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Bohn Hansa

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Bernd Menzel

Bohn Hansa

Beitragvon Bernd Menzel » 3. Februar 2003, 11:44

Hallo,

wir haben gestern Bohn Hansa gespielt und fanden es im Vergleich zu Bohnanza entäuschend. Da es aber bisher glaube ich nur begeisterte Stimmen zu dem Spiel gab, haben wir vielleicht irgendwo was falsch gemacht.

Konkret sind uns folgende Punkte aufgefallen:
- Am Anfang wurden ziemlich schnell Nachschubkarten aufgedeck.
- Die Bohnen, die jemand zur Erfüllung eines Auftrags brauchte, gab's am anderen Ende des Spielplans, so dass das Reisen dorthin ziemlich teuer war und die entsprechenden Aufträge verbraucht waren).
- Auf einen Handel (und damit billigeres Reisen) wollte sich kaum jemand einlassen, weil die Spieler, die handelswillig waren, nicht an den Ort kommen wollten, wo der Handle hätte abgeschlossen werden müssen.


Fazit: Man hat sich durch zähe Verhandlungen (Willst nicht doch kommen) geschleppt oder ist auf dem Spielplan rumgeeiert, um Bohnen zu bekommen, die man dann nicht mehr brauchen konnte, weil die Aufträge weg waren. Bei uns kam kein Spielspass auf und wir haben nach ca. 1 Stunde abgebrochen.

Sorry, das war unser erstes negatives Spielerlebnis mit Bohn Hansa.

Bernd

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Thomas Rosanski

RE: Bohn Hansa

Beitragvon Thomas Rosanski » 3. Februar 2003, 13:52

"Bernd Menzel" hat am 03.02.2003 geschrieben:
> wir haben gestern Bohn Hansa gespielt und fanden es im
> Vergleich zu Bohnanza entäuschend. Da es aber bisher glaube
> ich nur begeisterte Stimmen zu dem Spiel gab [...]

Alle Stimmen, die ich bisher gehört und gelesen habe, bezogen sich auf den Prototypen, der u.a. auf der Spiel'02 öffentlich probegespielt werden konnte. Insofern sollte man diese Stimmen nicht zu hoch bewerten. Schliesslich war jedem klar, dass das Spiel zu dem Zeitpunkt noch nicht ausgereift war. Insofern ist ein "hey, find ich gut" eher eine Wertung der groben Richtung als des fertigen Produkts. Im Gegenteil, es wurden ja auch schon damals viele Kritikpunke - oder soll man besser Verbesserungsvorschläge sagen? - geäußert. Inwieweit die damalige Kritik in das Spiel eingeflossen ist und ob es das Spiel dadurch "rund" macht, kann ich noch nicht beurteilen.

> - Auf einen Handel (und damit billigeres Reisen) wollte
> sich kaum jemand einlassen, weil die Spieler, die
> handelswillig waren, nicht an den Ort kommen wollten, wo
> der Handle hätte abgeschlossen werden müssen.

Dazu soll ja die Möglichkeit des Einladens dienen, die damals von vielen Spielern als zu teuer eingeschätzt wurde.

> Sorry

Du brauchst dich doch nicht für deine Meinung entschuldigen.

Fröhlichen Gruß,

Thomas
--
http://thomas-rosanski.de/

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Bernd Menzel

RE: Bohn Hansa

Beitragvon Bernd Menzel » 3. Februar 2003, 14:12

Thomas Rosanski schrieb:
>
>
> > - Auf einen Handel (und damit billigeres Reisen) wollte
> > sich kaum jemand einlassen, weil die Spieler, die
> > handelswillig waren, nicht an den Ort kommen wollten, wo
> > der Handle hätte abgeschlossen werden müssen.
>
> Dazu soll ja die Möglichkeit des Einladens dienen, die damals
> von vielen Spielern als zu teuer eingeschätzt wurde.

Ja, das ist schon klar. Wenn ich eingeladen werde und diese Einladung annehme dann muss ich nur eine Reiskarte zahlen und versetze dann meine Spielfigur. Das Problem war dann nur, das ich dann an einem Ort lande, wo ich überhaupt nicht hin will. Ich muß doch meine Spielfigur in den Ort versetzen, in den ich eingeladen wurde, oder?

Bernd

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Bernd

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Bernd » 3. Februar 2003, 14:23

Hallo Bernd,

unternimmt man lange Reisen, kostet das natürlich viele Karten. Dadurch wird halt schnell Zoll fällig, Neue Ernte Karten werden aufgedeckt und vielleicht muss auch ein Auftrag abgelegt werden.

Der Trick bei dem Spiel – soweit ich das nach einer Partie beurteilen kann – besteht halt darin, nur kurze Reisen zu unternehmen (man spart Zoll), sich häufig einladen zu lassen (und in dem Moment keine Auftragskarte vorne zu haben, sondern Zoll- oder Nachschubkarte) und möglichst wenig Tempoverluste (d.h. nur zum Einkaufen in Städte reisen) zu machen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das Spiel so wie von Dir beschrieben abläuft, wenn die Spieler nicht miteinander handeln bzw. sich nicht gegenseitig einladen. Aber gerade das soll ja geschehen! Würde das Spiel also Eure Spielweise nicht „bestrafen“, wäre der Spielmechanismus ja nicht in Ordnung!

