gutes Recht, zu reklamieren.

Das Beispiel von raccoon auf das mich explizit beziehe, lässt aber keinen solchen Schluss zu. Der Endkunde wollte den Anbieter wechseln wegen des 28%igen Preisvorteils.
Als "ungeschickt" bezeichne ich die Tatsache, die günstigen Anbieter dem Verlag unnötigerweise namentlich zu erwähnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verlag eine solche Rabattierung zu verhindern versucht ist sehr hoch.
Mit dieser Preisgabe der Discounter hat sich der Schnäppchenjäger nun selber ein Bein gestellt und allen anderen, welche Battlelore günstig einkaufen wollten.
Wobei man sich wirklich Fragen muss, wenn der Verlag aufgrund einer solchen Mail, solche Massnahmen ergreift, dann hätte er ja schon selber im Internet die Preise der Online-Händler kontrollieren wollen.

Hendrik

Benutzeravatar
Florian-spielbox

Re: Wunschvorstellungen verkaufen

Beitragvon Florian-spielbox » 8. November 2006, 16:38

auch der verlag hat die ware noch nicht gelagert.... sollte die firma "den bach runter gehen", können die dir auch keine garantie geben, ob du das spiel je bekommen wirst.

aber es ist schoin korrekt, dass die wahrscheinlichkeit, über den verlag das spiel zu bekommen größer ist, als bei einem händler.... bei beiden quellen dürfte die wahrscheinlichkeit aber weit über 95% liegen.

es würde mich im übrigen nicht wundern, wenn die "händler-besteller" das spiel vor den "verlag-bestellern" in den händen haben. um nicht zu sagen: ich gehe sogar davon aus, dass es so sein wird... lassen wir uns überraschen :)

Benutzeravatar
kurt

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon kurt » 8. November 2006, 17:19

Hallo Benno,

genau das ist es was ich meinte, ich konnte es nur nicht so schön formulieren :-)
100% Zustimmung!

Gruss

Kurt

Benutzeravatar
kurt

Re: Einzelhandel, Marktwirtschaft, Arbeitsplätze

Beitragvon kurt » 8. November 2006, 17:30

Hallo Achim,

> obiges Vorgehen mag vielleicht teilweise für die Branche der
> Unterhaltungselektronik zutreffen, ich hege jedoch starke
> Zweifel daran, ob sich jemand im stationären Handel, oder wie
> du es nennst "realen Laden" Spiele erklären lässt, die er
> dann anschliessend günstiger im Internet bestellt. Ich halte
> das, ohne dich persönlich anzugreifen, denn diese These habe
> ich schon öfters gehört, für Humbug.

Nein, denn genauso ist es. Gerade letzte Woche hat mir ein Bekannter davon berichtet, wie er sich in einem Fachgeschäft ausführlich (30 Minuten) beraten liess (Es ging um einen Kaminofen), um dann später das vom Fachhändler empfohlenen Modell im Internet zu suchen.
Das gleiche Modell war bei einem Internethändler 20% billiger zu bekommen.
Und anstatt ein schlechtes Gewissen zu haben, hat er sich noch darüber beschwert, was der Fachhändler denn für "Wucherpreise" verlangt.

Ich bin sicher, das ist kein Einzelfall, denn jeder ist sich selbst der nächste, wie ich weiter oben schon schrieb.

Macht mal ruhig alle so weiter, bis es Euren eigenen Arbeitsplatz betrifft.
Und wer glaubt, daß der Aufschwung schon alles richten wird, was die Arbeitsplätze angeht, der irrt sich gewaltig.

Viele Grüße

Kurt


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 28 Gäste