Noch kurz zu Deinem zweiten Punkt: Man kann sich ja auch in die Nähe des Ortes einladen lassen, wo man hin will und im eigenen Zug von dort aus dann in den Ort reisen. Das ist meistens günstiger, als selber zu reisen. Und Auftragskarten die während der Reise ausgelegt werden, kann man ja noch im gleichen Zug erfüllen!

Aber vielleicht habt Ihr ja auch gar nichts „falsch“ gemacht und Eure Partie ist nur schlecht gelaufen…wir haben gestern zu dritt gespielt und hatten keine Probleme, es wurde fleißig gehandelt und eingeladen!

Bernd

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Bernd Menzel

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Bernd Menzel » 4. Februar 2003, 13:31

Bernd schrieb:
>
> Hallo Bernd,
>
>
>
> Ich könnte mir vorstellen, dass das Spiel so wie von Dir
> beschrieben abläuft, wenn die Spieler nicht miteinander
> handeln bzw. sich nicht gegenseitig einladen. Aber gerade das
> soll ja geschehen! Würde das Spiel also Eure Spielweise nicht
> „bestrafen“, wäre der Spielmechanismus ja nicht in Ordnung!

Alles richtig, mein Problem war nur, es war kein sinnvolles Handeln möglich, weil:
1) Wer die von mir benötigten Bohnen hatte, wollte sich nicht von mir einladen lassen, weil er dann in eine Stadt hätte ziehen müssen, die für seine Ziele (Aufträge) völlig falsch lag. Warum sollte er also zu mir reisen?
2) Umgekehrt: Wer gerne von mir eingeladen worden wäre, konnte mir nicht die Bohnen bieten, die ich wollte. Warum sollte ich ihn also einladen?

Dieses Problem hatten bei uns mehrere Spieler in mehreren Runden. So kam kein Spielfluß zustande, es entstand eine klassischer Deadlock.

> Aber vielleicht habt Ihr ja auch gar nichts „falsch“ gemacht
> und Eure Partie ist nur schlecht gelaufen…wir haben gestern
> zu dritt gespielt und hatten keine Probleme, es wurde fleißig
> gehandelt und eingeladen!

Also, ich werde es sicher nochmal ausprobieren, wenn sich die Gelegenheit ergibt.


> Bernd
Auch Bernd (der hier wirklich nicht mit sich selbst diskutiert)

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Tobias Lang

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Tobias Lang » 4. Februar 2003, 14:05

Hi Bernd :-)

ich kann Dein Problem verstehen. Ich rate Dir mal folgendes zu probieren:
Hebt die Beschränkung des Lagerplatzes mal auf. Wenn die Spieler mehr als 8 Waren lagern dürfen, dann kauft man auch mal Waren ein, die man nicht selber braucht, sondern handeln möchte.

Sollte es dabei zu Monopolbildungen kommen, weil Spieler nur noch billig einkaufen und nicht versuchen, ihre Aufträge zu erfüllen, dann spielt am Ende halt wie in der richtigen Regel: Man darf maximal 8 Waren am Ende in Geld umsetzen ;-)

Nun fragt vielleicht jemand, warum dies nicht in den regeln so ist. Nun die Frage kann ich zwar nicht beantworten, aber zwei Bemerkungen dazu machen:

1. Wer weiss ob meine Idee auch anderen gefällt ;-)

2. Für den "Familienspieler" wäre eine Regel, die einen alternativen, nicht so leicht ersichtlichen Weg (nämlich mal auf Aufträge zu verzichten und rein marktwirtschaftliche Kriterien zu verfolgen) ermöglicht, sicher eine schwerer Zugang zum Spiel?!

Liebe Grüsse :-)

Tobias.

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Volker L.

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Volker L. » 4. Februar 2003, 14:24

Bernd Menzel schrieb:
>
> Alles richtig, mein Problem war nur, es war kein sinnvolles
> Handeln möglich, weil:
> 1) Wer die von mir benötigten Bohnen hatte, wollte sich nicht
> von mir einladen lassen, weil er dann in eine Stadt hätte
> ziehen müssen, die für seine Ziele (Aufträge) völlig falsch
> lag. Warum sollte er also zu mir reisen?

Da wird man nichts machen koennen.

> 2) Umgekehrt: Wer gerne von mir eingeladen worden wäre,
> konnte mir nicht die Bohnen bieten, die ich wollte. Warum
> sollte ich ihn also einladen?

Na, hier kann man schon eher kreativ werden:
Man laedt den anderen ein, als Gegenleistung erhaeltt man eine
(irgendeine) Bohne. Sofern Du nicht selbst mit Lagerkapazitaets-
problemen kaempfst, hebst Du die Bohne fuer spaeteren Gebrauch
auf. Oder Du laesst Dich fuer die Einladung in bar bezahlen. :-)

> Dieses Problem hatten bei uns mehrere Spieler in mehreren
> Runden. So kam kein Spielfluß zustande, es entstand eine
> klassischer Deadlock.

Man kann ja auch mal im Voraus verhandeln. "Ich kaufe jetzt
diese Bohne, die Du brauchst, dann werde ich von Dir dorthin
eingeladen, wo ich selbst hin will - die Bohne verkaufe ich dann
an Dich zum Einkaufspreis weiter.
Nicht immer nur gezielt die Bohnen kaufen, die man selbst
definitiv braucht, sondern auch mal seltene Bohnen auf Vorrat
(entweder fuer spaeteren Gebrauch oder als Handelsobjekt).

> > Aber vielleicht habt Ihr ja auch gar nichts „falsch“ gemacht
> > und Eure Partie ist nur schlecht gelaufen…wir haben gestern
> > zu dritt gespielt und hatten keine Probleme, es wurde fleißig
> > gehandelt und eingeladen!
>
> Also, ich werde es sicher nochmal ausprobieren, wenn sich die
> Gelegenheit ergibt.

Wie gesagt: nicht zu kurzfristig planen. Wenn man immer nur den
momentanen Eigenbedarf im Blick hat und nur dann handelt, wenn
es sich [i]zufaellig[/i] ergibt, dass beide von einem Handel
profitieren, dann werden wenige Gelegenheiten entstehen - ich
glaube, [i]das[/i] war das Problem Eurer Partien.

Gruss, Volker

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Bernd

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Bernd » 4. Februar 2003, 15:31

Hallo Volker,

in bar bezahlen ist aber nicht erlaubt! Man darf nur mit Bohnen handeln.

Ansonsten hast Du recht: Man muss kreativ und vorrausschauend spielen.

Noch ein Tipp: Der Spieler, der einlädt, kann ja auch Bohnen in der Stadt kaufen, in der er steht und mit ihnen Handeln. Es ist ja ausdrücklich erlaubt, die einzelnen Aktionen in der Handelsphase mehrfach und in beliebiger Reihenfolge durchzuführen!

Bernd

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Volker L.

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Volker L. » 4. Februar 2003, 16:21

Bernd schrieb:
>
> Hallo Volker,
>
> in bar bezahlen ist aber nicht erlaubt! Man darf nur mit
> Bohnen handeln.

Aha. Meine einzige Partie war mit dem Prototypen in Essen.
Entweder habe ich diese Einschraenkung vergessen, oder sie
ist erst nachtraeglich reingekommen.
Darf Geld gar nicht den Besitzer wechseln, oder muss nur immer
mindestens eine Bohne beteilgt sein (z.B. 1 Saubohne + 10 Taler
gegen 1 Gartenbohne)?

> Ansonsten hast Du recht: Man muss kreativ und vorrausschauend
> spielen.
>
> Noch ein Tipp: Der Spieler, der einlädt, kann ja auch Bohnen
> in der Stadt kaufen, in der er steht und mit ihnen Handeln.
> Es ist ja ausdrücklich erlaubt, die einzelnen Aktionen in der
> Handelsphase mehrfach und in beliebiger Reihenfolge
> durchzuführen!

Genau sowas meinte ich. Allgemeiner: Nicht nur das kaufen, was
man selbst braucht, sondern auch das, was andere brauchen, um
ein Tauschobjekt zu haben.

Gruss, Volker

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Bernd

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Bernd » 4. Februar 2003, 16:32

Hallo Volker,

laut Regel dürfen nur Bohnen den Besitzer wechseln (Seite 9, oben rechts fettgedruckt)!

Bernd (der seiner zweiten Partie entgegenfiebert)

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Frank Jaeger (AMIGO)

Re: Bohn Hansa

Beitragvon Frank Jaeger (AMIGO) » 5. Februar 2003, 09:08

Die Aufhebung des Limits fuehrt dazu, dass Spieler Bohnen *hamstern*. Dadurch koennen andere Spieler die fuer ihre Auftraege benoetigten Bohnen eventuell nicht mehr erwerben. Ein ziemlich frustrierendes Erlebnis.

Und mal ehrlich: Wenn ich meine Gegner dadurch ausbremsen kann, dass ich zum Beispiel alle Roten Bohnen und Saubohnen horte, dann mache ich das doch, oder?

Es wurde mit 8 Bohnen getestet sowie mit einem 9. *Handelsplatz* im Wagen, der dazu genutzt werden konnte, eine 9. Bohne zu erwerben, aber am Ende des Zuges dennoch nur 8 Bohnen im Besitz sein durften. Taugte aber auch nicht. Das Management der 8 Felder ist ein Grundelement des Spiels. Daran wurde lange in zahlreichen Partien gefeilt (das ist der Grund, warum das Spiel im Prinzip in Essen fertig war, aber trotzdem erst zu Nuernberg erschien), und uns erschien die jetzige Fassung als am handelsfoerderndste und gleichzeitig von der Bohnenmenge ausreichende.

Frank Jaeger
AMIGO Spiel + Freizeit GmbH


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